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Niagara: Taktischere Regelvariante

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Heinrich Tegethoff

Niagara: Taktischere Regelvariante

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 27. Februar 2005, 20:47

Hallo Wasserratten,

aus zwei "langjährigen" Regelfehlern ergab sich meines Erachtens eine
stärkere Möglichkeit, NIAGARA sehr taktisch zu spielen:
1) Man muß seine Paddelpunkte nicht voll ausfahren, sondern kann in beiden
Richtungen auf Paddelbewegungen verzichten, bis hin zum Stehenbleiben.

2) Alle Wolken werden erst nach allem Paddeln abgehandelt, und bei mehr
als einer Wolke wieder vom Startspieler(-ring) aus gesehen.

Thematisch ist dies wohl ok, da man nicht alles paddeln muß, was in
den Muckis steckt. Und da der Fluß eh erst am Ende fließt, kann man den
Wettereinfluß auch nach hinten legen

Warum soll dies eher den taktischen Vielspieler als den Familienspieler
ansprechen, da Niagara sowohl mittleren Einfluß wie Taktik bietet?

- Es wird weit häufiger gestohlen, da man sein leeres Boot auch gut in
Position bringt, wenn man andere Boote "angreifen" möchte.
- Damit wird es einem führenden Spieler wesentlich schwerer, seinen
letzten Stein ins Ziel zu tragen - der Führende ist leichter angreifbar.
Konsequenterweise steigt aber auch die Spieldauer etwas.
- Umgekehrt achtet man mehr auf leere Gegnerboote, und reagiert mit
veränderter Weite (ist aber gefährlich, s.u.).
- An sich ergibt sich eine bessere Reaktionsmöglichkeit für die "mittleren"
Spieler einer Runde, die sonst recht star ihre anfängliche Wahl durchziehen
müssen, obwohl vielleicht schon ein Vorgänger etwas versaute, aber andere
eh noch kommen. Gerade bei 5 Spielern bekommt man hier mehr Wahlfreiheit
und tatsächlich Einfluß.
- Der Wert der "kleinen" Karten steigt deutlich, und auch ein Anfänger
wird sie selten als "nicht anderes mehr da" spielen.
- Ohne das Wetter "danach" wären die Schlußspieler einer Runde zu stark
im Vorteil. So erhöht sich zudem der Wert der Wetterkarte, da der Einfluß
auch dann größer ist, wenn man am Anfang der Runde sitzt. Insbesondere
erkennt man, das jemand das Wetter gegensteuern kann, und wird weniger
konservativ spielen. Im Mittel ist damit mehr Wasser im Fluß, und es wird
"anstrengender".

Die Originalregeln haben schon einen klaren Punkt: flußabwärts muß man
immer volle Strecke fahren, auch zum Abgrund hin. Hier auf Paddelschläge
verzichten ist einfach, aber immer noch gefährlich: da die eigene Karte weiterhin
hoch ist, kann der Strom am Ende immer noch recht schnell sein. Und man
hat eine hohe Karte verspielt, die man gegen die Strömung besser brauchen
kann.

Ansonsten: Ich kenne natürlich viel zu wenig von diesem Spielejahrgang,
erst recht Nürnberg, aber Niagara ist schon ein typischer SdJ-Anwärter :-)

Wie sind Eure Meinungen zu der Regelvariante?

Servus,
Heinz

PS: Wie konnte eigentlich so ein Regelfehler passieren, da dies doch
im Regelheft mehrfach klar und deutlich steht?? Nun, in Essen erklärt
bekommen, verstanden, als "bildschönes, nettes Familenspiel" einsortiert,
im Spieletreff mit Vielspielern eine Zeit später nach Erinnerung und
Regelübersicht auf letzter Seite gespielt. Und da steht halt _nur_ für den
Dieb "volle Paddelzahl", und der Wettereinfluß steht nach dem Paddeln.

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Flipper

Re: Niagara: Taktischere Regelvariante

Beitragvon Flipper » 28. Februar 2005, 09:24

Für mich würde das Spiel durch deine Variante beliebiger.

