Anzeige

Hexer von Salem: Erfolgsaussichten, Skalierbarkeit und Informationsaustausch

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Reyk

Hexer von Salem: Erfolgsaussichten, Skalierbarkeit und Informationsaustausch

Beitragvon Reyk » 16. November 2008, 18:54

Hallo,
habe am Wochenende eine Viererrunde (meine erste) spielen können und bei einer Dreierrunde zugeschaut.
Die Viererrunde (mit erfahrenem Erklärbar) war sehr spannend, hat viel Spaß gemacht und endete mit einem äußerst knappen Sieg der Spieler. Bei der Dreierrunde kam Necron nicht in die Gänge, und es wurde ein relativ leichter Sieg. Soweit ich sehen konnte, wurde auch nichts falsch gespielt. Es kamen abwechselnd 1 bzw. 2 Monster. Generell wurden viele Gelegenheiten zum Tauschen oder Schenken genutzt und der Sechste Alte nicht zu früh aufgedeckt (mit dem zusätzlichen Nervenkitzel, ihn auch ja nicht zu spät aufzudecken).
Wie sind eure Erfahrungen im Hinblick auf die Spielerzahl und Erfolgsaussichten? Vielleicht war auch einfach viel Glück dabei (beide Male nur zwei zusätzliche Dimensionsportale im Spiel, Reihenfolge der Monster usw.). Trotzdem überrascht es mich, dass zwei erste Versuche gelingen, auch wenn natürlich im ersten Spiel schon ein erfahrenerer Spieler dabei war (ohne allerdings "alle anderen zu spielen"). Zwei Spiele sind natürlich zu wenig Erfahrung, um gleich die Schwierigkeit zu erhöhen, wie in den Regeln erwähnt. Deshalb - unabhängig von weiteren eigenen Versuchen - mal die Frage nach euren Erfahrungen.
Zwei Sachen, die dabei regeltechnisch interessant sein könnten:
- Sobald fünf Alte aufgedeckt sind: Darf man allen mitteilen, welche Wirkung der Sechste Alte haben wird nach dem Aufdecken (z. B. "Positive Ereigniskarten haben keine Wirkung.")? Ich meine ja, weil man diese Karten irgendwann ohnehin auswendig kennt.
- Informationen über die Dimensionsportale, die man per Brille gesehen hat, darf man nicht weitergeben. Sobald die Runde diskutiert, welche Portale geschlossen werden müssten, hat man natürlich jede Menge Möglichkeiten, indirekt Informationen zu geben und Einfluss zu nehmen, z. B. "Erinnert euch an letzte Runde, als ich dieses Artefakt genommen/verschmäht habe." Ist es praktikabel, denjenigen, der das Portal gesehen hat, komplett aus der Diskussion um dieses Portal rauszuhalten? Vermutlich nicht, weil man die Portale ja oft genug im Ganzen diskutieren muss. Wie handhabt ihr das?
Reyk

Benutzeravatar
Joerg
Kennerspieler
Beiträge: 114

Re: Hexer von Salem: Erfolgsaussichten, Skalierbarkeit und Informationsaustausch

Beitragvon Joerg » 16. November 2008, 21:02

Hallo,
wir haben das Spiel heute das erstemal zu viert gespielt und verloren(nochnicht alle Alten aufgedeckt bis Necron schon zur Ecke durch war). Uns hat das Spiel sehr gut gefallen obwohl wir sonst keine kooperativen Spiele spielen. Wir haben uns eher gefragt ob es nicht sehr schwer ist das Spiel zu gewinnen.
Zu der Portalfrage: Was gibt es denn über die Portale zu diskutieren ? Da ich eh keine Information geben darf. (und will, denn ich schummel ja sonst auch nicht)
Viel Spaß noch
Jörg

Benutzeravatar
Reyk

Re: Hexer von Salem: Erfolgsaussichten, Skalierbarkeit und Informationsaustausch

Beitragvon Reyk » 17. November 2008, 09:37

Joerg schrieb:
> Zu der Portalfrage: Was gibt es denn über die Portale zu
> diskutieren ? Da ich eh keine Information geben darf. (und
> will, denn ich schummel ja sonst auch nicht)

