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Deutsche Ubersetzung

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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JonnyQWG
Spielkind
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Deutsche Ubersetzung

Beitragvon JonnyQWG » 5. Mai 2010, 20:16

Gutenabend,

Mein name ist Jonny de Vries, CEO of White Goblin Games aus Holland. Wie suchen erfahrene Spieler die fur uns diese Monat Zeit haben und Englisher Spielregeln ubersetzen konnen fur uns (es betrifft neue Spiele fur Essen 2010).

Ihr konnt eine Email schicken an info@whitegoblingames.nl wenn Ihr interessiert sind (in Deutsch oder besser in English).

Wir freuen uns auf Ihre Antwort.

Viele spielerische Grüße,
Jonny

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ravn

Re: Laienarbeit

Beitragvon ravn » 5. Mai 2010, 22:19

Hallo,

rein aus Interesse: Darf ich fragen, warum ein international etablierter Verlag keinen professionellen Übersetzer beschäftigt (und dann auch entsprechend bezahlt)?

Letzteres mit der Entlohnung ist nur eine Vermutung, aber wenn ich mir diverse Postings von einigen Hobby-Übersetzern hier im Forum anschaue, ist eine Entlohnung in Form von Brettspielen fast schon üblich, oder?

Ich persönlich finde es ein wenig fragwürdig, wenn Spielefreaks ohne entsprechende Ausbildung aus Spass an der Freude die Aufgaben von Profis erledigen sollen, weil sie einfach billiger entlohnt werden können. Oder gibt es schlicht keine guten professionellen Spielregelübersetzer?

Cu / Ralf

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Niccolo
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Re: Laienarbeit

Beitragvon Niccolo » 5. Mai 2010, 23:15

Grad von einer zufällig gewählten Seite rauskopiert:

"Entweder Abrechnung nach Wörtern: EUR 0.12 bis 0.22 EUR pro Wort oder

Abrechnung nach Zeilen (1 Zeile = 50-55 Schriftzeichen inkl. Leerzeichen zwischen den Wörtern): EUR 1.20 bis 1.76 EUR pro Zeile"

Also ich hab gerade beispielsweise die Regel von Fields Of Fire von GMT her genommen: Anzahl der Wörter: 31465
Das sind so im Mittel EUR 5000.

Sag Du, ob eine Regelübersetzung EUR 5000 wert ist.

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ravn

Re: Laienarbeit

Beitragvon ravn » 6. Mai 2010, 01:01

Niccolo schrieb:

> Also ich hab gerade beispielsweise die Regel von Fields Of
> Fire von GMT her genommen: Anzahl der Wörter: 31465
> Das sind so im Mittel EUR 5000.
>
> Sag Du, ob eine Regelübersetzung EUR 5000 wert ist.

Die entscheidende Frage ist doch, wieviel Budget bei den Verlagen für Regelübersetzungen eingeplant ist. Wenn man da den Null-Kosten-Weg gehen will und zudem ausreichend Freiwillige findet, die sich mit einem Brettspiel aus eigenem Bestand des Werbebudgets abspeisen lassen, dann ist das so.

Trotzdem muss ich das aber nicht gut finden. Warum? Weil das ein Puzzleteil einer Ausbeuter-Mentalität ist, die zunehmend auch in anderen Lebensbereichen greift. Warum sollte ein Arbeitgeber auch mehr Geld als notwendig ausgeben, wenn sich allzu viele mit ihrer Arbeitsleistung schlicht unter Wert verkaufen.

Das Argument, dass mancher Laie sogar bessere Arbeit abliefern kann als die sogenannten Profis, kann sogar wahr sein. Aber dann sollte meiner Meinung nach dieser Laie eher daran denken, sich mit seiner Arbeit (teil-) selbständig zu machen und auch den wahren Wert seiner Arbeit einfordern. Blöd nur, dass es ausreichend andere Laien gibt, die alleine damit zufrieden sind, ihren Namen in einer Anleitung gedruckt zu sehen.

Cu / Ralf

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Grzegorz Kobiela
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Re: Laienarbeit

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 6. Mai 2010, 01:07

Und was ist so verwerflich daran?!

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ravn

Re: Laienarbeit

Beitragvon ravn » 6. Mai 2010, 01:28

Grzegorz Kobiela schrieb:
>
> Und was ist so verwerflich daran?!

Verwerflich? Weiss nicht, ob es das passende Wort dafür ist. Ich finde es nur bedenklich, dass es anscheinend in der Brettspielebranche eine Selbstverständlichkeit ist, einzelne Aufgaben auf kostenneutrale Laien auszulagern.

