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"Spieldauer" - angegebene & tatsächliche...

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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jens jan

"Spieldauer" - angegebene & tatsächliche...

Beitragvon jens jan » 18. April 2001, 18:53

Verflixt, meine spielerunde und Ich wundern uns doch immer sehr über unsere Spieldauer, bzw. über die diskrepanz zwischen angegebener Spiellänge und tatsächlicher an unserem Spieltisch.
Beispiele gefällig?!
San Marco - 60min. laut Spielschachtel...................knapp 120 bei uns, vier spieler
Capitol - dito
Serenissima - 120min laut spielschachtel.................180 minuten bei uns, vier spieler
Was ist los mit unseren Synapsen?Übertragungsprobleme?
Kochen wir zuviel Tee, spielen wir zu überlegt, sollte man mal einfach aus dem Bauch spielen?
Zugeben muss ich natürlich, das zwischenzeitlich auch nochmal das eine oder andere spielfremde Thema angerissen wird, aber auch nur solange bis ich es unterbinde:-)....liegt etwas schon hier das "corpus delicti"?
Wie sind eure erfahrungen?
Gruss,jens (der auch endlich mehr über "Venezia" wissen will)

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Michael Weber

re: "Spieldauer" - angegebene & tatsächliche...

Beitragvon Michael Weber » 18. April 2001, 19:28

geht uns oft genauso. hängt mit mehreren dingen zusammen.
a) niemand traut sich 4 stunden für ein brettspiel anzugeben (würde keiner kaufen wollen)
b) mit regelerklärungen wird es immer etwas länger dauern.
c) echte spielestrategen brauchen pro zug relativ lange.
dennoch sind deine beobachtungen wohl komplett korrekt und die diskrerpanzen liegen überwiegend an punkt a)
ich sach nur civilization....

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Gustav der Bär

re: "Spieldauer" - angegebene & tatsächliche...

Beitragvon Gustav der Bär » 18. April 2001, 19:41

Mach dir deswegen keine Sorgen, lieber Jens, es sei denn, du hättest den Ehrgeiz, Geschwindigkeitsrekorde zu brechen.
Meine Freunde und ich überschreiten die angegebene Spieldauer immer, und gelegentlich sogar um ein Vielfaches. Sobald irgendwelche Dinge aus dem Schach-Uhren-Umfeld ins Spiel kämen, hätte ich sowieso keinen Spaß mehr daran.
Spielen heisst Spaß haben, und Spaß sollten wir uns nicht mit der Stoppuhr beschränken lassen.
Am Osterwochenende haben wir zu sechst "Fief2" gespielt, bei dem die Regel empfiehlt, die Verhandlungsdauer pro Runde auf zehn Minuten zu beschränken. Bei uns aber waren die Verhandlungen der deutlich längste Teil pro Runde, komplett mit Gesprächen unter vier Augen in Nebenräumen, Rückversicherungsverträgen und Geheimdiplomatie an der Kaffeemaschine.
(Zum Glück folgte auf den Ostersonntag noch der Ostermontag und die Katzen mussten akzeptieren, dass sie für eine Nacht das Wohnzimmer nicht betreten durften.)
DAS heißt für mich spielen - und zur Hölle mit der Spieldauer-Angabe auf der Schachtel!
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(a.k.a. Peter Gustav Bartschat)

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Markus Barnick

re: "Spieldauer" - angegebene & tatsächliche...

Beitragvon Markus Barnick » 18. April 2001, 21:55

Mach dir da keine Gedanken.
Die Berlage drucken da die Mindestspieldauer ;-) will sagen die Spieldauer, die man braucht, wenn man das Spiel beherrscht / kann / öfters gespielt hat, drauf, um keine Kunden abzuschrecken.
Bei uns Siedler zu 6. ca. 3-4 Stunden.
Natürlich kommt bei den ersten Spielen noch das Studium und Erklären der Regel dazu.
Die Macher: 4 Stunden. Unter 6 haben wirs noch nie geschafft.
Wars Brigitte oder Andreas Keirat? Einer hat mir mal erzählt, sie spielen so schnell, daß sie die angegebene Zeit gut einhalten, bzw noch unterbieten.
Vinci: 3 Stunden mit 4 Spielern.

