Beitragvon Gregor Breckle » 18. Mai 2005, 19:02
Hallo,
jetzt isses soweit.
In einem klassischen High-Fantasy-Szenario treffen sich die Rassen der Zwerge, Barbaren, Elfen, Goblins, Trolle und Untoten um in einer epischen Schlacht die Vorherrschaft im Zeitalter der Monster & Mythen zu erringen.
Der grundlegende Aufbau jedes Spielers entsteht aus 11 ausgeteilten Kreaturen-Karten, die nach den Rassen sortiert werden und so die Nationen eines Spielers bilden.
Kreaturen-Karten sind eingeteilt in Infanterie, Bogenschützen und Berittene. Im Kampf gibt die Infanterie die Anzahl der maximal einzusetzenden Kampfwürfel an, Bogenschützen geben einen Bonus von +1 auf den Würfelwurf und mit Berittenen kann man unter Umständen mehrere Nationen angreifen. Katapulte werden an die Seite gelegt und dienen als unabhängige Kampfmaschinen, Zauberer schützen die Nationen, denen sie zugeordnet werden, hindern sie allerdings auch am Angreifen. Im Anschluss werden die übrig gebliebenen Kreaturen-Karten mit den 14 Angriffs-Karten gemischt, der Stapel bereitgestellt und das Spiel kann beginnen.
Das Spiel selbst besteht aus 3 Spielrunden á 4 Phasen, wobei in der dritte Runde im Unterschied zur ersten und zweiten Runde wieder alle abgeworfenen Karten eingemischt werden und in Phase eins 5 Karten behalten werden dürfen:
1. Jeder Spieler erhält 7 Karten aus dem Kartenstapel, wählt 4 davon geheim aus und wirft die anderen ab.
2. Die ausgewählten Karten werden wie schon im Anfangssetting den Nationen zugeordnet, die neu hinzugekommenen Angriffskarten werden offen vor den Nationen ausgelegt.
3. Die Kämpfe beginnen.
4. Am Ende einer Runde werden alle Zauberer und nicht gebrauchten Katapulte abgeworfen.
Der Spieler, der nun die niedrigste Angriffskarte vor sich liegen hat, beginnt den ersten Kampf mit dieser Karte. Danach werden alle anderen Kämpfe entsprechend der Höhe der Angriffskarten abgehandelt.
Es gibt zwei unterschiedliche Angriffskarten: Schlacht-Karten und Söldner-Karten.
In Schlachten kämpfen die Nationen gegeneinander. Dabei wählt der Angreifer eine seiner Nationen aus. Er muss dann mit allen Kreaturen dieser Nation angreifen. Er kann dabei nur eine andere Nation derselben Rasse oder des natürlichen Feindes angreifen. Der natürliche Feind der Rassen, so mögen z.B. die Zwerge keine Goblins und andersherum, ist auf den Kreaturen-Karten angegeben.
Auf den Söldner-Karten ist eine Anzahl von Kreaturen angeben, die beliebig aus den eigenen Reihen zusammengestellt werden kann. Söldner können beliebige gegnerische Nationen angreifen.
Ein Kampf wird mit Würfeln ausgetragen (rote für die Angreifer, schwarze für die Verteidiger!). Die Anzahl der Würfel, die ein Spieler einsetzen kann, ergibt sich aus der Anzahl der Infanterie-Symbole auf den Kreaturen-Karten und der Angriffskarte. Maximal sind allerdings drei Angriffs-Würfel möglich. Die Anzahl der Verteidiger-Würfel wird nach dem gleichen Prinzip ermittelt, wobei maximal zwei Verteidigungs-Würfel möglich sind. Das Würfelergebnis wird nun verglichen und evtl. der +1 Bonus für die Mehrheit der Bogenschützen zum höchsten Würfelwurf addiert. Sollte der Verteidiger mit zwei Würfeln verteidigt haben, werden jeweils die beiden höchsten und zweithöchsten Werte von Angreifer und Verteidiger verglichen, ansonsten nur der jeweils höchste Wert. Der Angreifer gewinnt jeweils, wenn das Ergebnis höher als der entsprechende Verteidigerwurf ist, ansonsten gewinnt der Verteidiger. Pro Wurf werden also abhängig von der Zahl der eingesetzen Würfel eine oder zwei Kreaturen eliminiert. Den Kadaver des jeweils erschlagenen Gegners erhält der Sieger als Trophäe. Der Kampf geht solange weiter, bis eine Nation oder Söldnertruppe völlig eliminiert ist oder der Angreifer sich zurück zieht. Sollten nun noch Berittene vorhanden sein, kann der Kampf gegen eine andere (erlaubte) Nation fortgesetzt werden, wobei allerdings eine Kreatur zum Bewachen des alten Schlachtfeldes zurückgelassen werden muss.