Schliesslich sprechen wir längst nicht mehr von Fanprojekten, die alleine zum Wohl der Spielergemeinschaft ihre Spielideen als Brettspiele umgesetzt einen möglichst grossen Öffentlichkeit verfügbar machen wollen. Am Ende des Tages wird mit dem Hobby Brettspiele Geld verdient. Wobei die Frage im Raum steht, wer damit wirklich wie viel Geld verdient und wer sich auf dem Weg dorthin unter Wert verkauft ...

Cu / Ralf

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Herbert

Re: Laienarbeit

Beitragvon Herbert » 6. Mai 2010, 07:32

die Frage ist doch: wer ist der Laie?

- der professionelle Übersetzer, der den Text 1:1 rüberbringt und nichts von Spielen versteht.

- der Spieler mit guten Englischkenntnissen, der das Spiel verstehen wird und die in Spielregeln typischen Redewendungen kennt?

es geht hier immerhin um eine Nische, in der letztendlich Kenntnisse in 2 Wissensgebieten erwartet werden.

Gruß aus dem Münsterland
Herbert

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Axel Bungart

Re: Laienarbeit

Beitragvon Axel Bungart » 6. Mai 2010, 08:43

Hallo zusammen,

am meisten überrascht mich an der Diskussion, dass Ihr diese Anfrage als seriös (im Sinne von ernst gemeint) anseht.

Ich hielt das beim Lesen für einen (mittelmäßigen) Scherz. Leider kenne ich den Verlag nicht so gut und auf der HP erhält man keine Infos über Namen.

Gruß
Axel

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Warbear

Re: Laienarbeit

Beitragvon Warbear » 6. Mai 2010, 08:58

Herbert schrieb:
>
> die Frage ist doch: wer ist der Laie?
>
> - der professionelle Übersetzer, der den Text 1:1 rüberbringt
> und nichts von Spielen versteht.
>
> - der Spieler mit guten Englischkenntnissen, der das Spiel
> verstehen wird und die in Spielregeln typischen Redewendungen
> kennt?

Ravn hat die Problematik m.E. schon auf den Punkt gebracht, nur seine Problemlösung (professioneller Übersetzer) ist für mich keine.

Deine Alternative ist sicherlich die bessere. Allerdings sind mir bisher gute deutsche Regeln von solchen Übersetzern auch nur sehr selten über den Weg gelaufen. Vielleicht liegt's ja wirklich an der dürftigen "Bezahlung"?

.

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Felix
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Re: Laienarbeit

Beitragvon Felix » 6. Mai 2010, 09:25

Steht eigentlich irgendwo, dass hier weniger gezahlt werden soll als in der Branche üblich?

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Artalus
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Re: Laienarbeit

Beitragvon Artalus » 6. Mai 2010, 09:48

Ich finde, es gibt recht gute Übersetzer, die Spiele bearbeiten, warum nicht dort zugreifen? Schwer an die rankommen sollte man ja nicht.
Und die Fans da mit einbeziehen ist schön und gut, aber dann sollte auch ein deutschsprachiger Redakteur da nochmal drüber schauen. Und zweifle, dass dies QWG hat.

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Bundyman
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Re: Laienarbeit

Beitragvon Bundyman » 6. Mai 2010, 10:27

Na dafür gibt´s ja auch die Credits am Ende der Spielanleitung. Da ist es schön, wenn man als "User" mit dem Lesen der Anleitung zufrieden war, anschliessend dort den Namen des Übersetzers findet.
Dieser kann sich dann, über neue Aufträge freuen. Und sobald sich die Nachfrage erhöht, erhöht sich fast immer auch der ....?
Ich halte diese Anfrage für zweifelhaft, abgesehen davon, dass man dann auch noch die Qualität der Übersetzung vor der Veröffentlichung prüfen muss.

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f-p-p-m
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Re: Laienarbeit

Beitragvon f-p-p-m » 6. Mai 2010, 11:09

So, dann gebe ich als Laie auch mal meinen Senf dazu:

Ich habe auf eine Anfrage bei BGG geantwortet als ein Übersetzer für die Regeln von "Vasco da Gama" gesucht wurde und erstmal eine Absage bekommen ( vorher hatte ich als reine Fanarbeit die Regeln von "Eve - Conquests" und "San Quentin Kings" übersetzt, wobei ich für "SQK" ein Spiel vom Autor bekam ).

