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Im Schatten des Drachen

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Sarah Kestering

Im Schatten des Drachen

Beitragvon Sarah Kestering » 27. November 2004, 18:45

Hallo!

Wir haben gerade Im Schatten des Drachen gespielt und genervt abgebrochen.
Die Regel ist ja genauso katastrophal wie bei Rueckkehr der Helden.
Ich glaube es waere ein super Spiel - wenn man denn irgendwie die Regel verstehen wuerde.
Man blaettert und blaettert und findet dann doch keine Antworten.
Ausserdem habe ich Paladin gespielt und hatte keine Probleme meinen Charakter schnell aufzuwerten. Mein Mann war Hobbit und so ca. jede 5. Runde tot.

Ich verstehe die Funktionsweise des Labyrinths nicht und auch nicht die der Stadt der Magier.
Man erhaelt auf der Muellhalde ja nur einen Gegenstand bei einer 1- es sind aber viele Gegenstande da. Bei unserem Spiel wurde nur einmal einer gefunden! Und der war dann auch nicht sooo toll (Stiefel)

Wie funktioniert der Kampf gegen den Drachen?
Ziehe ich eine der Drachenkarten? Und das ist dann DER Drache?
Bei uns war der Drachenmensch noch gar nicht im Spiel ( also aus dem Sack) als ich gegen den Drachen angetreten bin. Dann muss ich den Drachenmenschen ja auch gar nicht bekaempfen oder? In der Regel steht dasdieser erst besiegt werden muss.

Gibt es irgendwo ein FAQ?
Auf der Pegasusseite bin ich nicht fuendig geworden...
Auch Rueckkehr der Helden habe ich nur einmal gespielt weil soviele Fragen offen blieben... Ich dachte bei Schatten des Drachen waeren nun keine Probleme mehr...
Ich wuerde gerne beide Spiele oefter spielen, aber es ist frustrierend so wie es jetzt ist.

Viele Gruesse, Sarah

Viele Gruesse Sarah

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Peter Gustav Bartschat

Re: Im Schatten des Drachen

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 27. November 2004, 19:28

Hallo, liebe Sarah,

ich habe im "Rückkehr der Helden"-Forum mal ein paar unklare Regelpunkte aus "Im Schatten des Drachen" zusammengestellt und meine Auslegung dazu geschrieben. Die Angaben sind allerdings ohne Gewähr, weil bisher noch kein Adept dazu Stellung genommen hat ... aber immerhin funktioniert´s auf die Weise ganz gut:

http://phantastische-abenteuer.rpg-forum.net/board/thread.php?threadid=223&boardid=11&styleid=1&sid=ec1be32cb95ea1e3ef64c3df7b9d23e8&sid=ec1be32cb95ea1e3ef64c3df7b9d23e8

Hier noch ein paar Punkte, die du angesprochen hattest, im Einzelnen:

Sarah Kestering schrieb:
> Ich verstehe die Funktionsweise des Labyrinths nicht und auch
> nicht die der Stadt der Magier.

- Labyrinth: Wenn du auf einem Feld am Labyrinth-Eingang stehst (oder im Laufe deiner Bewegung darauf landest) und HINEIN willst, musst du mit einem Würfel würfeln und landest auf dem Feld mit der gewürfelten Zahl. Das war deine Bewegung in diesem Zug. Danach kannst du noch Aktionen machen.

Wenn du auf einem Feld am Labyrint-Eingang stehst und HINAUS willst, machst du einfach eine normale Bewegung, die dich vom Labyrint entfernt.

- Stadt der Magier: Wenn du auf einem Teleportations-Feld stehst (oder im Laufe deiner Bewegung darauf landest) und IN die Stadt der Magier oder AUF DIE ANDERE SEITE DES SPALTS willst, würfelst du mit einem oder mehreren Würfeln (abhängig von der Anzahl deiner Erfahrungswürfel in Magie - steht im Regelheft verständlich erklärt). Du landest auf dem Feld mit der gewürfelten Zahl - gegebenenfalls darft du dir aus mehreren Würfeln den aussuchen, der als die von dir "gewürfelte Zahl" gelten soll. Das war deine Bewegung in diesem Zug. Danach kannst du noch Aktionen machen.

