Beitragvon Gerald Rüscher » 16. November 2006, 10:29
Gut sind beide. Für meinen Geschmack ist 1870 aber viel zu zahm.
Ein Reiz bei den 18xx Spielen ist ja unter anderem die Balance zwischen Geldreserven und Aktienkurs einer AG zu finden. Schütte ich meinen Profit aus, so steigt der Aktienkurs aber die AG behält kein Geld. Behalte ich das Geld, so hat meine AG mehr Kohle aber der Aktienkurs sinkt. In 1870 gibt es einen Mechanismus „halb ausschütten“ der die Hälfte des Profits in die Kasse der AG spült und dabei den Aktienkurs hält. Das macht m.E. das Führen einer AG zu einfach und entfernt einen wichtigen Spielreiz.
In 1856 ist es genau umgekehrt: Die AGs sind allesamt chronisch unterfinanziert und müssen sich durch Kredite mühsam über Wasser halten. Dies kann man als Direktor geschickt nutzen indem man AGs gezielt in die Insolvenz treibt und die Verluste dem Staat aufdrückt. Das ist etwas anstrengender macht aber deutlich mehr Spaß.
Von daher mein Fazit: In 1856 geht es deutlich mehr rund und darum is es für mich das klar bessere 18xx. Überhaupt haltte ich 1856 für das beste 18xx von allen weil es die perfekte Balance findet zwischen dem reinen Grundmechanismus und einigen, aber nicht zu vielen Gimmicks. Puristen spielen 1830 - das reine, unverfälschte Grundspiel. Leute die viele Extras wollen spielen 1841 mit Fusionen, Splits, Tochtergesellschaften uvm. 1856 ist für mich der ideale Mittelweg
Gruß & nice dice,
Jerry