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Geistertreppe-ein Klassiker?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Helmut Lehr

Geistertreppe-ein Klassiker?

Beitragvon Helmut Lehr » 21. Juli 2004, 08:15

Hallo und guten Morgen,
nachdem wir einige Male das Kinderspiel des Jahres "Geistertreppe" gespielt haben, waren wir doch leicht enttäuscht. Material sehr gut, aber der Preis auch sehr hoch. Den Wiederspielreiz halte ich für nicht so hoch, zu mal bei ungünstigem Würfeln die Figuren lange Zeit "offen" bleiben können.
Wenn dann Wieland Herold schreibt, das Spiel besitze "Klassiker-Qualitäten", dann schüttele ich mal kurz den Kopf, denn auch Wieland Herold kennt mit Sicherheit bessere Kinderspiele in diesem Jahr, die eher die Auszeichnung verdient gehabt hätten.
Vorschnelle "Klassiker" verstauben viel zu schnell im Regal!
Schönen Tag noch!
Helmut

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Michael Weber

Re: Geistertreppe-ein Klassiker?

Beitragvon Michael Weber » 21. Juli 2004, 09:56

Auch unsere Rezensenten kommen nicht unbedingt zu einem positiven Urteil. Jedenfalls keinem SdJ-tauglichen.

Manchmal fragt man sich dann schon, ob ein Spiel oder die hervorragende Arbeit eines Verlages bzw. Autors gewürdigt wird ...

Michael

(http://www.reich-der-spiele.de/kritiken/Geistertreppe.php

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Vera Schwingenheuer

Re: Geistertreppe-ein Klassiker?

Beitragvon Vera Schwingenheuer » 21. Juli 2004, 10:57

Hallo!
Auch mir erschien das Spiel nach einem Regellesen und Ausprobieren mit einem Erwachsenen eher langweilig. Mittlerweile habe ich aber bei Spieleveranstaltungen für Familien mit Kindergarten- und Grundschulkindern geholfen.
Ich muss sagen, dass dieses Spiel sehr gut ankam. Die Kombination aus Laufspiel und etwas Verstecken und Tauschen gefiel.
Danach habe ich noch mal in einer 4er Erwachsenen-Runde dieses Spiel in der "Profi-Variante" ausprobiert und plötzlich war es dann doch interessant (vielleicht weil auch häufig der Geist gewürfelt wurde). Es war nicht mehr so einfach - und ist auch nicht jedem gelungen - alle Farben zu merken.
Nur ob es dadurch zum Klassiker wird, kann ich dann nicht beurteilen.
und tschö
Vera

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Johann Rüttinger

Re: Geistertreppe-ein Klassiker?

Beitragvon Johann Rüttinger » 21. Juli 2004, 12:17

Lieber Michael Weber,

gerade habe ich Ihren Beitrag zu »Geistertreppe - ein Klassiker?«
gelesen und möchte dazu eine kleine, aber vielleicht
nicht unwichtige Anmerkung machen:

In ihrer Kritik von Beate und Hans Schmidt
wurde die Variante in der Spielregel, die auch das Vertauschen
der Farbmerkscheiben (anstatt der Geister) erlaubt,
nicht erwähnt. Und gerade dieses Element macht das Spiel auch
für ältere Kinder und Familien interessant. Wenn Sie es selbst
ausprobieren, werden Sie merken, dass dieser Zusatz das Spiel
wirklich belebt. Leider wurde dies von vielen Rezensenten
in gleicher Weise »unterschlagen« und das Spiel dadurch nicht wirklich
»erkannt« und vorschnell ziemlich häufig abqualifiziert.

Ganz verstehe ich diese Vorgehensweise nicht, weil jeder
Spielekritiker wissen müsste, wie groß seine Verantwortung
eigentlich ist. Wenn Sie z.B. die Kritik von Andreas Keirath
bei Luding über die Geistertreppe ansehen (er schreibt, das Spiel
wäre nur etwas für die Allerkleinsten), entsteht auch der
Eindruck, dass diese mit der heißen Feder geschrieben ist, also
das Spiel u. U. nicht wirklich mit der entsprechenden Zielgruppe
(4-99) gespielt wurde ...

Was das Material betrifft, haben wir halt (und nicht nur wir)
das Problem, dass man den reinen Herstellungspreis eines Spieles
(hier also 13 sehr gut gemachte Holzteile, die von der Fa. Lorenz in Deutschland produziert werden, sowie hochwertige Kartonagen von Ludo Fact) mit dem Faktor fünf bis sechs multiplizieren muss, um auf den »normalen« Ladenpreis zu kommen, der dem Verlag, dem Vertrieb und dem Handel eine ausreichende Spanne lässt. Dass diese empfohlenen Preise von Händlern häufig stark unterboten werden ist wunderbar für die Spieler, aber bedeutet auch manchmal den frühen Tod eines Spieles, das vielleicht
zu einem Klassiker hätte werden können.

