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Inwieweit helfen Emotionen in Spiele-Rezensionen??

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Sascha 36

Inwieweit helfen Emotionen in Spiele-Rezensionen??

Beitragvon Sascha 36 » 17. Juli 2015, 12:09

Momentan haben wir ja eigentlich das Glück das es Unmengen an Rezensionsseiten bzw Videokanäle gibt die über unser liebstes Hobby schreiben und reden.
Oft fällt mir dann aber auf das bei, vor allem Video Kanäle, dann unglaublich geschwärmt wird und ein Spiel meistens abgefeiert wird zb Rhado, Grey elephant, Crit Plays etc.
Ich frage mich in diesem Thema, inwieweit hilft es sein Review voller Emotionen zu packen und darüber hinaus den informativen Aspekt zu vergessen.
Mir ist übrigens klar das Spiele Emotionen hervorbringen sollen etc , aber wie weit hilft das in einem Review bzw dem Leser -Zuschauer ??
Ich stelle mir hier eine Diskussion vor, jede Meinung ist also absolut gerechtfertigt und jeder ist eingeladen sich zu beteiligen.

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Mixo

Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Mixo » 17. Juli 2015, 12:32

Ich glaube es ist vor allem ein US-amerikanisches Problem, dass alles immer "awesome" und "the best ever" ist. So große Begeisterung für ein "normales" Spiel findest du im deutschsprachigen Raum kaum. Daher gilt es in US-amerikanischen Produktionen diese Emotionen zu filtern - Radau macht tolle Videos, die ich wirklich gerne sehe. Als alleinige Basis für eine Kaufentscheidung nutze ich ihn allerdings nicht (mehr).

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BGBandit
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon BGBandit » 17. Juli 2015, 12:34

Meine persönliche Meinung dazu ist: sehr viel!

Solange sich an bestimmten Stellen an Fakten gehalten wird. Im Spielablauf oder Material macht es eher weniger Sinn, weil da kann man sich an Fakten halten. Wenn das Spiel grottiges Material hat und ein Workerplacementspiel ist, ist das nunmal so.

Was die Emotionen betrifft: sehe ich wie bei Filmen: ein und dasselbe Spiel /Film kann bei 3 Menschen drei verschiedene Emotionen auslösen. Dem Ersten ist es zu langweilig weil einfache Regeln. Der zweite findet es super, weil es einfache Regeln hat und er es mit seiner Familie spielen kann. Der Dritte findet es so lalala...

Spiele sollen aber ja nunmal Emotionen auslösen, sonst wäre es Arbeit. Bei mir fällt jedes Spiel gnadenlos durch, bei dem ich nicht in irgendeiner Form Spaß (Emotion) habe. Das muss nicht zwangsläufig was mt komplexen Strategiespielen usw. zu tun haben (auch die machen mir Spaß. evtl. lache ich nur nicht dabei). Nur wenn ich merke, dass ich nur noch Matheaufgaben löse und diese Rechnerei nicht irgendwie durch Thematik oder Mechanik kaschiert wird, kann ich eben auch Matheaufgaben aus Mathebüchern lösen.

Von daher ist für mich wichtig zu wissen, was ein Spiel beim jeweiligen Rezensenten auslöst. Dann muss man im Prinzip nur noch wissen, ob der Rezensent ungefähr auf derselben Wellenlänge ist wie ich.

Bei Sebastian Wenzel weiss ich z.B., dass er eher so Richtung Familienspiele geht. Nichts für mich, also schau ich mir lieber an, was Tobi so spielt.

Der informative Teil darf natürlich trotzdem nicht fehlen. Wenn einfach nur noch "abgefeiert" wird, ohne dass ich weiss, worum es überhaupt geht, kann ich mit einer rezi nichts anfangen.

Ich denke, es sollte eine gesunde Mischung sein.

Bestes Beispiel für den positiven Reiz von Emotionen ist für mich immer noch (und ich kann es gar nicht oft genug sagen) die VideoRezi von Basti zu Runewars. Die Begeisterung zu diesem Spiel ist so gut rübergekommen, dass ich das Spiel gekauft habe, obwohl es in unserer Spielrunde schon vorher als mittelmäßig abbgetan wurde. Ich habe mich anschließend 3 Wochen mit dem Spiel beschäftigt und konnte meiner Spielrunde dann anschließend nochmal zeigen, wo der Haken war. Ohne Bastis rezi hätte ich das Spiel nie gekauft.

