Beitragvon erik » 19. Juni 2002, 01:40
Hallo noch mal,
> Michael Schramm schrieb:
>>
>> Hi Dieter,
>>
>> ich kann Dir hier nur zu 100% zustimmen, die "Geier", die auf
>> Gemeindefesten oder auch Kinderflohmärkten für Pfennige
>> wirkliche Raritäten abschleppen und diese dann für teures
>> Geld bei ebay versteigern oder in Essen zu Horrorpreisen an
>> ihren Ständen verkaufen, habe ich auch schon öfter erlebt -
>> und ich bekomme dabei das Kotzen! Nachdem ich anfangs hier
>> nichts gesagt habe, bin ich inzwischen nicht mehr bereit,
>> dieses betrügerische Verhalten zu tolerieren und ich mische
>> mich ein in die "Verhandlungen", indem ich ganz direkt z.B.
>> sage:" Wie, AVE CÄSAR für 3 Euro,das kostet sonst aber nicht
>> unter 40 Euro!". Ich kann euch sagen, manche der um ihr
>> "Schnäppchen" gebrachten Kunden waren so sauer, dass sie mir
>> fast Prügel anboten- tatsächlich ist die auch einmal wörtlich
>> gesagt worden! > >
>
> Hallo Michael
>
> bin ganz Deiner Meinung, und Du sprichst mir aus der Seele.
> Ich habe mich damals übrigens auch eingemischt in die
> "Verhandlungen". Prügel bezog ich nicht, aber es führte
> zumindest in einem Fall zu einem sich kräftig aufpumpenden
> Spiele-Sammler, der doch wirklich darauf bestand, den
> bereits mit dem Verkäufer (ca. 8 Jahre alt) ausgehandelten
> Preis nicht mehr ändern zu wollen. Es war beschämend. Ich
> sammel zwar selbst Spiele und verkaufe auch gerne (auch bei
> ebay), aber mit diesen Leuten möchte ich nicht in einem
> Atemzug genannt werden.
Ich habe zwar eine Ahnung, bin mir aber nicht sicher. Was ist
jetzt der konkrete Punkt, bei dem ihr euch in eine Verhandlung
einschalten würdet? Nehmen wir Anbieter (A), Interessent (I)
und Objekt der Begierde (ODB), zB Ave Caesar, und Du/ihr als
Verhandlungseinschreiter (V).
Szenario 1:
I kommt auf A zu und zeigt auf ODB und fragt "wieviel". A antwortet
"3". I: "OK". V: "Dat kost aber 40".
Senario 2:
I kommt auf A zu, zeigt auf ODB und sagt "nicht mehr als 3". A
zögert. V: "Dat kost aber 40".
Na ja, Details dazwischen gibt es sicher, aber ich denke mal,
ihr wisst, was ich meine? Szenario 2 soll der Einfachheit halber
auch den Fall enthalten, das der Anbieter einen höheren Preis
bereits genannt hat.
Szenario 1 meint ihr doch eigentlich nicht, oder? Und auch sonst
gibt es sicher noch Unterschiede, ob die Szenarien von grossem
A oder kleinem a (Anbieter, bezieht sich hier auf das Alter) getragen
werden. Bei grossem, also erwachsenem A, sollte das Einschreiten
durch V doch fast überflüssig sein? Und ist I ein Selbstsammler
oder permanenter Wiederverkäufer?
In Szenario 2 ist eine Berechtigung für das Einschalten eher
gegeben-ich meine den Postings von Dir, Dieter zu entnehmen, dass
es hauptsächlich darum geht? Dann ist aber auch noch die Frage,
wie sehr der vom Verhandlungseinschreiter
genannte Preis auch real, d. h. im gegebenen Kontext erzielbar ist.
Was ist denn da so bei Euch rausgekommen? Ist das Ave Caesar
dann für 40 Euro über den Tisch gegangen? Ich kann nur spekulieren,
da der ganze Vorgang nicht dargelegt wurde. Da aber I vielleicht für
40 nicht interessiert war, und V das schon hat, bleibt der Anbieter
vielleicht drauf sitzen? Maximalpreise sind nun mal nicht auf dem
Flohmarkt zu erzielen-und was nutzt dann die Information, dass man
zu einem anderen Ort an einer anderen Zeit unter Umständen
mehr bekommen hätte.
Und vielleicht wars dem Interessenten ja auch nur drei Euro wert?
Oder vielleicht hat er auf Wiederverkauf spekuliert, weil er momentan
sonst knapp bei Kasse ist (zB arbeitslos, solls ja geben) und so
sein Hobby finanziert - in dem Falle sei ihm ein Ave Caesar von
Herzen auch für drei Euro gegönnt. Kann man das alles tatsächlich
als zufälliger Beobachter einer Flohmarkttransaktion einschätzen?
Oder ist euch der/diejenige im Einzelfall als permanenter Flohmarkt-
geier bekannt?
Fragen über Fragen, ohne deren Beantwortung ich mich einer
Einschätzung, ob betrügerisches (durch wen) Verhalten, das nicht
tolerierbar ist (von wem), erst mal enthalten möchte.
Vielleicht habe ich ja auch daher einen anderen Erfahrungs-
hintergrund, dass ich in der glücklichen Lage bin, Flohmärkte zu
besuchen, die Einkäufe nach Szenario 1 zulassen, da wenige
Interessenten (zumindestens für den Bereich jenseits des blauen
Dreiecks und SdJ) rumlaufen. Dadurch sind Vs (die ja eher dem
Umfeld der Is zuzuordnen sind) eine mir bisher noch nicht
untergekommene Spezies. Vielleicht auch, weil Szenario 2 nicht
zur Anwendung kommt?
Also, ich werde auch weiterhin nur seltenst nach oben verhandeln.
Aber auch nicht stark nach unten. Entweder dann bleibts liegen oder
es interessiert mich halt für den Preis.
Ich werde auch nicht bei Karstadt die Schnäppchenpreise abreissen
und auf Zahlung des Listenpreises bestehen.
Und wenn mir einer ein Spiel schenken will, werde ich es auch ohne
moralische Skrupel annehmen.
Und wenn mich die Hitze denn läßt, gehe ich jetzt schlafen.
Gruss,
Erik