Mit herzlichen Grüßen,
Johann Rüttinger (Drei Magier Spiele)

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Michael Weber

Re: Geistertreppe-ein Klassiker?

Beitragvon Michael Weber » 21. Juli 2004, 13:07

Johann Rüttinger schrieb:
> In ihrer Kritik von Beate und Hans Schmidt
> wurde die Variante in der Spielregel, die auch das Vertauschen
> der Farbmerkscheiben (anstatt der Geister) erlaubt,
> nicht erwähnt. Und gerade dieses Element macht das Spiel auch
> für ältere Kinder und Familien interessant. Wenn Sie es selbst
> ausprobieren, werden Sie merken, dass dieser Zusatz das Spiel
> wirklich belebt. Leider wurde dies von vielen Rezensenten
> in gleicher Weise »unterschlagen« und das Spiel dadurch nicht
> wirklich
> »erkannt« und vorschnell ziemlich häufig abqualifiziert.

Lieber Johann Rüttinger,

die Frage ist doch eher, wie stark Varianten in eine Besprechung eingehen sollten. Nicht jeder Spieler greift auf Varianten zurück. Ich bin mir dennoch sicher, dass Beate und Hans das Spiel ausgiebig wie immer und mit den Kindern der passenden Altersgruppe gespielt haben. Im übrigen erwähnen sie die Variante.

Da ich selbst das Spiel nicht probiert habe, kann ich inhaltlich nicht so viel dazu sagen. Allerdings vertraue ich den beiden aufgrund ihrer bisherigen guten Arbeit für uns, in der sie häufig Kritikpunkte anbringen, die bei anderen Rezensenten nicht wahrgenommen werden. Ein vorschnelles Abqualifizieren liegt sicher nicht vor. Die Stärken werden sogar eindeutig benannt.

Nur kommen die beiden Rezensenten eben zu dem Schluss, dass der Spielreiz (dennoch) nicht mit dem tollen Material mithalten kann. Da Rezensionen per se immer durch subjektives Empfinden gefärbt sind, müssen diese nicht immer mit der Meinung des Verlages identisch sein. Damit müssen beide Seiten leben. Dass es auch anders sein kann, zeigt bei uns Mixx ;-)

Michael
(findet, dass der Verlag ganz hervorragende Spiele veröffentlicht)

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Peter Wenzel

Geistertreppe echt Klasse

Beitragvon Peter Wenzel » 21. Juli 2004, 13:43

Hallo,
ich kann nur sagen das Geistertreppe bei uns, aber auch beim Spieletreff in Oberhof sehr positiv aufgenommen wurde. Von den mir bekannten Kinderspielen wurde Geistertreppe am häufigsten gespielt.
Ob es nun ein Klassiker wird? Nun ich meine dies zu beurteilen ist es noch zu früh.
Zum Preis, nun gut es gehört nicht zu den günstigsten, aber wenn ich mit meinen beiden Kindern ins Kino gehe, bezahle ich das gleiche und das Geld ist weg. Geistertreppe kann ich immer wieder auf den Tisch bringen.

Dies gilt meiner Meinung nach eigentlich für alle Spiele. Auch wenn sich 20-40 Euro viel anhören, sollte man mal überlegen wieviel Stunden Spass man damit hat.

Mit spielerischen Grüßen
Peter

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Johann Rüttinger

Re: Geistertreppe-ein Klassiker?

Beitragvon Johann Rüttinger » 21. Juli 2004, 13:57

Lieber Michael Weber,

es tut mir leid, dass ich Beate und Hans Schmidt Unrecht getan habe. Den Satz mit dem Vertauschen der Farben habe ich beim Durchlesen der Kritik übersehen. Sorry!

Wir haben die Geistertreppe in Essen, Stuttgart und auf vielen anderen Veranstaltungen
mit sehr, sehr vielen und sehr unterschiedlichen Kindern, Eltern, Erzieherinnen, Omas, Tanten
(manchmal auch nur in reinen Seniorenrunden) wirklich oft und ausgiebig gespielt und haben dabei das Gefühl bekommen, dass das Spiel viele Leute begeistert hat, die ansonsten
mit Brettspielen »wenig am Hut« haben. Wir haben auch sofort und ganz deutlich an den Verkaufszahlen bemerkt, dass dieses Spiel von Müttern und Erzieherinnen weiterempfohlen wird und dass Michelle Schanen, (die selbst Sozialpädagogin ist), scheinbar einen »Nerv getroffen hat«.

