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Anno 1452 - Fragen zu Unstimmigkeiten

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Roman Pelek

Anno 1452 - Fragen zu Unstimmigkeiten

Beitragvon Roman Pelek » 26. März 2001, 14:20

Hi,
nachdem mir's im Gespräch mit Gustav über Buchhändler weiter unten wieder eingefallen ist, hätte ich noch Fragen zu Anno 1452, bei dem ich letzt meine erste Partie gespielt habe:
Wir empfanden es als störend, dass das Glück so stark in die Anzahl der Aktionsrunden eingreift (immerhin ist die Chance, dass es nur eine von 3 Runden pro Spieljahr gibt, fast 1/3), und somit wir zwei Nachteile bemerkten:
a) Der aktuelle König hat kaum genug Zeit, um seine Vormachtsstellung auszunutzen, um aufzuholen
b) Wir konnten nur sehr wenige Besitzsteine platzieren, so dass erst am Ende des Spiels zu viert das Brett so voll wurde, dass Konflikte oder Rangeleien zwischen verschiedenen Spielern in einem Gebiet entstanden
Spiel Ihr das irgendwie anders oder habe ich vielleicht nur die Regeln falsch erklärt bekommen (habe das Spiel selbst nicht). Ich hatte schon daran gedacht, die Würfelmodi für 2. und 3. Aktionsrunde zu ändern, um die Wahrscheinlichkeiten für zumindest eine zweite Runde zu erhöhen (Idee: 2. Runde nur mit einem Würfel auswürfeln oder trotz nicht stattfindender zweiter Runde die dritte separat auszuwürfeln, so dass es z.B. auch 1. und 3. Runde geben kann, wenn es keine zweite gibt. Verstanden? Ich hoffe...).
Wie spielt Ihr das oder scheinen wir da schon einen Regelfehler gemacht zu haben, dass das so lief.
Zudem verstehe ich nicht, warum das Spiel nicht auch für 5 Spieler ausgelegt ist, ich sehe da eigentlich genug Platz auf dem Brett und genügend kurze Züge der einzelnen Spieler, so dass dem nix im Wege stünde. Habt Ihr sowas vielleicht auch schon mit ein paar Pöppeln aus anderen Spielen ausprobiert?
Ciao,
Roman

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Michael Andersch

re: Anno 1452 - Fragen zu Unstimmigkeiten

Beitragvon Michael Andersch » 26. März 2001, 15:01

Hi Roman,
ich habe es schon öfter gespielt (wenn auch sicherlich nicht so oft wie Gustav), und das Auswürfeln der Rundenzahl ist mir noch nie negativ aufgefallen (sorgt auch immer für Spannung - muß ich jetzt dies und das machen, weil die Runde vorbei sein könnte, oder mache ich lieber was anderes in der Hoffnung, dies und das in der zweiten Runde noch machen zu können...).
Als König fahre ich meist die Strategie in der ersten Runde mit einem Teil der Söldner irgendeinem Mitspieler kräftig eine zu verpassen (dann ist das auf jeden Fall schon mal erledigt, egal ob die Runde vorbei ist oder nicht), achte aber gleichzeitig darauf noch genügend Söldner übrig zu haben um Rachegedanken beim Gegenüber gar nicht erst aufkommen zu lassen...
Und natürlich sollte man vermeiden, als König zu viel zu "reissen", sonst liegt man schnell vorne, ein anderer wird König und dann bekommt man alles zurückgezahlt :-( ...
Was die fünf Spieler betrifft: Da gebe ich Dir recht, ein Problem hätte ich da auch nicht gesehen. Eine Erweiterung war ja vorgesehen, aber wie Gerhard Kodys hier schon mal schrieb wurde die wohl abgeblasen aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen ihm und Piatnik.
Ansonsten für alle die es interessiert: Ich habe die erste Ausgabe von Piatnik, und da fand ich weder die regel noch die Kurzregel sonderlich gelungen (in der regel fehlt z.B. irgendwas was am Schluß noch Punkte bringt, auf der Kurzregel ist es beschrieben), so daß ich mir eine eigene Kurzregel erstellt habe.
Wer daran Interesse hat kann mir ja kurz mailen (s.u.).
Gruß,
Micha

