Beitragvon Stefanie » 31. August 2004, 10:53
Hallo Sarah,
ich hab' Tahuantinsuyu zweimal gespielt, ist allerdings schon ein paar Wochen her. Bei Boardgamegeek.com gab es damals auch einen user review. Aus meiner Erinnerung kann ich folgendes sagen:
Tahuantinsuyu ist ein Crayon-"Routenbauspiel", bei dem man versucht, ein eigenes Strassennetz so aufzubauen, dass man an moeglichst vielen punktebringenden
Staedten (und sonstigen Orten - Tempeln und Garrisonen) beteiligt ist. Diese Punktebringer muessen erst einmal (auf vorgegebenen Stellen) gebaut werden; der Erbauer erhalt Siegpunkte fuers Bauen und dann fortlaufend fuer die
Anbindung dieser Orte; jeder, der sich im Spielverlauf "anklinkt" erhaelt diese Punkte dann auch. Insofern ist Trittbrettfahren sehr nuetzlich.
Generell laeuft das Spiel ueber 3(?) Epochen, die eine aehnliche, aber nicht ganz gleiche Struktur haben. Prinzipiell gibt es mehrere Phasen, die "Arbeiteranwerbephase" (Arbeiter braucht man zum Erschliessen neuer Gebiete), die "Kartenausspielphase", in der man gute oder schlechte Karten auf die Mitspieler und / oder sich selbst ausspielt, die "Bau- bzw. Aktionsphase"
(Bau von Strassen und Orten), sowie die "Wertungsphase". Die Anzahl der Phasen ist unterschiedlich, je nach Epoche. Alle diese Phasen haben stimmungsvolle, aber schwer zu merkende Inkanamen ;-)
Interessant ist, dass die Karten, die man ausspielt, immer zwischen 2 Spieler gelegt werden und auf beide wirken. Da Karten in der Spielerreihenfolge (aendert sich in Abhaengigkeit vom Spielstand, wenn ich mich recht erinnere) gespielt werden, bleibt fuer den letzten Spieler in der Reihe nur ein Platz uebrig, auf den er eine Karte legen kann - Pech, wenn man nur gute oder nur schlechte Karten auf der Hand hat ;-)
Mir hat Tahuantinsuyu sehr gut gefallen, es hat einige originelle Elemente un spielt sich eigentlich recht flott. Einige der Karten sind ziemlich stark, einen gewissen Gluecksfaktor hat das Ganze also. Die Spieldauer war bei uns etwa 2 Stunden, aber in beiden Runden hatten wir jeweils 4 Spieler, von denen mindestens 2 das Spiel noch nicht kannten.
Das Material ist etwas suboptimal; der Spielplan ist mit Gebieten in verschiedenen Farben bedruckt, und auf einigen dieser Farben sieht man die mitgelieferten Wachsmalstifte fast gar nicht. Der Spielplan liegt auch nicht sehr bereitwillig flach auf dem Tisch; beste Ergebnisse hatten wir mit einer Perspex-Platte ueber dem Plan, auf der sich auch etwas besser malen (und wieder wegwischen) liess. Die Karten sind etwas duenne, aber OK.
Viele Gruesse,
Stefanie