Johann Rüttinger (der gerade die Mixx-Kritik gelesen hat und ganz gerührt war, wie originell die geschrieben ist)

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Michael Weber

[o. t.] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Michael Weber » 21. Juli 2004, 14:12

Johann Rüttinger schrieb:
> Wir haben die Geistertreppe in Essen, Stuttgart und auf
> vielen anderen Veranstaltungen
> mit sehr, sehr vielen und sehr unterschiedlichen Kindern,
> Eltern, Erzieherinnen, Omas, Tanten
> (manchmal auch nur in reinen Seniorenrunden) wirklich oft und
> ausgiebig gespielt und haben dabei das Gefühl bekommen, dass
> das Spiel viele Leute begeistert hat, die ansonsten
> mit Brettspielen »wenig am Hut« haben. Wir haben auch sofort
> und ganz deutlich an den Verkaufszahlen bemerkt, dass dieses
> Spiel von Müttern und Erzieherinnen weiterempfohlen wird und
> dass Michelle Schanen, (die selbst Sozialpädagogin ist),
> scheinbar einen »Nerv getroffen hat«.

Manchmal glaube ich, dass die Rezensenten einfach zu viele gute Spiele kennen, um den Weret von einfachen Mechanismen und den Massengeschmack noch zu kennen. Wie häufig wird denn ein Spiel abqualifiziert, weil es zumindest im Vergleich einfach belanglos erscheint.

Im Grunde muss man sich sogar fragen, ob nicht Rezensenten langsam aber sicher im Laufe ihrer Tätigkeit gar nicht mehr nachvollziehen können, was die Spielermasse mag. Ist es vielleicht am Ende sogar so, dass deshalb komplexe Spiele gut bewertet werden, aber einfache Spiele sich meist wesentlich besser verkaufen? Nicht, dass es nicht schlechte komplexe Spiele gibt, aber wie im Forum ist es bei den Rezensionen eben häufig auch so, dass mit dem Wissen, dass Spiele wie Puerto Rico gibt, die angeblich familiengeeigneten mitunter daran unbewusst gemessen und deshalb abgewertet werden. Der "einfache" Spieler wäre vielleicht verwundert.

Ein bisschen mehr Bodenaftung und spielerischer Kontakt zu den "Spielemuffeln" oder "Wenigspielern" täte allen, besonders aber Rezensenten gut. Ich versuche zum Beispiel Spiele möglichst in Runden zu spielen, die man zum Spielen überreden muss. Das gelingt nicht immer, wenn kommen aber mitunter völlig andere Ergebnisse heraus ...

Das meine ich jetzt ürbiegens nicht auf Geistertreppe gemünzt, sondern allgemein auf die Kritik an den Rezensionen.

> Johann Rüttinger (der gerade die Mixx-Kritik gelesen hat und
> ganz gerührt war, wie originell die geschrieben ist)

:-)

Michael
(steht mit beiden Spielefüßen auf dem luftigen Boden der subjektiven Objektivität)

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Knut

RE: [o. t.] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Knut » 21. Juli 2004, 14:52

Hallo Michael,

> Manchmal glaube ich, dass die Rezensenten einfach zu viele
> gute Spiele kennen, um den Weret von einfachen Mechanismen
> und den Massengeschmack noch zu kennen. Wie häufig wird
> denn ein Spiel abqualifiziert, weil es zumindest im
> Vergleich einfach belanglos erscheint.

Hmmm,
wer im Steinhaus sitzt, soll nicht mit Gläsern schmeißen ;-)
Was Du schreibst, gilt nicht nur für Spiele. Würde man dem folgen, dürfte Marcel Reich-Ranicki kein Buch mehr kritisieren, kein in die Jahre gekommener Kritiker sich über Filme äußern, ja selbst kein Autotester mehr über Neuwagen schreiben.
Werden wir nicht alle im Lauf der Zeit verwöhnt?

> Ist es
> vielleicht am Ende sogar so, dass deshalb komplexe Spiele
> gut bewertet werden, aber einfache Spiele sich meist
> wesentlich besser verkaufen?

Das hat mir der Geschäftsführer eines großen deutschen Spieleverlags schon vor 20 Jahren so bestätigt. Das ist eine sattsam bekannte Tatsache.

> Ich versuche zum Beispiel
> Spiele möglichst in Runden zu spielen, die man zum Spielen
> überreden muss.

Geht Dir da nicht bald das Personal aus?

Eine Zeitlang (ist mehr als 5 Jahre her) habe ich übrigens meine durchaus spielbegeisterten Mitspieler spielbox-Noten für die abgespielten Spiele geben lassen. Das Ergebnis war verblüffend. Selbst Spiele, die sie gut fanden, bekamen nur Noten von 4 oder 5.

