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SDJ - die Nominierten

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Michael Knopf

SDJ - die Nominierten

Beitragvon Michael Knopf » 2. Juni 2000, 15:58

Tusch! Ungefähr von halb acht heute Abend an werden die drei für den Titel nominierten Spiele an den üblichen Stellen zu erfahren sein: www.siegpunkt.de und/oder www.spiel-des-jahres-org
Gruß,
Michael

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Marco

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Marco » 2. Juni 2000, 16:31

wir sind gespannt...
Tadsch Mahal, Kardinal u. König, Carolus Magnus, la Città und Torres ... ev. sogar Vinci ??? Ich hoffe "DIE 3" sind in meiner Liste dabei !?!?!?!?!?!
Marco

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Erhard Portner

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Erhard Portner » 2. Juni 2000, 19:49

Herzlichen Glückwunsch an Winning Moves für Carolus Magnus !

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Stephan Zimmermann

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Stephan Zimmermann » 2. Juni 2000, 22:07

Hm, etwas merkwürdige Entscheidung.
Kann man irgendwo nachlesen, wie Ihr zu der Auswahl
gekommen seid?
Stephan (will es nachvollziehen)

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Markus N.

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Markus N. » 2. Juni 2000, 22:11

Ich bin ganz Stephans Meinung. Ich kann das einfach auch nicht nachvollziehen. La Citta, Vinci, Tadsch Mahal, Kardinal & König wären zumindest für Carolus Magnus und Torres sinnvoller gewesen. Ich hab an KMW und Knopf schon eine Anfrage gestellt.

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Mario

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Mario » 2. Juni 2000, 23:15

Eigentlich ist es ganz einfach:
"Ohne Furcht und Adel" ist das Alibi-Spiel, das zeigen soll,
das auch ein billiges Kartenspiel (ich meine hier nur den Preis) beim SdJ etwas werden kann.
"Torres" ist ein bischen wie Tikal und die Bestätigung, dass die Wahl im letzten Jahr richtig war. Es beweist auch, dass ein abstraktes Spiel mit sehr nüchterner Grafik es unter die besten drei schafft.
"Carolus Magnus" wird Spiel des Jahres. Es ist das ideale
Familienspiel, weil jeder Depp es durch Zufall gewinnen
kann.
Die anderen Spiele waren zu schön, zu taktisch und zu
komplex.
Es bleibt nur noch eines zu klären: Warum interessiert es
noch einen Spieler oberhalb eines Alters von 8 Jahren, was die Jury treibt?

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Michael Schramm

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Michael Schramm » 2. Juni 2000, 23:25

Für mich stellt sich eine ganz andere Frage: wer zum Teufel nochmal interessiert sich für so ein selbstgefälliges Geschwäztz? Falls Dir die Entscheidung der Jury nicht passt, bitte schön, da ist jeder völlig frei. Aber diese Überheblichkeit finde ich echt zum Kotzen!
Michael

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Mario

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Mario » 2. Juni 2000, 23:50

Du meinst also, jeder darf eine Meinung haben, er soll sie nur gefälligst für sich behalten?
Die überhebliche Jury hält es nicht für nötig, ihre Entscheidungen sachlich zu begründen. Ihre göttlichen Ratschlüsse (und in ihrer Wirkung sind sie nicht zu unterschätzen) treffen wie Blitze das gewöhnliche Volk.
Was bleibt uns gewöhnlichen Spielern also anderes übrig, als durch jahrelange Beobachtung der Auswahl der Jury aus der Gesamtheit der Spieleveröffentlichungen Schlüsse zu ziehen?
Ich hatte schon vorher z.B. den Leuten von alea prophezeit, das ihre Zielgruppe nicht die Zielgruppe der Jury ist und ausserdem, dass Vinci nicht die Spur einer Chance hat. Tut mir leid, hier nicht überrascht worden zu sein.