Die einzig mögliche Aktion in der Stadt der Magier ist der "Basar", der nach denselben Regeln funktioniert, wie der Basar in der "Rückkehr der Helden".

Wenn du auf einem Teleportations-Feld stehst oder nach erfolgter Teleportation AUS der Stadt der Magier gelandet bist und AUF DER SELBEN SEITE DES SPALTS weiterziehen willst, machst du einfach eine ganz normale Bewegung, die dich von der Stadt und dem Spalt entfernt.

> Wie funktioniert der Kampf gegen den Drachen?

Grundsätzlich so wie der Kampf gegen den Namenlosen: Du ziehst eine "Drachen-Identitätskarte" und kämpfst bis zum bitteren Ende.

> Bei uns war der Drachenmensch noch gar nicht im Spiel ( also
> aus dem Sack) als ich gegen den Drachen angetreten bin. Dann
> muss ich den Drachenmenschen ja auch gar nicht bekaempfen
> oder?

So sehe ich das auch: Du musst den Drachenmenschen nur bekämpfen, wenn er da ist - und anders als bei den Wächtern des Namenlosen ist es möglich, dass er seinen Posten noch nicht angetreten hat, wenn du kommst. (Den Fall hatte ich auch schon, und der Drachenmensch blieb ohne sich darüber zu beschweren bis zum letzten Röcheln seines Arbeitgebers ruhig in seinem Beutelchen. Die Solidarität zwischen den beiden scheint nicht sonderlich ausgeprägt zu sein.)

> Gibt es irgendwo ein FAQ?

Nicht so richtig, nur Diskussionen im "Rückkehr der Helden"-Forum, bei denen in einigen Fällen Lutz Stepponat schon die korrekte Antwort gegeben hat:

http://phantastische-abenteuer.rpg-forum.net/board/main.php

Ich habs mittlerweile schon häufiger gespielt - in der 2-Personen-Variante und auch in Kombination mit RdH. Falls du zufällig in der Umgebung von Augsburg wohnst, können wir uns vielleicht mal zu einem Spielchen zusammen tun. Manchmal rate ich zwar auch noch ein bisschen herum, aber spielen konnte ich´s bisher jedenfalls immer. :-)

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Sarah Kestering

Re: Im Schatten des Drachen

Beitragvon Sarah Kestering » 27. November 2004, 21:32

Hallo Gustav!

Vielen Dank!

Ich habe mir Deine Antwort gleich mal ausgedruckt.

Was ist eigentlich mit der Bewegung des Drachen? Ich habe nur die 2 Spieler Variante Regel gelesen - der Drache bewegt sich also nur in Verbindung mit Rueckkehr der Helden?
Da waere eine weitere Zinnfigur schoen gewesen...
Vielen Dank fuer das Spieleangebot - aber ich lebe in New Mexico - wohl etwas weit....
Also ich glaube das Spiel ist echt super - nur muss man sich ganz schoen durchwurschteln....
Wie siehst Du die Ausgeglichenheit der Helden?
Wie gesagt mein Mann war staendig tot als Hobbit....Ich als von Sonnenberg brauchte nur einmal aussetzen und wuerfeln um gleich wieder fit zu sein.

Viele Gruesse und Danke, Sarah

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Matthias Staber

Re: Im Schatten des Drachen

Beitragvon Matthias Staber » 27. November 2004, 23:20

Sarah Kestering schrieb:
>
> Hallo Gustav!
>
> Vielen Dank!
>
> Ich habe mir Deine Antwort gleich mal ausgedruckt.
>
> Was ist eigentlich mit der Bewegung des Drachen? Ich habe nur
> die 2 Spieler Variante Regel gelesen - der Drache bewegt
> sich also nur in Verbindung mit Rueckkehr der Helden?
> Da waere eine weitere Zinnfigur schoen gewesen...
> Vielen Dank fuer das Spieleangebot - aber ich lebe in New
> Mexico - wohl etwas weit....
> Also ich glaube das Spiel ist echt super - nur muss man sich
> ganz schoen durchwurschteln....
> Wie siehst Du die Ausgeglichenheit der Helden?
> Wie gesagt mein Mann war staendig tot als Hobbit....Ich als
> von Sonnenberg brauchte nur einmal aussetzen und wuerfeln um
> gleich wieder fit zu sein.
>
> Viele Gruesse und Danke, Sarah

Auch ich fand die Fähigkeit des Paladins bei meiner bisher einzigen Partie (habe das Spiel selbst nicht) von ISdD recht übermächtig.

