Beitragvon Marten Holst » 16. März 2008, 19:07
Moin,
>> Bei Cuba habe ich nach 6 Runden eine wunderschön
>> rollierende Siegpunktemaschine aufgebaut.
>
> Da teilen wir dieselbe Meinung über Cuba, scheint mir ;)
> Dort habe ich ganz akut den Eindruck, dass es zwar so
> ausschaut, als könne man in irgendeinerweise sein Spiel
> "hochziehen"/"aufbauen", aber es letztlich doch nur eine
> kurzweilige Punktehatz ist.
Ich habe bislang den Eindruck - wobei das allerdings nicht heißen soll, dass ich Cuba schlecht finde, wenn ich recht habe. Es kommt allerdings meinem Spielstil nicht gerade entgegen, aber das ist ja was anderes.
>> zum Beispiel ist bei "Fürsten von Florenz" ein "nur Gaukler
>> nehmen" wunderbar - aber im Normalspiel unbezahlbar
>
> Vorweg: Ich mag die Fürsten überhaupt nicht.
> Das "Normalspiel" was du da beschreibst geht indes schon
> von erfahrenen Spielern aus. Das Spiel selber erlaubt
> durchaus nur Gaukler zu nehmen.
Berechtigter Einwand.
> Man hätte den Gaukler auch ruhig direkt auf einen
> vernünftigen Startpreis setzen können, dann wäre es
> tatsächlich "das Spiel" welches es verhindert...
Wobei die Frage war, inwieweit sich der "Wert" eines Gauklers erst über die Wochen, Monate und Jahre Spielerfahrung gebildet hat. Das heißt, ob nicht am Anfang vielleicht die Gauklerstrategie in den Testrunden so "extrem" nicht auftauchte. Und über den Wert des Gauklers in der letzten Runde kann man dann auch wieder diskudingsen. But that is a different Baustell.
>> Wenn es ohne (praktisch nennenswerte) Einschränkungen gut
>> wäre, irgend etwa immer zu tun, dann verliert dieses
>> Element seinen Reiz und wäre besser gar nicht als Option
>> im Spiel drin. (Ein Beispiel für mich, [...], ist das
>> "Land Trockenlegen" bei Venedig).
>
> Eine hohe Meinung hab ich von dem Spiel auch nicht. Aber
> Land trockenlegen ist doch eine Pflichtaktion (wenn man es
> nicht zufällig vergisst ;-) - muss noch wer "sumpfen"?).
> Der Trick dabei ist doch eher Baufläche zu schaffen, die
> man selber nutzen kann und am besten kein anderer.
>
> Schlecht wäre es, wenn ich meinen Mitspielern damit eine
> Vorlage liefere und ihnen damit helfe.
> Uneingeschränkt gut ist die Sache also nicht, denke ich.
Deswegen klammerte ich das (praktisch nennenswerte) noch in den Satz rein. Das Geben einer "Vorlage" scheint mir aus der schmerzhaften Erinnerung eher immer vermeidbar. (Ganz abgesehen davon, dass ich den zusätzlichen Zufallseinfluss nahezu komplett überflüssig fand).
Das Analogon zu der Diskussion hier war für mich dabei eben die Vorstellung einer "reinen" Kartenstrategie beim Agricola: wenn die zielführend wäre, sollte man solch ein Element eher zur Pflicht machen denn optional zu lassen. Von daher ist "Versuchung" schön, aber nachgeben sollte bestraft werden.
> p.s. in der Hoffnung nun keine Grundsatzdiskussion
> auszulösen:
> Ich wäre dir für den ein oder anderen sinnvollen Absatz in
> deinem Text dankbar.
Mit Recht - also keine Angst vor Grundsatzdiskussionen. Ich diskutiere eh nicht gerne (*hust*). Ich würde den Text wahrscheinlich, wenn ich ihn ohne Deinen Einwand neu schriebe, wieder ohne Absatz lassen, weil die aufeinanderfolgenden Gedanken für meinen Geschmack nahe genug waren, aber irgendwo einer drin hätte nicht geschmerzt, das sehe ich ein.
Leider mache ich diesen Fehler öfter. Ich bin da wie das Steuerrecht: jede einzelne Entscheidung (keinen Absatz einzufügen) ist vielleicht diskutabel, aber vertretbar - in der Summe wird es dann aber unübersichtlich. ;-)
In diesem
Sinne
Tschüß, Marten :-)