Beitragvon Heinrich Tegethoff » 16. März 2005, 17:48
Nun,
die gleiche Frage nach dem Standortvorteil stellte ich mir insgeheim auch
bei meiner letzten Partie Australia. Auf den ersten Blick gab es durch die
Regel, die letzte Runde durchzuspielen, und die durch 4 teilbare Kartenzahl
keinen statistischen Vorteil. Aber als Letzter der Runde einen gefühlten
Nachteil.
- Die vier Kartenstapel gehen ungleich zu Neige, und wer vorne sitzt hat halt
im Zweifel _einen_ Zugriff auf die begehrteren Karten mehr.
- Bei den ersten Wertungen hat der Startspieler eher schon mehr Ranger auf
dem Plan. Statistisch ist er häufiger oder aber mit mehr Rangern vertreten.
- Dagegen kann der Schlußspieler am Ende _vielleicht_ eine Wertung über
Rangerversetzen erreichen, die ihm nicht verbaut wurde (und keine
Steilvorlage für den nächsten mehr ist).
Das Gefühl, das der Startspieler (oder wer vor einem liegt) einen Vorteil hat,
kann sehr lange andauern, wenn der kleine Anfangsvorsprung aufrecht erhalten
bleibt. Der Abschlußvorteil ist nur in der letzten Runde sichtbar, und verbessert
das Ergebnis, aber nicht das eingeschlichene Gefühl des Hinterherlaufens.
Zudem sind viele lukrative Wertungen schon weg.
Statistik kann man wohl nur über viele Partien machen, die Aussagen über die
Kartenzahl und -verteilung alleine hilft wenig.Vielleicht schlägt hier aber auch
stärker ein Anfängerproblem durch: haben alle Spieler Australia noch wenig
gespielt, so ist gegen den Erstlingsvorteil erst einmal schwer vorzugehen, die
Taktiken sind m.E. noch zu sehr auf den eigenen (kurzfirstigen) Vorteil ausgelegt.
Servus,
Heinz