Beitragvon Andreas Odendahl » 17. November 2006, 18:08
Marten Holst schrieb:
> > Dagegen kackt SAN JUAN regelrecht ab. (Zu zweit, meine
> ich...)
>
> Oh, das hätte ich als ein wunderbares Beispiel eine Spieles
> gesehen, das wunderbar zu zweit funktioniert. Kannst Du
> irgendwie festmachen, wieso es bei Euch - äh - den Darm
> entleert? (Ich weiß, dass die Frage schwer ist, aber
> interessieren würde es mich)
Ich wollte nicht sagen, dass SAN JUAN schlecht ist. Nur finde ich, dass es seine Existenzberechtigung in meinen Augen verliert, weil man PUERTO RICO ja auch sehr gut zu zweit spielen kann. DAS IST MEINE MEINUNG!!! JEDER DARF EINE ANDERE HABEN!!!!!!!!!!!!
Ich finde PR viel stimmungsvoller. Die Lösung mit den Karten als Waren finde ich hochgradig unbefriedigend... Okay, dass könnte man ja mit den Warensteinen aus PR lösen... Aber wieso nicht gleich eine Partie PR? Ist doch viel geiler, das Spiel!!!! :grin:
Ich suchte auch nicht nach Spielen, die mal eben so zwischendurch gespielt werden können. Denn dazu wäre SJ ja ganz gut geeignet. Eher als PR zumindest. Aber das will ich ja gar nicht. Ich will mir Zeit nehmen und das ganze großartige Spiel auskosten. Und da kackt SJ im Gegensatz zu PR eben ziemlich ab... Ist halt so... Heißt ja nicht, dass SJ schlecht ist.
Du merkst vielleicht auch, dass ich PR über alles liebe... Wie sollte SJ da eine Chance haben... Ist auch ein wenig ungerecht... Aber bei meinem Spielegeschmack mache ich keine Kompromisse. ;-)
>
> > Da ich CLANS sehr gut finde, dachte ich, dass man evtl. den
> > großen Bruder davon auch mal ausprobieren könnte. Eine
> > schöne Alternative dazu, die auch mal länger dauert als ne
> > Viertelstunde.
>
> Clans ist auch sehr gut zu zweit - leider wie viele dabei
> auch zunehmend anstrengend im Sinne von "Aufmerksamkeit und
> Konzentration fordernd", das mag man ja auch nicht immer
> haben. Ich würde allerdings auch sagen, dass Shangri-La und
> die zugehörigen Brücken wirklich kein "großer Bruder" von
> Clans sind. Vielleicht ein anderer Junge aus dem selben Dorf.
> Aber schon ein anderer Stadtteil.
>
> > Viele Autoren halten ihre Regel auch nicht für in
> > Steingemeißeltes Gesetz und begrüßen Hausregeln oder
> > Varianten ihrer Spiele. Wolfgang Panning hat uns mal ne
> > ganz tolle Variante zu FLANDERN gemailt, die er auf meine
> > Anfrage (und wahrscheinlich ein paar anderen 2er-Spielern)
> > mal entwickelt hat um das ganze Spielmaterial des Spiels
> > miteinzubeziehen. Toll!
>
> Oftmals sind die Regeln der Spiele auch nicht einmal mehr
> zwingend die der Autoren :-) Und natürlich kann man mit dem
> Spielmaterial anstellen was man will (Der PGB-Bär hat dazu in
> seinem Siedlerbuch ein vergnügliches Halbspältchen
> geschrieben). Von daher haben Autoren im Allgemeinen
> sicherlich nichts dagegen, wenn an Spielen gedreht wird - so
> lange es gewissen "Ansprüchen", die von Autor zu Autor
> variieren könnten, noch gerecht wird. Wenn man die legendäre
> "Die Siedlerfelder sind unausgeglichen stark, da ist das
> Spiel kaputt, aber wenn man nen Zwölfseiter nimmt, und bei 1
> nochmal würfelt, dann wird das Spiel strategischer"-Regel für
> erneut Siedler nimmt, dann dreht es Klaus Teuber
> wahrscheinlich in der Sonnenbank rum, da hier das Spiel nicht
> verstanden und verschlimmbessert wurde.
>
> Ebenso haben Autoren sicherlich nichts per se dagegen, einem
> 3-5-Spieler-Spiel eine 2-Spieler-Regel zu Weihnachten unter
> den Baum zu legen, aber ob das Spiel dann noch funktioniert
> ist eben oftmals fraglich. Meist bedeuten verschiedene
> Spielerzahlen ja auch verschiedenes Gewicht für einzelne
> Mechanismen und Strategien (San Juan: 4-Spieler Zunfthalle
> toll, Bib doof, 2-Spieler Bib toll, Zunfthalle doof, um es
> platt zu formulieren), sodass es sein mag, dass das Spiel dem
> Autor nachher nicht mehr gefällt - oder er das Gefühl haben
> kann, dass der Grund, warum er eine Variante spieltechnisch
> begrenzt hat, übersehen wurde.
>
> > [Ich bin mir durchaus bewußt, dass Flandern ab 2 ist, es
> > war ein Beispiel für einen Autoren der gerne seine Spiele
> > weiterentwickelt und das veröffentlichte Spiel nicht als
> > perfekt und nicht anders spielbar ansieht...]
>
> In der Form denke ich dürfte das nur ganz wenige krude Exoten
> betreffen.
>
> > Warum also nicht auch mal bei anderen Spielen drüber
> > nachdenken? Wenn es unseren Spielspaß steigert?
>
> Nachdenken ist sicherlich fein. Nur ist zu bedenken, dass
> oftmals bzw. in der Regel bei einem Spiel sich bereits
> diverse Leute mehrere Monate zu genau solchen Fragen sehr
> intensiv Gedanken gemacht haben. Klar ist die gesamte
> Spielergemeinde zusammen zahlreicher und kreativer, als nur
> Verlag, Autor und dessen Umfeld, aber im allgemeinen zeigt
> sich, dass es eben einen guten Grund hat, warum bestimmte
> Dinge sind wie sie sind. Deswegen findest Du hier meist eine
> gewisse Skepsis gegenüber "man könnte doch"-Varianten.
>
> Tschüß
> Marten