Gruß Flipper

Malte Kiesel
Kennerspieler
Beiträge: 450

Re: Niagara: Taktischere Regelvariante

Beitragvon Malte Kiesel » 28. Februar 2005, 14:47

Heinrich Tegethoff schrieb:

> Wie sind Eure Meinungen zu der Regelvariante?
>
Die Variante mag bei euch ganz gut funktionieren, aber ich würde so nie spielen, da damit ein sehr gut funktionierendes System komplett zerstört wird. Es ist doch gerade der Sinn des Spiels, dass man ein wenig mit der Auswahl der Kärtchen pokert und dabei auch ganz heftig auf die Nase fallen kann. Wenn ich die Zahlen beliebig nach unten verändern kann, wird dem Spiel ein ganz wichtiges Element genommen. In diesem Fall sehe ich keinen Bedarf für eine Variante, weil die Originalregeln sehr gut ausbalanciert sind und einen spannenden Spielverlauf ergeben.

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Franz-Benno Delonge

Re: Niagara: Taktischere Regelvariante

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 28. Februar 2005, 21:42

Hallo Heinz,
auch ich muß mich den Vorrednern anschließen und mich gegen deine Variante aussprechen.
Die Originalregel macht das Klauen bewußt schwierig; umso schöner ist es, wenn es klappt. Durch deine Variante wird hingegen so ein Raubzug kinderleicht.
Und was ist gewonnen, wenn es den Mitspielern so extrem erleichtert wird, gemeinsam gegen den Führenden zu arbeiten?
Schönen Gruß
Benno

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Werner

Re: Niagara: Taktischere Regelvariante

Beitragvon Werner » 1. März 2005, 00:13

Ich denke auch dass das Klauen nicht erleichtert werden muss.

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Ulrich Roth

Re: Niagara: Siegbedingung

Beitragvon Ulrich Roth » 1. März 2005, 01:05

Heinrich Tegethoff schrieb:

> aber Niagara ist schon ein typischer
> SdJ-Anwärter :-)

Die geniale Idee und das rundum gelungene Design hätten es verdient.

> Wie sind Eure Meinungen zu der Regelvariante?

Da schließe ich mich (gefühlsmäßig, ohne es ausprobiert zu haben) meinen Vorrednern an. Das Bewegungssystem finde ich schon ganz gut so wie es ist.

Handlungsbedarf sehe ich eher bei den Siegbedingungen. Wir sind schließlich dazu übergegangen, dass nur noch mit 5 verschiedenen Steinen gewonnen werden kann, weil vorher einfach niemand zu den Steinen ganz am Abgrund gefahren ist. (Meist wurde "billig" - und oft auch schnell - mit 4x Lila gewonnen, sehr unbefriedigend, wobei der Startspielervorteil sich bei 3 Spielern auch noch unangenehm bemerkbar machte.)
Der Weisheit letzter Schluss scheint mir diese Lösung aber auch noch nicht zu sein.

Grüße,
Ulrich

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Heinrich Tegethoff

Re: Niagara: Taktischere Regelvariante

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 1. März 2005, 08:59

Hallo Benno,

nun, das Klauen ist zwar leichter, aber man kann sich in der Praxis
widerum bei weitem nicht so häufig darauf einstellen, wie dies hier
vermutet wird. Beim Klauen muß man ja auch weiterhin volle Zahl
paddeln, und man verwirft ansonsten Bewegung, die später fehlt.
Das Klauen ist einfacher, aber nicht kinderleicht, und insofern wird der
Führende auch nicht beliebig angegriffen. Sonst hätte das Spiel in unseren
Partien mit Regelfehler (war ja nicht als Variante geplant) nicht funktioniert.
Das Spiel funktionierte gut, und deswegen mein Posting als "taktische
Variante".

Was wohl hier bei den Antworten stark unterschätzt wird ist der Einfluß
des Flusses, der bei verkürztem Zug stärker zulangt als bei regulärem Ansatz.
Müßte man selbst ausprobieren, wird aber wohl keiner.

Servus,
Heinz

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Heinrich Tegethoff

Re: Niagara: Siegbedingung

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 1. März 2005, 09:07

Hallo Ulrich,

spielt Ihr mit allen 8 Steinen oder nehmt ihr vorher den "Reservestein"
heraus? Mit 7 Steinen pro Farbe wird es den entscheidenden Tick enger.