Knut

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Bernd Geiges

RE: [o. t.] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Bernd Geiges » 21. Juli 2004, 15:09

Knut schrieb:

> Eine Zeitlang (ist mehr als 5 Jahre her) habe ich übrigens
> meine durchaus spielbegeisterten Mitspieler spielbox-Noten
> für die abgespielten Spiele geben lassen. Das Ergebnis war
> verblüffend. Selbst Spiele, die sie gut fanden, bekamen nur
> Noten von 4 oder 5.
>
Sorry, da steh`ich jetzt wohl grad aufm Schlauch, aber was willst Du denn damit sagen?
Gruss Bernd

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Michael Weber

RE: [o. t.] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Michael Weber » 21. Juli 2004, 15:18

Knut schrieb:
> Hmmm,
> wer im Steinhaus sitzt, soll nicht mit Gläsern schmeißen ;-)

doch gerade so einer ;-)

> Was Du schreibst, gilt nicht nur für Spiele. Würde man dem
> folgen, dürfte Marcel Reich-Ranicki kein Buch mehr
> kritisieren, kein in die Jahre gekommener Kritiker sich über
> Filme äußern, ja selbst kein Autotester mehr über Neuwagen
> schreiben.
> Werden wir nicht alle im Lauf der Zeit verwöhnt?

Ja, aber ich sage ja nicht, dass wir Spiele nicht mehr bewerten dürfen, sondern stelle nur die Frage, ob die Bewertungen der "Famileinspiele" und "massenkompatiblen Spiele" fair sind.

> > Ist es
> > vielleicht am Ende sogar so, dass deshalb komplexe Spiele
> > gut bewertet werden, aber einfache Spiele sich meist
> > wesentlich besser verkaufen?
>
> Das hat mir der Geschäftsführer eines großen deutschen
> Spieleverlags schon vor 20 Jahren so bestätigt. Das ist eine
> sattsam bekannte Tatsache.

Bezieht sich das jetzt auf Verkaufszahlen oder auf meine Vermutung, dass wegen der langen Tätigkeit komplexe Spiele tendenziell besser bewertet werden?

> > Ich versuche zum Beispiel
> > Spiele möglichst in Runden zu spielen, die man zum Spielen
> > überreden muss.
>
> Geht Dir da nicht bald das Personal aus?

Nein, es gelingt mir immer mal wieder. In meiner Aussage fehlte natürlich ein auch (auch mit Runden ...). Dabei ist es tatsächlich so, dass meine Standardgruppen ganz andere Vorlieben und vor allem Abneigungen haben als die Leute, die ich drei, vier Mal im Jahr überreden kann.

> Eine Zeitlang (ist mehr als 5 Jahre her) habe ich übrigens
> meine durchaus spielbegeisterten Mitspieler spielbox-Noten
> für die abgespielten Spiele geben lassen. Das Ergebnis war
> verblüffend. Selbst Spiele, die sie gut fanden, bekamen nur
> Noten von 4 oder 5.

Das heißt, es blieb Luft nach oben?

Michael
(schmeißt immer mal wieder ohne Rücksicht auf Glasscheiben Spiel-e-steine)

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Harald Schrapers

Spielermasse + Geistertreppe

Beitragvon Harald Schrapers » 21. Juli 2004, 15:25

Michael Weber schrieb:

> Im Grunde muss man sich sogar fragen, ob nicht Rezensenten
> langsam aber sicher im Laufe ihrer Tätigkeit gar nicht mehr
> nachvollziehen können, was die Spielermasse mag.

Das geht vermutlich auch den meisten Literaturkritikern so. Jedenfalls kenne ich kaum positive Dieter-Bohlen-Rezensionen.

Ein ernsthafter Literatur- - genauso Spielekritiker - hat sich überhaupt nicht daran zu orientieren, was die Masse mag. Die Aufgaben eines Kritikers sind völlig anders beschrieben - er muss sich auf seinen eigenen Sachverstand verlassen können und möglichst unbeeindruckt davon, welcher Hype um das Theaterstück, die CD, das Konzert gemacht wird, sein Urteil fällen.

Mein FAIRPLAY-Urteil für die Geistertreppe: 2-. Unabhängig davon, ob mit oder ohne vertauschte Farbplättchen gespielt wird - denn das Spielprinzip bleibt identisch. Also: ein gutes Spiel, ein Klassiker vermutlich nicht.

Gruß
Harald

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Michael Weber

Re: Spielermasse + Geistertreppe

Beitragvon Michael Weber » 21. Juli 2004, 15:42

Harald Schrapers schrieb:
> Ein ernsthafter Literatur- - genauso Spielekritiker - hat
> sich überhaupt nicht daran zu orientieren, was die Masse mag.
> Die Aufgaben eines Kritikers sind völlig anders beschrieben -
> er muss sich auf seinen eigenen Sachverstand verlassen können
> und möglichst unbeeindruckt davon, welcher Hype um das
> Theaterstück, die CD, das Konzert gemacht wird, sein Urteil
> fällen.

Man darf aber eben keinen Golf abwerten, weil es einen Ferrari gibt. Und die Frage ist, ob gerade das bei Spielen nicht (unbewusst) häufiger mal vorkommt. Eine faire Auseinandersetzung mit dem Produkt Golf als solchen kann nur stattfinden, wenn man sich vom Wissen um einen Ferrari frei macht. So oder so ähnlich meine ich das.

