Beitragvon Thomas Rosanski » 11. Oktober 2000, 17:27
Hallo,
Wolfgang Ditt hat Romans Frage schon ausführlich und gut beantwortet. Ich will nur einen Begriff richtigstellen, der heutzutage, wo Englisch fast schon Muttersprache in Deutschland ist, oft falsch benutzt wird.
>2. Damit ein Verlag ein Spiel veröffentlichen kann,
> muss er vertraglich zugesichert das Copyright
> (wortwörtlich: Vervielfältigungsrecht) haben. Heute
> lassen sich die Verlage durchaus vorsorglich das
> Copyright auch für die elektronische Umsetzung geben.
Ich bin zwar kein Jurist, aber soweit ich weiss, gibt es in Deutschland (rechtlich gesehen) kein Copyright. Stattdessen gibt es ein Urheberrecht (nein, dass ist nicht dasselbe!). Das Urheberrecht liegt IMMER bei dem Autor, es ist NICHT übertragbar. Der Urheber darf alleine über die Verbreitung entscheiden, und kann Dritten das Recht einräumen, sein Werk zu nutzen, zu vervielfältigen u.s.w.. Meistens wird die Vereibarung über die Nutzung dem Verlag exklusive Rechte einräumen, weil sonst könnte der Autor das gleiche Spiel auch anderen Verlagen anbieten. Sollte der Verlag erlischen, so verfallen die exklusiven Nutzungsrechte und der Autor kann wieder frei über die Verbreitung entscheiden. (Im Gegensatz dazu kennt man in Amerika nur das "Copyright", welches erstmal beim Autor liegt, welches aber übertragbar ist.)
> [...]
>Dort musst du die Genehmigung einholen (normalerweise
> schriftlich).
Die Schriftform ist nicht zwingend notwendig. Ist nur schwerer nachzuweisen, dass man sich mündlich geeinigt hat.
> musst du klären, wer die Rechte hat (Autor, Verlag).
wie gesagt:
Autor hat Urheberrechte.
Verlag hat i.d.R. Nutzungsrechte.
Daher würde ich mich immer zuerst an den Verlag wenden.
Ausserdem würde ich mich VOR der Implementierung an den Verlag wenden, eventuell hat der Verlag gewisse Auflagen (bezüglich Grafiken, Darstellung, Spielablauf, Regelvarianten etc.), die sich bei einem fast fertigen Programm nur noch schwer unterbringen lassen.
Sofern du tatsächlich nichts daran verdienst (Freeware, keine Werbebanner), sind die Aussichten meines Erachtens gar nicht schlecht. Und nicht abschrecken lassen, wenn die Antwort etwas länger dauert. Die Verlage haben mehr zu tun, als deine Anfrage zu beantworten, gerade jetzt kurz vor der Messe.
Alle Angaben nach bestem Wissen aber ohne Gewähr.