Beitragvon Andreas Keirat » 8. November 2005, 14:25
Immanuel schrieb:
>
> Hallo Knut und Ihr anderen fleißigen Zusammenfasser,
>
> ich finde es immer wieder klasse, dass Ihr Euch die Mühe
> macht, solche Spielerleichterungen anderen Spielbegeisterten
> auch zugänglich zu machen. Vielen Dank! (Mein Favorit in
> dieser Hinsicht ist übrigens h@ll9000.)
> Trotzdem frage ich mich: Wäre das nicht eigentlich Aufgabe
> der Verlage? Bei dem enormen Entwicklungsaufwand und den
> Materialkosten für ein Spiel kann es doch nicht wirklich ein
> Problem sein, noch eine Kurzregel zu formulieren und diese
> auf ein oder zwei A4-Seiten dem Spiel beizulegen?
Das ist eigentlich kein Problem, wird aber meist wegen Betriebsblindheit nicht als wichtig angesehen. Wenn der Autor des Kleinverlags bzw. ein Redakteur eines größeren Verlags das Spiel zigmal gespielt, getestet, geändert usw. hat, dann kennt er die Regeln auswendig. Es fehlt dann der Blick dafür, ob die (vermeintlich) komplexe Regel eingängig genug ist oder nicht. Deswegen verschwinden auch mal Regelpassagen oder bestimmte Regelpunkte werden schlicht nicht erwähnt. Manchmal artet dies auch in der falschen Bezeichnung der Spielmaterialien bzw. deren Menge aus (dieses Jahr bei Drachenreiter und Kaivai z.B.).
> Auch eine
> Möglichkeit zum Download würde ja ausreichen. Manche Verlage
> sind da ja schon recht vorbildlich. Und jetzt wird bestimmt
> jemand argumentieren, dass Ystari ja ein Kleinverlag ist und
> sich diesen Mehraufwand nun wirklich nicht leisten könne und
> überhaupt, was das schon wieder für ein Anspruchsdenken sei.
So würde ich das nicht nennen. Aber Ystari ist ein neuer Kleinverlag, der erst sein zweites Spiel auf den Markt bringt. Die Erfahrung ist hier noch nicht sooooo groß, als das man an alles denken kann/wird. Ich bin sicher, die Finanzierung des Projektes hat den Verleger einiges mehr an Zeit in Anspruch genommen als z.B. das Schreiben der Regel...
Bei älteren Verlagen wie jetzt z.B. Doris & Frank bin ich aber deiner Meinung. Hier sollte man eigentlich wissen, daß bei bestimmten Spielen eine Kurzhilfe nötig sein kann. Wenn das Spiel doch beim Endverbraucher eingängig ist, hat man eben etwas zu viel Material beigelegt...
> Nein, ist es nicht. Eigentlich sollte diese Leistung heute
> bei einem Spiel ab einer gewissen Komplexität und in einer
> bestimmten Preisklasse einfach dazugehören, oder was meint Ihr?
Das ist zwar wünschenswert, aber die ideale Welt gibt es weder im wirklichen Leben, noch im Brettspielweltkosmos. Wir können das nur bedauern und im besagten Kosmos eben von wenigen Individuen zehren, die selbstlos in nächtelanger Kleinarbeit mit Taschenlampe und Kartoffeldruck-Technik Kurzspielregeln zu unseren neuen Spielen erstellen (ok, nun gehts mit mir durch...).
> Grüße,
> Immanuel
> (der heute abend vielleicht auch endlich mal zu einer Partie
> Caylus kommt)
Grüße zurück,
Andreas Keirat
www.spielphase.de
(der wohl mit Chance am Freitag sein Glück bei Caylus probieren wird...)