Habe übrigens deinen negativen Kommentar zu Prophecy auf boardgamegeek gesehen: Was lief schief? Das Spiel ist doch klasse, und mit Rückkehr der Helden locker auf Augenhöhe!

Gruß nach New Mexico,
Matthias

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Sarah Kestering

Re: Im Schatten des Drachen

Beitragvon Sarah Kestering » 27. November 2004, 23:40

Hallo Matthias!

Ich hatte Prophecy sehnsuechtig erwartet.
Leider haben wir das erste Spiel abgebrochen nach 3 Stunden. Wir waren einfach irgendwie staendig tot!!!!
Ich weiss auch nicht. Irgendwie wurden wir nicht staerker und trafen gleich immer auf heftige Monster und waren staendig pleite. Es war sehr frustrierend. Mein Mann war ziemlich bald negativ eingestellt - Runebound is vieeel besser. Ich habe versucht es gut zu reden, schliesslich hatte ich mich ja so darauf gefreut.Ich moechte es aber gerne noch einmal spielen, da mir solche Spiele grundsaetzlich gut gefallen.
Ausserdem denke ich, das wir Fehler gemacht haben, ich werde die Regel noch 2 - 3 mal lesen vor dem naechsten Spiel.
Auch ist jeder hauptsaechlich in seinem Abschnitt rumgewandert. Es gab immer viel zu tun und Leben aufzufrischen. Wir sind daher immer ziemlich in der Naehe eigenen Gilden geblieben.
Bei Runebound hatte mir gut gefallen das man sich eine Schwierigkeitsstufe aussuchen kann, also nicht nach 2 Runden tot ist, weil man Pech hat und auf ein viel zu starkes Monster trifft.
Also das perfekte Spiel in diesem Bereich habe ich noch nicht gefunden. Ich mag Rueckkehr der Helden bis jetzt am liebsten - bin aber genervt ueber das Regelchaos. Runebound kann sich sehr ziehen - mag es aber wohl und Prophecy hat beim ersten Spiel ueberhaupt nicht gefallen.
Wir haben nach Anfaengerregeln gespielt - zu Zweit. Und auf manche Frage keine Antwort gefunden. Was das nun im einzelnen war weiss ich nicht mehr - schon ein paar Tage her.
Also falls ich mal irgendwann die Regeln kapiere denke ich das mir alle 3 Spiele gut gefallen werden.
Aber zur Zeit weigert sich mein Mann Prophecy noch mal auszuprobieren.....ihm gefaellt Runebound am Besten.
Die Grafik gefaellt mir bei Rueckkehr d.H/Schatten d.Drachen am Besten und am Schlechtesten bei Runebound.

Naja, mal sehen, Spiele koennen echt Arbeit sein ( jedenfalls bis man dahinter gestiegen ist und es endlich geniessen kann)

Ich bin schon gespannt wie Betrayal at the House on the Hill sein wird. Da erwarte ich ja schon die naechsten Killerregeln.....

Viele Gruesse Sarah

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Matthias Staber

Re: Im Schatten des Drachen

Beitragvon Matthias Staber » 28. November 2004, 08:06

> Hallo Matthias!
>
> Ich hatte Prophecy sehnsuechtig erwartet.
> Leider haben wir das erste Spiel abgebrochen nach 3 Stunden.
> Wir waren einfach irgendwie staendig tot!!!!

Wenn du Fragen zu Prophecy hast, stelle sie doch mal hier: Ich habe einige Punkte schon mal per E-Mail abgeklärt, der Verlag ist sehr kooperativ beim Regel-Support.

