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Herr der Ringe

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Mifu

Herr der Ringe

Beitragvon Mifu » 2. Juli 2001, 08:56

Seit einigen Tagen spielen wir "Herr der Ringe".
Nachdem wir uns durch die Anleitung gekämpft hatten und einige Fragen, die noch bestanden auf der Seite :
http://poeppelkiste.de geklärt haben ( FAQ ), haben wir nun dieses Spiel drei Mal gespielt und den letzten Spielplan nie erreicht.
Irgendwie scheinen wir noch nicht begriffen zu haben, wie dieses Spiel am geschicktesten zu spielen ist.
Wir haben zwar die Ereignisse eines jeden Spielplans durchgelesen und versucht, die dort zu erreichenden Bedingungen zu koordinieren, aber irgendwie kommt bei mir der Eindruck auf, dass dieses Spiel nicht richtig planbar ist. Da ich nun einige Spiele von Knizia besitze, kann ich mir dies aber wieder nicht vorstellen. Gerade dieser Mathematiker denkt sich doch etwas bei der Zusammenstellung der ganzen Spielelemente, oder ? Also gehe ich erst einmal davon aus, selbst noch nicht das Spielsystem begriffen zu haben.
Obwohl ich dies momentan voraussetze, gefällt mir das Spiel aber sehr megagut - merkwürdig ?!
So lebe ich momenat bei "Herr der Ringe" zwischen den Gefühlen : Glücksspiel und Toppspiel.
Wer kann mir helfen ?
Kann mir jemand ein paar Spieltipps geben ?

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Mifu

re: Herr der Ringe

Beitragvon Mifu » 2. Juli 2001, 09:02

sehr megagut - sehr gut reicht auch :-)
und die richtige Adresse der Pöppelkiste findet Ihr oben.

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Andreas Epplée

HdR - eigentlich eine "Rezession" ;-)