Der ursprünglich von "What´s your Game?" gefundene Übersetzer für "Vasco da Gama" hat sich dann urplötzlich nicht mehr gemeldet und der Verlag hat sich dann doch an mich gewandt. Ich hatte 10 Tage Zeit für die Übersetzung und habe ( es waren ja nur 12 Seiten ) es in drei Tagen geschafft.
Dann wurde das ganze noch von jemand anderem Korrektur gelesen.
Ich habe dafür von "What´s your Game" folgendes erhalten:
"Vasco da Gama"
"Reef Encounter"
"Reef Encounter Erweiterung".

Der Korrekturleser hat "VdG" erhalten.

Warum tue ich das ?

Punkt 1:
Ich bin alleinerziehend und arbeitslos und Brettspiele sind teuer, die Zeit habe ich, aber nicht das Geld.

Punkt 2:
Ich halte mich damit in deutsch und englisch Fit.

Punkt 3:
Größere Firmen suchen erfahrene Übersetzer und wenn ich mehrere Übersetzungen vorweisen kann, dann kann ich evtl. später damit einmal Geld verdienen ( Wunschtraum ).

Punkt 4.
In einer freien Marktwirtschaft regelt sich der Preis durch Angebot und Nachfrage und wenn nicht jeder seine Wohnung selbst renovieren würde, dann würden auch Maler heute nicht für 5 Euro die Stunde arbeiten müssen.

Ob es gefallen findet oder nicht, im Augenblick arbeite ich an der Übersetzung von "Deluges":
http://www.boardgamegeek.com/boardgame/61996/deluges
Ich erhalte auch dafür wieder nur das Spiel und ich werde mich auch sicher auf dieses ( siehe oben ) Angebot wieder melden.

Leider kann ich nicht direkt von französisch / italienisch o.ä. ins deutsche übersetzen und bin darauf angewiesen aus oftmals schlecht gemachten englischen Anleitungen schlau zu werden, da ich aber den Background als Brettspieler habe, bin ich oftmals in der Lage eine Anleitung sinngemäßer zu übersetzen als ein Profi der von der Materie keine Ahnung hat.

Gruß
Frank

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Braz
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[OT] Re: Laienarbeit

Beitragvon Braz » 6. Mai 2010, 11:22

f-p-p-m schrieb:

> und erstmal eine Absage bekommen ( vorher hatte ich als reine
> Fanarbeit die Regeln von "Eve - Conquests"


...was dir im übrigen sehr gut gelungen ist -> Besten Dank nochmal auf diesem Wege ;)

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Grzegorz Kobiela
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Re: Laienarbeit

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 6. Mai 2010, 11:26

Ich denke kaum, dass diejenigen, die sich deiner Meinung nach unter Wert verkaufen, es genauso sehen. Von Ausnutzung kann daher nicht die Rede sein. Im Zeitalter des Internets kann sich jeder einfach informieren, wie viel eine reguläre Übersetzerarbeit wert ist. Wer das nicht tut und sich dann mit einem Brettspiel bezahlen lässt, ist also entweder selber schuld oder will es wirklich so. Da wird keiner ausgenutzt. Von Ausnutzung könnte erst die Rede sein, wenn es absolut unklar wäre, wie viel so eine Übersetzung eigentlich kosten sollte. Dann erst würde das Unwissen des Übersetzers ausgenutzt werden. So kann höchstens die Faulheit des Übersetzers ausgenutzt werden. Das ist dann des Faulen Problem.

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Grzegorz Kobiela
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Re: Laienarbeit

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 6. Mai 2010, 11:37

Ich vermisse in diesem Forum eindeutig das Thumbs-Up-Feature von BGG.

Ich übersetze zwar nicht wie du, Frank, für Brettspiele, sondern lasse mich auch mit 20 Euro pro Seite bezahlen, aber auch das dürfte weit "unter Wert" sein (aus Sicht manch anderen Lesers). Für mich ist das viel Geld und es hält einen fit. Außerdem: Je häufiger man es tut, desto besser wird man. Und auch ich glaube, dass wir Spielekenner bei weitem die besseren Regelübersetzer sind als jeder "Profi" der Welt. Ich durfte mal eine von "Profis" übersetzte Regel korrekturlesen. Der eine oder andere kann sich sicher vorstellen, was das für ein Sauhaufen von Übersetzung war...

Ich sehe nichts Unseriöses an der Anfrage. Das einzige Problem, das sie mit sich bringt, ist, dass sich jeder darauf melden kann, unabhängig seiner Sprachkenntnisse. Da muss der Verlag höllisch aufpassen, ob er nicht den "Falschen" anheuert.

