Also, hier mein äußerst subjektiver Verriss von Java:
Es gibt Spiele, die man von der Thematik her schon als Gewinner erahnt. Handeln sie von fernen Inseln, historisch abwechslungsreichen Perioden, vom Aufbau und Untergang vergangener Hochkulturen, so schlägt mein Herz höher und ich werfe gerne meine sauer verdienten Markscheine auf den Tresen meines örtlichen Spieleladens. Es gibt sogar Spiele, die klingen so interessant, dass man sie sich zu Weihnachten wünscht. So war dies auch bei Java. Und wie interessant sich die Beschreibung las: Aufbau von Städten, drei-dimensionales Spiel, Palastfeste...ich schwelgte im Gedanken an ein tolles Mehrpersonenspiel.
Die Packung selbst kam gut verpackt in Geschenkpapier schwer daher. Nach dem Öffnen allseitiges Staunen der weitgereisten Verwandschaft: Das ist doch ein Barong!? Ja, möglicherweise, ein interessantes Cover also. Die Box verströmt den üblichen herrlichen Geruch nach Stunden gelöster Entspannung beim gemeinsamen Spiel. Schnell brach ich die massiven Pappgeländeteile aus ihren Rahmen. Die erste Skepsis kam bei den doch glatten Oberflächen auf...sollte das dreidimensional dicht gestapelt noch griffig genug sein? Oh wei, eine ungeschickte Bewegung und alles verschob sich auf dem glatten Spielbrett. Doch, ein kleinerer Fauxpas der bei einem solchen Riesenspiel doch verzeihlich erschien. Wir begannen sofort zu spielen...Aktionspunkte, mmmm....als nicht Torres und Tikal Spieler war dies ein neueres Konzept für die Mitspieler. Also, 6 Punkte pro Zug, wieviele hatte ich nochmal verbraten? Wieviele habe ich noch? Sich ewig wiederholende Fragen...und dann das Schlimmste: quälende Wartezeiten, da jeder sich dachte, ohne Überlegung meines Zuges kann mich jeder übertölpeln. Schnell kam Frust auf, die Landschaft veränderte sich zwar stetig und ein gewisses Element der Spannung zeigte sich nur in der Art der Teileablage. War da noch etwas interaktives? Ach ja, Palastfeste...hurra! Husch, husch ein Palästchen gebaut und gefeiert was das Zeug hält. Doch halt, die Kärtchen sind viel zu dünn, zu klein und außerdem, was ist das für ein komplizierter Abrechnungsmodus?! Auch das lies sich klären nur der Sinn, der Sinn??? Nur ein Tempelfest pro Tempel, warum? Und keine wirklich rabiaten Maßnahmen, das Wachstum eines unliebsamen Konkurrenten zu verhindern...denk nach, McFly, denk nach. So quält sich die Spielerrunde bis zum Ende und schnell landet das vorher hoch gelobte Spiel in der Ecke. Was besseres heraus: Vino, La Citta...und alle sind glücklich.
Ein zweiter Versuch zu zweit: Man soll nie aufgeben. Palastfeste? Wie soll das gehen, der der am höchsten steht, kann nicht, der der den Palast gebaut hat auch nicht...was ist wenn beide Spieler dies abwechselnd taten? Regelfrust...und überhaupt, was soll das mit den Festen...aufgesetzt und viel zu friedlich. Zäh schleppt sich das Spiel bis die Karte langsam gefüllt ist: etwas Spannung kommt auf, wird aber durch die erneut langen Bedenkzeiten schnell getötet.
Subjektiver Abschluß: Die Insel Java gefällt mir...