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Bernd

re: "Spieldauer" - angegebene & tatsächliche...

Beitragvon Bernd » 19. April 2001, 07:42

Hallo Jens,
auch in meinen Spielerunden liegt die von uns benötigte Zeit für ein Spiel immer deutlich über der auf der Schachtel angegebenen. Aber was soll's, solange ich nicht unter Zeitdruck stehe, kann ein Spiel ruhig länger dauern, wenn es die ganze Zeit über spannend und interessant ist.
Ich habe übrigens gestern "Das Amulett" von Goldsieber gespielt, was (glücklicherweise) wesentlich schneller zuende ging, als angegeben. Angegeben sind 90 - 120 Minuten, wir haben lediglich 60 gebraucht...
Bernd

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Michael Andersch

re: "Spieldauer" - angegebene & tatsächliche...

Beitragvon Michael Andersch » 19. April 2001, 08:21

Hallo Markus,
ich weiss nicht, wie Ihr spielt, aber Macher unter 4 Stunden halte ich für gar kein Problem (allerdings ohne Regelerklärung).
Genauso z.B. La Citta in 70-90 Minuten (auch hier: wenn's alle kennen), hier halte ich die Zeitangabe von 120-180 Min. für recht überzogen.
Dabei habe ich nicht den Eindruck, wir würden uns übermäßig beeilen, und eine Eieruhr brauchen wir auch nicht dazu.
Viele Grüße,
Micha (nichts ist unmöglich...)

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Arne Hoffmann

re: "Spieldauer" - angegebene & tatsächliche...

Beitragvon Arne Hoffmann » 19. April 2001, 08:51

Hallo Gustav!
Da waere ich gern dabei gewesen... Kann mich auch noch an lange Fief2-Abende/Naechte erinnern.
Schoenen Gruss,
- Arne -

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Achim

re: "Spieldauer" - angegebene & tatsächliche...

Beitragvon Achim » 19. April 2001, 12:38

Hallo Gustav der Bär,
im Grunde hast Du sicherlich recht, wenn Dir die Spieldauer unwichtiger erscheint als der Spielspass.
Nur bedingen sich diese beiden Komponenten häufig.
Beispiel: Medina im 4-Personen-Spiel. Wenn hier ohne Zeitbegrenzung mehrere Spieler pro Zug Ihr Optimum erzielen wollen, kann es schon mal eine halbe Ewigkeit dauern bis man wieder an der Reihe ist. In dieser Zeit kann man bedenkenlos ein mittleres Puzzle nebenher fertigstellen. Da geht mir der Spielspass aber gewaltig verloren. Ohne Zeitbegrenzung bei Spielen dieser Art möchte ich (40) nicht meine schwindende Jugend vergammeln.
Nur bei Spielen mit sehr viel Interaktion ist meines Erachtens der Spielspass von der Dauer zu trennen.
Mit begrenzenden Grüßen
Achim

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Gustav der Bär

re: "Spieldauer" - angegebene & tatsächliche...

Beitragvon Gustav der Bär » 19. April 2001, 13:44

> Nur bei Spielen mit sehr viel Interaktion ist
> meines Erachtens der Spielspass von der Dauer
> zu trennen.
Damit hast du natürlich völlig Recht, lieber Achim.
Spielen macht definitiv nur so lange Spaß, wie man tatsächlich spielt, nicht wenn man anderen nur beim Grübeln über ihre Züge zuschaut. Darum wird aus mir auch nie ein passionierter Schachspieler (egal, ob mit oder ohne Uhr) werden ...
... während ich nach einer "Civilization"-Mammutsitzung immer ein bisschen enttäuscht bin, wenn der erste Marker die Eisenzeit Richtung Osten verlassen hat und mein geliebtes Karthagisches Imperium - meiner milden aber entschlossenen Führung beraubt - einer ungewissen Zukunft im finsteren Inneren der Spieleschachtel entgegen geht.
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(a.k.a. Peter Gustav Bartschat)

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Volker L.

re: "Spieldauer" - angegebene & tatschliche...

