Beitragvon Christoph Trageheim » 11. November 2003, 07:17
Hallo Steffen,
GoT kenne ich nur vom Ansehen und aus der Besprechung aus der SB. AoM habe ich in einer Dreierpartie auf der Messe ausprobiert und es hat mir nicht gefallen.
Der Grundmechanismus ist gut: Es gibt sechs verschiedene Aktionen (in Form von Karten): Rohstoffe sammeln, Gebäude bauen, Einheiten rekrutieren, Land erschliessen, Angreifen und Epochenaufstiege. Vier (in späteren Epochen bis zu sieben) Aktionen wähle ich aus, drei werden durchgeführt. Bei der Auswahl habe ich von jeder Aktion die "Grundkarte" immer zur Verfügung, kann aber von einem gemischten Stapel blind Aktionskarten ziehen. Die Aktionen im gemischten Stapel sind "besser" als die Grundkarten (zwei Gebäude bauen statt eines, mehr Rohstoffe sammeln, mit mehr Einheiten angreifen, usf.).
Die Landschaften sind eher abstrakt dargestellt: Jeder Spieler bekommt ein Tableau, das in drei Bereiche unterteilt ist: Rohstofflager, Gelände und "Stadt". In den Stadtbereich werden die Ausbauten gelegt, diese verbessern die eigene Partei. Die Ausbautenplättchen sind das hässlichste im Spiel: einfache Pappplättchen mit Text, ohne Grafik. Fällt gegenüber dem restlichen Material völlig ab. Ich frage mich schon, warum man eine Lizenz für die Umsetzung eines Computerspieles hat und dann nicht mal Grafiken daraus benutzt.
Angriffe der lieben Mitspieler richten sich immer gegen einen der drei Bereiche: Rohstoffe plündern, Gelände an sich reissen, Stadtausbauten niederreissen.
Beim Kämpfen bestimmt jeder der beiden Beteiligten, welche seiner Einheiten prügeln, die Anzahl wird durch die Angriffskarte vorgegeben. Der Kampf findet dann Mann gegen Mann statt, jeder wählt einen Einheit und würfelt mit der Anzahl Würfeln, die der Einheit zusteht. Manchmal gib's Boni in Form von Extrawürfeln, wenn zB ein Bogenschütze gegen einen Flieger kämpft. Jede sechs ist ein Treffer und wer mehr sechser wirft, gewinnt den Zweikampf.
Warum hat es mir nicht gefallen?
Das Bluffelement beim Kämpfen zieht nicht, weil jede der drei Kulturen unterschiedliche Einheiten hat und davon noch 10 Stück (Wir konnten die Miniaturen schwer auseinander halten). Da den Überblick zu behalten, wer gegen wen Vorteile hat, ist umständlich.
Wenn zwei kämpfen, haben die anderen Spieler erst mal nichts mehr zu tun. Ein grösserer Kampf (zB sechs E auf jeder Seite) zieht sich hin. Kann mal beim Zuschauen spannend sein, aber nicht immer.
Es gibt auch Siegpunkte fürs aufbauende, konstruktive Spielen, aber die Rohstoffe dazu sind schwer zu bekommen, da man immer genug Einheiten haben muß, um sich zu verteidigen. Und das kostet Rohstoffe, ein Teufelskreis.
Mein Urteil: Zu zweit gut spielbar, wenn man den ganzen Chrom mag.
GoT ist ja erst ab drei Spieler und ich glaube, die Ausrichtung des Spieles ist eine Andere. Die Optik ist jedenfalls in sich stimmiger.
Gruß, Christoph