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Carsten

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Carsten » 2. Juni 2000, 23:58

Du mußt nicht immer alles nachvollziehen können. Das ging all' die Jahre nicht, warum soll es jetzt auf einmal gehen.
Carsten (spielt gern Knizia)

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Carsten

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Carsten » 3. Juni 2000, 00:01

> Es bleibt nur noch eines zu klären: Warum interessiert
> es noch einen Spieler oberhalb eines Alters von
> 8 Jahren, was die Jury treibt?
Das ist wohl wirklich die entscheidende Frage. Vermutlich weil wir alle denken - ich schließe mich da dummerweise auch nicht aus - wir könnten es besser.
Carsten (unschlüssig)

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Dietmar

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Dietmar » 3. Juni 2000, 00:26

Die beste Massnahme wäre, wenn die Verlage darauf verzichten würden, das SdJ-Logo auf den Schachteln anzubringen. Es würde sich ziemlich bald niemand mehr für den Preis interessieren und die Jury könnte sich auflösen.
Ausserdem sollten wir dafür sorgen, dass der Deutsche Spiele Preis bekannter wird. (Der hat zwar 1999 auch Tikal prämiert, fällt aber fundierte Entscheide - und hat eine grössere Journalisten-Jury...)

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Michael Schramm

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Michael Schramm » 3. Juni 2000, 00:27

Das Du Deine Meinung jederzeit kundtun darfst, werde ich Dir bestimmt nicht absprechen. Aber aus Deinen Beiträgen trieft eine Oberlehrermentalität, die mir einfach gegen den Strich geht. Du hast also schon im Vorfeld "den Leuten von alea prophezeit, dass ihre Zielgruppe nicht die Zielgruppe der Jury ist und ausserdem, dass Vinci nicht die Spur einer Chance hat." Aus der Entscheidung der Jury kann ich nicht ablesen, wer welche Zielgruppe hat, sondern nur, welche Spiel offensichtlich die Mehrheit der Juroren auf sich vereinigen konnten. Alles andere ist Kaffeesatzleserei und fürt zu garnichts. Durch die Aufnahme auf die Auswahlliste hat die Jury sehr wohl ihre Wertschätzung von TADSCH MAHAL ( das ich übrigens sehr gern spiele!) und VINCI (dito!) unter Beweis gestellt. Im Endeffekt kann man aber nur drei Spiele nominieren und nur ein Spiel mit dem Titel auszeichen, so sind nun einmal die Regeln. Diskutieren können wir sicher über eine solche - sicherlich subjektive!!- Entscheidung, ich habe nur keine Lust auf das ewige " ich hätte aber eine bessere Entscheidung gefällt, weil ich mehr Ahnung habe" -Getöne. Um es klar und deutlich zu sagen: für mich ist die Jury "Spiel des Jahres" einer der maßgeblichen Katalysatoren des Spielbooms der letzten 20 Jahre in Deutschland, ihre Sachkompetenz steht nicht in Frage und ihre preisgekrönten Spiele sind - mit wenigen Ausnahmen - zu Dauerbrennern auf den Spieltischen geworden. Ich schreibe selbst seit mehreren Jahren Rezensionen im Spielbereich und führe seit gut 15 Jahren professionelle Spielseminare durch, die Auswahl der Jury deckte sich zu großen Teilen mit der Vorliebe unserer Teilnehmer für bestimmte Spiele. Du bist herzlich eingeladen, einmal an diesen Seminaren teilzunehmen.
Nice dice
Michael

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Helmut
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Beiträge: 1529

Wieder kein Knizia!!

Beitragvon Helmut » 3. Juni 2000, 00:54

Ich bin dergleichen Meinung. Der DEUTSCHE SPIELE-PREIS sollte populärer gemacht werden! Dass Knizias TADSCH MAHAL wieder nicht für auszeichnungswürdig gehalten wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Für den HiG-Verlag freut es mich, obwohl bei uns der Spiel-Spaß bei "Ohne Furcht und Adel" etwas verhalten ist, weil wir es selten in Vollbesetzung spielen können.
Für Winning Moves freut es mich ebenso, allerdings habe ich CM noch nicht gespielt. TORRES hat mir sehr gut gefallen, ist aber irgendwie abstrakter als TM. Wir haben heute abend LA CITTÀ gespielt. Ein Super-Spiel, leider zu komplex und daher als SdJ nicht geeignet. FÜRSTEN VON FLORENZ gefiel uns auch sehr gut, aber die sind - aus welchem Grund auch immer - gar nicht auf der Liste erschienen.
Ich warte also auf TAdsch Mahal als Nr. 1 beim Deutschen Spiele-Preis!
VG
Helmut

