Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 15. März 2009, 11:44
Beide haben durchaus ihren Reiz, und ich spiele beide gern.
Um sich den Unterschied klar zu machen, kann man etwa an folgendes denken:
- Arkham Horror ist ein Kind der "amerikanischen Regelschule", deren Motto lauten könnte: Wieviel Material und wieviele Regeln kann ich gerade noch in ein Spiel packen, damit in jeder Spielrunde wenigstens Einer ist, der den Überblick nicht völlig verliert?
- Der Hexer von Salem ist ein Kind der "deutschen Regelschule", deren Motto lauten könnte: Was kann ich alles weglassen, so dass noch ein klar erkennbares Konzept übrig bleibt, das mit minimalem Verwaltungsaufwand einen abwechslungreichen Spielablauf ermöglicht?
Es gibt aus meiner Sicht bei der Bewertung dieser beiden Möglichkeiten (die so, wie ich sie oben formuliert habe, natürlich Exteme sind, die wir in dieser Ausschließlichkeit wohl nur in wenigen Spielen umgesetzt finden) keine Trennung zwischen "gut" und "schlecht", sondern es sind unterschiedliche Herangehensweisen an die Entwicklung von Spielen, die allerdings bei Spielern unteschiedlich ankommen mögen.
Wenn du unsicher bist, welches du kaufen willst, und nur eines von beiden in Frage kommt, dann rate ich eher zum "Hexer von Salem": Er wird sich vermutlich mehr Mitspielern leichter erschließen und wegen seiner geringeren Spieldauer ingesamt häufiger auf den Tisch kommen.
"Arkham Horror" erfordert Spieler mit Geduld zum Regel-Erlernen sowie Toleranz gegenüber - sagen wir - kreativen Regelformulierungen in der Anleitung.
Im Unterschied zum "Hexer", der mindestens 2 Spieler erfordert, kann man den "Horror" auch allein spielen.
Ach ja: "Horror" verträgt sich nicht mit kleinen Wohnzimmertischen, mit denen sich der "Hexer" durchaus zu arrangieren versteht.
Mit einem lieben Gruß
Gustav