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GiftTRAP - So macht schenken Spass!

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ravn

GiftTRAP - So macht schenken Spass!

Beitragvon ravn » 10. September 2008, 21:13

Hallo Zusammen,

eigentlich eine spontane Fehlbestellung, um keine Versandkosten zahlen zu müssen. Meinte ich doch, die deutsche Ausgabe von "Wits and Wagers" zu kaufen. Ich hatte schlicht beide Spielenamen nach den genialen Videos von www.boardgameswithscott.com verwechselt. Ob ich mir ansonsten GiftTRAP aus den Heidelberger Spieleverlag gekauft hätte, das weiss ich nicht.

Inzwischen kann ich sagen, dass GiftTRAP ein Glücksgriff war. Bisher zwar nur einmal in einer gemischten Fünferrunde gespielt, aber die Spielpartie hat schlicht Spass gemacht - allen Mitspielern. Vergnügt, gelacht, geschmunzelt, sich gewundert, manchmal etwas verblüfft. Ein Spiel, über das man redet. Interaktion pur. Was will man mehr?

Ok, wer die nüchtern-strategisch-taktische Herausforderung sucht, der sollte einen grossen Bogen um GiftTRAP machen, oder sich einfach mal auf das Partyspiel einlassen. Allerdings empfehle ich, das Spiel nur in einer Runde von Freunden, Bekannten und generell netten Mitspielern zu spielen. Weil ansonsten könnte das Spiel kippen, wenn man bewusst unbeliebte Geschenke den Anderen reinwürgen will und nur auf Sieg spielt. Bei GiftTRAP ist hingegen - wie bei so vielen Partyspielen - das Spielgeschehen schon Sieg genug. Wer dann schliesslich gewinnt, das ist eher zweitrangig.

Um was geht es? Das ist schnell erklärt. Es werden Geschenkekarten aufgedeckt. Immer eine mehr als die möglichen 3 bis 8 Mitspieler. Vier Wertkategorien stehen dabei zur Auswahl. Jeder schenkt jetzt, verdeckt per Zahlenplättchen realisiert, eines dieser Geschenke an einen Mitspieler, der sich am meisten darüber freuen würde. Sind alle Mitspieler geheim beschenkt, verteilt man noch verdeckt seine eigene Gunst bis Missgunst gegenüber der ausliegenden Geschenke.

Anschliessend wird einzelnd Spieler für Spieler aufgedeckt, was er denn toll findet aus der Auswahl. Das gibt ein erstes "Oh" und "Ah", wenn man den Spieler doch ganz anders eingeschätzt hätte. Ein zweites "Oh" und "Ah" folgt, wenn man die für einen selbst gedachten Geschenke-Zahlen-Plättchen der Mitspieler umdreht. Punkte gibts für Beide - Schenker und Beschenkter - wenn man bei der Einschätzung richtig lag. Im Unkehrfall kann man mit einem unliebsamen Geschenk aber auch Punkte verlieren. Danach gehts weiter mit dem nächsten Spieler.

Bei mehr als fünf Spielern könnte sich so eine Spielrunde ziehen, bis wieder neue Geschenke zur Auswahl stehen, was ich in der Praxis noch nicht überprüfen konnte. In der Maximalbesetzung von acht Spielern sollte man dann wohl ein wenig Geduld mitbringen. Ein grosser Reiz entsteht halt daraus, was die neuen Geschenkekarten denn so alles zeigen werden. Das muss man abwarten können, ohne in Hektik zu verfallen.

Das Spielmaterial ist über jeden Zweifel erhaben. Fast schon zu kitschig, sehen die farbigen Geschenksäckchen aus, in denen das eigene Material verstaut ist. Einzig die vielen Geschenkekarten sind arg dünn. Aber einmal ausgeteilt auf dem Plan, sind die nicht weiter in Gebrauch, so dass dieses Detail im Grunde kein Manko ist. Die Wertung mit geschenkt-und-beschenkt-Leiste kann verwirren, aber wenn man da nicht wild durcheinander wurschtelt, sondern dem aktiven Spieler diese Aufgabe überlässt, dann klappt auch das. Dazu kommt, dass die Auswahl der Geschenke redaktionell wirklich gelungen ist. Langeweile kommt da nicht auf, besonders in der preiswertesten Wertkategorie, die einige arg skurrile Geschenke vereint.

Mit den Expertenregeln, bei denen Zusatzkarten ins Spiel kommen, mit denen jeder Geschenke blockieren oder Wertungen verdoppeln kann, haben wir nicht gespielt. Das Spiel braucht meiner Meinung nach diese taktische Komponente nicht.

Fazit: Für gut 22 Euro Versandpreis eine absolute Empfehlung, die auch zusammen mit Nichtspielern zündet. Aber auch für alle übersättigten Vielspieler, die abseits der ausgetretenen Mehrheits-Siegpunkte-Pfade mal wandeln wollen ein Kauftipp. Eine Stunde Unterhaltung pur, denn schenken und beschenkt werden, das macht - in den richtigen Spielrunden - einfach Spass!