Beitragvon Andreas Epplée » 2. Juli 2001, 11:33

Na, da kann man ja einen "Roman" (Gruss an denselben und Dank an KMW für die Löschung des unseligen Threads) schreiben... Faszination trotz Misserfolg - und überhaupt: auch mal jemand, der nicht gleich mit dem Spiel fertig ist, weil es das Buch nicht genügend umsetzt etc. etc. Also zunächst mal: Glücksspiel und Toppspiel schliessen sich natürlich, wie so oft bei Knizia nicht aus, sondern bedingen sich gegenseitig. Es macht ja gerade die Qualität der Knizia-Spiele aus, dass man dem scheinbar omnipotenten Glücksfaktor so viel entgegensetzen kann. Nur dauert es manchmal ein wenig und kostet etwas mehr Beschäftigung als bei Spielen anderer Autoren, um die Möglichkeiten der "Gegenwehr" zu entdecken - dafür wird man dann durch endlosen Spielreiz belohnt ;-) Bei HdR handelt es sich eigentlich um eine gewaltige Patience zu mehreren, ein überdimensionales "Solitär-Spiel", wie H. Schrapers überspitzt-treffend sagte (Was auch dazu beiträgt, dass ein "Kenner" des Spiels oft in Gefahr gerät, die entsprechende Spielerunde zu dominieren...) Und genau das ist das Aufregende, Geniale und Einzigartige dieser Knizia-Gestaltung: dass und wie EIN Spieler-Geist aus mehreren Personen sozusagen gegen das Spiel arbeitet und versucht, alle zur Verfügung stehenden Mittel (und das sind reichlich viele) so einzusetzen, dass ein Übergewicht gegen die Mittel des Spieles (und das sind auch nicht wenige) entsteht. Und so finden wir dann im Kern (abstrahiert, deswegen umso beeindruckender) die Idee des Buches kongenial umgesetzt. Denn wie im Buch scheint es manchmal fast unmöglich (und manchmal ist es das auch), gegen die Übermacht zu gewinnen (Für das Spiel: auch Patiencen gehen nicht immer auf). Wie im Buch ist Gandalf immer dann nicht da, wenn man ihn am nötigsten braucht - im entscheidenden Moment dann aber meistens doch ;-) (Für das Spiel: versuchen, dass immer irgendjemand die nötigen Schilde hat, um in höchster Not eine rettende Gandalf-Karte zu erwerben - und nicht zu früh, nur wenns wirklich brennt!). Wie im Buch liegt die allgegenwärtige Bedrohung wie ein Schatten über allen Geschehnissen (welcher Spieleautor könnte das schiere Umdrehen eines Plättchens mit ähnlicher Spannung aufladen? - Wir verwenden übrigens einen Beutel, damit die Plättchen wirklich gemischt sind). Wie im Buch versucht die Gruppe möglichst, sich unsichtbar zu machen und ohne viel Aufsehen durchzukommen (Für das Spiel: die (negativen) Ereignisse der Leisten sollten soweit wie möglich gar nicht erst eintreten! Die Hauptstrategie ist nach unserer Erfahrung immer: die Hauptaktionsleiste so schnell wie möglich hinter sich bringen, wenn es gefährlich wird. Würfeln vermeiden! (Ring-Benutzung) - Ganz besonders wichtig ist das auf dem letzten, dem Mordor-Plan. Da kann man eigentlich nur noch rennen. Die Sonderkarte "Eowyn" zu kriegen, ist normalerweise schon aussichtslos, und erst recht, zu versuchen, dass jeder Spieler die von den späteren Ereignissen verlangten Lebensplättchen sammelt. Alle Kräfte, Ereignis-Verhinderungen, Würfel-Vermeidungen etc. (vorher) sammeln, jetzt einsetzen und den gesündesten Hobbit auf den Berg schicken. In unseren ersten Spielen war die Mordor-Ereignisleiste manchmal schon durch, bevor wir nachdenken konnten - da hilft nur Vorbereitung auf den vorhergehenden Plänen. - Sauron darf sich nicht oder kaum bewegen! Ein Schritt von Sauron ist soviel wie 2-5 Schritte der Hobbits - je nach Spielerzahl. Die Hobbits können zurück, Sauron nicht!) Wie im Buch haben alle Teilnehmer unterschiedliche Fähigkeiten, die jeweils bei unterschiedlichen Gelegenheiten wichtig werden (die im ersten Moment scheinbar nicht sonderlich entscheidenden Spezialeigenschaften der Hobbits können Sieg oder Niederlage bedeuten. Also auch hier versuchen, sie sooft wie möglich produktiv einzusetzen. Eine gesparte Energie hier kann woanders weiterhelfen - auch wenn man manchmal im Moment des Sparens noch nicht weiss, wo...). Wie im Buch muss mit Kräften, Nahrung etc. äusserst ökonomisch umgegangen werden. Jeder Bissen Lembas ist kostbar! (FdS: Nie mehr einsetzen (oder einsammeln), als unbedingt nötig.) Wie im Buch schaffen es nicht unbedingt alle (FdS: es lohnt sich, das Risiko unterschiedlich zu verteilen, und ein oder zwei Hobbits zu "sparen" - vorzugsweise mit passenden Eigenschaften - wenn gar nichts anderes hilft, jagt man in Mordor ein bis mehrere Mitspieler Sauron in den Rachen - wenn einer durchkommt, haben alle das Spiel gewonnen!!! Hört sich zuerst merkwürdig an, funktioniert aber tatsächlich. Allerdings nur, wenn der letzte Hobbit auch wirklich genügend "Spielraum" hat! Das Ziel besteht ja nicht darin, dass mein Hobbit gewinnt, sondern darin, den Ring zu vernichten - wie im Buch. Und wie im Buch (z.B. Sam Gamdschie nach Frodos Gefangennahme) gibt es immer wieder Spieler, die damit ihre Schwierigkeiten haben ;-) HdR ist aus diesem Grund wirklich die Inkarnation eines kooperativen Spieles.) Und schliesslich und zusammenfassend: wie im Buch muss man von Anfang an das (mögliche) Ende im Auge behalten.
Dann wird man sich als würdig erweisen, "Mittelerde zu retten" - und damit zum mindesten den Kosmos-Verlag befriedigen, der sich dann doch nicht enthalten konnte, dieses Spielziel den Profis in Aussicht zu stellen, auch wenn nach dem Vorhergesagten klar sein dürfte, dass es DARUM in diesem Spiel am allerwenigsten geht ;-) Wenn die Elemente des Spieles und ihre Einsatzmöglichkeiten bekannt sind, wird das Spiel gut durchschau- und (auch in der Profi-Version) gewinnbar - und siehe da: es handelt sich eigentlich um ein Familienspiel (ich habe schon Runden erlebt, in denen Kinder die Mechanismen besser verstanden haben als die langsam und um die Ecke denkenden Erwachsenen). Dieses könnte für den vielspielenden Vielspieler sogar langweilig werden - wären da nicht die phänomenale Grafik und Atmosphäre, die bewundernswert originell eingesetzten Mechanismen, besonders aber und vor allem die Unwägbarkeiten, Möglichkeiten und Einsichten der kooperativen Spielweise. Sehr viele spielerische Energie-Linien laufen hier zusammen und ergeben ein in jeder Hinsicht grosses Spiel.
Andreas