Es gibt immer eine Grauzone, wenn in kooperativen Spielen diskutiert wird, man bestimmte Informationen aber nicht weitergeben darf, z. B. in "Schatten über Camelot". Mein Anliegen ist es gerade, die Grauzone so auszuleuchten, dass im Geist der Regeln gespielt und nicht geschummelt wird.
Verbal ist es nicht so leicht rüberzubringen, was ich meine. Auch gut möglich, dass sich das nach mehreren Spielen nicht als Problem herausstellt.
In der Regelpassage zu den magischen Schaugläsern steht nur, dass man den anderen Spielern nicht sagen darf, was man gesehen hat. Das gibt dem Spiel ein zusätzliches durchaus spannendes Element, den anderen durch schlüssiges Verhalten die Information indirekt weiterzugeben. Interessant wird es dadurch, dass jedes Artefakt zweimal gebraucht werden könnte.
Mal der Versuch ein Beispiel zu konstruieren:
Zwei Portale x und y sind für die Gruppe noch unklar. Ich habe als einziger y (= Mauer) gesehen, x hat niemand gesehen. Von den anderen ist eines verschlossen und die anderen sind durch schlüssiges Verhalten als Mauern identifiziert (die Spieler, die das Portal gesehen haben, haben es nicht verschlossen, obwohl die Möglichkeit dazu bestand). D. h. ein Portal ist auf jeden Fall noch böse, und ich weiß als einziger, dass es x sein muss. Darf ich einem Spieler, der die Möglichkeit hat, das Artefakt für x zu holen, dazu raten? Indirekt sage ich damit, dass ich y als Mauer gesehen habe. Oder muss ich selbst das Artefakt für y einmal nach meiner Schauglasnutzung verschmähen (= schlüssiges Verhalten, aber nonverbal). Und wenn ja: Darf ich die Spieler zu einem späteren Zeitpunkt daran erinnern, dass ich das gemacht habe?
Hoffe, es ist jetzt nicht zu verschwurbelt ...
Reyk

Benutzeravatar
Reyk

Re: Hexer von Salem: Erfolgsaussichten, Skalierbarkeit und Informationsaustausch

Beitragvon Reyk » 17. November 2008, 09:51

Ich habe mal ein bisschen in den Online-Regeln gestöbert und ganz am Schluss noch "Hinweise zur Zusammenarbeit" entdeckt:
"Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass die Spieler zu Beginn jeder Runde ihre Spielzüge diskutieren. Es ist jedoch nicht erlaubt, Informationen über ein angesehenes Portalsplättchen weiterzugeben. Wenn aber die Gruppe zum Ende des Spiels vor der Entscheidung steht, den "Großen Alten" in R'lyeh zu bannen und das Portal an der Universität zu verschließen, ist es durchaus zulässig darauf hinzuweisen, dass es in Arkham noch ein offenes Portal gibt. Umgekehrt darf man auch äußern, dass man selbst kein offenes Portal mehr kennt."
Ok, verbal (und allgemein) also erst, wenn jemand schon in der Uni steht und ein anderer beim Großen Alten. Das Beispiel oben wäre für einen früheren Zeitpunkt dennoch interessant.

Benutzeravatar
Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Hexer von Salem: Erfolgsaussichten, Skalierbarkeit und Informationsaustausch

Beitragvon Ralf Arnemann » 17. November 2008, 10:11

Mit einer Partei Spielerfahrung kann ich nur beschränkt etwas beitragen.
Aber zwei Sachen kann man wohl aus den Regeln ableiten:

Mit vier Spielern ist das Spiel leichter zu gewinnen als mit drei.
Es kommen zwar proportional mehr Monster ins Spiel, aber die übrigen Spielschwierigkeiten bleiben ja gleich und sind mit den zusätzlichen Möglichkeiten des vierten Spielers besser zu lösen.

Ob ein konkretes Spiel schwer oder leicht zu gewinnen ist hängt auch stark vom Glück ab.
Mit der Zahl der Portale und der Verteilung von Monster- und Ereigniskarten gibt es mehrere Stellschrauben, die einen Sieg recht leicht oder ziemlich schwer machen können.
Da es in erster Linie um den Spielverlauf und die Atmosphäre geht, ist das wohl auch kein Manko, daß mal die Anfänger gewinnen und die Fortgeschrittenen verlieren können.

Benutzeravatar
Stone
Kennerspieler
Beiträge: 123

Re: Hexer von Salem: Erfolgsaussichten, Skalierbarkeit und Informationsaustausch

Beitragvon Stone » 17. November 2008, 11:09

Reyk schrieb:
> - Informationen über die Dimensionsportale, die man per
> Brille gesehen hat, darf man nicht weitergeben. Sobald die
> Runde diskutiert, welche Portale geschlossen werden müssten,
> hat man natürlich jede Menge Möglichkeiten, indirekt
> Informationen zu geben und Einfluss zu nehmen, z. B.
> "Erinnert euch an letzte Runde, als ich dieses Artefakt
> genommen/verschmäht habe." Ist es praktikabel, denjenigen,
> der das Portal gesehen hat, komplett aus der Diskussion um
> dieses Portal rauszuhalten?