Cu/Ralf

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Tyrfing

Interaktion pur?!

Beitragvon Tyrfing » 10. September 2008, 21:44

Hallo Ralf,

schön dass dir das Spiel gefallen hat.
Eine Frage habe ich allerdings an dich, du schriebst:

> Interaktion pur.

Was meinst du damit?
Wenn ich dich richtig verstanden habe, werden die Geschenke verdeckt verschenkt und nachher erst gemeinsam aufdeckt.
Das heisst ich habe garkeine Möglichkeit auf die Spielzüge meiner Mitspieler zu reagieren, eigentlich sind es ja nichtmal richtige Spielzüge sondern nur wiederholte Einschätzungen meiner Mitspieler bezüglich der dargestellten Geschenke?

Klingt für mich nach einen furchtbar uninteraktiven Spiel, also nicht "Interaktion pur", ganz im Gegenteil.
Kommunikativ hingegen scheint das Spiel ja zu sein, scheint auch Spaß zu machen, aber Interaktion - Aktion, Reaktion und dergleichen sehe ich da nicht...

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ravn

Re: Interaktion pur?! Kommunikation pur, oder was auch immer!

Beitragvon ravn » 10. September 2008, 22:04

Tyrfing schrieb:
>
> Hallo Ralf,
>
> schön dass dir das Spiel gefallen hat.
> Eine Frage habe ich allerdings an dich, du schriebst:
>
> > Interaktion pur.
>
> Was meinst du damit?

Ersetze "Interaktion" durch "Kommunikation" und es passt in Deiner Definition. Interaktion in Brettspielen ist für mich eher ein Zusammenspielen mit den Mitspielern. Also nicht jeder werkelt unabhängig für sich, sondern auch in direkter oder indirekter Beeinflussung und Beachtung der Mitspieler.

Möchte das Spiel jetzt auch nicht auf einen einzigen Begriff reduzieren, den jeder für sich sowieso ganz anders interpretiert, auch weil er in diversen Lebensbereichen ganz unterschiedlich verwendet wird.

Cu/Ralf

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Wolfgang
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Re: GiftTRAP - So macht schenken Spass!

Beitragvon Wolfgang » 11. September 2008, 09:43

Bevor Gift Trap zu Heidelberger gegangen ist, gab es bereits eine deutsche Ausgabe des Originals von Stein Thomsen. Die haben das Spiel in einer deutschsprachigen Miniauflage auf den Essener Spieletagen 2006 verkauft. Hätte mich damals nicht Peter Pasch auf das Spiel hingewiesen, ich wäre achtlos daran vorbei gelaufen ... und hätte das echte Schätzchen glatt verpasst. Wäre schade gewesen.

Seitdem ist Gift Trap in Sachen kommunikatives Spiel erste Wahl. Meine Kritik (aus 2006) über dieses Spiel findet sich hier:

http://spielekritik.blogspot.com/search?q=%2B+Gift+Trap

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Michel
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Re: GiftTRAP - So macht schenken Spass!

Beitragvon Michel » 11. September 2008, 11:18

Nicht Stein-Thomsen, sondern Stein-Thompson.
Deren Ausgabe war nicht übel, krankte aber ein bisschen an der ausschließlich "familiengerechten" Kartenzusammenstellung (aktuell befinden sich endlich wieder ein paar "heikle", daher äußerst witzige Geschenke im Spiel), recht uninspirierten Textübersetzungen und einer ziemlich misslungenen Regel (die zum Teil Texte doppelt und manche noch in englisch enthielt, wenn ich mich recht entsinne).
Die jetzige Heidelberger-Fassung hat neben diesen Verbesserungen auch noch verbesserte Spielmarker, mit denen die zugegeben etwas fummelige Punktevergabe vereinfacht wird.
Nach wie vor gilt aber: mit absolut fremden Leuten kann man GiftTRAP nicht spielen - ein wenig sollte man die Leutchen schon einschätzen können, sonst bleibt ein Großteil des Spaßes auf der Strecke.

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ravn

[PEEP] GiftTRAP - So macht schenken Spass!

Beitragvon ravn » 11. September 2008, 12:42

Hallo Zusammen,

eigentlich eine spontane Fehlbestellung, um keine Versandkosten zahlen zu müssen. Meinte ich doch, die deutsche Ausgabe von "Wits and Wagers" zu kaufen. Ich hatte schlicht beide Spielenamen nach den genialen Videos von www.boardgameswithscott.com verwechselt. Ob ich mir ansonsten GiftTRAP aus den Heidelberger Spieleverlag gekauft hätte, das weiss ich nicht.

Inzwischen kann ich sagen, dass GiftTRAP ein Glücksgriff war. Bisher zwar nur einmal in einer gemischten Fünferrunde gespielt, aber die Spielpartie hat schlicht Spass gemacht - allen Mitspielern. Vergnügt, gelacht, geschmunzelt, sich gewundert, manchmal etwas verblüfft. Ein Spiel, über das man redet. Interaktion durch Kommunikation pur. Was will man mehr?