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f-p-p-m
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Re: Laienarbeit

Beitragvon f-p-p-m » 6. Mai 2010, 12:31

Grzegorz Kobiela schrieb:
> Der eine oder andere kann sich sicher vorstellen, was das für
> ein Sauhaufen von Übersetzung war...
>
> Ich sehe nichts Unseriöses an der Anfrage. Das einzige
> Problem, das sie mit sich bringt, ist, dass sich jeder darauf
> melden kann, unabhängig seiner Sprachkenntnisse. Da muss der
> Verlag höllisch aufpassen, ob er nicht den "Falschen" anheuert.

Ich kann es mir vorstellen :-O

Ich denke das sich ein Verlag auch eher selten völlig blind auf so etwas einläßt, oftmals kann man ja wenigstens schon einige Fanübersetzungen als Referenzmaterial vorweisen und auch der Kontakt mit den ( Klein- ) Verlagen läßt oft schon auf die sprachlichen Qualitäten schließen.
Letztendlich sind jedoch die Verlage selbst in der Pflicht, wenn es darum geht die "richtigen" Übersetzer für ihre Regeln zu finden.
Wie ein Verlag sich seine Übersetzer sucht und wie sich die Qualität der Übersetzung auf die Verkaufszahlen auswirkt muß jeder Verlag für sich selbst entscheiden.

Für Ravensburger z.B. würde ich auch nicht für ein Spiel als Lohn eine Übersetzung anfertigen, für einen Kleinverlag hingegen sehe ich das als eine Starthilfe an, die uns womöglich in der Zukunft weitere schöne Spiele beschert.

Gruß
Frank ( or if you prefer Frank )

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Niccolo
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Re: Laienarbeit

Beitragvon Niccolo » 6. Mai 2010, 12:40

ravn schrieb:


Hm... also von wegen "leistungsgerechter Entlohnung" kopier ich jetzt mal aus dem Netz...

Keine Schwarzarbeit liegt vor, wenn nicht nachhaltig auf Gewinn gerichtete Dienst- oder Werkleistungen

* von Angehörigen,
* aus Gefälligkeit,
* im Wege der Nachbarschafts- oder Selbsthilfe

erbracht werden.

(Quelle: http://www.thueringen.de/de/tmwat/wirtschaft/wirtschaftsverwaltung/bekschwarzarbeit/nschwarz/ )


> Blöd nur, dass es ausreichend andere Laien gibt, die
> alleine damit zufrieden sind, ihren Namen in einer
> Anleitung gedruckt zu sehen.

Ja, damit begnügen sich i.d.R. auch die Tester - und ernsthaft ausgeführt, ist/wäre das auch regelrecht Arbeit.
Aber hier wird ja viel lockerer geschludert als beim gerade beklagten unprofessionellen Übersetzen (imho! imho!! imho!!!)

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Niccolo
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Re: Laienarbeit

Beitragvon Niccolo » 6. Mai 2010, 12:44

Grzegorz Kobiela schrieb:

> Das einzige
> Problem, das sie mit sich bringt, ist, dass sich jeder
> darauf melden kann, unabhängig [...]

Was ja im Vorhinein bei jeder Jobausschreibung so ist - selbst wenn sie Ansprüche auflistet.

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drfunk

Re: Laienarbeit

Beitragvon drfunk » 6. Mai 2010, 20:05

Als ich Student war, habe ich für Heidelberger Arkham Horror übersetzt. Zu dieser Zeit hatte ich nicht viel Geld, so dass ich pro Übersetzung von ca. 40 Seiten mir 5-6 Spiele ausgesucht habe. Der Stundenlohn lag sicherlich unter 5¤. Damals war das für mich in Ordnung, heutzutage ist meine Freizeit kostbarer und daher habe ich "gekündigt". Für meine Englischkenntnisse war das harte Arbeit und dank leo.org hat es ja einigermaßen geklappt.
Doch zurück zur Entlohnung:
Der Versuch war da, mich zuerst mit einem oder zwei Spielen "abzuspeisen". Wenn man bedenkt, dass es sich um Presseexemplare handelte, die dann von der Steuer auch noch abgesetzt werden konnten, fand ich das doch eher fragwürdig. Da ließ ich mich aber nicht darauf ein, so dass ich denke, dass beide Parteien einen guten Schnitt gemacht haben. Ich bin also dankbar für diesen Deal!
Jeder muss selbst entscheiden, wann er sich ausgebeutet fühlt und wieviel Spaß er bei der Sache hat, was ja ein besserer Lohn sein kann als Euros. Daher ist die Anfrage nicht unseriös. Unseriös wäre es meines Erachtens, wenn der Übersetzer nicht das erhält, was er für sich als Lohn als angemessen empfände. Wenn der Verlag das nicht bieten kann/will, muss man einfach nur "nein" sagen und fertig.