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Mario

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Mario » 3. Juni 2000, 01:11

Ich halte die Entscheidung der Jury nicht für subjektiv, sondern lese aus dem Kaffeesatz, dass hinter den Entscheidungen der Jury verdeckte Kriterien stecken. Wie die Spieleszene heute ausähe, wenn wir auf die SdJ-Jury hätten verzichten müssen, wage ich dagegen nicht abzuschätzen.
Ich sage auch nur, dass ich eine andere Entscheidung getroffen hätte, weil meine Interessen nicht die Interessen der Jury sind.
Die Idee eines "professionelen Spieleseminars" finde ich lustig. Bist Du dort Oberlehrer für das Fach "Spielen"?
Was lernt man dort?

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Michael Schramm

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Michael Schramm » 3. Juni 2000, 02:08

Da ich den Eindruck bekomme, dass Du an einer sachlichen Diskussion nicht wirklich interessiert bist, ist für mich an dieser Stelle auch kein weiterer Anreiz für eine Fortführung des Gesprächs gegeben. Dann häng eben weiter Deinen Verschwörungstheorien nach, viel Spaß noch!
Michael

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Erhard Portner

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Erhard Portner » 3. Juni 2000, 07:21

Ich halte die Entscheidung der Jury für gerechtfertigt!
Festzuhalten ist zunächst einmal, dass der diesjährige Spielejahrgang ausgezeichnet ist. Die Jury ist dem durch die Auswahl der 12 Spiele auch weitgehend gerecht geworden. Wobei es sicherlich noch eine weitere Hand voll Spiele gibt, die ebenfalls ausgesprochen gut sind. Hätte man wirklich alle erwähnen wollen, hätte die Auswahlliste ein noch nie erreichtes Ausmaß erreicht.
Die Bewertung eines Spieles ist auch immer subjektiv. Darüber muss und sollte man sich im Klaren sein.
Bei der nunmehr erfolgten Nominierung von drei Spielen sind "Torres" und "Carolus Magnus" ganz ausgezeichnete Spiele, die beide würdige Preisträger wären.
"Torres" erachte ich von der Spielmechanik her als für noch besser und stringenter im Spielablauf als der Preisträger des letzten Jahres "Tikal". ("Tikal" gefiel vieleicht mehr in Grafik und Umsetzung des Themas.) Beide Spiele tragen jedoch die gleiche Handschrift.
Wolfgang Kramer und Michael Kiesling, die Preisträger des letzten Jahres, mögen verzeihen, wenn ich trotz ihres zweifellos ausgezeichneten Spiels für eine Preisvergabe in diesem Jahr an "Carolus Magnus" plädiere.
Ich habe hier im SpielerForum bereits zu einem früheren Zeitpunkt - vor Bekanntgabe der Auswahlliste - auf die Preiswürdigkeit des Spiels hingewiesen. Das Spiel wurde im SpielerForum heiß diskutiert, wie kaum ein anderes Spiel je zuvor. Die Meinungen reichten von der Beurteilung als "reines Glücksspiel" bis zu der Bewertung als knallhartes Strategiespiel, das keine Spielfehler verzeihe. Schon das spricht doch sehr für die Güte des Spiels.
"Carolus Magnus" ist in seinem Regelwerk klar strukturiert und verlangt danach, im Spielverlauf immer wieder eine Balance zwischen Glück und Strategie zu finden. Damit hat es einen ungeheuren Aufforderungscharakter. Und das macht den großen Reiz des Spieles aus. Es ist darüber hinaus, vom Spielmaterial her gesehen, ausgesprochen schön und befriedigt somit auch den Spieleästheten in uns.
Abgesehen davon, dass mit einer Preisverleihung die Arbeit des Autoren Leo Colovini und die eines noch jungen Spieleverlages die verdiente Anerkennung finden würden, wäre "Carolus Magnus" ein würdiger Preisträger und eine sehr gute Kaufempfehlung für das breite Publikum, das ja die Zielgruppe der Jury sein sollte. Eine Anschaffung des Spieles dürfte der Kunde sicherlich nicht bereuen.
"Carolus Magnus" hat das Zeug zum Klassiker!
Mit verspielten Grüßen
Erhard Portner

