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Spielekritiker Know-How

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Mario Schwedes

Spielekritiker Know-How

Beitragvon Mario Schwedes » 31. August 2004, 14:57

Beim Durchlesen der neuen Spielbox hat sich mir beim Artikel über Stadtgespräch/Privacy eine Frage gestellt. Wieviel wissen Spielekritiker eigentlich über das Spiele-Metier? Da stellt Michael Knopf in seinem Artikel die Zielgruppe der beiden Spiele in Frage. Und ich frage mich, ob er mehr weiß als die Verlage, die ja anscheinend sehrwohl eine Zielgruppe gesehen haben. Da ich Partyspiele nicht sonderlich mag, kenne ich die beiden Spiele nicht, aber ich muss doch anerkennen, das sie grundsätzlich sehr viele Anhänger haben. Nun war hier wenn ich mich richtig erinnere über die beiden besagten Spiele auch sehr positives zu lesen, was dann ja heißt, das sie doch eine Zielgruppe haben. Finde ich schon irgenwie sehr ...nuja anmaßend ... wenn man eine Zielgruppe abspricht.

Das ist mir vielleicht auch deshalb aufgefallen, weil ich mich schon bei der letzten Spielbox gefragt habe, ob Knopf das Spiel Intrige nun gut findet oder nicht. Ich bin dann zum schluß gekommen, dass es es gut findet, war mir aber nicht so ganz sicher.

Wolle es nur mal loswerden.

Mario.

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Michael Weber|Reich der Spiele

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Michael Weber|Reich der Spiele » 31. August 2004, 15:12

Mario Schwedes schrieb:
> Beim Durchlesen der neuen Spielbox hat sich mir beim Artikel
> über Stadtgespräch/Privacy eine Frage gestellt. Wieviel
> wissen Spielekritiker eigentlich über das Spiele-Metier?

Oh, das ist von Person zu Person ganz unterschiedlich. Mal schaut man begeistert auf, mal schüttelt man sein Haar nach unten.

> Da
> stellt Michael Knopf in seinem Artikel die Zielgruppe der
> beiden Spiele in Frage. Und ich frage mich, ob er mehr weiß
> als die Verlage, die ja anscheinend sehrwohl eine Zielgruppe
> gesehen haben. Da ich Partyspiele nicht sonderlich mag, kenne
> ich die beiden Spiele nicht, aber ich muss doch anerkennen,
> das sie grundsätzlich sehr viele Anhänger haben. Nun war hier
> wenn ich mich richtig erinnere über die beiden besagten
> Spiele auch sehr positives zu lesen, was dann ja heißt, das
> sie doch eine Zielgruppe haben. Finde ich schon irgenwie sehr
> ...nuja anmaßend ... wenn man eine Zielgruppe abspricht.

Das ist ein grundsätzliches Problem. Will man ein Spiel fair besprechen, muss man meiner Meinung nach den Anspruch des Spiels an sich selbst und die Zielgruppe berücksichtigen.

Ich habe bisher nur die Noten gelesen (ja, ich ...), fand die aber durchaus passend. Von daher kann ich erst mal nichts kritisieren. Ob die beiden Spiele echte oder gute Partyspiele sind, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Michael

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SpieleRabe

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon SpieleRabe » 31. August 2004, 16:22


Halli Hallo

> Ich habe bisher nur die Noten gelesen (ja, ich ...), fand die
> aber durchaus passend. Von daher kann ich erst mal nichts
> kritisieren. Ob die beiden Spiele echte oder gute Partyspiele
> sind, wage ich allerdings zu bezweifeln.
>
> Michael

Wir sind nun nicht die typischen Partyspieler, aber auch diese Spiele kommen bei uns auf den Tisch.
Und nur soviel zur Zielgruppe und zum Spaß:

Wir haben schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt wie bei PRIVACY.
Das ist meiner Meinung nach ein echter Klassiker und hat das Zeug zum Wiederholungstäter auf unserem Spieltisch!

Gruß

SpieleRabe

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Michael Weber

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Michael Weber » 31. August 2004, 17:18

SpieleRabe schrieb:
> Wir haben schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt wie bei
> PRIVACY.
> Das ist meiner Meinung nach ein echter Klassiker und hat das
> Zeug zum Wiederholungstäter auf unserem Spieltisch!

Ja, aber in der falschen Besetzung mit den falschen Fragen wird es zur falschen Party. Probiert habe ich es allerdings noch nicht.
Für Stadtgespräch mag ich aber keine Einschränkung machen. Das Spiel ist auch unter dem Gesichtspunkt des Zielpublikums bei uns durchgefallen.

Michael

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Roland G. Hülsmann

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 31. August 2004, 17:21

Michael Weber schrieb:

> Ja, aber in der falschen Besetzung mit den falschen Fragen
> wird es zur falschen Party. Probiert habe ich es allerdings
> noch nicht.

