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Darwinci

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Martin Schlegel
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Darwinci

Beitragvon Martin Schlegel » 11. Februar 2010, 16:38

Mit "Aus gegebenem Anlaß" beginnt so manch ein Behördenschreiben, ist also keine Empfehlung für den Start eines Beitrags. Trotzdem:
Aus gegebenem Anlass stelle ich fest, dass es nahezu unmöglich ist, eine Spielregel für jeden verstehbar zu schreiben. Man schreibt, merkt die Falle gar nicht, und der Spieler liest und bemerkt seinen eigenen Fehler nicht. So heißt es bei Darwinci bei der Schmuckwertung: "Für die Teile, die die gewählte Schmucksorte tragen, ermittelt er den Knochenwert. Hierzu addiert er die Zahlen auf den Schildchen." Zur Verdeutlichung wird das nebenstehende Beispiel erläutert.
Für mich war die Sache klar: Man ermittelt den Knochenwert, indem man die Zahlen auf den Schildchen addiert. Und was machte ein semi-professioneller Vielspieler daraus? Er ermittelte auf irgendeine unbekannte Art den Knochenwert und addierte dazu noch die Zahlen auf den Schildchen.
Da sieht die Darwinci-Welt natürlich ganz anders aus. Für mich ist das Wort "Hierzu" ab sofort in einer Spielregel gestorben.

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Ferdinand Köther
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Re: Darwinci

Beitragvon Ferdinand Köther » 11. Februar 2010, 21:21

Hallo Martin,

wie im richtigen Leben kommt es auch beim Regelschreiben auf die richtige Wortwohl an der richtigen Stelle an - nur kann man bei einer Regel nicht wie beim gesprochenen Wort schnell noch mal nachbessern, deshalb kommt's in einer Regel eben besonders auf Genauigkeit an.

Ganz genaue Grüße,
Ferdi

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raccoon
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Re: Darwinci

Beitragvon raccoon » 11. Februar 2010, 21:27

Hallo Martin,

hat betreffende Person vielleicht "hierzu" mit "hinzu" (also "Hinzu addiert man...") verwechselt und falsch gelesen? Eigentlich finde ich die Formulierung in Ordnung, zumindest hat das in unserer "Beamten-Runde" ;) keine Fragen hervorgerufen.

Gruß

raccoon, der sich bei der Gelegenheit bei Braz für den Beamten-Hinweis bedankt ( http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=227130&t=227017& ) *g*

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Wolfram
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Re: Darwinci

Beitragvon Wolfram » 12. Februar 2010, 09:54

Hierzu nehem ich aus gegebenem Anlass gerne Stellung:-)
Auch wenn fast jeder schreiben kann, kann noch lange nicht jeder schreiben.
Eine Spielanleitung ist eine Sonderform der Bedienungsanleitung und dafür gibt es schon seit einiger Zeit Spezialisten, Expertenwissen und sogar inzwischen ein Studium. Diese technischen Redakteure erstellen Anleitungen für weit kompliziertere, weit gefährlichere Produkte, die auch noch für schwierigere Zielgruppen geeignet sein müssen.

Vieleicht sollte man die Anleitungen, wie inwischen die Grafik und das Marketing, mal den Spezialisten überlassen.


Wolfram

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Michael Weber
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Re: Darwinci

Beitragvon Michael Weber » 12. Februar 2010, 10:39

Wolfram schrieb:
> Auch wenn fast jeder schreiben kann, kann noch lange nicht
> jeder schreiben.

:-)

> Vieleicht sollte man die Anleitungen, wie inwischen die
> Grafik und das Marketing, mal den Spezialisten überlassen.

Ich stehe gerne zur Verfügung *hust*

Zum gegebenen Anlass möchte ich sagen: Ich verstehe nicht, wie man diese (für mich) eindeutige Regel falsch verstehen kann. Allerdings verstehe ich dennoch nicht, wieso das Spiel ... Aber mehr dazu später mal in meiner Rezension ;-)

Michael
(einer von denen, die schreiben können wollen)

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ode

Re: Darwinci

Beitragvon ode » 12. Februar 2010, 11:05

Hi Martin,

ich würde mich nicht allzu grämen. Wie du schon sagst: Niemand wird es schaffen eine Regel zu schreiben, bei denen nicht noch ein paar Regeldetails falsch verstanden werden. Ich denke, dass ist einfach unmöglich. Natürlich sollten Regeln so gut wie möglich sein. Aber irgendwer wird es immer falsch verstehen. Und es wär gar nicht so abwegig, wenn ich das irgendwann mal wieder bin.

Also, lass dich nicht entmutigen. Auch nicht von jemandem wie Wolfram. Das Presileistungsverhältnis von DARWINCI z.B. ist unglaublich gut. Ich würde da lieber auf eine studierte Regelschreibfachkraft verzichten, wenn ich sonst 40¤ zahlen müsste. Und bei Spielen ist es ja auch noch etwas anders: Da muss auch die Struktur didaktisch sinnig sein. Und nicht eine stumpfe Beschreibung der Handhabung des Spielmaterials...

ode.

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Wolfram
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Re: Darwinci

Beitragvon Wolfram » 13. Februar 2010, 10:15

ode schrieb:
...
>
> Also, lass dich nicht entmutigen. Auch nicht von jemandem wie
> Wolfram. Das Presileistungsverhältnis von DARWINCI z.B. ist
> unglaublich gut. Ich würde da lieber auf eine studierte
> Regelschreibfachkraft verzichten, wenn ich sonst 40¤ zahlen
> müsste.
Genauso wie wir gerne auf eine gute Grafik verzichten und dafür weniger bezahlen oder professionellen Druck, auch um weniger zu Bezahlen.
Bei der kaum gegliederten Bleiwüste der Darwinci-Anleitung sieht man ja was rauskommt.
Vielicht sollten die Verleger einfach anhand der Anzahl der Regelfragen ggf. klarere Anleitungen neu auflegen.
Mit der Regel sehe ich Darwinci nicht als Gewinner der Essener Feder.
Aber auch nicht schlechter, als der Durchschnitt der Anleitungen.