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Lars Hoffmann

re: Herr der Ringe

Beitragvon Lars Hoffmann » 2. Juli 2001, 18:09

Hallo Mifu,
Ich habe Herr-der-Ringe auch schon dreimal gespielt und wir haben zwar jedesmal den letzten Spielplan erreicht, aber noch nie gewonnen.
Es ist natürlich auch viel Glücksache beim Ereigniskärtchen ziehen dabei. So hatten wir im letzten Spiel das Pech, das wir von den ersten 7 Plättchen 6 Sonnenuhren gezogen hatten. Da wir noch keine Lebensplättchen erwerben konnten, hat es uns das Genick gebrochen. Schade, denn bis dahin sah es eigentlich ganz gut für uns aus.
Ansonsten kann ich nur der "Rezession" von Andreas beipflichten. Ich kann nur ergänzend dazu sagen, dass man meiner Meinung nach das Genre Fantasy schon etwas mögen sollte, damit man mehr Spaß an der Story hat.
Ciao Lars (der HDR gerade zum zweiten Mal liest)

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Spielmaus

re: HdR - eigentlich eine "Rezession" ;-) - wow!!

Beitragvon Spielmaus » 2. Juli 2001, 19:24

Hi Andreas,
eine tolle Beschreibung für dieses Spiel.
Leider bin ich in meiner Spielerunde die Einzige, die dieses tolle Spiel zu würdigen weiß, aber sobald ich die Gelegenheit habe, bin ich eine begeisterte HdR-Spielerin!!! Eine wunderbare Umsetzung des Buches!
Tschau
Spielmaus
Silke

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hannes

re: HdR - eigentlich eine "Rezession" ;-)

Beitragvon hannes » 2. Juli 2001, 19:28

Hi Andreas
Danke für dein Plädoyer zugunsten HdR. Es ermutigt mich, mit einer geeigneten Spielerrunde wieder einmal zu versuchen, das Spiel erfolgreich zu beenden (bis jetzt klappte es nicht).
Btw, heisst es nicht "Rezeption" ? ;-)
Ciao
hannes (der sich nicht vorstellen kann, je Zeit zu haben, das Buch zu lesen)

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Udo

re: HdR - eigentlich eine "Rezession" ;-)

Beitragvon Udo » 3. Juli 2001, 08:24

Hi hannes (der sich nicht vorstellen kann, je Zeit zu haben, das Buch zu lesen),
warte den Film ab, dann wirst Du das Buch lesen, denn bis Weihnachten 2002 wirst Du nicht warten wollen. Und solltest Du des Englischen mächtig sein, nimm die Originalausgabe ;-)
Was alle Leute bei dem Spiel für Probleme haben, weiß ich nicht, wir haben beim zweiten mal schon den Ring zerstört. Es stellt sich aber hier auch wieder die Frage nach der optimalen Spielerzahl, aber es geht sowohl zu zweit als auch zu dritt oder viert. Nur zu fünft werde ich es nicht spielen, Dick war schließlich nicht dabei!
Bei neuen Mitspielern muß man sich aber zurückhalten, sonst wird es schnell langweilig. Sollen die doch selber auf die Tricks kommen.
Gruß,
Udo