Man soll ja nicht der Masse nach dem Mund reden, aber nicht alles, was gut verkauft und schlecht bewertet wird, ist automatisch wirklich schlecht. Auch oder gerade ein Reich-Ranicki muss sich ab einem gewissen Punkt fragen, ob er noch für Leser oder andere Kritiker rezensiert. Oder wer sonst seine Zielgruppe sein soll. Ein Kritiker darf eben nicht den Kontakt zur "Basis" verlieren und sich in einem Sachverstandselfenbeinturm verstecken. Nein, im Gegenteil, man muss sich
a) mit dem Produkt und
b) mit dessen Zielgruppe
auseinandersetzen. Nur dann kann der eigene - hoffentlich vorhandene - Sachverstand in eine fairen Kritik münden. Leider wird b) häufig vernachlässigt, nicht selten vergessen.

Michael

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Dirk T.

Re: Geistertreppe-ein Klassiker?

Beitragvon Dirk T. » 21. Juli 2004, 16:11

Jetzt möchte zu diesem Spiel doch auch meinen Senf dazugeben:

Wir (meine Frau & ich) habe das Spiel in Essen letztes Jahr gespielt (mit der Variante) und alle 4 (wir + ein uns bis dahin unbekanntes Paar) am Spielfeld hatten viel Spass. Beide Paare haben es dementsprechend auch gleich mitgenommen. Wir haben es bis heute nicht bereut.

Wir haben das Spiel zudem noch unseren Nichten (Zwillinge, 4 Jahre) zu Weihnachten geschenkt. Ein paar Wochen nach Weihnachten erzählte uns deren Mutter, dass dieses Spiel beinahe täglich gespielt wird, vorallem wenn andere Kinder da sind oder man selbst woanders zu Besuch ist. Und es wird noch heute gespielt!

Ich finde dieses Spiel echt Klasse (daher vielleicht auch mal ein Klassiker). Wann hat man schon mal ein Spiel, das sowohl den Kleinsten als auch den Grössten Spass macht. Das es nicht jedem gefällt ist klar. Sonst wäre die Welt auch nur halb so schön.

Ich würde das Spiel jedem bedenkenlos empfehlen. Ein echtes Spiel des Jahres. Hoffentlich schneidet es genauso gut beim DSP ab. Meine Stimme hat es jedenfalls. Und die von Lisa und Sabrina und ihren Freunden auch.

Was den Preis angeht: Für 23 EUR habe ich schon ganz anderes erworben (und bitterlich bereut). Kartenspiele kosten ja z.T. auch schon deutlich über 10 EUR. Ich halte den Preis nicht für günstig. Aber von zu teuer kann ich beim besten Willen nicht sprechen.

Mehr davon und weiter so 3-Magier-Spiele!

Dirk

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Dirk T.

Dieter B***** (Völlig OffTopic)

Beitragvon Dirk T. » 21. Juli 2004, 16:15

Dieter Bohlen ist auch keine Literatur! Da sind kleine schwarze Sachen auf weisses Papier gemalt worden.

Dann kann ich auch McDonalds mit Lebensmitteln vergleichen...

Dirk (der, wenn er die Wahl hätte Geld wegzuwerfen oder dafür ein D.B. "Buch" zu kaufen, das Geld wegwerfen würde)

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Mark Wolf

Re: Geistertreppe-ein Klassiker?

Beitragvon Mark Wolf » 21. Juli 2004, 23:19

Lieber Helmut,
bei uns in Dresden verkehren rund 50.000 Gäste pro Jahr in der Spielekneipe TRIANGEL (triangel-dd.de). Seit das Spiel 2003 erstmals im November in unserem Sortiment aufgetaucht ist, hat es sich zu einem absoluten Klassiker entwickelt. Es vergeht kaum ein Tag an dem das Spiel nicht auf den Tischen vertreten ist. Der Grund ist klar: einfachste Regel, tolle Optik, großer Spielspaß und ein hervorragender Wieder-Spielwert. Alles dies sind wohl die wichtigsten Elemente für einen Klassiker!?? Und unsere Zielgruppe sind eher die Erwachsenen, weil 95% unserer Öffnungszeit abends 18-03 Uhr ist. Das Element des Spielstein-Tauschens ist dabei natürlich entscheidend. Ohne dies wäre die Geistertreppe für Erwachsene zu leicht. Der Preis ist ok, denn Qualität hat nun mal seinen Preis. Für mich gibt es keine bessere Entscheidung als die Geistertreppe zum Kinderspiel des Jahres 2004 zu küren.
Mit verspieltem Gruß, Mark

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Helmut Lehr

Re: Geistertreppe-ein Klassiker?