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akademiker
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Re: Laienarbeit

Beitragvon akademiker » 6. Mai 2010, 21:55

hi,

ich finde, eine Regel schreiben, ist schon schwer und gelingt selbst Autoren nicht immer gut. Diese dann so zu übersetzen, dass sie in der entsprechenden Sprache verstanden wird, ist ebenfalls nicht ohne.

Ein Übersetzungsbüro wird wörtlich übersetzen und sich weniger mit dem Spiel befassen:

Ein Spieler wird umgekehrt das richtige Spielverständnis haben, aber mehr Mühe mit dem fremdsprachlichen Teil haben.

Ein "Spielregel - Übersetzer" isr demnach eine Art Spezialist und verdient auch eine Lobby. Deshalb möchte ich Dich, Frank (f-p-p-m) und andere Interessierte einladen, mit mir Mailkontakt aufzunehmen und zu überlegen, wie man das Thema in der Spiele-Akademie bündeln und ausbauen kann und inwieweit wir Euch ein "Gesicht" und den Verlagen eine gute Anlaufstelle für solche Anfragen bieten können.

Gruss, Jens

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Reyk

Re: Laienarbeit

Beitragvon Reyk » 7. Mai 2010, 11:26

akademiker schrieb:

> Ein Übersetzungsbüro wird wörtlich übersetzen und sich
> weniger mit dem Spiel befassen:

Dann arbeitet es eben nicht professionell. Die Vorstellung, dass der Übersetzer ein Sprachjongleur ist, der sich mit der jeweiligen Materie nicht befasst, scheint ja weit verbreitet. Sicher mag es da schwarze Schafe geben, zumal sich jeder Übersetzer nennen darf (Berufsbezeichnung ist nicht geschützt).
Die Auseinandersetzung mit der jeweiligen Materie, bevor überhaupt sprachliche Überlegungen angestellt werden, ist das A und O jeder Übersetzerausbildung.
Ein guter Übersetzer übersetzt gerade nicht "wörtlich".
Reyk (gelernter Übersetzer, aber derzeit nicht als solcher tätig)

Thygra
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Beiträge: 3154

Re: Laienarbeit

Beitragvon Thygra » 7. Mai 2010, 14:17

Trotzdem ist ein professioneller Übersetzer ohne Spielerfahrung nur selten gut geeignet, um eine Spielanleitung zu übersetzen ...
André Zottmann (geb. Bronswijk)
Thygra Spiele
(u. a. für Pegasus Spiele tätig)

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Maarten
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Beiträge: 29

Re: Laienarbeit

Beitragvon Maarten » 8. Mai 2010, 10:41

Niccolo schrieb:
> Also ich hab gerade beispielsweise die Regel von Fields Of
> Fire von GMT her genommen: Anzahl der Wörter: 31465
> Das sind so im Mittel EUR 5000.
>
> Sag Du, ob eine Regelübersetzung EUR 5000 wert ist.

Warum denn nicht? 31465 Wörter übersetzen sich nicht wie von selbst. Leute die ihr Geld mit das Übersetzen von Romanen (die noch viel mehr Wörter enthalten, 250.000 ist keine Ausnahme), werden auch pro Wort bezahlt. Sag Du denn, ob eine derartige Übersetzung sein Geld wert ist---bedenke aber wieviel Zeit ein derartiges Unternehmen kostet, und dass die Rechnungen sich in der Zwischenzeit einfach aufhäufen werden.

Das Problem, indem es irgend ein gibt, ist dass man selten erkannt dass übersetzen viel Zeit, bzw. Geld kostet. Dass es sich um einen unbekannten Wargame handelt, ist völlig egal. Wörter sind Wörter, nicht mehr, nichts weniger.


Maarten

Thygra
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Re: Laienarbeit

Beitragvon Thygra » 8. Mai 2010, 12:12

Da sind wir wieder bei der Definition des Begriffs "Wert". Mag sein, dass die Übersetzung für den Übersetzer 5.000 Euro wert ist. Der Verlag muss anders rechnen: Kann er durch die Übersetzung einen Mehrgewinn generieren, der diese 5.000 übersteigt. Das ist bei fast allen Spielen sehr unwahrscheinlich. Also ist die Übersetzung für den Verlag keine 5.000 wert.

By the way: Die genannten Zahlen sind sowieso zu hoch gegriffen. Man findet durchaus professionelle Übersetzer, die sowohl spielerfahren sind als auch weniger als 1 Euro pro Zeile verlangen.
André Zottmann (geb. Bronswijk)
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(u. a. für Pegasus Spiele tätig)


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