Beitragvon Ralf Arnemann » 3. Mai 2007, 09:30
Bei Spielbeurteilungen ist es ja immer ein besonders positiv zu würdigender Aspekt, wenn das Thema stimmig ist und gut zum Spielablauf paßt.
Umgekehrt kommt es öfters vor, daß man sich fragen muß, was eigentlich Titel und Hintergrund des Spiels mit dem Regelwerk und dem Mechanismus zu tun haben sollen.
Wenn es dafür einen "Sonderpreis", so eine Art silberne Zitrone geben würde, dann würde ich den aktuell ganz spontan an "Wikinger" (HiG) vergeben.
Wohlgemerkt, das ist ein hervorragendes Spiel. Originell, abwechslungsreich, gutes Material, alles was man braucht.
Aber das Thema ist völlig aufgesetzt, genau so gut könnte man mit Marsmenschen, Bienenvölkern oder ganz ohne Hintergrund spielen.
Es gibt nicht den Ansatz einer Erklärung, was der (überaus gute) Preismechanismus mit der Scheibe den eigentlich repräsentieren könnte.
Die Figuren und ihre Wirkung sind recht willkürlich (z. B.: Wieso bekommt ein Späher Siegpunkte, wenn er Handwerker sieht?).
Daß die Wikinger-Krieger die Drachenboote nicht bemannen, sondern abwehren, das ist schon merkwürdig - noch merkwürdiger, daß sie diese Boote pro Wertung erneut ausschlachten.
Und der Zufall will es, daß zeitgleich ja das Pro-Ludo-Wikinger rausgekommen ist - da ist genau das Gegenteil der Fall: Thema erstklassig umgesetzt, nur über die Spielqualität selber kann man streiten ...
Mal sehen wann unser bestelltes Notre Dame endlich kommt, das sah mir auch nach einem heißen Kandidaten für diesen Sonderpreis aus ;-)