Bei 3 Spielern vurmutete ich bisher auch, daß jeder auf "4 gleiche" geht,
und daß derjenige, welcher zuerst auf die violetten Steine gehen kann,
im Vorteil ist. Aber durch nur ein Boot anfangs im Wasser und dann volle
Paddelzahl ausfahren sind beide Boote, die dann auf die selbe Farbe wollen,
immer unsymmetrisch ausgelegt, da der Fluß zwischendurch die Bootposition
abtreibt.
Meine Erfahrung bei 2 Partien und 3 Spielern: anfangs gehen alle Spieler auf
eine "eigene" Farbe und nach etwas Mischung aus der Not heraus geben sie
es auf. Beide Partien endeten nach der "5 verschiedene" Regel.

Servus,
Heinz

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Ulrich Roth

Re: Niagara: Siegbedingung

Beitragvon Ulrich Roth » 1. März 2005, 17:03

Hallo Heinrich,

> spielt Ihr mit allen 8 Steinen oder nehmt ihr vorher den
> "Reservestein" heraus?

Haben wir gemacht, ganz nach Spielregel.

Mit 7 Steinen pro Farbe wird es den entscheidenden
> Tick enger.

Das ist ja gerade das Problem: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst (d.h. nimmt zuerst 2x Lila), und spielt dann locker weiter, um zwei weitere davon zu bekommen.

Wer sich für andere Siegbedingungen abstrampeln muss, ist klar im Nachteil.
:mad:

Grüße,
Ulrich

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Flipper

Re: Niagara: Siegbedingung

Beitragvon Flipper » 3. März 2005, 09:23

Wenn es so einfach ist kann ja jeder 2x lila nehmen :-)

Gruß Flipper

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Franz-Benno Delonge

Re: Niagara: Siegbedingung

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 3. März 2005, 18:11

Hallo Ulrich,
kann es sein, daß ihr einen Regelfehler gemacht habt? Man kann eigentlich nie "als erster schnell zwei lila" nehmen, weil man ja seine beiden Boote anfangs nicht gleichzeitig zu Wasser bringen darf; deshalb wird man sie normalerweise nicht beide schnell und gleichzeitig aufs Lila-Steine-Feld bringen.
Schönen Gruß
Benno

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Ulrich Roth

Re: Niagara: Siegbedingung

Beitragvon Ulrich Roth » 3. März 2005, 23:20

Franz-Benno Delonge schrieb:

> kann es sein, daß ihr einen Regelfehler gemacht habt? Man
> kann eigentlich nie "als erster schnell zwei lila" nehmen,
> weil man ja seine beiden Boote anfangs nicht gleichzeitig zu
> Wasser bringen darf; deshalb wird man sie normalerweise nicht
> beide schnell und gleichzeitig aufs Lila-Steine-Feld bringen.

Oha - steht das tatsächlich in der Regel?
(Mein Spiel ist in Deutschland, ich kann es also jetzt nicht nachschauen).
Wir haben in der Tat immer gleich beide Boote zu Wasser gelassen.
Gilt die Einschränkung nur für den Startspieler, oder die gesamte erste Runde? Und wird im - wahrscheinlicheren - letzteren Fall das Problem nicht einfach nur verschoben, aber nicht grundsätzlich gelöst?

Grüße aus Barcelona,
Ulrich

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hannes

Re: Niagara: Siegbedingung

Beitragvon hannes » 3. März 2005, 23:47

Hi

Ich kenne das Spiel noch nicht, habe aber gerade vor 2 Stunden die Regel studiert, damit wirs morgen spielen können. :-)

Da steht eindeutig :
"Befinden sich BEIDE Kanus an Land (z.B bei Spielbeginn) MUSS er EINES davon bewegen - darf aber NICHT mit BEIDEN ins Wasser."

Also nicht nur in der Startrunde, sondern während des ganzen Spiels !

Gruss
hannes

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Ulrich Roth

Re: Niagara: Siegbedingung

Beitragvon Ulrich Roth » 4. März 2005, 01:57

hannes schrieb:

> Da steht eindeutig :
> "Befinden sich BEIDE Kanus an Land (z.B bei Spielbeginn) MUSS
> er EINES davon bewegen - darf aber NICHT mit BEIDEN ins
> Wasser."

Stimmt, jetzt erinnere ich mich wieder an diese Formulierung.
Ich glaube wir haben es anfangs auch so gespielt, diese Regel muss dann aber irgendwie in Vergessenheit geraten sein... :roll:

Danke!
Ulrich


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