Man sollte bei Prophecy eigentlich nicht ständig tot sein, weil du die Möglichkeit hast, per Pferd, Schiff oder magischem Tor die zu gefährlichen Monster zu umgehen - wenn du Geld hast: Es ist wichtig, nicht irgendwo in der Pampa ohne Geld zu stranden!

> Ich weiss auch nicht. Irgendwie wurden wir nicht staerker und
> trafen gleich immer auf heftige Monster und waren staendig
> pleite. Es war sehr frustrierend. Mein Mann war ziemlich bald
> negativ eingestellt - Runebound is vieeel besser.Ich habe
> versucht es gut zu reden, schliesslich hatte ich mich ja so
> darauf gefreut.Ich moechte es aber gerne noch einmal spielen,
> da mir solche Spiele grundsaetzlich gut gefallen.

Es sollte bei Prophecy, wenn man den Bogen raus hat, eigentlich recht zackig gehen mit dem Upleveln. Vielleicht habt ihr wirklich etwas falsch gemacht? Die Spielzeit ist beim allerersten Mal zugegebenermaßen etwas länger - wenn man sich ständig die Karten durchlesen muss - pendelt sich dann aber, je nach Spielezahl, auf zwei bis drei Stunden ein. Das finde ich in diesem Genre in Ordnung: Kürzer spiele ich an einem Runebound (oder auch Candamir) auch nicht.

Ich finde Prophecy stärker als Runebound, wo ich das Bewegungssystem etwas fummelig finde, mir die Zuordnung Waren - Städte etwas Schwierigkeiten macht und mir die Sache mit den allies nicht ganz so gut gefällt (habe es aber noch nicht mit den neuen Erratas bezüglich ally-Einschränkung gespielt). Außerdem gefällt mir Prophecy graphisch besser. Aber Runebound ist natürlich auch ein klasse Spiel, keine Frage! Und da in diesem Genre Abwechslung sowieso Trumpf ist, braucht man sie sowieso alle! Darf ich dir noch Dungeoneer ans Herz legen!

> Ausserdem denke ich, das wir Fehler gemacht haben, ich werde
> die Regel noch 2 - 3 mal lesen vor dem naechsten Spiel.
> Auch ist jeder hauptsaechlich in seinem Abschnitt
> rumgewandert. Es gab immer viel zu tun und Leben
> aufzufrischen. Wir sind daher immer ziemlich in der Naehe
> eigenen Gilden geblieben.

Den Bogen, nicht ständig im "eigenen" Abschnitt hin- und herzulatschen (den es eigentlich gar nicht gibt: Du bist Mitglied zweier Gilden, die sich genau gegenüber liegen, und du darfst auch bei den anderen Gilden gegen Entgeld lernen), bekommt man nach ein, zwei Partien raus. Es ist die wichtigste strategische Komponente bei Prophecy, seine Wege zu optimieren und den Möglichkeiten des Brettes anzupassen- und schneller bei den tollen Karten zu sein als die Mitspieler. Probiere es noch einmal aus, und stelle dann deine Fragen hier ins Forum!

> Bei Runebound hatte mir gut gefallen das man sich eine
> Schwierigkeitsstufe aussuchen kann, also nicht nach 2 Runden
> tot ist, weil man Pech hat und auf ein viel zu starkes
> Monster trifft.

Aber gerade die advanced rules machen das Spiel eigentlich nicht schwieriger, sondern beschleunigen das Ganze, was mir sehr zupass kommt.

> Also das perfekte Spiel in diesem Bereich habe ich noch nicht
> gefunden. Ich mag Rueckkehr der Helden bis jetzt am liebsten
> - bin aber genervt ueber das Regelchaos. Runebound kann sich
> sehr ziehen - mag es aber wohl und Prophecy hat beim ersten
> Spiel ueberhaupt nicht gefallen.
> Wir haben nach Anfaengerregeln gespielt - zu Zweit. Und auf
> manche Frage keine Antwort gefunden. Was das nun im
> einzelnen war weiss ich nicht mehr - schon ein paar Tage her.
> Also falls ich mal irgendwann die Regeln kapiere denke ich
> das mir alle 3 Spiele gut gefallen werden.
> Aber zur Zeit weigert sich mein Mann Prophecy noch mal
> auszuprobieren.....ihm gefaellt Runebound am Besten.
> Die Grafik gefaellt mir bei Rueckkehr d.H/Schatten d.Drachen
> am Besten und am Schlechtesten bei Runebound.
>
> Naja, mal sehen, Spiele koennen echt Arbeit sein ( jedenfalls
> bis man dahinter gestiegen ist und es endlich geniessen kann)