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Mifu

re: HdR - eigentlich eine "Rezession" ;-)

Beitragvon Mifu » 3. Juli 2001, 08:58

Das vorgehende Posting von Andreas Epplée zeigt die Faszination dieses Spiels. Ich denke auch, dass die Spieleranzahl eine große Rolle spielt. Wir haben es bisher nur zu Zweit und zu Dritt gespielt ( die nächsten Tage werden wir es mit vier Personen spielen ). Mit zwei Personen läßt es sich eigentlich gut spielen, auch wenn dann vielleicht - nach einer gewissen Zeit - einer alleine weiter spielt ( wenn ich die Regel richtig verstanden habe ).
Gerade bei HdR habe ich den Eindruck, dass dieses Spiel weit über den üblichen Rahmen hinausgeht.
Ich habe den Eindruck, dass es bei diesem Spiel nicht ausreicht : Regel lesen, Spiel spielen, Ergebnis.
Eine intensive Beschäftigung mit dem Spiel an sich ist notwendig und dies gefällt mir sehr gut.


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KMW

re: HdR - eigentlich eine "Rezession" ;-)

Beitragvon KMW » 3. Juli 2001, 08:58

Falls Du lieber die deutschsprachige Ausgabe lesen willst, versuch' die ursprüngliche Fassung zu bekommen. Ich habe die Neuübersetzung nicht selbst gelesen, wollte sie mir ursprünglich zulegen, habe dann aber Abstand davon genommen. Die Zeitschrift "Nautilus" hat sie in Heft 10 recht kritisch unter die Lupe genommen und kam zu dem Schluß: "Leider kann die Neuübersetzung der älteren Version nicht im mindesten das Wasser reichen; Tolkien-Fans werden enttäuscht sein, und neue Leser werden die Faszination des Romans nicht recht verstehen können...". Dieser Eindruck wurde mir von Leuten bestätigt, die beide Fassungen gelesen hatten.
KMW

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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

re: Herr der Ringe ;-)"Rezension" wäre richtig

Beitragvon Arno C. Hofer » 3. Juli 2001, 10:31

Der "Herr der Ringe" ist unwahrscheinlich faszinierend. Und er zeigt uns wieder einmal, dass wir mit all unserer Planung und Strategie "anstehen", wenn das "Schicksal" es so will. Das hängt nicht von der Erfahrenheit oder Unerfahrenheit der Mitspielenden ab. Obwohl Erfahrenere größere Chancen haben ... Ist's im Leben anders? Kann man im Leben wirklich alles planen und strategisch durchdenken? Ich glaube nur in einem sehr eingeschränkten Bereich. Wer die Fülle des Lebens (und auch dieses Spiels) aber kosten will, muß etwas wagen: auch die Herausforderung des Schicksals, des Glücks. Und statt schadenfreudig über MitspielerInnen zu triumphieren (ohne deren Mitspielen man das Material eigentlich "einrexen" kann) ist man hier beim HdR fast gezwungen sich mit den Mitspielenden zu beraten - mit ihnen Kommunikation zu pflegen !!! Findet heraus, wie Teamfähig wir sind - und was wir tun, wenn's auch damit nicht wirklich klappt (die Patiencen trotzdem nicht aufgehen). Wirfst Du das Handtuch - oder versuchst Du's von Neuem? Als Menschen des 3. Jahrtausends sollten wir wissen, dass wir Millionen von Chancen haben. Wir müssen nur die "richtige" nützen. Und HdR ist so eine Chance ...
Arno C. Hofer
P.S. Es heißt Rezension (von re"zensio" = ich beurteile). Die "Rezession" ist das, was wir im Wirtschaftsleben fürchten: ein Einbruch der Konjunktur, Kaufkraftverlust, etc. (und das ist beim HdR nicht der Fall); die "Rezeption" ist die "Aufnahme" von etwas, jede/r LeserIn/SpielerIn ist somit der/die "RezipientIn".