Beitragvon Helmut Lehr » 22. Juli 2004, 06:30

Naja, finde ich absolut in Ordnung!
Man ist als Vielspieler und Viele-Spiele-Kenner zu sehr verwöhnt. Der Spielepreis ist für den Normal-Spiel-Verbraucher gemacht. Das scheint ja gelungen, aber dennoch wundere ich mich über Entscheidungen von Leuten, die den Gesamtüberlick haben und trotzdem bessere Spiele links liegengelassen haben....
VG
Helmut

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Vergessen

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 22. Juli 2004, 22:17

Michael Weber schrieb:
>
> Eine faire
> Auseinandersetzung mit dem Produkt Golf als solchen kann nur
> stattfinden, wenn man sich vom Wissen um einen Ferrari frei
> macht. So oder so ähnlich meine ich das.

Wer Fifth Avenue bewerten will, der muß vergessen, daß es Puerto Rico gibt. Harte Aufgabe...

Gruß Carsten (der lieber bei anderen Sachen scheitert, als zu vergessen, daß es PR gibt)

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Michael Weber

Puerto Rico vergessen? Nein

Beitragvon Michael Weber » 22. Juli 2004, 23:24

Carsten Wesel | FAIRspielt.de schrieb:
> > Eine faire
> > Auseinandersetzung mit dem Produkt Golf als solchen kann nur
> > stattfinden, wenn man sich vom Wissen um einen Ferrari frei
> > macht. So oder so ähnlich meine ich das.
>
> Wer Fifth Avenue bewerten will, der muß vergessen, daß es
> Puerto Rico gibt. Harte Aufgabe...

Nein, ich sehe beide Spiele im gleichen Marktsegment, daher ist der Vergleich eher Ferrari gegen Porsche. Such dir aus, was besser ist ;-)

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Peter Kiesling

Re: Geistertreppe-ein Klassiker?

Beitragvon Peter Kiesling » 24. Juli 2004, 18:49

Hallo Helmut,
ich kann dir in deiner Bewertung des Spiels nur beipflichten - aber die Geschmäcker sind ja verschieden.
Zu Wieland Herold: Was der manchmal so von sich gibt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich erinnere an sein Kritik der "Glücksritter", bei der er hahnebüchende Verbindungen zu "Adel verpflichtet" hergestellt hat (weil in beiden Spielen 2 Karten verdeckt ausgespielt werden).
Wie ich schon sagte: die Geschmäcker sind verschieden, nur sachlich sollte jede Kritik bleiben (und auf dem Boden der Tatsachen).
Dem Spiel "Geistertreppe" schadet es bestimmt nicht, dass auch mal einer schreibt, dass er es nicht so gut findet, dumm wäre nur, wenn jemand schreiben würde "es ist so wie Mensch ärgere dich nicht", weil gewürfelt wird.
Naja, auch Herrn Herolds Kritikfähigkeit kann mal getrübt sein, in die eine oder die andere Richtung.

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Roman Pelek

[Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Roman Pelek » 28. Juli 2004, 17:29

Hi Michael,

Michael Weber schrieb:

> Manchmal glaube ich, dass die Rezensenten einfach zu viele
> gute Spiele kennen, um den Weret von einfachen Mechanismen
> und den Massengeschmack noch zu kennen. Wie häufig wird denn
> ein Spiel abqualifiziert, weil es zumindest im Vergleich
> einfach belanglos erscheint.

Dem Punkt möchte ich gerne widersprechen, denn es ist ja genau Aufgabe eines Rezensenten, aus der Masse das Besondere herauszufiltern. Dass das Mittelmäßige auch Spaß bereitet, wenn man das Herausragende nicht kennt, sollte weder Sorge noch Manko des Kritikers sein.

Wenn ich mir eine Fachzeitschrift zu einem Thema kaufe, erwarte ich auch, dass die dortigen Autoren mir klar und mit Begründung sagen, was das Beste aus dem Themengebiet ist, damit ich mich nicht durch den Wust der Mittelmäßigkeit quälen muss - einfach, um (Frei-)Zeit und Geld für Wichtigeres zu sparen, und genau dafür bezahle ich ja auch ein paar Euro.

> Im Grunde muss man sich sogar fragen, ob nicht Rezensenten
> langsam aber sicher im Laufe ihrer Tätigkeit gar nicht mehr
> nachvollziehen können, was die Spielermasse mag. Ist es
> vielleicht am Ende sogar so, dass deshalb komplexe Spiele gut
> bewertet werden, aber einfache Spiele sich meist wesentlich
> besser verkaufen?

