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Medina - Spielstrategie

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Andreas

Medina - Spielstrategie

Beitragvon Andreas » 28. März 2001, 16:06

Wir haben Medina jetzt mehrmals zu viert gespielt und waren alle richtig begeistert. Es verfügt über eine tolle Spielidee und schöne Materialien. Der Spielablauf wird von Runde zu Runde immer spannender. Es gab überhaupt keine Grübeleien (wie manchmal bei Tikal); nix mit Kaffeekochen zwischendurch.
Es scheint sinnvoll zu sein, möglichst schnell einen Palast zu übernehmen. Wer einen Palast besitzt, kann für sich bauen (Ziegenställe, Mauern, Marktgasse); wer keinen besitzt baut für die Allgemeinheit.
Meine erste Strategie, solange zu warten bis ein Palast mindestens aus 5 Gebäuden besteht, ging überhaupt nicht auf. Das letzte Spiel habe ich dann mit 39 Punkten gewonnen, obwohl meine 4 Paläste nur aus 15 Gebäuden bestanden und ich zum Schluss keine einzige Palastkarte besaß. Unser 10-jähriger Sohn, der eine ähnliche Strategie verfolgte, wurde übrigens in unserer Spielrunde, die ansonsten nur aus Erwachsenen bestand, mit 38 Punkten (17 Gebäude) Zweiter.
Wie seht Ihr das?
Wieviele Gebäude besitzt bei Euch der Sieger?
Sollte man schon zuschlagen, wenn ein Palast nur aus 3 oder 4 Gebäuden besteht, dafür aber an einer guten Stelle steht?
Gruß Andy

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Roman Pelek

re: Medina - Spielstrategie

Beitragvon Roman Pelek » 28. März 2001, 16:29

Hi Andy,
>Wir haben Medina jetzt mehrmals zu viert gespielt und waren alle richtig begeistert. Es verfügt über eine tolle Spielidee und schöne Materialien. Der Spielablauf wird von Runde zu Runde immer spannender. Es gab überhaupt keine Grübeleien (wie manchmal bei Tikal); nix mit Kaffeekochen zwischendurch.<
Nun ja, das hängt von den Spielern ab. Unsere Partien dauern immer an die 90 Minuten, da doch meist alle recht genau überlegen und öfters Situationen auftreten, die man so nicht vorausgeplant hat...
>Es scheint sinnvoll zu sein, möglichst schnell einen Palast zu übernehmen. Wer einen Palast besitzt, kann für sich bauen (Ziegenställe, Mauern, Marktgasse); wer keinen besitzt baut für die Allgemeinheit.<
Nicht unbedingt. Manchmal will man nicht für sich bauen, sondern sich die Teile für besseren späteren Einsatz aufheben. Die Marktgasse ist, sofern man nicht gleich ein Gebäude an Ihr erwirbt, eine ungewisse Investition zu Beginn. Ziegenställe kann man später oft noch gut einsetzen, um jemandem das größte Gebäude abzuknapsen oder andere im Platz einzuschränken. Und Mauern, die hebe ich mir meist bis zum Ende auf. Sitzt man in den Ecken, so bauen dann oftmals die anderen für einen aus Mangel an Alternativen oder ob des Wunsches, die Turmkarten zu bekommen. Zudem kann man selbst mit ein, zwei geschickt platzierten Mauern am Ende selbst dieses tun.
Meines Erachtens ist es fast wichtiger, möglichst viele seiner Palastbauteile zu verbauen (natürlich so, dass man anderen möglichst wenig schenkt), um nicht unnötig viele Teile und somit Züge zu verlieren. Es recht vielversprechend, am Ende noch Mauern zu haben, s.o.
Ich habe gestern gewonnen, indem ich alle Gebäudeteile verbauen konnte und am Ende als einziger mit meinen verbliebenen Mauern und Marktschreiern Punkte einzuheimsen (primär für Turmkärtchen).
>Meine erste Strategie, solange zu warten bis ein Palast mindestens aus 5 Gebäuden besteht, ging überhaupt nicht auf.<
Die geht quasi nie auf, das war genau auch unser Fehler in den ersten beiden Partien. Da hat dann ein glücklicher zwei 5er abgesahnt, und die standen in den Ecken. Schwupps noch Ziegenställe dran, und er hatte die größten Gebäude, und die noch in Ecken... Damit hatte er gewonnen. Aber, wie gesagt, bei geschicktem Spiel wird einem keiner das zugestehen. Und meistens kriegt man, wenn man selbst so spielt, als letzter ein großes Gebäude ab (also gar nicht :).
>Das letzte Spiel habe ich dann mit 39 Punkten gewonnen, obwohl meine 4 Paläste nur aus 15 Gebäuden bestanden und ich zum Schluss keine einzige Palastkarte besaß. Unser 10-jähriger Sohn, der eine ähnliche Strategie verfolgte, wurde übrigens in unserer Spielrunde, die ansonsten nur aus Erwachsenen bestand, mit 38 Punkten (17 Gebäude) Zweiter.<
Unsere letzten Partien ergaben Punktestände a la 44,42,39,38. Es ist also noch ein bisschen mehr drin.
>Wie seht Ihr das?
Wieviele Gebäude besitzt bei Euch der Sieger?<
In den letzten Partien so ca. 16-17, das ist realistisch. In Einzelfällen kann man aber auch mit 15 Teilen, wenn richtig gut platziert (Mauern, Marktgasse) viel rausholen. Mehr bekommt man allerdings selten, ausser man liegt soweit hinten, dass einem andere bereitwillig Gebäudeteile schenken (hatten wir gestern, die Verliererin hatte ein 8er-Gebäude).
>Sollte man schon zuschlagen, wenn ein Palast nur aus 3 oder 4 Gebäuden besteht, dafür aber an einer guten Stelle steht?<
Dreier meist nicht. Einen guten Vierer sollte man aber auf jeden Fall mitnehmen (Ecken, Marktgasse). Gerade in den Ecken wird man auch nicht viel mehr kriegen, wenn die Mitspieler aufmerksam sind. Zudem hat es sich bei uns eingebürgert, Eckpaläste möglichst schnell einzukesseln, um Ausbau oder Zugang zur Marktgasse möglichst zu verhindern.
Jedenfalls: jedes Spiel Medina ist anders, und man muss auf Situationen reagieren. Paläste in Ecken sind viel wert, kriegt man die nicht, sollte man versuchen, nebendran zu bauen, um zu blockieren (wg. Mauerteilen und Punkte für größte Gebäude) und Turmkarten zu bekommen.
Mauerteile aufsparen ist auch immer recht clever - wird man alle anderen Bauteile los, ohne sie abzuwerfen, ist die Chance relativ groß, dass andere an die eigenen Gebäude bauen müssen bzw. man Turmkärtchen bekommt. Und IMMER gegen den Führenden spielen, lieber anderen viel schenken, sonst rennt einem eine(r) davon. Ein Spieler mit großen Palästen in den Ecken ist immer gefährlich.
>Gruß Andy<
Ciao,
Roman


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