>Und bei Spielen ist es ja auch noch etwas anders: Da
> muss auch die Struktur didaktisch sinnig sein. Und nicht eine
> stumpfe Beschreibung der Handhabung des Spielmaterials...
>
Ich wähle mal die höfliche Variante: Schuster bleib bei Deinen Leisten.
Bei Spielen ist es nicht anders als bei allen anderen erklärungsbedürftigen Produkten. "Stumpfe Beschreibung" zeugt von vorgestrigem Wissen über moderne Dokumentation.

Und genauso wie ein professioneller Grafiker die Grafik eines Spiels besser beurteilen kann, so sollte man das den schreibenden Profis auch zubilligen.

BTW: Wenn der Entwicklungsingenieur einer Maschine nicht die beste Wahl ist, um eine Dokumentation zu erstellen; vieleicht sollten Spieleautoren dann auch bei der Spielanleitung fachkundige Hilfe in Anspruch nehmen.

Wolfram

> ode.

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Martin Schlegel
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Re: Darwinci

Beitragvon Martin Schlegel » 13. Februar 2010, 19:24

Na ja, mit der Formulierung, die Darwinci-Regel sei eine Bleiwüste liegt Wolfram wohl weit daneben. Auch wenn ich nicht objektiv sein kann, ich finde die Mischung aus Text und Beispielen schon informativ und gelungen.
So unrecht hat Wolfram doch nicht, wenn er sagt, dass man beim Spielregeltext genau sein muss. Ein Spiel besteht aus Text und Grafik. Ist die Grafik mies, kommt das Spiel sicher nicht gut an, bleibt aber noch spielbar. Beherbergt der Text aber Schnitzer, dann ist Schluss mit lustig. Dann hat das Spiel nur noch Heizwert.
Schönen Sonntag
Martin

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Thomas O.
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Re: Darwinci

Beitragvon Thomas O. » 15. Februar 2010, 11:34

Hallo Martin,

ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, wie man diese Regelpassage missverstehen kann, zumal nirgendwo erklärt wird, wie der Knochenwert anders ermittelt werden kann als
durch Addition der Zahlen auf den Schildchen.

Deine Kommentierung dieses Sachverhaltes bietet dir allerdings schon die Lösung, denn du schreibst: "Man ermittelt den Knochenwert, indem man die Zahlen auf den den Schildchen addiert." Ohne dir einen Vorwurf zu machen, mein erster Gedanke war: Warum nicht gleich so?

Ich oute mich jetzt mal als großer Fan von Konjunktionen. Insbesondere die subordinierenden Konjunktionen (kurz Subjunktionen) erfüllen nicht nur ihre Funktion, indem sie den sachlogischen Zusammenhang zweier Satzteile zweifelsfrei ausdrücken, sondern sind zudem ziemlich elegante sprachliche Mittel und lassen einen Text sanft "fließen". Ich habe es mir unbewusst angewöhnt, zunächst im Fundus der Konjunktionen zu wühlen, wenn ich einen Regelsachverhalt ausdrücken möchte. Meist findet sich da etwas. (indem, damit, womit, so dass, nachdem, wohingegen, bevor, sofern etc.)

Eine weitere Möglichkeit wäre gewesen: "Für die Teile, die die gewählte Schmucksorte tragen, werden die Zahlen auf den Schildchen addiert. Dies ergibt den "Knochenwert"."
Damit ist der Sachverhalt etwas strukturierter und auch chronologisch korrekter ausgedrückt. Denn zuerst addiert man ja die Zahlen, dann hat man den Knochenwert.

Dies nur als gutgemeinte Tipps. Dir und deinem Spiel wünsche ich ganz prächtigen Erfolg!

Hoffe, wir sehen uns bald mal wieder in Köln (am 26.2. bin ich allerdings nicht vor Ort).

Thomas

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Martin Schlegel
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Re: Darwinci

Beitragvon Martin Schlegel » 15. Februar 2010, 14:50

Hallo Thomas,
danke für die Tipps. Ich werde auch mehr Konjunktionen verwenden. Die halten das Problem klein.
Das Problem liegt wohl auch hier darin, dass der Schreiber - ich - gar kein Problem sah. Also war das "Hierzu" ok. Und der Leser sah auch kein Problem und hat deshalb auf das LEsen des Beispiels verzichtet, was ihm sonst die Augen geöffnet hätte.
Das ist ja ein schlechter Anfang: Im Januar konnte ich nicht nach Köln kommen, im Februar du nicht und im März hocke ich noch im Flugzeug.
Versuch also, den Februar freizuschaufeln.
Helau
Martin

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Thomas O.
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Re: Darwinci

Beitragvon Thomas O. » 15. Februar 2010, 15:54

Martin Schlegel schrieb:
>
> Das ist ja ein schlechter Anfang: Im Januar konnte ich nicht
> nach Köln kommen, im Februar du nicht und im März hocke ich
> noch im Flugzeug.
> Versuch also, den Februar freizuschaufeln.

Freischaufeln werde ich am 26.2. einiges - allerdings den Weg nach Trois Vallee in Frankreich, wo es ab 27.2. für eine Woche auf die Piste geht :-)

> Helau
> Martin

DAS nehme ich dir aber übel...

Alaaf!

Thomas (im Herzen - und heute Abend - immer noch Kölner)


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