Beitragvon Dieter Niehoff » 11. April 2002, 16:05
Die knallbunte Kino-Zeitschrift "cinema" hat vor einiger Zeit eine Neuheit bei den rezensierten Filmen eingeführt, die ich mir auch ganz gut bei Spielerezensionen vorstellen könnte.
Am Ende einer Filmrezension steht neben den technischen Angaben zum Film und der Wertung auch stets der folgende Satz:
"Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie ........... und ............... mochten."
Dabei muß der Rezensent stets zwei Titel nennen.
So z.B. in der Cinema 3/2002
zu "Asterix & Obelix: Mission Kleopatra": Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie "Top Secret" und "Der Schuh des Manitou" mochten."
Oder zu "Was nicht passt, weird passend gemacht" wurden "Die Abfahrer" und "Bang Boom Bang" genannt. Oder zu "Die Royal Tenenbaums" gab es "Der Glanz des Hauses Amberson" und "Rushmore".
Es wird also auf Artverwandtes oder auf weitere Werke des Regisseurs hingeweisen. Das Genre wird berücksichtigt, oder ganz allgemein eine Ahnung/Meinung eines kinoerfahrenen Fachmanns - des Rezensenten also - wird angeboten. Pfiffig dabei ist, dass der Leser sich aufgrund einer Rezension zwar ein informativen Bild zum neuen Film machen kann - aber er hat noch keine Erfahrung, keine Emotion, keine Meinung dazu. Durch diese Bemerkung "Könnte Ihnen gefallen, wenn Sie ........." wird aber oftmals genau an die bestehende Erfahrung angeknüpft:
"Ja, einer der dort erwähnten Filme hat mir damals gefallen - dann könnte diese Neuheit auch was für mich sein."
Oder:
"Einen der beiden genannten Filme wollte ich damals sehen. Hab es aber verpasst. Daher interessiert mich diese Neuheit besonders"
Oder, oder.
Die "Ansprache" des Spielers/spielbox-Lesers an seine bisherigen Spielerfahrungen könnte somit gelingen und einen kleinen Bezug, eine kleine Sympathie für eine Spielneuheit herstellen.
Und das wäre doch prima.
Der berühmte Bewertungskasten in der spielbox aufgefüllt mit einem Satz
"Dieses Spiel könnte Ihnen gefallen, wenn Sie ........ und ........... mögen."
Ich glaube, das hätte was! Ein spielerfahrener Rezensent öffnet uns kurz eine Schublade, wo seines Erachtens die Neuheit "passen" könnte. Kriterien könnten dabei das ganz allgemeine Spielgefühl, die Gattung, die Spielanzahl, oder, oder, oder sein.
Ich fände es ganz unterhaltsam (und durchaus auch diskussionswürdig) wenn ein solcher Satz am Ende einer Rezension stehen würde.
Spontan würde mir sowas einfallen, wie
zu "Funkenschlag":
"Dieses Spiel könnte Ihnen gefallen, wenn Sie "Dampfross" und "Energiepoker" mögen.
zu "Puerto Rico": "Die Fürsten von Florenz" und ".......(?) ........"
oder, oder
meint
Dieter Niehoff