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Frank Biesgen

re: (OT) HdR - Film

Beitragvon Frank Biesgen » 3. Juli 2001, 11:53

...ich fürchte nur, Hannes müßte sich bis Weihnachten 2003 (nicht 2002) gedulden, da ja nur 1 Film pro Jahr rauskommen soll - auch wenn Teil 2 und 3 beide schon nächstes Jahr fertiggestellt sind...:o))
Gruß FBI

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Roland G. Hülsmann

re: HdR - eigentlich eine "Rezession" ;-)

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 3. Juli 2001, 12:42

... in der Tat: Die im NAUTILUS genannten Beispiele waren grauenhaft! Sie paßten gar nich in die Atmosphäre, die man (oder zumindest ich) beim Lesen der deutschen "Urfassung" hat. BTW: Die einbändige rote Ausgabe der ursprünglichen deutschen Übersetztung sollte noch im Handel sein.

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Niccolo
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Beiträge: 1333

re: Herr der Ringe - ich wuerd so gern Mitbegeistert sein

Beitragvon Niccolo » 3. Juli 2001, 15:27

Hallo ihr,
Einleitend - HdR ist für mich einer der Spitzenreiter meiner Gruppe "Unspiel".
Aber durch eure schier endlose Begeisterung les ich wirklich jedes Fitzelchen, was über HdR geschrieben wird, in der Hoffnung das mal zu 'verstehen', was an HdR gut ist.
Allein dieser Satz hier:
"So hatten wir im letzten Spiel das Pech, das wir von den ersten 7 Plättchen 6 Sonnenuhren gezogen hatten."
Wenn ich gleich im Anschluß Arno jubeln höre, daß das ja so faszinierend ist... Schicksal... Leben... HdR "als Chance"???
Im Ernst? Da gibt es Spiele, die hier einstimmig verdammt werden - für eben solche Eigenschaften.
Teamwork?
Da gibt es Kooperationsspiele, wo es wahrlich eine Herausforderung ist, die Spieler auf ein gemeinsames Ziel zu einen, weil nämlich das gemeinsame Ziel da auch oft im Widerspruch zu eigenen Zielen steht - aber hier?
Ist das wirklich der Gipfel des Teamworks, dass man die geforderte Karte ausspielt - weil es im grunde ja eh egal ist, ob ich die spiele, oder ein anderer... oder gibt es einen einzigen Grund, weshalb ich es nicht tun sollte? Da es ja gleichgültig ist, welcher der Zwerge vorne ist, oder gar stirbt - reicht ja einer zum Gewinnen.
"Bei HdR handelt es sich eigentlich um eine gewaltige Patience zu mehreren, ein überdimensionales "Solitär-Spiel", wie H. Schrapers überspitzt-treffend sagte"
Und das ist eine Auszeichnung für ein Gesellschaftsspiel?
Dann sollte man vor jedem Solitärspiel (und davon gibt es ausgesprochen interessante und komplexe Exemplare, welche weit über: "Wir decken ein Plättchen auf und reagieren entsprechend", hinausreichen) einen tiefen Kniefall machen, weil ich kann mich auch vor jenen zu mehrt zusammenkuscheln und irgendwie 'zusammen' spielen.
Patiencen kann ich auch billiger haben.
Ich frage hier ganz ernsthaft, weil ich mich bald wie eine Randgruppe fühle, bei all den Lobgesängen.
Kann man - ausgenommen dem Spielverlauf logisch vorgegeben:
... tatsächliche Entscheidungen fällen?
... begründbar Karten zurückhalten?
... irgendwas tun, was ausgefallen, raffiniert, etc. ist?
Kennt ihr "Lauf kleine Hexe"?
LiGru
Niccolo