Ich halte diese Regel für eine ziemliche Krücke weil sie nur zu verkrampften Dialogen führt, die am Ende dann doch darin enden, dass der Spieler die Portalinformation herausgibt (allenfalls kläglich verklausuliert in eine Aussage wie du sie oben zitierst.)

Ich würde die Regel abschwächen, etwa dass der Spieler ein oder zwei Runden lang in keiner Weise über das Dimensionsportal reden darf. Oder dass der Spieler erst darüber reden darf, wenn er in die Universität zurückgekehrt ist. Dann hat man eine klare Zielsetzung und muss nicht um die Frage "Portal oder nicht" herumeiern.

Gruß,
Stone

PS: Ansonsten: Schönes Spiel!

Benutzeravatar
Andreas Keirat

Re: Hexer von Salem: Erfolgsaussichten, Skalierbarkeit und Informationsaustausch

Beitragvon Andreas Keirat » 17. November 2008, 12:51

Reyk schrieb:
>
> Hallo,
> habe am Wochenende eine Viererrunde (meine erste) spielen
> können und bei einer Dreierrunde zugeschaut.
> Die Viererrunde (mit erfahrenem Erklärbar) war sehr spannend,
> hat viel Spaß gemacht und endete mit einem äußerst knappen
> Sieg der Spieler. Bei der Dreierrunde kam Necron nicht in die
> Gänge, und es wurde ein relativ leichter Sieg.

Moin!

Nach zwei Spielen zu zweit und zwei Spielen zu dritt kann ich bislang nur sagen, daß man uns jedes Mal den Arxxx versohlt hat.

Die Necron-Monsterkarte kam immer einigermaßen früh und sorgte dafür, dass die besiegten Monster wieder eingemischt wurden. Dann fehlten uns entweder grüne Plättchen zum Aufdecken der Alten oder blaue Plättchen zum Anschauen der Portale.

Aber wieso zögert ihr das Aufdecken der Alten hinaus? Die Texte werden doch erst dann aktiv, wenn die Jungs bei der Uni sind bzw. nur noch der im Verlies übrig ist...

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de

(man kann ja indirekt sehen, wer der sechste Alte ist, denn auf der Übersichtskarte stehen alle sechs Namen)

Benutzeravatar
Reyk

Re: Hexer von Salem: Erfolgsaussichten, Skalierbarkeit und Informationsaustausch

Beitragvon Reyk » 17. November 2008, 13:26

Andreas Keirat schrieb:
> Aber wieso zögert ihr das Aufdecken der Alten hinaus? Die
> Texte werden doch erst dann aktiv, wenn die Jungs bei der Uni sind bzw. nur noch der im Verlies übrig ist...

Wir haben nicht das Aufdecken der ersten Fünf verzögert. Die natürlich so schnell wie möglich, damit man weiß, welche Gegenstände man für den Sechsten braucht. Die ersten Fünf sind nur in der Uni gefährlich und das kann man eh nicht steuern. Aber bevor der sechste aufgedeckt wird, kann man ja mal gucken, wieviel Felder da noch Zeit ist und was bei welchen Monstern schlimmstenfalls passieren könnte, damit der Text nicht zu früh aktiv wird bzw. nicht zu früh jemand zum Bannen gehen muss. Zwischendurch darf natürlich auch nicht das dafür vorgesehene Buch verloren gehen usw. Sicher ist das nicht in jeder Runde so möglich und manchmal ist man vielleicht einfach nur froh, dass man es rechtzeitig schafft.

> (man kann ja indirekt sehen, wer der sechste Alte ist, denn
> auf der Übersichtskarte stehen alle sechs Namen)

Ja, die Alten inkl. benötigter Gegenstände sind auf der Übersichtskarte, nicht aber der Kartentext. Aber wie gesagt, da man den irgendwann ohnehin auswendig kennen wird ...

Benutzeravatar
Gregor Breckle
Kennerspieler
Beiträge: 648

Re: Hexer von Salem: Erfolgsaussichten, Skalierbarkeit und Informationsaustausch

Beitragvon Gregor Breckle » 17. November 2008, 18:17

Andreas Keirat schrieb:

> Aber wieso zögert ihr das Aufdecken der Alten hinaus? Die
> Texte werden doch erst dann aktiv, wenn die Jungs bei der Uni
> sind bzw. nur noch der im Verlies übrig ist...

Das stimmt so meines Erachtens nicht ganz - laut Regel gilt der Kartentext des sechsten Alten, sobald dieser in R'lyeh aufgedeckt und nicht gebannt ist. Von daher ist der Zeitpunkt des Aufdeckens, zumindst des letzten, durchaus von Bedeutung.

Viele Grüße

Gregor


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 51 Gäste