Dass sich einfache besser verkaufen, ist eine Binsenweisheit der Branche. Dass komplexe eher gelobt werden, ohne dass deren Macken erkannt werden, ist allerdings ein Kritikpunkt, dem ich mich gerne anschließen möchte. Manchmal habe ich das Gefühl, dass man der Szene eher ein schlechtes komplexes Spiel als ein gutes einfaches Familien-/Kinderspiel verkaufen kann. Wobei das "Verkaufen" natürlich relativ ist, und sich eher auf internes Renommée und Hype denn auf Stückzahlen bezieht.

> Nicht, dass es nicht schlechte komplexe
> Spiele gibt, aber wie im Forum ist es bei den Rezensionen
> eben häufig auch so, dass mit dem Wissen, dass Spiele wie
> Puerto Rico gibt, die angeblich familiengeeigneten mitunter
> daran unbewusst gemessen und deshalb abgewertet werden. Der
> "einfache" Spieler wäre vielleicht verwundert.

Ist er sicher auch, aber wenn das passiert, haben diejenigen, die das auslösen, gewisse Maßstäbe und Genre- sowie Zielgruppenunterscheidungen nicht im Griff... 'Tschuldigung, wenn ich das so offen sage, aber wer als Rezensent ein einfaches Familienspiel nicht zu würdigen weiß, weil er ein Puerto Rico als Vielspieler hoch schätzt und alles daran misst, hat seinen Beruf verfehlt. Dieses Können zur Trennung muss man schon mitbringen, es ist elementar. Also sind wir uns darin wohl einig :-)

> Ein bisschen mehr Bodenaftung und spielerischer Kontakt zu
> den "Spielemuffeln" oder "Wenigspielern" täte allen,
> besonders aber Rezensenten gut. Ich versuche zum Beispiel
> Spiele möglichst in Runden zu spielen, die man zum Spielen
> überreden muss. Das gelingt nicht immer, wenn kommen aber
> mitunter völlig andere Ergebnisse heraus ...

Soweit ich weiß, versucht jeder (ernstgenommene sowie ernstzunehmende) Rezensent, dies zu tun. Aber wie Du richtig sagst: das gelingt nicht immer, denn das willige Personal und dessen "Jungfräulichkeit" bzgl. Spielen erschöpft sich irgendwann. Im Übrigen geht's den Autoren und Redakteuren mit ihren Testgruppen auch nicht anders, insofern würde ich auf "Pari" statt "Atari" plädieren :-)) Wir hätten alle gerne mehr "Opfer", aber das fällt aus wegen "Is' nicht", mit Begründung "Is' nich', weil is' nich'" 8-)

> Michael
> (steht mit beiden Spielefüßen auf dem luftigen Boden der
> subjektiven Objektivität)

Wie wahr, wie wahr ;-)

Ciao,
Roman (sortiert lieber Urlaubsfotos als auf allzu objektiven Böden zu stehen, das macht subjektiv mehr Spaß :-) )

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Michael Weber

Re: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Michael Weber » 28. Juli 2004, 20:15

Roman Pelek schrieb:
> Wenn ich mir eine Fachzeitschrift zu einem Thema kaufe,
> erwarte ich auch, dass die dortigen Autoren mir klar und mit
> Begründung sagen, was das Beste aus dem Themengebiet ist,
> damit ich mich nicht durch den Wust der Mittelmäßigkeit
> quälen muss - einfach, um (Frei-)Zeit und Geld für
> Wichtigeres zu sparen, und genau dafür bezahle ich ja auch
> ein paar Euro.

Siehe unten.

> Manchmal habe ich das
> Gefühl, dass man der Szene eher ein schlechtes komplexes
> Spiel als ein gutes einfaches Familien-/Kinderspiel verkaufen
> kann. Wobei das "Verkaufen" natürlich relativ ist, und sich
> eher auf internes Renommée und Hype denn auf Stückzahlen
> bezieht.

Wie wahr, wie wahr. Hatten wir ja schon bei der "Hype-Diskussion" vor ein paar Wochen.

> wenn das passiert, haben diejenigen,
> die das auslösen, gewisse Maßstäbe und Genre- sowie
> Zielgruppenunterscheidungen nicht im Griff... 'Tschuldigung,
> wenn ich das so offen sage, aber wer als Rezensent ein
> einfaches Familienspiel nicht zu würdigen weiß, weil er ein
> Puerto Rico als Vielspieler hoch schätzt und alles daran
> misst, hat seinen Beruf verfehlt. Dieses Können zur Trennung
> muss man schon mitbringen, es ist elementar. Also sind wir
> uns darin wohl einig :-)

Ja, genau darauf bezieht sich der oben stehender Absatz. Ich habe das Gefühl, dass einige Spieler hier im Forum und mitunter auch der eine oder andere Rezensent eben nicht in der Lage ist, diese Trennung (immer) wirklich zu vollziehen.