Während eines Kampfes können nun noch die Katapulte eingesetzt werden und zwar zu jedem Zeitpunkt von jedem Spieler. Katapulte treffen bei einer gewürfelten 4, 5oder 6 und werden danach, erfolgreich oder nicht, abgelegt. Sie sind die einzige Möglichkeit, Zauberer zu eliminieren und damit geschützte Armeen wieder angreifbar zu machen.
Nach drei Runden endet das Spiel und jeder Spieler zählt die erbeuteten Kreaturen. Jede Kreatur ist zwei Siegpunkte wert. Nun werden noch Punkte für die überlebenden Nationen verteilt. Der Spieler, bei dem jeweils die größte Nation einer Rasse überlebt hat, bekommt hierfür Punkte, die von 5 Siegpunkten für die Untoten bis zu 11 Siegpunkten für die Barabaren reichen.
Der Spieler mit den meisten Siegpunkten ist neuer Herrscher.
Soweit zu den Spielregeln. Nun aber zum Eindruck.
Das Spiel war für uns letztendlich eine recht stupide Würfelorgie ohne großen Spannungsbogen, das insgesamt stark an Risiko erinnert. Wie bei Risiko war es eigentlich immer so, dass auf den schwächsten „draufgehauen“ wird und dass, wenn es einmal bröckelt, meist ein ganzer Erdrutsch an Verlusten folgt.
Ein großes Mysterium war für uns auch die Einsatzmöglichkeit des Katapultes, das laut Spielregel irgendwann in einem Kampf von einem beliebigen Spieler auf einen beliebigen anderen abgeschossen werden kann. Nun kann man sich durchaus einen Sinn darauf zusammenreimen, wie z.B. dass Spieler ohne Angriffskarte, die auch nicht angreifen können, nicht nur rumsitzen, oder dass gar ein soziales Element des Helfens in einem Kampf verwirklicht werden kann, aber es ist schon seltsam, wenn sich plötzlich während eines Kampfes zwei ganz andere kloppen.
Hinzu kommt, dass der Einsatzzeitpunkt der Katapulte unseres Erachtens einer klareren Regelung bedarf. Was passiert nun zum Beispiel, wenn der Angreifer gerade gewürfelt hat, der Verteidiger aber noch nicht und ein dritter Spieler eine Einheit aus der aktuellen Angriffsformation herauskatapultiert, bevor der Verteidiger gewürfelt hat? Muss nun nochmals gewürfelt werden oder nicht ... Zählt wirklich der Augenblick, in dem der Katapultierer ansagt „Feuer frei“? Oder wenn er in diesem Augenblick den Bogenschützen trifft, zählt der Bonus noch oder nicht ...
Ansonsten kommt das Spiel, wie von Phalanx gewöhnt, recht solide daher. Die Karten sind sehr hübsch gestaltet, die Würfel hätten für meinen Geschmack durchaus etwas ansehnlicher ausfallen dürfen. Zudem hätte man einen Überblick über den Siegpunktwert der einzelnen Nationen beilegen können (oder diesen gar irgendwo auf den Karten verewigen).
Was als Eindruck für mich übrig bleibt, ist ein Satz, den ich in letzter Zeit schon ein paar mal hier im Forum gelesen habe: „Schade, denn ich hätte das Spiel gerne gemocht.“ Da die Drachen aber nun schon im Regal liegen, hoffe ich, dass ich nochmal einige Mitspieler dazu bewegen kann, dem Spiel eine weitere Chance zu geben.
Aber wenn mich die Lust nach einer kurzen und knackigen Würfelorgie packt, würde ich auch nach Monster & Mythen trotz großer Fantasyphilie im Augenblick eher entweder zu Knatsch oder zu Zochs Heckmeck greifen.
Viele Grüße
Gregor