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Ingo Kasprzak

re: Herr der Ringe - ich wuerd so gern Mitbegeistert sein

Beitragvon Ingo Kasprzak » 3. Juli 2001, 17:46

Hi Niccolo!
Du schriebst:
> Kann man - ausgenommen dem Spielverlauf logisch vorgegeben:
> ... tatsächliche Entscheidungen fällen?
> ... begründbar Karten zurückhalten?
> ... irgendwas tun, was ausgefallen, raffiniert, etc. ist?
Ja,ja,ja!
Und genau das ist doch ein weiterer Reiz des Spiels: Herausfinden, was man seinem "Schicksal" entgegensetzen kann!
Und bei uns klappt das mittlerweile ganz gut: Die letzten 5 Partien in der leichtesten Schwierigkeitsstufe haben wir allesamt gewonnen (weshalb wir sie auch nicht mehr spielen), die mittlere Stufe klappt auch immer besser/öfter. So verfeinern wir nach und nach unsere Strategien, Taktiken und Kniffe.
Und irgendwann kriegen wir hoffentlich auch die schwierigste Stufe nicht nur mit Glück hin.
Ciao, Ingo

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Arne Hoffmann

re: Herr der Ringe - ich wuerd so gern Mitbegeistert sein

Beitragvon Arne Hoffmann » 4. Juli 2001, 10:14

Moin Ingo!
Na, ob HdR wirklich eine Strategie haben kann? Bei so viel Glueckselement ist in meinen Augen die einzige Strategie, im Mittel die Hobbits mit den noetigen Plaettchen zu versorgen und so wenig wie moeglich Karten zu verbrauchen. Ist in meinen Augen nicht viel von Strategie - HdR ist doch eher taktisch, da ich mich kurzfristig auf die neuen Umstaende einstellen muss.
Schoenen Gruss,
- Arne - (der ja trotzdem gerne HdR spielt)

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Ingo Kasprzak

re: Herr der Ringe - ich wuerd so gern Mitbegeistert sein

Beitragvon Ingo Kasprzak » 4. Juli 2001, 13:10

Hallöchen Arne nochmal!
Naja, Strategie ist nicht der Schwerpunkt, hab ich aber auch nicht behauptet! Und ein bisschen Strategie ist schon möglich.
Aber natürlich gebe ich Dir Recht: Taktische Elemente überwiegen.
Ciao, schöne Grüsse zurück,
Ingo
(der HdR mal wieder in einer Runde mit Arne spielen mag)

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Arne Hoffmann

re: Herr der Ringe - Strategie

Beitragvon Arne Hoffmann » 4. Juli 2001, 13:45

Ingo schrieb:
"Naja, Strategie ist nicht der Schwerpunkt, hab ich aber auch nicht behauptet! Und ein bisschen Strategie ist schon möglich."
Ja, aber immer nur dieselbe - oder? - auf jeden Fall, wenn man zum Sieg kommen moechte: Versuchen mit sovielen Ressourcen wie moeglich auf dem letzten Plan anzukommen. Das muss ich nun nicht als eigene Strategie definieren, da es durch das Spiel vorgegeben ist. Strategisch waere das Spiel fuer mich, wenn es verschiedene Moeglichkeiten gaebe, langfristig Richtung Sieg zu planen.
Tschoe,
- Arne - (Gelegenheit wird sich schon mal wieder ergeben fuer HdR)

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Ingo Kasprzak

re: Herr der Ringe - Strategie

Beitragvon Ingo Kasprzak » 4. Juli 2001, 14:43

Hi Arne!
Im grossen und ganzen ist das natürlich das Ziel, aber einen ganz, ganz groben Fahrplan, um das Ziel zu erreichen (eben eine Strategie), kann man sich trotz Taktik zurechtlegen.
Eine sehr interessante Strategie haben wir mal in einem 4er-Spiel ausprobiert - mit überraschendem Erfolg! Wir müssen nochmal ausprobieren, ob das immer so gut hinhaut. Kurz zusammengefasst:
2 Spieler sammeln Karten und benutzen diese nicht, um sich auf den Abenteuerleisten vorwärts zu bewegen, sondern ziehen stattdessen immer nach. Die anderen Spieler benutzen ihre Karten nahezu ausschliesslich, um vorwärts zu kommen. Allerdings versuchen sie trotzdem, von jedem Symbol immer eine auf der Hand zu halten (oder ein oder zwei Joker) Jede zusätzliche Möglichkeit, an Karten zu kommen wird auf die Spieler gespielt, die für die Vorwärtsbewegung zuständig sind, wenn denen langsam die Karten ausgehen sollten. Immer, wenn es heisst "1 Spieler muss x Karten abgeben, oder...", sind die Kartensammler gefragt.
Für mich ist das eine (wenn auch seichte) Strategie.
Ciao, Ingo