Beitragvon Volker L. » 19. April 2001, 14:21

> Wenn hier ohne Zeitbegrenzung mehrere Spieler pro Zug
> Ihr Optimum erzielen wollen, kann es schon mal eine
> halbe Ewigkeit dauern bis man wieder an der Reihe ist
> In dieser Zeit kann man bedenkenlos ein mittleres
> Puzzle nebenher fertigstellen. Da geht mir der
> Spielspass aber gewaltig verloren. Ohne
> Zeitbegrenzung bei Spielen dieser Art möchte ich (40)
> nicht meine schwindende Jugend vergammeln.
Interessant. Mir (noch 32) geht es da offenbar anders
als den meisten anderen Forumsteilnehmern. Ungeduld
packt mich eigentlich nur bei solchen Spielen, bei
denen sich die Situation durch die Zuege der Mitspieler
so wenig aendert, dass ich bereits meinen eigenen Zug
planen kann, waehrend die anderen dran sind. Dann
fiebere ich dem Zeitpunkt entgegen, wenn ich ENDLICH
meine Ideen in die Tat umsetzen kann und werde immer
kribbliger, je laenger es dauert. Bei Spielen wie
z.B. Tikal dagegen, wo ich erst anfangen kann zu
ueberlegen, wenn ich weiss, wieviele fremde Forscher
auf welchen Templen stehen, wo noch Schaetze sind
und vor Allem: welches Feld ich ziehe, macht es mir
gar nichts aus, den anderen bei ihren Zuegen zuzusehen.
Aber zurueck zum urspruenglichen Thema. Natuerlich
geben die Hersteller tendenziell kuerzere Zeiten an,
um keine Kunden zu vergraulen, aber manchmal spielt
eine Gruppe auch viel zeitaufwaendiger als vorgesehen.
Den Vogel abgeschossen hat in dieser Hinsicht meine
erste Partie Shogun (alias Samurai Swords), wo wir
- nach Abzug der Erklaerung! - ueber 4 Stunden gespielt
haben, bevor wir abgebrochen hatten, obwohl noch nicht
einmal eine Vorentscheidung gefallen war (ich habe die
Schachtel nicht hier, aber ich glaube, 90-120 Minuten
muesste die Angabe sein). Der Grund war, dass zwischen
den einzelnen Zuegen ENDLOSE Verhandlungen abliefen.
Kein Witz! Zwischen jeweils 2 Runden wurde
durchschnittlich 30 Minuten verhandelt, wobei eine
einzelne Abmachung, die am Ende in "Ich ziehe aus
dieser Grenzprovinz einen Speerkaempfer ab, dafuer
setzt Du keinen Schwertkaempfer an meine Grenze"
formuliert wurde, so ungefaehr 10 Minuten in Anspruch
nahm. Lacht nicht, Leute, ich habe nicht uebertrieben,
die Burschen haben WIRKLICH so lange verhandelt. Bei
der zweiten Partie haben wir dann (nicht per Eieruhr,
sondern nur per Ermahnung) die Verhandlungen kurz
gehalten, und damit war das Spiel dann in der Naehe
der angegebenen Zeit.
Gruss, Volker

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Matthias Staber

re: "Spieldauer" - angegebene & tatschliche...

