Beitragvon Rolf Mihm » 2. Januar 2004, 12:02
Hallo,
Glück oder nicht Glück, das ist meiner Meinung nach nicht so einfach zu beantworten. Der Startspieler hat natürlich einen großen Vorteil, wenn er gleich zu Beginn schwarze Bauten zieht, die viele Anschlußbauten nach sich ziehen - zuerst einmal wird er diese vielleicht kostenlos auf dem Spielplan plazieren können, zum anderen zwingt er damit die anderen Spieler wahrscheinlich dazu, für ihre Bauten schon Zuzahlungen mit Karten leisten zu müssen. In diesem Fall, bei glücklicher Ziehung der Gebäudeplätzchen durch den Startspieler, müssen die nachfolgenden Spieler sich halt dann auch bereits überlegen, ob sie dem Startspieler bereits zu behindern beginnen, und sich damit aber schon eigene Möglichkeiten verbauen, oder sich selbst auf ihr "Glück" verlassen wollen.
Als Startspieler sollte man auf jeden Fall mit zwei schwarzen Bauten beginnen - das Problem ist glaube ich allerdings, daß die nachfolgenden Spieler das auch tun sollten, womit dann für den dritten oder vierten Spieler kaum noch Platz bleibt, kostenlos zu bauen. Allerdings wird dieser Punkt ja damit zu entkräften versucht, daß die nachfolgenden Spieler zu Beginn mehr Handkarten als Startkapital erhalten. Ob die Anzahl dieser Karten "gerecht" ist, ist auch wieder eine Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist. Wenn ich als Spieler 4 sehe, daß alle anderen Spieler vor mir jeweils relativ gut (kommt halt auch die ausliegenden Kartenelemente an) umsonst bauen können, habe ich dann wahrscheinlich nur noch die Wahl, einiges an eigenen Handkarten zuzahlen zu müssen.
Das Ziehen der Gedäudekarten ist halt allerdings doch Glückssache, wenn es auf die Reihenfolge des kostenlosen "Anbauens" ankommt. Wenn dieses verflixte Gebäudekarte einfach nicht kommen will, muß ich wieder teuer mit Handkarten bezahlen usw.
Bei vier Spielern, war zumindest bei uns so, lief es auch darauf hinaus, daß sich jeweils zwei Spieler sozusagen "bekämft" und Raum streitig gemacht haben. Hier kommt meiner Meinung nach die Regel zum Zuge, daß neue Siedlungen ab einer bestimmten Menge auch wieder etwas kosten - soll heißen, es wird doch etwas schwieriger, andere Spieler mit eigenen neuen Siedlungen am Ausbau ihrer eigenen Siedlungen zu hinder.
Ich würde also nicht sagen, daß ihr es "falsch" gespielt habt - Spiele, bei denen es darum geht, verdeckte Kärtchen zu ziehen und anzubauen, hier noch verstärkt durch die Auflage, bei logischer Reihenfolge umsonst bauen zu können, sind nun einmal Glückspiele. Und dann muß man ja auch noch Glück haben, was das Ziehen der Baukarten betrifft - wenn ich nicht die richtigen Karten auf der Hand habe, ist es halt schwierig, richtig ins Spiel zu kommen.
Ich habe es auch als Glücksspiel empfunden, aber mir hat es Spaß gemacht - zum Schluß kommt dann aber doch noch die Regel dazu, daß derjenige gewinnt, der es schafft, alle Gebäudekärtchen als erstes zu verbauen. Meiner Meinung nach wieder ein Rückgriff auf die Startphase - wer zu Beginn und im Verlauf des Spieles "glücklich" zieht, hat dann in Hinblick auf die Endphase vielleicht auch wieder Vorteile.
Tatsächlich hört sich das jetzt negativ an - was das Glückselement betrifft, ist das vielleicht sogar berechtigt. Aber ich Spiele "Attika" trotzdem gerne - es kann ja nicht sein, daß der Startspieler auch automatisch gewinnt, also immer soviel Glück hat. Das sollte sich im Laufe des Spieles ausgleichen. Bei uns hat in der ersten Partie Spieler 3 gewonnen.
Wie dem auch sei -
Schöne Grüße noch...