Beitragvon Volker L. » 12. August 2010, 15:15
Bundyman schrieb:
>
> Betrug (...) kommt ja erst dann in's Spiel, wenn Details
> zu diesem Handel, nicht mitgeteilt werden. Und erst dann
> fühlt man sich als Kunde über den Tisch gezogen.
Ich erlaube mir, anderer Ansicht zu sein :-)
Solche Verhandlungsspiele (allgemein ausgedrückt) laufen
doch letztlich immer so ab, dass der Zugspieler die Pflicht
oder Option hat, eine Aktion zu machen, von der ein oder
mehrere andere Spieler profitieren. Damit er das tut (bzw.
um zu beeinflussen, wem er nutzt), bieten ihm die anderen
Spieler Geld, Siegpunkte oder eine sonstige Gegenleistung.
Das natürliche Bestreben des Zugspieler ist es nun, den
Preis dafür so hoch anzusetzen, dass er stärker davon
profitiert als der "Kunde", welcher wiederum versuchen
wird, durch Verhandlungen den Preis soweit zu drücken,
dass er selbst stärker profitiert als der Zugspieler.
Ja ich weiß, manche mögen jetzt argumentieren, dass beide
sich auch auf einen "fairen" Preis einigen könnten, bei
dem beide ungefähr gleich profitieren, weil sie damit
gegenüber den anderen Spielern einen Vorteil erringen.
Das kommt zwar vor, aber IMHO eher als Randerscheinung.
Trotzdem wollen wir das berücksichtigen und obigen Satz
ein wenig umformulieren: Beide Seiten schätzen den Wert
der Leistung ein und hoffen darauf, dass der Kontrahent
sich dabei zu seinen Ungunsten verschätzt. Und sicherlich
werden sie auch versuchen, dies durch geschickte
Argumentation zu beeinflussen ("Wenn ich das mache,
bekommst Du 7 Geld, ich selbst musste aber bereits 2 Geld
investieren, um überhaupt Zugspieler zu werden, also
solltest Du mir schon 4 zahlen, dann machst Du unterm
Strich immer noch 1 Geld mehr Gewinn als ich").
Und das ist natürlich in keinster Weise Betrug im
juristischen Sinn, dennoch der Versuch des Über-den-
Tisch-ziehens.
GRuß, Volker