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Lars Hoffmann

re: Herr der Ringe ;-)"Rezension" wäre richtig

Beitragvon Lars Hoffmann » 4. Juli 2001, 17:03

Peinlich, peinlich,
eigentlich kenne ich ja den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Rezession und Rezension. Wie Andreas sicher auch. Andreas schreibt es falsch und ich auch noch falsch ab. Asche über mein Haupt.
Naja, Man(n) wird halt alt ...
Ciao Lars (der auch schon 29,5 Jahre auf dem Buckel hat)

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Lars Hoffmann

re: Herr der Ringe - ich wuerd so gern Mitbegeistert sein

Beitragvon Lars Hoffmann » 4. Juli 2001, 17:15

Sicher ist HDR durch das Ziehen der Ereigniskärtchen sehr glücksabhängig, keine Frage. Und es gibt sicher auch viele Spiele die mir besser gefallen. Ich finde aber, dass das Spiel sehr stimmig umgesetzt worden ist.
Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, um das zu schnelle Ziehen von Sonnenuhren verhindern, dass man die übrigen Ereigniskärtchen in 8 Stapel aufteilt und in jeden eine Sonnenuhr einmischt. Anschließend werden alle aufeinandergelegt. Wie bei Union Pacific. So könnte man etwas besser planen. Hat das jemand schon einmal probiert?
Ciao Lars

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Andreas Epplée

re: Herr der Ringe ;-)"Rezension" wäre richtig

Beitragvon Andreas Epplée » 4. Juli 2001, 17:58

> Andreas schreibt es falsch...
Ja, aber in Anführungszeichen und mit Smiley. Muss man dass nach dem netten Thread über die "Rezessions-Spiele" (und besonders der Antwort von F. Gruber ;-)) noch mehr hervorheben???
Gruss Andreas (mir lag schon ein hübsches SCNR an Arno auf der Tastatur - konnte mich grade noch zurückhalten...)

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Lars Hoffmann

re: Herr der Ringe ;-)"Rezension" wäre richtig

Beitragvon Lars Hoffmann » 4. Juli 2001, 18:09

>Ja, aber in Anführungszeichen und mit Smiley. Muss >man dass nach dem netten Thread über die "Rezessions->Spiele" (und besonders der Antwort von F. Gruber ;-)) >noch mehr hervorheben???
Ja jetzt sehe ich es auch. Und ich Trottel falle auch noch drauf rein. Zu meiner Verteidigung (oder hieß es Vereidigung???) muss ich ja sagen, dass ich mich an den besagten Thread nicht erinnern kann. Habe ich wohl nicht gelesen.
Ciao Lars (der leider nicht dazukommt, alles hier zu lesen)

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Arno

re: Herr der Ringe ;-)"Rezension" wäre richtig

Beitragvon Arno » 4. Juli 2001, 23:10

...habe diesen thread leider auch "versäumt" - daher bitte: nix für ungut
Arno (bin leider verwandtschaftlich Deutschlehrer-geschädigt)

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Arno

re: Herr der Ringe ;-)"Rezension" wäre richtig

Beitragvon Arno » 4. Juli 2001, 23:33

der verzweifelt nach dem beschworenen Thread sucht ... Kannst Du mir sagen, wo ich diesen finde? Danke.

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hannes

re: Herr der Ringe ;-)"Rezension" wäre richtig

Beitragvon hannes » 4. Juli 2001, 23:48

Hi Arno
Hier der Link zu Grubers Rezessionsbeitrag.
Übrigens bei meiner "Rezeption" lag auch ein Smiley ...
Ciao
hannes


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