Beitragvon Roland G. Hülsmann » 20. September 2002, 15:08
Ralf Arnemann schrieb:
>
> > Die Geschmäcker sind halt verschieden und objektive
> Kriterien gibt es bei
> > Kulturgütern wie Spielen genauso wenig, wie bei Bildern,
> Romanen, Filmen, etc.
> Eine Qualitätsbeurteilung ist etwas völlig anderes als nur
> den persönlichen Geschmack zu äußern.
>
> Mit einer gewissen Erfahrung (d.h. man hat schon genügend
> Vergleiche kennengelernt und sich über die Kriterien Gedanken
> gemacht) kann man mit etwas Spielraum, aber doch objektiv
> sehr wohl "besser" und "schlechter" qualifizieren.
> Falsch wäre erst, dieses Urteil mit intellektueller Arroganz
> zum Maßstab dessen zu erklären, wonach man gefälligst Spaß zu
> haben verpflichtet sei.
> Nach ziemlich objektiven Kriterien ist ein Picasso besser als
> ein Pflastermaler, ...
Nach welchen? Kennst Du alle Pflastermaler. Es gibt da recht erstaunliches. Und manche gefallen mir besser als Picasso.
> ... ein Goethe besser als ein Konsalik, ...
Auch hier dürfte es Leute geben, die es anders sehen, auch wenn ich hier zustimmen würde. Aber auch hier sind mir keine objektiven Kriterien bekannt.
> ... ein Siedler besser als Monopoly, ...
Sehe ich zwar auch so, aber da gibt es sicher auch gegenteilige Meinungen.
Was sollen hier die objektiven Kriterien sein? Bisher hat noch niemand welche genannt. Sinn und Zweck eines Spieles scheint es doch zu sein, den spielenden Unterhaltung in ihrer Freizeit zu bieten.
> ein Bocuse besser als eine Frittenbude, ...
Na ja, auch bei Bocuse gibt es Sachen, da hätte ich nicht einmal Lust sier zu probieren, und in Holland bahe ich Frittenbuden kennengerlnt .... (schwelg)
> Das alles kann man gut begründen, ...
Wie? Diese Frage wurde noch nicht beatwortet.
> Manchem schmeckt die Currywurst besser als eine
> 5-Sterne-Komposition, ...
In dem Fall ist die Currywurst auch besser als die-5-Sterne Komposition!
Okay: Beim Essen gibt es objektive Kriterien, wie etwa Nährwert, Ballaststoffe, Kalorien, etc. ... aber ein 5-Sterne-Menü ist nicht zwingend "gesünder" als ein Essen im Lokal um die Ecke oder im Schnellrestaurant.
Ich denke, gerade im Bereich der Unterhaltung, gibt es keine objektiven Kriterien. Die kommen vielleicht hinzu, wenn ich mit der Unterhaltung andere Zielen verbinde. Wenn ich postiliere, daß Unterhaltung auch bilden soll, dann hat natürlich der MEGAMAN-Comic gegen DIE BLECHTROMMEL verloren, oder STAR WARS gegen GHANDI. Wenn ich postuliere, daß Spielen die grauen Zellen fordern soll, dann gewinnt SCHACH natürlich gegen MONOPOLY. Aber wer wollte so etwas postulieren?
Wir werden weiterhin damit leben müssen, daß wir selber entscheiden müssen, was uns gefällt und was nicht. Es gibt keine objektiven Maßstäbe, die uns diese Entscheidung abnehmen. Außerdem, wer wollte solche festlegen, ohne dadurch der Willkür zu erliegen, diese an sich selber festzumachen?
Ich bin Eure Antworten gespannt!
[i]Gruß Roland (der in anderen Bereichen durchaus objektive Maßsstäbe kennt)[/i]