Beitragvon Matthias Staber » 11. Februar 2002, 11:12
> im Gegensatz zu untenstehendem Thread zu schlechten
> Spielregeln möchte ich gerne mal umgekehrt fragen, welche
> Spielregeln denn hier als besonders herausragend empfunden
> werden (und möglichst warum - z.B. Struktur, Beispiele, Kürze
> vs. Ausführlichkeit, flüssiges/amüsantes Studium etc.).
>
> Was mich im Speziellen interessieren würde ist, was die
> Spieler hier von Einführungsspielen a la "Prof. Easy" oder in
> manchen Spielen zu findenden, umfangreichen fortlaufenden
> Beispielen halten. Hält Euch sowas nur auf oder macht es den
> Einstieg leichter? Ist es ein Ersatz für herkömmliche
> Spielregeln oder maximal ein Zusatz für Einsteiger? Findet
> Ihr in Einstiegsspielen oder umfangreichen Spielbeispielen
> noch das Wesentliche beim schnellen Nachsehen?
>
> Ciao,
> Roman
Für die momentan besten Spielregeln around halte ich die von alea, auf Einführungsspiele à la Prof. Easy kann ich verzichten - ich möchte meine Beispiele im Regeltext selbst haben, nicht in einem seperaten Text.
Von daher finde ich das alea Regel-Desingn genial: Links der Regeltext, rechts eine Spalte mit der Kurzspielregel und den Sonderfällen, übersichtlich, auf einen Blick, wie eine gute Fernsehprogrammzeitschrift.
Ein weiteres alea-plus: Es wird begrifflich sauber gearbeitet. Gleiches wird mit Gleichem, Unterschiedliches mit Unterschiedlichem benannt. Wenn in einer alea-Spielregel zwei verschieden Ausdrücke vorkommen, kann ich sicher sein, dass damit auf zwei unterschiedliche Dinge Bezug genommen wird. Es herrscht nicht dieses Signifikant-Signifikat-Chaos wie bei anderen Regeltexten: Die alea-Regeln sind genau geschrieben und können deswegen auch genau gelesen werden, sprachliche Ambiguitäten gibt es dort so gut wie nicht.
Stichwort Beispiele: Ich möchte zahlreiche Beispiele in einem Regeltext nicht missen, ich halte sie für essenziell für das Verständnis: Wie wir ja alle seit Kant wissen, sind es komplett unterschiedliche Paar Stiefel, einerseits eine generelle Regel zu kennen, und andererseits im konkret vorliegenden Einzelfall zu entscheiden, ob er unter diese Regel (oder eine andere) fällt - hier helfen Beispiele, in denen man diese Subsumierungsleistung einmal at work vorgeführt bekommt - gerade bei ungewöhnlichen und neuartigen Spieledesigns kommt man daran IMO nicht vorbei (Liberté, Fürsten von Florenz usw.)
Matthias
Matthias