Teilweise würde ich mir einfach eine vernünftige Schlussredaktion wünschen - auch bei den Kleinverlagen - es ist zur Abwechslung immer mal wieder erfrischend ein professionell abgerundetes Produkt der "Großen" zu spielen - Kosmos, Hans im Glück usw.

> Ich bin schon gespannt wie Betrayal at the House on the Hill
> sein wird. Da erwarte ich ja schon die naechsten
> Killerregeln.....

Die Regeln sind im Prinzip einfach. Aber ohne die Erratas (-> boardgamegeek hat sie vernünftig aufgeteilt in survivor-, traitor-, und allgemeine Errata) kommst du nicht weit. Das Problem: Ab Hälfte des Spiels ist einer der Mitspieler der Verräter. Dieser bekommt nun aus einem eigenen Regelheft das Szenarien-Spielziel mitgeteilt. Da es sich erstens, je nach "haunt", um teilweise regeldurchbrechende Mechanismen handelt, und es sich zweitens auch mal gerne um eine komplette Seite englischen Text handelt, und sich drittens der Verräter mit niemandem über mögliche Regel- und Verständnisprobleme unterhalten kann (außer es ist jemand dabei, der nicht mitspielt), gibt es hier saftiges Potenzial zum spielspaßvernichtenden Nichtkapieren oder Falschmachen.

Ansonsten scheint es ein nettes Spielchen zu sein.

> Viele Gruesse Sarah

Grüße,
Matthias

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Peter Gustav Bartschat

Helden, Drachen und New Mexico

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 28. November 2004, 10:31

Sarah Kestering schrieb:
> Vielen Dank fuer das Spieleangebot - aber ich lebe in New
> Mexico - wohl etwas weit....

So weit kann das eigentlich gar nicht sein: Der Sohn von Günther, meinem früheren Feldwebel, hat eine Frau aus New Mexico geheiratet, und die sehe ich manchmal samstags morgens beim Einkaufen.

> Was ist eigentlich mit der Bewegung des Drachen?
> [...] Da waere eine weitere Zinnfigur schoen gewesen.

Die Drachen-Marke als solche bewegt sich nicht. Es gibt allerdings die fünf Ereignismarken "Drachenflug", die "so tun, als ob" der Drache über die Spielwelt fliegt und Unheil anrichtet. Das ist aber unabhängig davon, ob man ISdS allein oder in Kombination mit RdH spielt. (Ich benutze übrigens für das Lokal-Kolorit derzeit einen kleine roten Plüschdrachen. Aber ich habe ja auch der Sauron-Figur in Reiner Knizias "Der Herr der Ringe" ein rosa Mäntelchen aus einem Überraschungs-Ei übergezogen. Seitdem gibt er immer recht zweideutige Kommentare ab, wenn er sich einem Hobbit nähert.)

> Also ich glaube das Spiel ist echt super - nur muss man sich
> ganz schoen durchwurschteln....

Dem kann ich jetzt nicht so ganz widersprechen. Im Unterschied zu manchen anderen Spielen funktioniert es zum Glück aber auch ganz gut, wenn man sich in einzelnen Regel-Auslegungen von der ursprünglichen Absicht des Autors entfernt (wobei ich nicht in allen Fällen sicher bin, wie weit die Entfernung bei meiner jetzigen Spielweise genau ist).

> Wie siehst Du die Ausgeglichenheit der Helden?

In dem Sinne "Alle Helden haben genau die selben Chancen" sind sie sicher nicht ausgeglichen. In dem Sinne "Es gibt für Spieler unterschiedlicher Spielerfahrung immer mindestens einen geeigneten Helden" aber schon.

