Beitragvon peer » 24. März 2003, 16:51
Hi,
dieselben Fragen habe ich mir auch schon gestellt...
Niccolo schrieb:
>>
> Mein Gegrübel ging in die Richtung - wie hatten wir das alles
> vor der glorreichen Zeit des Internets gelöst? Waren die
> Regeln damals leichter, besser, ???
Kaum. Naja, die Frage ist, was früher war... Ich aber erinner mich an Tricolore von FX Schmid und weiss, das wir uns die Hälfte der Regeln denken mussten. Und ich erinnere mich an den vergeblichen Versuch bei den Regeln von "Diplomatie" (Schmidt Spiele-Bar) eine Stelle zu finden, bei welcher der genaue Rundenablauf steht (kämpft jeder nach seinem Zuge oder alle erst wenn alle gesetzt haben?)
> Kann sich wer erinnern? Ich kaum. Ich bilde mir ein, dass wir
> das damals mit einer möglichst passenden Interpretation
> lösten, was man heute schnell unter "Hausregel" steckt, und
> gut war's.
Aber wars gut? Ich weiss nicht. Man lebte immer in der Unklarheit, ob mans jetzt richtig gemacht hat oder nicht. So lange es Spaß gemacht hat, wars ok, wenn aber nicht...
> Ich weiss nicht so recht wohin mit den heutigen Möglichkeiten.
> Einerseits ist es in vielen Fällen wirklich gut, dass man
> Zugriff auf Mitstreiter oder sogar den Entwickler hat -
> andererseits leben manche tatsächlich dafür, "Gesetzeslücken"
> auszumachen.
Naja, man neigt halt dazu auch bei Unsicherheiten nachzufragen, weil man es kann. So manche Regelfrage wird explizit in den Regeln behandelt.
Und wenn man plötzlich eine fixe Idee hat, es könnte auch anders gemeint sein, fragt man lieber nach. Gerade weil die meisten Regeln so gut sind, fallen Schwächen noch mehr auf. Und manches wird hineininterpretiert, weil der Wortschatz so "genormt" ist (Mare Nostrum: "Einheiten werden aus dem Spiel genommen" statt "Kommen in den Vorrat zurück" ) oder weil man beim Spiel schnell nachguckt und dann den Zusammenhang nicht mehr hat (HdR Riskiko: "Zu Beginn jeder Runde erhält jeder Spieler Verstärkungen für seine Armeen" wurde bei uns plötlich so interpretiert, dass tatsächlich JEDER Spieler am Anfang der Runde Einheiten bekommt und dann ancheinander jeder seinen Zug ausführt - was grosse Nachteile für den Startspieler mit sich bringt. Problem: Verwendung von "Runde" im anderen Kontext und beim Überfliegen nicht sehen des oberen Absatzes).
Was anderes sind natürlich die Spezialfälle, die ganz selten mal auftreten und deswegen in der Regel nicht explizit behandelt werden (eventll hat auch niemand damit gerechnet). Da im Internet mehr Leute zusammenkommen als in der Hausrunde kommen mehr solche Spezialfälle zusammen und es wirkt so als hätte der Regelschreiber Murks gebaut. Das betrifft natürlich besonders komplexere Spiele wie Mare Nostrum.
Und Spieler sind manchmal unglaublich kreativ... (Civi Westeuropa-Erweiterung Spielerfrage: "Darf ich mit Landwirtschaft in dem Teil von Spanien bauen, wo keine nummer steht? Und wenn ja, darf ich irgendwo eine Insel aufschütten :-) ?")
ciao
Peer (doch längeres Posting als geplant)
"Wars dont determine who is right - only who is left" - Bertram Russel