Es gibt Spiele, da ist der Hinweis auf einen großen Glücksfaktor als Grund für eine Abwertung OK, es gibt aber leider viel zu häufig unzutreffende Aussagen "Das Spiel ist nicht gut, weil es einen zu großen Glücksfaktor hat". Dabei will das Spiel vielleicht ja nur ein kurzweiliges Glücksspiel sein. Das trifft sowohl auf viele Spieler hier im Forum zu, als auch auf Rezensenten. Leider allzu häufig auch auf welche, von denen man eine "objektivere" Sicht erwarten sollte. Und ich nehme mich vorsichtshalber nicht explizit aus ...

Im übrigen finde ich es schade,
a) dass man zumindest schräg von der Seite angesehen wird, wenn man hier solche Kritikpunkte (gegenüber Kollegen) anbringt und
b) dass dieses Thema im wahrsten Sinne des Wortes ins Sommerloch gefallen ist.

Michael

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Roman Pelek

Re: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Roman Pelek » 28. Juli 2004, 21:49

Hi Michael,

Michael Weber schrieb:

> Im übrigen finde ich es schade,
> a) dass man zumindest schräg von der Seite angesehen wird,
> wenn man hier solche Kritikpunkte (gegenüber Kollegen)
> anbringt und

Nuja, zynisch wie ich bin könnte ich sagen: man wird immer schief angesehen, wenn man eine Meinung vertritt. Ansonsten finde ich es vollkommen in Ordnung, dass Du Kollegenschelte betreibst. Nur so entwickelt man sich weiter.... Ich hab nix dagegen, kann mir aber denken, welche Befindlichkeiten Du da grade berührt hast und amüsiere mich darüber :-)

> b) dass dieses Thema im wahrsten Sinne des Wortes ins
> Sommerloch gefallen ist.

Plumps.

Ciao,
Roman

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 29. Juli 2004, 01:18

Michael Weber schrieb:

> "Das Spiel ist
> nicht gut, weil es einen zu großen Glücksfaktor hat".
> Das trifft sowohl auf viele Spieler hier im Forum zu,
> als auch auf Rezensenten. Leider allzu häufig auch auf
> welche, von denen man eine "objektivere" Sicht erwarten
> sollte. Und ich nehme mich vorsichtshalber nicht explizit aus

Weil Du dich nicht ausnimmst...


> Im übrigen finde ich es schade,
> a) dass man zumindest schräg von der Seite angesehen wird,
> wenn man hier solche Kritikpunkte (gegenüber Kollegen)
> anbringt und

...darfst du mich auch gern schräg von der Seite anschauen. Ich denke, daß mir der Schuh auch passen könnte - manchmal bestimmt.


> b) dass dieses Thema im wahrsten Sinne des Wortes ins
> Sommerloch gefallen ist.

Ich bin tatsächlich auch nur zufällig in diesen Thread gestolpert.

Gruß Carsten (der einen erfolgreichen Spieleabend mit "unbekannten" Spielen hinter sich hat)

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Marten Holst

RE: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Marten Holst » 29. Juli 2004, 13:00

Moin,

> Ja, genau darauf bezieht sich der oben stehender Absatz.
> Ich habe das Gefühl, dass einige Spieler hier im Forum und
> mitunter auch der eine oder andere Rezensent eben nicht in
> der Lage ist, diese Trennung (immer) wirklich zu vollziehen.
>
> Es gibt Spiele, da ist der Hinweis auf einen großen
> Glücksfaktor als Grund für eine Abwertung OK, es gibt aber
> leider viel zu häufig unzutreffende Aussagen "Das Spiel ist
> nicht gut, weil es einen zu großen Glücksfaktor hat". Dabei
> will das Spiel vielleicht ja nur ein kurzweiliges
> Glücksspiel sein. Das trifft sowohl auf viele Spieler hier
> im Forum zu, als auch auf Rezensenten. Leider allzu häufig
> auch auf welche, von denen man eine "objektivere" Sicht
> erwarten sollte. Und ich nehme mich vorsichtshalber nicht
> explizit aus ...

vollauf zugestimmt, nur fühle ich mich gerade an zwei andere Diskussionen erinnert, die wir hier mal hatten:

Zum einen war da die Diskussion "Wie würde das gleiche Spiel von Kleinverlag und Großverlag bewertet werden", zum anderen einmal die Frage nach der "schlüssigen" Bewertung von Erweiterungen. All diese Diskussionen zeigen einen immanenten Widerspruch auf zwischen "objektiven Kriterien" und "zielgruppensubjektiven". Denn ein Spiel ist so gut wie es ist, und dass es unterschiedlich gut sein soll, je nachdem in welche Schublade ich (Kritiker) es heute packe, das sehe ich sowohl ein, als auch nicht ein ;-) In anderen Bereichen findet man teilweise gar keine Berücksichtigung der Zielgruppe (oder hat schon mal jemand eine positive Bohlenmusikkritikgelesen?) anderswo schon mehr (Kino), vielleicht auch irgendwo total?

Tschüß
Marten


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