Beitragvon Matthias Staber » 19. April 2001, 14:39

>Den Vogel abgeschossen hat in dieser Hinsicht meine
erste Partie Shogun (alias Samurai Swords), wo wir
- nach Abzug der Erklaerung! - ueber 4 Stunden gespielt
haben, bevor wir abgebrochen hatten, obwohl noch nicht
einmal eine Vorentscheidung gefallen war (ich habe die
Schachtel nicht hier, aber ich glaube, 90-120 Minuten
muesste die Angabe sein).<
Shogun-Schachtel: "Average playing time: 4-6 hours"

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Volker L.

re: "Spieldauer" - angegebene & tatschliche...

Beitragvon Volker L. » 19. April 2001, 14:56

> Shogun-Schachtel: "Average playing time: 4-6 hours"
Tatsaechlich?
Muss ich zuhause mal nachgucken.
Aber egal, die erste Partie, haetten wir sie zuende
gespielt, haette voraussichtlich mehr als 8 Stunden
gedauert (und wie gesagt, diee Erklaerzeit war nicht
mitgerechnet).
Gruss, Volker

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Roman Pelek

re: "Spieldauer" - angegebene & tatsächliche...

Beitragvon Roman Pelek » 19. April 2001, 18:23

Hi Jens,
auch uns geht's immer so, dass die angegebene Spieldauer meist deutlich überschritten wird, so Faktor 1,5 bis 2 wie bei Dir; liegt wohl wirklich daran, dass sich kein Verlag Kunden vergraulen will. Umgekehrt kann man fast fragen, welche Spieldauerangaben denn stimmen, mir fallen da wenige ein, in letzter Zeit eigentlich so Africa, Bali, Gnadenlos, wo's in etwa hingehauen hat.
Ich fänd's auch besser, wenn ich manchmal beim ersten Spiel schon in etwa wüsste, wie lang das Vergnügen wird, aber nuja, bei manchen Spielen hängt's ja auch von den Mitspielern ab. Ein Medina kann eben 1h dauern oder 2h dauern, je nachdem ob Lieschen Denktlangbissiedenoptimalenzuggefundenhat mitspielt oder nicht :) Ebenso ein Java. Das sind manchmal so Gelegenheiten, wo ich die Teeuhr für manche Leute gerne auspacken würde, da ich es als grob unfair und auch unspielerisch empfinde, wenn eine Person genausoviel Bedenkzeit in Anspruch nimmt wie alle restlichen Personen zusammen. Ich spiel meist locker aber bedacht drauflos, und dann hängt das Spiel bei SpielerIn XY wieder ewig, so dass ich aufs Klo gehen, Tee kochen, E-Mails beantworten oder duschen gehen kann. Nuja, ist wahrscheinlich die Rache für mein Faible für abstrakte Taktikspielchen... Andererseits stören mich 3h (statt angegebener 1-2) "Händler von Genua" nicht im Geringsten, weil man da immer in die Überlegungen und Verhandlungen eingebunden ist und quasi gleichzeitig taktiert.
Ciao,
Roman (hängt trotzdem auch an seinem Medina und Java :)

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Roman Pelek

Das Amulett - wie war's

Beitragvon Roman Pelek » 20. April 2001, 14:22

Hi Bernd,
Du schreibst, dass "Das Amulett" glücklicherweise bei Euch nur 60min. gedauert hat - war's so schlecht? Ich kam noch nicht dazu, es zu spielen, hatte es bisher nur in der Hand (uah, ist das bunt...).
Ciao,
Roman

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Bernd

re: Das Amulett - wie war's

Beitragvon Bernd » 21. April 2001, 20:40

Hi Roman,
mir hat "Das Amulett" überhaupt nicht gefallen. Es war meiner Meinung nach eine Ansammlung von Spielmechanismen, die willkürlich zusammen gewürfelt worden sind. Es erinnerte mich irgendwie an Wongar (welches ich sehr gut finde), war aber völlig konfus und wenig bis gar nicht steuerbar. Komplex fand ich es nicht, es war eigentlich nur eine Reihe von Versteigerungen.
Bernd


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