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Matthias Staber

re: Anno 1452 - Fragen zu Unstimmigkeiten

Beitragvon Matthias Staber » 26. März 2001, 16:25

Hallo Roman,
es gibt Hausregelvorschläge eines gewissen Francois Bedard aus Quebec, wiedergegeben auf der „Westbankgamer"-Seite von Greg Schloesser (http://home.earthlink.net/~gschloesser), die einige „Anno 1452"-Probleme zu lösen versuchen:
Problem Nr.1: Eine Runde dauert selten volle 3 Aktionsrunden
Lösung: -Würfle mit EINEM Würfel, um herauszufinden, ob es eine zweite Runde gibt
-Würfle mit ZWEI Würfeln, um herauszufinden, ob es eine dritte Runde gibt
Problem Nr.2: Der König ist zu mächtig
Hier gibt’s drei veraschiedene Lösungsmöglichkeiten:
a) Gib dem König nur 8 Söldner
b) „Schwindende Privilegien" (wie in der Anno-FAQ von Gerhard E. Kodys, hier auf der Spielbox-Seite zu finden)
c) „Erweiterte Königswahl" (wie in der Anno-FAQ)
Problem Nr.3: Das geld ist zu reichlich
Lösung:
Anfangsprestige = 5
Besitzsteineinkommen = 2 Gold
Reduziertes Besitzsteineinkommen = 0 Gold
Einkommen je zwei Bürger = 1 Gold
Kosten für Bürger = 2 Gold
Kosten für Stadt = 1 Gold
Geld zu Beginn = 20 Gold
Heiratskarten:
- Jutta = 10 Gold
- Johanna = 10 Gold
- Liselotte = 15 Gold
- Gertrud = 20 Gold
Aktionskarte Wiederaufbau: Alle Besitzsteine bringen normales Einkommen von 2 Gold
Problem Nr.4: Größere Gebiete haben keine größere bedeutung
Lösung:
Maximalzahl Besitzsteine in Gebiet = Einkommen d. Besitzkarte nach folgendem Schema:
2 = 1 Gold
3 = 1 Gold
4 = 2 Gold
5 = 2 Gold
6 = 3 Gold
Stichwort fünfter Spieler: In „Empires of the Ancient World" von Warfrog sind in etwa die gleichen Spielsteine enthalten wie in „Anno 1452" (die Scheiben sind etwas kleiner) und in ausreichender Zahl vorhanden: Die violetten Spielsteine ließen sich auch problemlos bei „Anno 1452" verwenden (Zugegeben: 70 DM auszugeben für violette Spielsteine mag dem einen oder anderen etwas teuer vorkommen. Doch wer das geniale „Empires" angetestet hat, wird sowieso viel lieber dieses spielen und dann hat sich der Kauf ja gelohnt).
Frag mich nicht, ob die Hausregeln funktionieren: Ich habs noch nicht getestet. Es gibt halt genügend Spiele, die ohne Hausregelgefummel Spaß machen (Mein momentanes Lieblingsspiel z.B., „Empires of the Ancient World").
Grüße,
Matthias

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Gustav der Bär

Anno 1452 - Anmerkungen zu Unstimmigkeiten

Beitragvon Gustav der Bär » 26. März 2001, 22:39

Hallo, lieber Roman,
anfangs hatte es mich auch etwas gestört, dass durch das Auswürfeln viele Aktionsrunden einfach nicht statt finden. Also haben wir einfach ohne Auswürfeln jeweils die volle Aktionsrundenzahl gespielt.
Inzwischen bin ich aber vom Vorteil des Auswürfelns überzeugt, da mir der dabei entstehende Zeitdruck gefällt, der die Situation eines mittelalterlichen "Managers", denke ich, ganz gut wiedergibt, in einer beschränkten Lebensspanne aus einer Vielzahl von Möglichkeiten nur einen Bruchteil zum Wohle seiner Dynastie verwirklichen zu können.
Wenn´s dir gefällt, probiere es doch einfach mal ohne Auswürfeln; ich vermute, du wirst wie ich merken, dass der Zeit-Stress einfach zum Stil des Spiels gehört.
Was die Vormachtstellung des Königs und die Grenzkonflikte anbelangt, ist es einfach so, dass "Anno 1452" seinen vollen Reiz erst nach wiederholtem Spielen entfaltet, wenn man aufhört, an die Regeln zu denken und sich mehr auf Diplomatie und zeitweilige Bündnisse auf dem Brett konzentriert. Da mag es durchaus einige Überlegungen Wert sein, ob man ein Bündnis abschliesst, um dem König seine Krone abzujagen - oder um ihm erst recht die Bürde seines Amtes für eine weitere Legislatur-Periode zuzuschanzen.
Ansonsten empfehle ich die "Geldverknappungsregel" anzuwenden, die Matthias oben angibt, da der Faktor Geld sonst im Spiel unbedeutend wird: Nach der ursprünglichen Regel hat spätestens ab der vierten Runde jeder sonst mehr Geld, als er ausgeben kann - und dass die Österreichischen Habsburger notorisch pleite waren, gehört eigentlich auch ins Spiel.
Zur Sache mit dem fünften Spieler hatte Autor Gerhard Kodys hier im Forum erzählt, dass Piatnik das Spiel von vorn herein auf eine zusätzlich (käuflich) zu erwerbende Erweiterung ausgelegt hatte. Gerhard wollte dann, dass die Erweiterung tatsächlich neue Elemente ins Spiel bringt, während Piatnik nicht mehr als ein paar neue billig zu produzierende Karten forderte. So wurde leider nichts draus.
Ich hab´s bisher noch nie mit mehr als vier Personen gespielt, aber es sollte tatsächlich kein großes Problem sein, sich da mit Material aus anderen Spielen zu behelfen.
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(a.k.a. Peter Gustav Bartschat)


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