Beitragvon Andreas Keirat » 14. Dezember 2006, 13:39
Andreas schrieb:
>
> Hallo!
>
> Auch ich sehe der Neuauflage mit Interesse entgegen, habe ich
> doch die Ur-Version aufgrund mangelnden Freaktums seinerzeit
> verpasst und bin im Ausverkauf im Jahr 2000 bei einem
> bekannten Online-Händler leider nicht zum Zuge gekommen. Das
> Kartenspiel ist zwar nicht schlecht, aber ich habe mir sagen
> lassen, das Brettspiel sei noch viel besser...
>
> ...
>
> Findet ihr auch, dass sich der Spielemarkt selbst schadet,
> wenn er anerkannt tolle Spiele völlig aus dem Programm nimmt?
>
Ehrlich gesagt, nein!
Ein Spieleverlag geht nach seinen Verkaufszahlen. Sind diese gut, bleibt das Spiel im Programm. Werden aber kaum Exemplare geordert, muß das Lager irgendwann geräumt werden, um Lagerkosten zu sparen.
Ein Beispiel wäre hier Ravensburger: Wenn dieser seit Jahrzehnten bestehende Verlag nicht immer wieder sein Lager räumen würde, wäre wahrscheinlich ganz Ravensburger von hässlichen Hochregallagern umgeben, in denen die Schachteln klimatisiert aufbewahrt werden müßten.
Der Indikator, daß ein Spiel sich nicht mehr verkauft, sagt aus, daß der Markt erst einmal gedeckt ist. Eine Neuauflage macht also nicht unbedingt Sinn nach kurzer Zeit.
Aber einige Spiele kommen ja nach einigen Jahren wieder auf den Markt, magst Du als Einwand sagen...
Das ist richtig, aber wenn sie rausgebracht werden (Die Macher, E & T, Fuersten...), dann überwiegend von Verlagen aus dem Ausland, die dieses Spiel zum großen Teil nicht in Deutschland vertreiben/verkaufen, sondern in den "neuen" Märkten USA, Italien, Frankreich, Korea, Japan, Australien. Man nimmt natürlich auch gerne einige Abverkäufe aus Deutschland mit, das Gros der Freaks besitzt diese Spiele aber schon und ist nicht unbedingt an einer Neuauflage interessiert. Die "alte" Ausgabe war ja nur in Deutschland und Nachbarländern erhältlich.
Nach ca. 10 Jahren ändert sich das Bild allerdings. Dann ist es unter Umständen auch wieder interessant, ein Spiel in Deutschland erneut auf den Markt zu bringen. Das liegt einfach daran, daß es eine neue Generation gibt, die sich mit den Spielen beschäftigt. Spiele sind kein großes Sammelgut, neue Absatzmärkte werden also in den Zielgruppen ca. alle 10 Jahre neu generiert. Wunderbar erkennt man dies bei Hasbro, die das bis zur Perfektion treiben. Avalanche, Slotter, Peking Akte, Alles im Eimer, Looping Louie, Hinterhalt, Spiel des Lebens.... Alles Spiele, die immer nach dieser Zeit mit teilweise neuen Namen auf den Markt kommen und dort die spielende Kindergeneration erneut erfreuen. Eltern haben den Erkennungseffekt ("das habe ich schon in meiner Kindheit gerne gespielt...").
Ciao,
Andreas Keirat
www.spielphase.de