Beitragvon Dietmar Stadler » 21. März 2001, 11:18
Hallo Stefan,
also sicherlich ist das Spielen bei einem Turnier eine etwas andere Sache, wie im wöchentlichen Spielkreis. Zum einen kennt man bei einem Turnier die Mitspieler in der Regel nicht so gut, wie die Spielkreiskollegen oder sonstige Spieler des Bekannten-/Verwandtenkreises. Dies kann aber eine spannende Sache sein. So erlebt man mitunter Überraschendes im Hinblick auf Spieltaktiken etc. und man sieht ein Spiel vielleicht danach mit anderen Augen. Mir ist klar, dass dies auch ins Negative kippen kann, wenn die Mitspieler beim Turnier, für die für sie besten Züge, Bedenkzeiten benötigen, während denen die anderen am Nebentisch ne Runde Skat (o.ä.) dreschen können. Mir ist dies bei den diesjährigen Vorausentscheidungen zu den Brettspielmeisterschaften so gegangen. 'Torres' als letztes Spiel. Ich hab als zweiter der letzten Runde meinen Zug gemacht, hab den Zettel unterschrieben und bin nach Hause gegangen, ohne den Ausgang des Spieles abzuwarten. Im Nachhinein habe ich dann erfahren, dass die nachfolgenden zwei Spieler für ihre beiden Züge, dann nochmals fast ne 3/4-Stunde gebraucht haben - also da kann ich darauf verzichten. Es ist halt auch davon abhängig, welches Spiel bei einem Turnier zum Einsatz kommt.
Zum anderen spiele ich zwar normalerweise wegen dem Spaß an der Sache, dem Zeitvertreib, dem Abtauchen in eine andere "Welt" für einige Minuten, Stunden... Dennoch möchte ich wenn möglich auch gewinnen, wenn ich spiele. Wenn ich mich nur an den Tisch setze und keine Gewinnambitionen habe, kann dies ein frustiges Ergebnis für mich und auch für meine Mitspieler sein. Oder wer spielt schon gerne mit jemanden, der von Anfang an, weil er "verlieren" will, Züge macht, die ihm gar nichts bringen und dadurch der Spielreiz auch für die anderen verloren geht. Also mir sind solche Spiele ein Graus. Ein gewisser Reiz und auch die Spannung sollten bei einer guten Partie vorhanden sein.
Turniere sind des weiteren sicherlich nicht an der Tagesordnung bei Spielen. Zu mindestens bei mir nicht. Ich spiele hauptsächlich einfach so, also nicht bei Turnieren. Die Teilnahme an den Vorausentscheidungen Brettspielmeisterschaft und die SvC-Turniere jeweils einmal im Jahr sind daher eine nette Abwechslung.
Nachdem wir/ich daran nun schon mehrere Jahre mehr oder minder erfolgreich teilnehmen, kennt man auch die anderen Teams oder Turnierteilnehmer. Ich finde es auch immer wieder lustig, diese "Turnierbekanntschaften" wieder zu sehen und sich 'Anekdoten' von früheren Trunieren zu erzählen usw. Manchmal entwickeln sich ja auch engere Bekanntschaften durch diese Turnierbegegnungen. Alles eine Frage, wie verbissen man die Teilnahme sieht. Dies ist eine Einstellung der einzelnen Spieler. O.k. ich kann die Einstellung der anderen nicht ändern, doch versuchen am Spieltisch durch meine Art und Weise zu spielen, diese verbissene Spielweise zu ändern. Meistens ist mir dies in der Vergangenheit geglückt (gut es gab auch Ausnahmen). Da ich denke, dass bei den meisten Spieler der eigentliche Spielreiz und der Zeitvertreib durch die 'Turnierbelastung' vielleicht in den Hintergrund gedrängt wurde. Sobald diese jedoch bemerken, dass die anderen die ganze Sache dochnicht so verbissen sehen, können sich auch bei Turnieren ganz nette Spiele entwickeln.
Fazit meinerseits:
Turniere sind ganz o.k. Wer sie mag, sollte daran teilnehmen, wer nicht, braucht sich ja nicht anzumelden. Es ist eine weitere Chance, Gleichgesinnte kennenzulernen. Eingefahrene Spielzüge werden nach dem Turnier vielleicht abgeändert.
Wir (unser Team bei den Mannschaftsmeisterschaften) und ich (bei den Einzelspielerturnieren) hatten jedenfalls immer Spaß und einen vergnüglichen, abwechslungsreichen Tag.
Euch wünsche ich bei eurem Turnier viel Spass.
Gruß
Dietmar Stadler
(von den 'zerfließenden Gartenzwergen')