Beitragvon Dieter Kannenberg » 7. November 2000, 10:59
Mir geht es da genauso wie Dir. Ich liebe die Indy-Filme, allerdings kann man sie unter geschichtlichen Gesichtspunkten wohl nicht beurteilen, da die Geschichte hier nur Folie für die Abenteuer ist. Daß die Geschichte dabei auch noch verzerrt wird, wie bei Hitlers fiktiver Unterschrift im Tagebuch von Jones sen. im dritten Teil, kann ich nur deshalb als nicht weiter tragisch empfinden, weil es schließlich um Unterhaltung geht, nicht um die Vermittlung eines objektiven Geschichtsbildes. Das gleiche läßt sich übertragen auf Spiele wie Risiko, Diplomacy, die ja moralisch eher fragwürdig sind, aber trotzdem viel Spielspaß bringen. Das heißt also, daß das Sensationelle, Abenteuerliche, Sagenumwobene der Geschichte interessiert. Zugegeben, das ist auch ein, wenn auch nur kleiner, Teilbereich der Geschichte. Was mache ich aber mit den großen geschichtlichen Themenbereichen, die nicht für jedermann auf den ersten Blick spannend wirken (Alltagsgeschichte, Sozialgeschichte, Frauengeschichte etc.)? Gibt es geschichtliche (Tabu-)Themen, die sich einfach nicht für Spiele eignen? (Könntest Du Dir zum Beispiel ein Spiel zu einer Museumsausstellung zum Thema "Judenverfolgung in der Stadt XY" vorstellen?)