Und woher beziehst Du dann Dein Urteil?
Ein Spiel kann man ebensowenig nach der Regel berurteilen, wie ein Essen nach der Zutatenliste!

Gruß
Roland

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Steffen S.

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Steffen S. » 31. August 2004, 17:25

Hi,

kurzes Statement: Ich hab mich in diversen Runden mit PRIVACY halb totgelacht. Wichtig ist eben eine große, humorvolle Runde - und gesunde Pausen zwischen dein einzelnen Spielerunden, sonst drischt es sich ab.

Gruß,
Steffen

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Michael Weber|Reich der Spiele

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Michael Weber|Reich der Spiele » 31. August 2004, 17:31

Roland G. Hülsmann schrieb:
> Und woher beziehst Du dann Dein Urteil?
> Ein Spiel kann man ebensowenig nach der Regel berurteilen,
> wie ein Essen nach der Zutatenliste!

Ne, kann man nicht, aber in dem Fall hat es schon beim Vorlesen der Fragen lange Gesichter gegeben. Damit meine ich die, die in die sexuelle Richtung gehen. Wenn du mit in dem Punkt etwas humorlosen Leutchen spielst, kann es leicht Probleme geben. Zum Beispiel wenn drei Pärchen am Tisch sitzen und plötzlich vier Leute sagen, dass sie ihren Partner schon mal betrogen haben ... Manche nehmen solche Spiele eben sehr ernst.

Und wenn man solche Fragen erst während des Spiels weglassen will, kommen doch auch gleich unterschwellige Verdächtigungen hoch ;-)

Michael

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Helmut Lehr

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Helmut Lehr » 31. August 2004, 17:36

Ja, bei uns war das auch so, aber es gibt auch echte "Trauer-Parties". Da sollte man lieber kein Spiel auf den Tisch legen.
"Wenn ich mich wieder bei einem Party-Spiel 'outen" muss, komme ich nicht," habe ich auch schon gehört.
Bei Party-Spielen ist das so wie bei anderen auch. Man kann nur Empfehlungen aussprechen. Jede muss sehen, was zu ihm passt.
VG
Helmut

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Roland G. Hülsmann

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 31. August 2004, 19:14

Michael Weber|Reich der Spiele schrieb:

> Zum Beispiel wenn drei Pärchen am Tisch
> sitzen und plötzlich vier Leute sagen, dass sie ihren Partner
> schon mal betrogen haben ...

... dann sind diese ziemlich ... äh sagen wir mal: ungeschickt. Auch beim Spiel - besonders bei solchem - sollte man nicht aus dem Blick verlieren, mit wem man spielt und was das bewirkt, was man sagt. In diesem Fall wäre ein etwas ... ähem ... selektivierer und feinfühligerer Umgang mit der Wahrheit für das Miteinander vermutlich etwas förderlicher gewesen ... ;-)

Gruß
Roland

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Michael Schramm

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Michael Schramm » 31. August 2004, 19:16

Hallo Roland,

> Und woher beziehst Du dann Dein Urteil?
> Ein Spiel kann man ebensowenig nach der Regel berurteilen,
> wie ein Essen nach der Zutatenliste!


da stimme ich Dir zu 100% zu, leider kennen einige Kritiker diesen Grundsatz wohl nicht, anders kann ich mir manchmal Spielrezensionen nicht erklären!

nice dice

Michael ( der selbst bekannlicherweise seit Jahren Spiele rezenziert - bin ich jetzt etwa ein Nestbeschmutzer??)

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Michael Weber|Reich der Spiele

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Michael Weber|Reich der Spiele » 31. August 2004, 20:27

Michael Schramm schrieb:
> leider kennen einige Kritiker
> diesen Grundsatz wohl nicht, anders kann ich mir manchmal
> Spielrezensionen nicht erklären!

Nein, du bist kein Nestbeschmutzer, hast aber offensichtlich nicht gelesen, was ich geschrieben habe.

Weder habe ich eine Rezension zu dem Spiel verfasst, noch habe ich ein allgemeingültiges Urteil abgegeben. Ich habe zu Privacy eine Einschätzung aufgrund meiner Erfahrungen bei einem Spielversuch kund getan. Und das die Gleichung "falsche Fragen und falsche Leute gleich falsche Party" gerade bei dem Spiel leider aufgeht, habe ich auch aus einer unserer Testgruppen gehört. Was ja nicht heißt, dass es bei vielen anderen Spielern funktionieren kann.

