Beitragvon Matthias Staber » 28. November 2004, 08:06
> Hallo Matthias!
>
> Ich hatte Prophecy sehnsuechtig erwartet.
> Leider haben wir das erste Spiel abgebrochen nach 3 Stunden.
> Wir waren einfach irgendwie staendig tot!!!!
Wenn du Fragen zu Prophecy hast, stelle sie doch mal hier: Ich habe einige Punkte schon mal per E-Mail abgeklärt, der Verlag ist sehr kooperativ beim Regel-Support.
Man sollte bei Prophecy eigentlich nicht ständig tot sein, weil du die Möglichkeit hast, per Pferd, Schiff oder magischem Tor die zu gefährlichen Monster zu umgehen - wenn du Geld hast: Es ist wichtig, nicht irgendwo in der Pampa ohne Geld zu stranden!
> Ich weiss auch nicht. Irgendwie wurden wir nicht staerker und
> trafen gleich immer auf heftige Monster und waren staendig
> pleite. Es war sehr frustrierend. Mein Mann war ziemlich bald
> negativ eingestellt - Runebound is vieeel besser.Ich habe
> versucht es gut zu reden, schliesslich hatte ich mich ja so
> darauf gefreut.Ich moechte es aber gerne noch einmal spielen,
> da mir solche Spiele grundsaetzlich gut gefallen.
Es sollte bei Prophecy, wenn man den Bogen raus hat, eigentlich recht zackig gehen mit dem Upleveln. Vielleicht habt ihr wirklich etwas falsch gemacht? Die Spielzeit ist beim allerersten Mal zugegebenermaßen etwas länger - wenn man sich ständig die Karten durchlesen muss - pendelt sich dann aber, je nach Spielezahl, auf zwei bis drei Stunden ein. Das finde ich in diesem Genre in Ordnung: Kürzer spiele ich an einem Runebound (oder auch Candamir) auch nicht.
Ich finde Prophecy stärker als Runebound, wo ich das Bewegungssystem etwas fummelig finde, mir die Zuordnung Waren - Städte etwas Schwierigkeiten macht und mir die Sache mit den allies nicht ganz so gut gefällt (habe es aber noch nicht mit den neuen Erratas bezüglich ally-Einschränkung gespielt). Außerdem gefällt mir Prophecy graphisch besser. Aber Runebound ist natürlich auch ein klasse Spiel, keine Frage! Und da in diesem Genre Abwechslung sowieso Trumpf ist, braucht man sie sowieso alle! Darf ich dir noch Dungeoneer ans Herz legen!
> Ausserdem denke ich, das wir Fehler gemacht haben, ich werde
> die Regel noch 2 - 3 mal lesen vor dem naechsten Spiel.
> Auch ist jeder hauptsaechlich in seinem Abschnitt
> rumgewandert. Es gab immer viel zu tun und Leben
> aufzufrischen. Wir sind daher immer ziemlich in der Naehe
> eigenen Gilden geblieben.
Den Bogen, nicht ständig im "eigenen" Abschnitt hin- und herzulatschen (den es eigentlich gar nicht gibt: Du bist Mitglied zweier Gilden, die sich genau gegenüber liegen, und du darfst auch bei den anderen Gilden gegen Entgeld lernen), bekommt man nach ein, zwei Partien raus. Es ist die wichtigste strategische Komponente bei Prophecy, seine Wege zu optimieren und den Möglichkeiten des Brettes anzupassen- und schneller bei den tollen Karten zu sein als die Mitspieler. Probiere es noch einmal aus, und stelle dann deine Fragen hier ins Forum!
> Bei Runebound hatte mir gut gefallen das man sich eine
> Schwierigkeitsstufe aussuchen kann, also nicht nach 2 Runden
> tot ist, weil man Pech hat und auf ein viel zu starkes
> Monster trifft.
Aber gerade die advanced rules machen das Spiel eigentlich nicht schwieriger, sondern beschleunigen das Ganze, was mir sehr zupass kommt.
> Also das perfekte Spiel in diesem Bereich habe ich noch nicht
> gefunden. Ich mag Rueckkehr der Helden bis jetzt am liebsten
> - bin aber genervt ueber das Regelchaos. Runebound kann sich
> sehr ziehen - mag es aber wohl und Prophecy hat beim ersten
> Spiel ueberhaupt nicht gefallen.
> Wir haben nach Anfaengerregeln gespielt - zu Zweit. Und auf
> manche Frage keine Antwort gefunden. Was das nun im
> einzelnen war weiss ich nicht mehr - schon ein paar Tage her.
> Also falls ich mal irgendwann die Regeln kapiere denke ich
> das mir alle 3 Spiele gut gefallen werden.
> Aber zur Zeit weigert sich mein Mann Prophecy noch mal
> auszuprobieren.....ihm gefaellt Runebound am Besten.
> Die Grafik gefaellt mir bei Rueckkehr d.H/Schatten d.Drachen
> am Besten und am Schlechtesten bei Runebound.
>
> Naja, mal sehen, Spiele koennen echt Arbeit sein ( jedenfalls
> bis man dahinter gestiegen ist und es endlich geniessen kann)
Teilweise würde ich mir einfach eine vernünftige Schlussredaktion wünschen - auch bei den Kleinverlagen - es ist zur Abwechslung immer mal wieder erfrischend ein professionell abgerundetes Produkt der "Großen" zu spielen - Kosmos, Hans im Glück usw.
> Ich bin schon gespannt wie Betrayal at the House on the Hill
> sein wird. Da erwarte ich ja schon die naechsten
> Killerregeln.....
Die Regeln sind im Prinzip einfach. Aber ohne die Erratas (-> boardgamegeek hat sie vernünftig aufgeteilt in survivor-, traitor-, und allgemeine Errata) kommst du nicht weit. Das Problem: Ab Hälfte des Spiels ist einer der Mitspieler der Verräter. Dieser bekommt nun aus einem eigenen Regelheft das Szenarien-Spielziel mitgeteilt. Da es sich erstens, je nach "haunt", um teilweise regeldurchbrechende Mechanismen handelt, und es sich zweitens auch mal gerne um eine komplette Seite englischen Text handelt, und sich drittens der Verräter mit niemandem über mögliche Regel- und Verständnisprobleme unterhalten kann (außer es ist jemand dabei, der nicht mitspielt), gibt es hier saftiges Potenzial zum spielspaßvernichtenden Nichtkapieren oder Falschmachen.
Ansonsten scheint es ein nettes Spielchen zu sein.
> Viele Gruesse Sarah
Grüße,
Matthias