Beitragvon Martin L. Beiwerk » 12. April 2006, 08:28
Hallo Sven!
Kommunikation ist im folgenden als "spielzugehörend" definiert. Also nicht der sogenannte "Trash Talk" oder private Nebengespräche aufgrund langer Down Time (Wartezeit zwischen den Zügen).
Auf einer Skala von 1 bis 10 für den Grad der Kommunikation (Dies ist keine Wertung der Spiele selbst!) würde ich
-Bohnanza und Werwölfe eine 10 geben. Kein Wunder, diese Spiele sind per Design kommunikativ. Beides übrigens tolle Spiele! Die Kommunikation stellt also den Motor des Spiels dar. Mitspieler werden gezwungen kommunikativ zu sein, oder zu verlieren. Schlecht fand ich übrigens "Das Geheimnis der Abtei".
-Partyspiele. Klar, meist irgendwo zwischen 9 und 10. Spaß daran hat nur, wer gerade in Stimmung ist und kommunikativ und ausgelassen ist. Die seichten Themen schrecken Vielspieler häufig ab. Ich bin auch kein richtiger Fan dieses Genres.
-Kooperative Spiele a la Schatten über Camelot oder Fury of Dracula finden sich irgendwo zwischen 7 und 9 wieder. Häufig ist das, was gesagt werden darf per Regel festgelegt.
-Spiele, bei denen das Element der Versteigerung einen wesentlichen Faktor darstellt, würde ich zwischen 6 und 8 einsortieren. Beispiele wären Funkenschlag oder Fürsten von Florenz, wobei letzteres eher zu 6 tendiert. Beides übrigens absolute Top-Spiele! Wer die nicht kennt, hat was verpaßt!
Sehr kommunikativ, obwohl kein Element des Spieles dies direkt begünstigt, sind z.B. Formula De und Robo Rally, die ich beide als 8 einstufen würde. Vielleicht auch Cash'n Guns.
-Schwach kommunikativ (trotzdem sehr schön!) sind Carcassonne oder Zug um Zug. Auf der Skala eher zwischen 3 und 6.
-Kaum kommunikativ sind viele Zwei-Personen-Spiele. Hier vor allem abstrakte Titel wie Yinsh, Schach, Go. Dies ist jedoch nicht negativ! Eine "ruhige" Partie Yinsh ist manchmal eine echte Massage für's Gehirn. Eben anregend und doch entspannend! :-)
-Mehrpersonenspiele fast ohne Kommunikation sind eher selten. Wallenstein wäre für mich ein ruhiges (und tolles) Spiel aus dieser Kategorie. Auf der Skala so bei 3 oder 4.
ABER: Wichtig sind meist gar nicht so sehr die Spiele, sondern eher die Leute, die am Tisch sitzen. Der Einfluß der Mitspieler bzgl. der Kommunikation bei einer Partie beträgt mindestens 40%. Und damit wird auch häufig klar, warum manche Titel, obwohl an sich hervorragend, gar nicht ankommen. Der "Kommunikationsfaktor" eines Spiels entscheidet für mich zu mindestens 50% ob ein Spiel bei entsprechender Gruppe Erfolg hat, oder nicht.
Alles in allem kann ich mich glücklich schätzen, denn meine Spielegruppe spielt alle oben genannten Titel aus allen Kategorien. Yabadabadoo! :-)
Gruß
Martin L. Beiwerk