Spielern mit weniger Erfahrung würde ich von der Benutzung des Hobbits und des Magiers eher abraten: Der Magier ist oft tot, ehe er auf einen grünen Zweig (bzw. Erfahrungswürfel) gekommen ist, der Hobbit steht vor der Wahl zwischen den Alternativen "Ich weiche den Kämpfen aus, dann entwickelt sich mein Charakter nicth, oder ich nehme die Kämpfe an, dann bin ich tot ... und mein Charakter entwickelt sich auch nicht.".

Ich rate daher dazu, anfangs bei ISdS nur mit dem Paladin und dem Ork zu spielen: Beide haben recht gute Chancen. Und erst mit mehr Spielerfahrung sollte man sich dann an die schwierigeren Charaktere wagen.

An einem langweiligen Tag habe ich mal die Chancen der Charaktere (aus beiden Spielen) im Hinblick auf "gewonnene Kämpfe" und "Überleben" in einer Excel-Tabelle berechnet. (So ganz professionell sicher nicht, weil ich die veränderten Wahrscheinlichkeiten durch Erfahrungswürfel dabei unberücksichtigt gelassen habe.)

Dann habe ich - es war ein SEHR langweiliger Tag - das Ergebnis in eine Tabelle eingetragen, wobei die x-Achse den Wert in der Eigenschaft "Überlebenskünstler" (Wie groß ist die Chance, dass ein bei einer Niederlage verlorener Lebenspunkt NICHT der letzte ist?), die y-Achse den Wert als "Kämpfer" (Wie groß ist der Durchschnitt aller Chancen, Kämpfe zu gewinnen?) misst.

Abhängig von der Entfernung zum Schnittpunkt der Achsen der der Positionierung erkennt man dabei die Stärken und Schwächen der Charaktere und weiß dann einigermaßen, worauf man sich bei einer Wahl einlässt.

Die maile ich dir (und auch jedem anderen) bei Interesse gern zu. Wobei ich ausdrücklich auf zwei Dinge hinweise:
- Darin wird keine Aussage über den konkreten Verlauf eines einzelnen Spiels getroffen: Würfel fallen, wie sie wollen, und der "beste" Charakter kann nach einer Viertelstunde tot sein, wenn die Würfel es grade so möchten.
- Die Chancen des Magiers könnten in Abhängigkeit von einer bestimmten Regel erheblich steigen: Beim Spiel mit beiden Packungen darf der Magier zu Spielbeginn auf sein Gold verzichten und sich statt dessen einen Zauberspruch aus den Stadt-der-Magier-Marken auswählen. Ich vermute, dass "Blitzschlag" da eine gute Wahl wäre, habe das aber noch nicht ausprobiert und bei der Berechnung auch nicht berücksichtigt.

Ansonsten stört es mich persönlich nicht, dass die Charaktere bei der "Heldeneignungsprüfung" unterschiedlich abschneiden: Das ist in Pen&Paper-Rollenspielen, bei denen die Startwerte ausgewürfelt werden, auch nicht anders. Der Spaß und die Herausforderung sehe ich grade darin, eine Aufgabe TROTZ einer schlechten Ausgangsposition zu erfüllen.

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Sarah Kestering

Re: Helden, Drachen und New Mexico

Beitragvon Sarah Kestering » 28. November 2004, 16:47

Hallo Gustav!

>So weit kann das eigentlich gar nicht sein: Der Sohn von Günther, meinem früheren Feldwebel, hat eine Frau aus New Mexico geheiratet, und die sehe ich manchmal samstags morgens beim Einkaufen.>

Wenn Dir der Weg nicht zu weit ist, kannst Du gerne zum Spielen vorbeikommen....
Nein, aber es stimmt - wir sind auch per Bundeswehr hier. Noch 1,5 Jahre. Ich wette besagter Sohn war auch hier in Alamogordo stationiert.
Und einige der Singles bleiben entweder hier mit einer New Mexikanerin oder nehmen sich eine mit nach Deutschland. Manche auch eine Mexikanerin - is ja gleich um die Ecke.
Wir wuerden auch gerne hierbleiben, stellen uns eine Ehe zu viert aber sehr unpraktikabel vor ;). Daher werden wir in 1,5 Jahren brav nach Deutschland gehen. Wohl nach Aachen. Habe noch nie in einer so grossen Stadt gelebt. Mein Mann will dort studieren und ich weiss noch nicht so wirklich.
Wir werden auf alle Faelle noch mal wieder hier hin fliegen. Schliesslich waren wir dann 6 Jahre hier und haben uns an New Mexico gewoehnt.