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Rüdiger E. Beyer

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Rüdiger E. Beyer » 3. Juni 2000, 09:22

So, wie ist es denn nun?
Die Auswahlliste war keine Nominierungsliste, weil bewußt auch Titel ausgewählt wurden, die niemals SdJ werden würden. (Zitat aus der Jury)
Jetzt haben wir aber eine Nominierung....oder doch nur die Auswahlliste der Auswahlliste?
Glaubt wirklich jemand, daß die 3 Titel gleichberechtigte Chancen haben?
REB

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Harald Schrapers

Dt. Spiele Preis (was: re: SDJ - die Nominierten)

Beitragvon Harald Schrapers » 3. Juni 2000, 11:05

>Ausserdem sollten wir dafür sorgen, dass der Deutsche Spiele Preis bekannter wird. (Der hat
>zwar 1999 auch Tikal prämiert, fällt aber fundierte Entscheide - und hat eine grössere
>Journalisten-Jury...)
Na und. Diese Journalisten-Jury hat im letzten Jahr auf die ersten drei Plätze gesetzt: Tikal, UP und Giganten. Und die SdJ-Journalisten-Jury: Tikal, UP und Giganten. Eine Begründung dafür hat keine der Jurys abgegeben.
Nachvollziehbar finde ich die Entscheidungen trotzdem.
Und wir werden auch in diesem Jahr sehen: Der Dt. Spiele Preis wird zu 80 bis 90 Prozent die gleichen Spiele vorn sehen, die auch die SdJ-Jury prämierungswürdig fand.
Ciao
Harald

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KMW

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon KMW » 3. Juni 2000, 11:27

Hallo Markus,
ich hab's hier im Forum schon einmal gesagt: Ich weiß nicht, wie Du darauf kommst, aber ich bin kein Mitglied der Jury.
Knut

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Harald Schrapers

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Harald Schrapers » 3. Juni 2000, 11:34

Die einzige Möglichkeit, die Entscheidung nachzuvollziehen - außer man belässt es bei (fundierter) Spekulation - wäre ein Blick auf die Spielerezensionen der Jurymitglieder. Denn die Jury ist kein Geheimbund, sondern es sind laut Satzung JournalistInnen. Folglich sind ihre Meinungen und Einschätzungen öffentlich.
So kann ich die Auffassungen eines Michael Knopf, den ich in der Süddeutschen Zeitung und der spielbox nachlesen kann, gut nachvollziehen.
Bei anderen Juroren ist das nicht so einfach: weil ich die entsprechenden Veröffentlichungen nicht oder nur teilweise kenne.
Es wäre also toll - und würde die Transparenz verbreitern - wenn auf der SdJ-Jury-Homepage wieder versucht würde, die Rezensionen der Mitglieder zu veröffentlichen.
Ciao
Harald

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Harald Schrapers

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Harald Schrapers » 3. Juni 2000, 11:36

Lieber Knut,
du wirst dich ja wohl nicht aus der Verantwortung stehlen?
Du stellst dieses Diskussionsforum der Szene zur Verfügung - und bist folglich der BOTE der schlechten Nachricht.
;-)
Gruß aus Duisburg
Harald

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Alf

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Alf » 3. Juni 2000, 12:28

: Das Spiel wurde im SpielerForum heiß diskutiert, wie kaum ein anderes Spiel je zuvor.
: Die Meinungen reichten von der Beurteilung als "reines Glücksspiel" bis zu der Bewertung
: als knallhartes Strategiespiel, das keine Spielfehler verzeihe.
: Schon das spricht doch sehr für die Güte des Spiels.
Spaßiges Argument. Da kannst du auch gleich schreiben "einige Spieler im Forum fanden CM toll, andere sturzlangweilig. Schon das spricht für die Güte des Spiels"
: Ich habe hier im SpielerForum bereits zu einem früheren Zeitpunkt - vor Bekanntgabe der Auswahlliste -
: auf die Preiswürdigkeit des Spiels hingewiesen.
Seufz, ich wäre auch gerne so schlau wie du ...
CU,
Alf