Ok, wer die nüchtern-strategisch-taktische Herausforderung sucht, der sollte einen grossen Bogen um GiftTRAP machen, oder sich einfach mal auf das Partyspiel einlassen. Allerdings empfehle ich, das Spiel nur in einer Runde von Freunden, Bekannten und generell netten Mitspieler zu spielen. Weil ansonsten könnte das Spiel kippen, wenn man bewusst unbeliebte Geschenke den Anderen reinwürgen will und nur auf Sieg spielt. Bei GiftTRAP ist hingegen - wie bei so vielen Partyspielen - das Spielgeschehen schon Sieg genug. Wer dann schliesslich gewinnt, das ist eher zweitrangig.

Um was geht es? Das ist schnell erklärt. Es werden Geschenkekarten aufgedeckt. Immer eine mehr als die möglichen 3 bis 8 Mitspieler. Vier Wertkategorien stehen dabei zur Auswahl. Jeder schenkt jetzt, verdeckt per Zahlenplättchen realisiert, eines dieser Geschenke an einen Mitspieler, der sich am meisten darüber freuen würde. Da pro Spieler jede Zahl nur einmal vorhanden ist, kann man auch kein einzelnes Geschenk an mehrere Mitspieler verschenken. Da muss man oft abwägen, was auch noch gefallen könnte. Sind alle Mitspieler geheim beschenkt, verteilen noch alle verdeckt mit vier runden Plättchen ihre eigene Gunst (Great, Good, Ok) bis Missgunst (No Way) gegenüber den ausliegenden Geschenken - direkt auf die Geschenke.

Anschliessend wird einzeln Spieler für Spieler aufgedeckt, was er denn toll findet aus der Auswahl. Das gibt ein erstes "Oh" und "Ah", wenn man den Spieler doch ganz anders eingeschätzt hätte. Ein zweites "Oh" und "Ah" folgt, wenn man die für einen selbst gedachten Geschenke-Zahlen-Plättchen der Mitspieler umdreht. Punkte gibts für Beide - Schenker und Beschenkter - wenn man bei der Einschätzung richtig lag. Im Unkehrfall kann man mit einem unliebsamen Geschenk oder bei fehlender Übereinstimmung aber auch Punkte verlieren. Dabei kann man auch ein wenig taktisch spielen, da man die Reihenfolge des Geschenke-Auspackens ( = Geschenke-Zahlen-Plättchen umdrehen) selbst wählen darf und man nicht jenseits des Startfeldes zurückfallen kann. Danach gehts weiter mit dem nächsten Spieler.

Bei mehr als fünf Spielern könnte sich so eine Spielrunde ziehen, bis wieder neue Geschenke zur Auswahl stehen, was ich in der Praxis noch nicht überprüfen konnte. In der Maximalbesetzung von acht Spielern sollte man dann wohl ein wenig Geduld mitbringen. Ein grosser Reiz entsteht halt daraus, was die neuen Geschenkekarten denn so alles zeigen werden. Das muss man abwarten können, ohne in Hektik zu verfallen.

Das Spielmaterial ist über jeden Zweifel erhaben. Fast schon zu kitschig, sehen die farbigen Geschenksäckchen aus, in denen das eigene Material verstaut ist. Einzig die vielen Geschenkekarten sind arg dünn. Aber einmal ausgeteilt auf dem Plan, sind die nicht weiter in Gebrauch, so dass dieses Detail im Grunde kein Manko ist. Die Wertung mit geschenkt-und-beschenkt-Leiste kann anfangs etwas verwirren, aber wenn man da nicht wild durcheinander wurschtelt, sondern dem aktiven Spieler diese Aufgabe überlässt, dann klappt auch das. Dazu kommt, dass die Auswahl der Geschenke redaktionell wirklich gelungen ist. Langeweile kommt da nicht auf, besonders in der preiswertesten Wertkategorie, die einige arg skurrile Geschenke vereint.

Mit den Expertenregeln, bei denen Zusatzkarten ins Spiel kommen, mit denen jeder Geschenke blockieren oder Wertungen verdoppeln kann, haben wir nicht gespielt. Das Spiel braucht meiner Meinung nach diese taktische Zusatz-Komponente nicht.

Fazit: Für gut 22 Euro Versandpreis eine absolute Empfehlung, die auch zusammen mit Nichtspielern zündet. Aber auch für alle übersättigten Vielspieler, die abseits der ausgetretenen Mehrheits-Siegpunkte-Pfade mal wandeln wollen ein echter Kauftipp. Ideal auch zum Verschenken. Eine Stunde Unterhaltung pur, denn schenken und beschenkt werden, das macht - in den richtigen Spielrunden - einfach Spass!

Cu/Ralf

PS: Ersteindruck von oben noch ein wenig erweitert und in Details korrigiert.


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