Beitragvon Volker L. » 5. April 2005, 00:34
Fredy Nebel schrieb:
>
> Nach der Lektüre einiger Rezensionen und im Besitze von
> Spielen wie [b]Alhambra[/b], Wettstreit der Baumeister, San Juan und
> vielen anderen: Soll ich St.Petersburg kaufen ? Vergleichbar
> mit ? Wessen absolutes Lieblingsspiel ist es ?
Zum Thema "vergleichbar mit..." haben ja schon andere abschlägig geantwortet ;-)
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand als [i]absolutes Lieblingsspiel[/i]
eibnstufen würde (schon gar nicht über einen längeren Zeitraum hinweg), aber
ich finde, St.Petersburg ist ein sehr gutes...
... 2-Personene-Spiel.
Bei mehr Mitspielern macht sich ein Problem sehr unangenehm bemerkbar,
das andere Spiele, die ebenfalls ein bestimmtes Merkmal besitzen, fast
immer in mehr oder weniger stark ausgeprägter Form besitzen.
Es geht dabei um die Tatsache, dass eine bestimmte, vorher nicht genau
bekannte, Zusammenstellung von Objekten zur Auswahl bereitliegt, in
Kombination mit der Tatsache, dass es eine festgelegte Zug-Reihenfolge
gibt, auf die man keinen Einfluss hat.
In manchen Spielen wird dieses Problem umgangen, indem entweder
die Objekte einzeln versteigert werden (wie z.B. Fürsten von Florenz),
oder eine Zugreihenfolge versteigert wird (bzw. sonstwie durch höheren
Geldeinsatz festgelegt wird, wie beispielsweise bei New England).
Da hat man dann als Spieler noch die Wahl, wenn man ein Objekt unbedingt
haben möchte, durch höheren Einsatz von Geld sicherzustellen, dass
man es bekommt. Aber bei St.P hat einfach der, der gerade in der
Spielreihenfolge vorne ist, den ersten Zugriff, und wer später dran ist,
guckt in die Röhre.
Desweiteren werden ja von der jeweils nächsten Gruppe immer soviele
Karten aufgedeckt, wie Lücken in der Auslage sind, und wenn man an
vierter Stelle sitzt bei nur zwei Lücken (und der Dritte nichts unternimmt),
hat man nur die Wahl, gleich 2 Karten zu nehmen (bauen, womit man
seinen Geldvorrat veringert, oder auf die Hand nehmen, was wegen des
Handkartenlimits nachteilhaft sein kann), die man eigentlich nicht unbedingt
haben wollte, oder aber nichts zu tun und von den neu aufgedeckten
Karten keine abzubekommen - man ist so oder so gearsc... :-(
Wenn man zu zweit spielt, sind diese Effekte durchaus beherrschbar,
da man ja immer nur 1 Karte nehmen kann, bevor der nächste dran
ist, und man mit dem Aspekt der Anzahl aufzudeckender Karten
durchaus taktisch agieren kann, aber bei 3 und erst recht bei 4
Spielern dominiert das Glücksmoment, ob gewisse wichtige Karten
in der Runde kommen, wo man selber vorn oder hinten ist, das Spiel
zu sehr.
[b]Also mein persönliches Fazit:
Willst Du vor allem ein 2-Personen-Spiel, dann spreche ich eine klare
Kaufempfehlung für St.P aus - suchst Du eher etwas für 3 oder 4
Spieler, dann lass Finger davon![/b]
Hier doch noch ein kleiner Vergleich (keineswegs der Spiele, sondern
nur des einen Aspektes, hilflos zugucken zu müssen, wie das, was Du
selber dringend haben willst, aufgedeckt und von jemandem, der vor Dir
an der Reihe ist, weggenommen wird):
Auch Alhambra gehört für mich zu den Spielen, die man besser in kleinerem
Kreis spielt - ich finde Alhambra zu zweit und zu dritt absolute Klasse, zu
viert ist es OK, zu 5 oder 6 kannst Du es vergessen. Falls Du bezüglich
Alhambra ganz gegenteiliger Ansicht bist, solltest Du stattdessen
meine obige Beschreibung/Empfehlung vergessen ;-)
Gruß, Volker