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K.Burgwedel

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon K.Burgwedel » 3. Juni 2000, 12:54

Das wäre aber nur aufschlußreich, wenn jedes Jury-Mitglied zu jedem Spiel etwas geschrieben hätte. das ist aber nicht der Fall - also bleibt doch noch einiges im Dunkeln.
Gruß
Karsten

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K.Burgwedel

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon K.Burgwedel » 3. Juni 2000, 12:57

Ich kenne aber Kunden, die es jetzt schon bereut haben!

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Detlef Lammertz

re: SDJ - die Nominierten

Beitragvon Detlef Lammertz » 3. Juni 2000, 13:58

Wiederholt habe ich mich auch über das Spiel des Jahres geärgert. Ich nenne nur als Beispiele „Bluff“ oder „Barbarossa“. Inzwischen mußte ich aber einsehen, dass nicht das beste Spiel des Jahres gewählt wird, sondern das am besten einer möglichst großen Anzahl empfehlbare Spiel des Jahres.
Dies meine ich grundsätzlich erst einmal nicht negativ. Ich schätze, dass von den ausgezeichneten Spielen ca. 100.000 bis mehr als 1 Million Spiele verkauft werden. Ich meine, den Geschmack dieser Leute muß die Ernennung treffen. Die Leute sehen das Spiel des Jahres und kaufen es für ca. 30 – 50 DM, obwohl sie oft von dem Spiel nichts wissen, eben weil es den „SdJ“-Aufkleber hat. Es ist nur recht, wenn die Leute für ihr gutes Geld, ein von Ihnen oder den Beschenkten als gut empfundenes Spiel bekommen.
Deshalb stelle ich mir manchmal vor „1830“ oder „Civilization“ gäbe es noch nicht und würden neu auf den Markt kommen. Hier sehe ich für mich ganz klar, dass es tolle Spiele sind, aber als Spiel des Jahres aufgrund von Dauer und Komplexität nicht in Frage kommen sollten. Dies wären Kandidaten für den „Deutschen Spielepreis“.
Bis jetzt könnte es sich so anhören, als wenn ich inzwischen ein Verfechter der jeweiligen Entscheidungen der Jury bin. Dies ist aber ganz und gar nicht der Fall. Denn die von mir geschätzte Zahl der verkauften „SdJ“-Spiele zeigen mir ganz deutlich, dass vielleicht 100-300-tausend Spiele nur wegen des Aufklebers gekauft werden (je nach Verlag und Aufmachung). Werden aber weitaus mehr Spiele verkauft, denke ich, dass die Wahl wirklich ausgezeichnet war, denn dann haben die, die es gekauft haben, weiter empfohlen und die, die es bei anderen gespielt haben, sich selbst gekauft. Das hervorragendste Beispiel hierfür ist „Die Siedler von Catan“. Viele Kriterien, die dieses Spiel erfüllt, sehe ich als richtig für ein „Spiel des Jahres“ an. Kommunikativ, schönes Spielmaterial, ansprechendes Thema, interaktiv, insgesamt hoher Wiederspielwert. Deshalb fand ich letztes Jahr „Tikal“ nicht die erste Wahl (lange Wartezeiten, nicht kommunikativ und interaktiv).
Mein Vorschlag wäre es also, das „Spiel des Jahres“ nicht unter der Fragestellung: Ist es das beste Spiel des Jahres zu diskutieren, sondern sich zu fragen: Ist es das beste Spiel des Jahres für eine Gruppe von 100.000 Spielern, die es dann toll finden und weiterempfehlen? Allerdings möchte ich die Frage, was wäre, wenn es „Mensch ärgere dich nicht“ noch nicht gäbe und neu erfunden würde, nicht beantworten.


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