Michael
(irritiert, ob er sich falsch ausgedrückt hat)

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Michael Weber|Reich der Spiele

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Michael Weber|Reich der Spiele » 31. August 2004, 20:28




Roland G. Hülsmann schrieb:
> ... dann sind diese ziemlich ... äh sagen wir mal:
> ungeschickt. Auch beim Spiel - besonders bei solchem - sollte
> man nicht aus dem Blick verlieren, mit wem man spielt und was
> das bewirkt, was man sagt. In diesem Fall wäre ein etwas ...
> ähem ... selektivierer und feinfühligerer Umgang mit der
> Wahrheit für das Miteinander vermutlich etwas förderlicher
> gewesen ... ;-)

Eben, aber verlangt das Spiel nicht die Wahrheit ;-)

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Roland G. Hülsmann

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 31. August 2004, 21:12

Michael Weber|Reich der Spiele schrieb:

> Eben, aber verlangt das Spiel nicht die Wahrheit ;-)

Schon, aber die verlangte das Spiel "Wahrheit oder Pflcht" aus verflossenen Jugendtagen auch ... und schon damals ... aber das gehört nun wirklich nicht hierher! ;-)

Gruß
Roland

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Manuel

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Manuel » 1. September 2004, 00:23

Wenn Michael Knopf sich die Frage nach der Zielgruppe der beiden genannten Spiele stellt, dann hat er dabei vor allem eins im Kopf: die Zielgruppe für die er die Rezension schreibt. Und da dürfte er wohl davon ausgehen, dass die Schnittmenge der beiden (Partyspieler - Spielboxleser) nicht sonderlich groß ist. Wenn er die Spiele also eher schlecht bewertet, dann vor allem in dem Wissen, dass die meisten Leute die seine Rezension lesen werden, öfter spielen als auf Parties und meistens auch in einem anderen Umfeld.

Eine andere Frage ist natürlich ob man als Rezensent ein Spiel mag. Ich würde Partyspiele nicht mit einer 10 Fuß langen Stange anfassen. Aber ich bin auch in der glücklichen Position mit meinem Online-Magazin (www.ludologie.de) völlig unabhängig zu sein. Keine Werbung, keine Verpflichtungen. Sobald eine Zeitschrift aber versucht Geld zu machen, oder wenigstens kostendeckend zu arbeiten, muss auf Anzeigenkunden Rücksicht genommen werden. Und dann muss man auch Spiele besprechen, die einem ganz und gar nicht liegen. Es gibt in jeder Redaktion immer wieder Aufträge die absolut niemand machen will - die CD die keiner hören mag, das Interview das niemand führen will, oder halt das Spiel, für das einfach keine Begeisterung aufkommt. Keine Ahnung, ob es so ein Fall gewesen ist, aber man sollte nicht, wegen solch einer Aussage, gleich das journalistische Know-How eines Kritikers in Abrede stellen.

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Michael Schramm

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Michael Schramm » 1. September 2004, 08:52

Hallo Michael,

sorry, da habe auch ich mich falsch ausgedrückt: ich habe mit meinem Posting keinesfalls deine Bemerkung zu PRIVACY gemeint, sondern tatsächlich umangreicherere Rezensionen, die offensichlich nach dem Prinzip "You CAN judge a book b the cover!" geschrieben wurden. Deine Einschätzung zu PRIVACY kann ich - als Diskussionsbeitrag zu einem Thread eben! - selbstverständlich akzeptieren, da du auch gleich erwähnt hast, dass es eben keine eigenen Spielerfahrungen mit dem Spiel gibt. Ich kann dir aus mehreren unterschiedlichen Partien nur sagen, dass wir ( mit Ausnahme einiger Karten, die aber nichtsmit Sex, sondern mit Krankheit und Tod zu tun hatten) immer einen Heidenspass hatten. Offensichtlich ist Michael Knopf nicht der Typ für solche Spiele, daher kommt er in der Spielbox zu einem sehr schlechten Ergebnis. Die anderen Kritiker ( siehe Kasten) hatte wohl auch eine erheblich bessere Meinung!

tschüss ud nice dice

Michael

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Attila
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Beiträge: 4715

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Attila » 2. September 2004, 13:01

Manuel schrieb:

> Wenn Michael Knopf sich die Frage nach der Zielgruppe der
> beiden genannten Spiele stellt, dann hat er dabei vor allem
> eins im Kopf: die Zielgruppe für die er die Rezension
> schreibt.

Mit dieser Argumentation müsste jedes Kinderspiel zerrissen werden!

Atti

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Manuel

Re: Spielekritiker Know-How

Beitragvon Manuel » 2. September 2004, 15:57

Nicht wenn er an die Zielgruppe "Eltern" denkt.

Ich glaube, die wenigsten Kinderspiele werden von Kindern selbst gekauft und es gibt Gerüchte, dass selbst die fleissigsten Vielspieler es noch schaffen, Familien zu gründen ;)

Und von denen werden einige schon die Spielbox lesen, da bin ich mir sicher.


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