Und jetzt endlich wird am 11.12 eine Spielgruppe gestartet. Nur Amerikaner. Bei den Deutschen habe ich es versucht, aber vergeblich. Irgendwie sind die Maenner den ganzen Tag am trinken und die Frauen am Kinderkriegen und Tupperware shoppen. Da habe ich irgendwie keinen Anschluss gefunden....

Daher habe ich auch sehr viel Zeit zum Regeln lesen.....

Danke fuer die Dracheninfo. Dann haben wir es richtig gemacht. 2 Drachenflugmarken hatten wir auch gezogen. Werde mal sehen ob ich ne stimmungsvolle Miniatur fuer den Drachen finde.

Ich habe eine Exel Spieleliste - also auch manchmal seehr langweeeilige Tage....
Zur Zeit ist mein Projekt alle ( Stand heute 624 Spiele) einmal zu spielen - die Liste runter, um die nicht so guten nicht wieder nach Deutschland mitzunehmen..


Ich werde also im naechsten Spiel es mal mit Paladin und Ork spielen. Aber ich will nicht der Ork sein!

Aber das kann noch dauern. Heute soll gespielt werden : Acquire, Adel verpflichtet und Age of Steam...

Viele Gruesse, Sarah

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Sarah Kestering

Re: Im Schatten des Drachen

Beitragvon Sarah Kestering » 28. November 2004, 16:58

Hallo Matthias!

Vielen Dank fuer die ausfuehrliche Antwort.
ich finde das Bewegungssystem bei RUnebound auch etwas fummelig - wenn der andere seinen optimalen Zug ueberlegt, dann kann das auch mal dauern. Und wie gesagt die Grafik finde ich zum weglaufen... Trotzdem ein gutes Spiel.

Ja , jeder Spieler hat 2 Gilden. Aber ich war eigentlich immer in der NAehe der Gilde bei der ich mich heilen lassen konnte.

Das naechste Mal werden wir Prophecy nach den Advanced Regeln spielen.
Deine Ausfuehrungen waren sehr interessant, vielen Dank dafuer.
Ich werde mir beim naechten Spiel einen Block daneben legen und unklare Fragen aufschreiben.
Aber bis zur naechsten Partie wird es wohl noch etwas dauern. Zwecks Ausmistung wird zur Zeit unsere "Spieleliste" runtergespielt. Wird echt Zeit.

Zu Betrayal habe ich schon sehr umfangreiches material ausgedrcukt um geruestet zu sein...


Ich habe mir Dungeons & Dragons bestellt. Dungeoneer - ist doch das Kartenspiel? Hatte ich - Regeln gelesen war mir zu fummelig - verkauft. Vielleicht ein Fehler, aber es hat mich ueberhaupt nicht angesprochen.



>Teilweise würde ich mir einfach eine vernünftige Schlussredaktion wünschen - auch bei den Kleinverlagen - es ist zur Abwechslung immer mal wieder erfrischend ein professionell abgerundetes Produkt der "Großen" zu spielen - Kosmos, Hans im Glück usw.>

So geht es uns auch - als Erholung sozusagen.....

Candamir fand ich ganz nett, mein Mann war begeistert.

Danke fuer die ausfuehrlich Antwort,

Sarah

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Matthias Staber

Re: Im Schatten des Drachen

Beitragvon Matthias Staber » 28. November 2004, 23:05

>Das naechste Mal werden wir Prophecy nach den Advanced Regeln spielen.<

Ich glaube, dann dauert es wirklich zu lange. Ich würde Runebound mit den Advanced Regeln ausprobieren, nicht Prophecy - gibt es auf der Fantasy Flight Seite

Matthias


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