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Was sind Kinderspiele?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Brigitte

Was sind Kinderspiele?

Beitragvon Brigitte » 7. Juni 2001, 15:27

Hallo,
mit Veröffentlichung der Liste wurde viel darüber diskutiert, was ein Kinderspiel ist, und damit auf die KSdJ Liste gehört,was nicht.
Vor allem ist die Frage, bis zu welchem Anfangsalter Kinderspiele als solche angesehen werden sollen nicht beantwortet.
Wie sehen eigentlich diejenigen, die Hexenrennen und ZZ als reines Kinderspiel sehen, die Grenze zwischen Familien- und Kinderspielen. Zwei Beiträge der letzten Tage, die ich hier zitiere treffen auch meine Meinung.
Michael:
Kinderspiel sollte hier neu definiert werden.
Kinderspiele sind für mich Spiele, die Kinder untereinander spielen. Selbst wenn Erwachsene mitspielen, dann nicht, um anspruchvolles Spielzu erleben - sondern ausschließlich um Spass mit den Kindern zu erleben.
Roland:
Vielleich sollte man Kinder die Kindersapiele beurteilen lassen. Es könnte nämlich sein, daß sie andere Maßstäbe und Anforderungen haben, als wir Erwachsenen in sie reininterpretieren. Eines scheint für unsere Tochter wichtig zu sein. Sie muß in der Lage zu sein, daß Spiel ihren Freundinnen erklären zu müssen, ohne daß dazu Erwachsene in ihre Kinderwelt "eindringen" müssen. Und mit uns, ihren Eltern, sind dann andere Spiele an der Reihe ...
Brigitte

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Markus Barnick

re: Was sind Kinderspiele?

Beitragvon Markus Barnick » 7. Juni 2001, 16:52

ich dachte immer, Kinderspiele, sind Spiele, die von der Struktur her so einfach sind, daß sie Kinder mühelos spielen können; sie also nicht überfordert sind. Wo das Spielen und die Regel einfach, eben kindgerecht sind.
Also quasi das Gegenteil von Schach, Hannibal, 18XX...
Evtl. auch ohne daß die Kinder lesen können.
Dann gibt es meiner Meinung nach auch Spiele, wo das sich überschneidet. Also Spiele, wo auf der Packung steht "Ab 8 Jahre". Auch das Siedler-Grundspiel gehört schon fast dazu.

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Bettina

re: Was sind Kinderspiele?

Beitragvon Bettina » 7. Juni 2001, 17:07

Hallo Brigitte,
eine wirklich schwierige Frage.
Ich arbeite als Honorarkraft im Hort. Quasi angestellt um zu spielen...
D.h. ich klemme mir zu Hause Spiele unter den Arm, um sie mit den 6- bis 10jährigen zu spielen.
Zum Glück weiß ich vorher, welche Kinder sich angemeldet haben, sodaß ich schon eine Vorauswahl treffen kann.
Ich sehe die "Probleme" z.B. darin, daß nicht jeder 10jährige den gleichen Level hat. Und auch das Interesse ist unterschiedlich gelagert.
Grundsätzlich würde ich Roland zustimmen : Ein Spiel, das sich Kinder allein erklären können oder zumindest eigenständig spielen können, nachdem es erklärt wurde.
Meine Kolleginnen bemängeln allerdings, daß die Kinder eigentlich kaum ein Spiel herausnehmen, wenn ich nicht da bin. Oft gibt es dann Streit, wenn sie alleine spielen.
Wenn ich mal die Liste der letzten Jahre durchgehe:
1989: "Gute Freunde" habe ich im Kindergarten versucht. Alleine unmöglich, die Kinder kommen mit der Zugreihenfolge durcheinander.
1990: "Das Geisterschloss" geht gut.
1991: "Corsaro" im Kindergarten zu schwer, für Hort okay
1993: "RingelRangel" gut alleine spielbar
1994: "Looping Louie" - Nichts für eine
Einrichtung ;-))
1995: "Karambolage" funktioniert im Hort
1998: "ZickeZacke..." prima geeignet
1999: "Kayanak" wird begeistert angenommen, allerdings nicht unbedingt für alleine geeignet, a)wegen dem "Aufbau" und b) verschwinden die Kugeln gern..
2000: "Arbos" im Hort gut geeignet.
Diese Meinung basiert auf der Erfahrung in einer Einrichtung. Dort sind die Bedingungen natürlich andere als zu Hause (Lärmpegel, Ablenkung durch Freunde etc.). Ausserdem ist die Gruppe sehr unterschiedlich und in der Großstadt auch ein anderes Klientel. Da gehen die Schwierigkeiten schon da los, ein Kind zu animieren mal 30 Minuten "still" zu sitzen.
Gruß
Bettina
P.S.: Meine persönliche Definition wäre ähnlich wie Rolands. Zusätzlich noch... ein Kinderspiel ist ein Spiel, daß in einer Erwachsenenrunde eher nicht gespielt wird...(Die Cracks lassen wir hier mal aussen vor ;-)))

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sonne

re: Was sind Kinderspiele?

Beitragvon sonne » 7. Juni 2001, 18:46

Interessante Frage:
Ein Kinderspiel ist ein Spiel, daß
1. Kinder (ab dem angegebenen Alter normalerweise) in allen Facetten und taktischen Möglichkeiten verstehen können, wobei ich das mit der Taktik nicht so eng sehen würde, - es gibt ja viele Erwachsene, die auch nicht taktisch denken wollen. Also die Verständlichkeit, Einprägsamkeit des Spielablaufs meine ich damit. In dem Sinne, daß ein Kind auch eine bewußte Siegchance hat.
2. Kindern thematisch gesehen auch Spaß macht.
und vielleicht auch wie von Roland und Bettina angemerkt, daß
3. Kinder selbstständig (ohne Erwachsene) spielen könnten.
Alle drei Faktoren können natürlich von Kind zu Kind stark variieren, so wie Intelligenz und Interesse auch individuell verschieden sind. Man muß sich wohl am Durchschnittskind orientieren, was immer das ist.
Es gibt Kinderspiele, die thematisch so auf Kinder fokusiert sind, daß Erwachsene in der Regel nicht dazu greifen. Dann gibts noch solche, bei denen Kinder mit Erwachsene gut zusammenspielen können, wobei da wohl der Glücksanteil den Taktikanteil überwiegt. Und dann gibt's noch Kinderspiele, die Kinderspiel, Familienspiel und Erwachsenspiel sein können, also auch von Erwachsenen allein gerne gespielt werden. Zapp Zerapp würde ich zu den letzteren zählen, wobei's wohl eher ein Kinder und Familienspiel ist.
Gruß sonne (hoffentlich heute etwas erhellend)

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Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

re: Was sind Kinderspiele?

Beitragvon Ralf Arnemann » 8. Juni 2001, 12:08

Warum alles so kompliziert?
Kinderspiele sind Spiele, die von Kindern gespielt werden. Ganz einfach.
Gespielt werden heißt natürlich, daß sie das auch können. Und wer ein Spiel kann, kann es auch erklären (nicht notwendigerweise gut - aber das ist bei Erwachsenen genauso).
Ob auch Erwachsene an einem Kinderspiel Spaß haben können, ist doch für die Definition nebensächlich.


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