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Sascha 36

Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Sascha 36 » 17. Juli 2015, 13:08

Vielleicht kennt jemand Drive Thru Reviews, einer meiner liebsten Kanäle. Joel Eddy der Betreiber überzeugt mich durch seine sachliche Haltung und das er sich was Lobpreisungen angeht zurückhält, dazu geht er meist noch auf die Zielgruppen ein denen dieses Spiel gefallen könnte und überlässt dem ZUschauer die Entscheidung. Darüber hinaus macht er so gut wie keine Fehler in seinen Erklärungen und stellt das Spiel immer in den Fokus und macht um seine Person selber kein Aufheben.
Fürmich persönlich die angenhmste Art Videos zu schauen und Kaufentscheidungen zu treffen

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Actaion
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Actaion » 17. Juli 2015, 13:30

Der Rahdo ist ja ganz nett, aber die Video sind mir zu lang und die Bewertung zu unkriritisch. Da ist ja jedes Spiel "absolutely awesome" and "I love it so much!" udn kritische Punbkte werden kaum erwähnt.

Der Drive Thru finde ich hingen etwas einschläfernd.

Tom Vasel finde ich gut. Ein bisschen Emotion/Begeisterung darf schon rüberkommen. Die Videos sind nicht übertrieben lang ud unterhaltsam, der Kern wird gut dargestellt, und es werden auch schwächen genannt, wenn auch ziemlich subjektiv.
Dennoch im Endeffekt schaue ich mir das lieber an als ein allzusehr sachliches Einschlafvideo.


Die deutschen Video-Rezensenten finde ich meist auch zu langatmig, besonders Spiellama. In etwa derselbe Inhalt wie bei Tom Vasel, aber durch überflüssiges minutenlanges Gelaber mit tausend Wiederholungen auf die doppelte Spielzeit aufgebläht.

Hunter&Cron und Martin Klein sind etwas besser, aber auch noch deutlich zu lang.

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H8Man
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon H8Man » 17. Juli 2015, 14:00

Ich bin da inzwischen komplett abgestumpft und gebe nicht mehr viel auf Meinungen anderer. Am Ende sind Geschmäcker sowieso verschieden. Sollte mich ein Spiel interessieren, spiele ich es an.

Wenn das Spiel bei einem Review von allen Seiten belichtet wird und somit auch emotionstechnisch, ist das super, was allerdings nicht bedeutet, dass der Reviewer die Emotionen rüberbringen soll. Emotionen nennen oder ausleben sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Die für mich beste Art wäre eine Auflistung von Dingen die gut und nicht so gut funktionieren, völlig frei von der eigenen Meinung, denn die ist wie oben erwähnt eh subjektiv. Wer was mag, weiss jeder selbst, dafür benötige ich keine emotionale Unterstützung.

Zum Thema US Reviewer, da finde ich keinen wirklich gut. Tom gucke ich am häufigsten, obwohl er einen völlig anderen Spielegeschmack hat als ich. Das gute bei ihm ist, dass ich eine kurze Übersicht bekomme und keine 30 Minuten Brocken die man auch in 10 hätte machen können, wie das leider meistens der Fall ist, siehe UndeadViking und Rahdo...

Im deutschen Raum bringt mir Martin die Infos am besten rüber, wobei mich das Fazit nur bei den negativen Punkten interessiert, denn wie gehabt, was ich gut finde weiss ich selbst am besten, aber mögliche Probleme im Spiel zu sehen, das man noch nicht gespielt hat, ist schon schwieriger.
"Wenn Ihr glaubt mich verstanden zu haben, dann habe ich mich falsch ausgedrückt..."

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Malte
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Malte » 17. Juli 2015, 14:56

Ich begrüße es auch wenn nicht ein Titel 3 Tage nach dem Erscheinen die erste Rezi bekommt und diese total Super ausfällt. Wahrscheinlich damit man am Ende sagen kann, Rezensent XYZ hatte es als erster gemerkt wie toll der Titel war.

Ich lese gerne die Westparkgamer, da diese nicht gerade mit guten Noten um sich werfen, wohl aber gerne schreiben warum es denen persönlich nicht gefällt. Die sind ehrlich und geben einem Titel auchmal nur 4 von 10 Punkten wenn er eine "Gurke" ist.

Aber am Ende muss Mann/Frau es immer noch selber ausprobieren.

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Morti
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Morti » 17. Juli 2015, 15:00

Ja, die Westparker sind schon eine kompetente und lesenswerte Klasse für sich, allerdings habe ich das Gefühl (sie übrigens auch), daß sie immer granteliger werden und rezensieren. Ob sich die herkömmlichen Konzepte totgespielt haben oder ob das sonstige Gründe hat - keine Ahnung. Ich stimme mit ihnen jedenfalls nicht mehr so häufig überein wie früher.

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Sascha 36

Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Sascha 36 » 17. Juli 2015, 15:21

Vollkommen deiner Meinung Malte, allerdings schätze ich auch etwas Mut bei Rezensionen, wenn man einem Spiel auch mal ne Note unter 5 gibt. Immer nur Höchstnote 8 oder Solide hat für mich dann wenig Reiz bzw Aufklärungskraft.
Mir ist immer wichtig das man es vernünftig begründen kann, nur weil ein Spiel zB keine oder wenig Interaktion aufweist oder es ein Workerplacementspiel ist welches im Mittelalter spielt hat es keine schlechte Note verdient. Wenn es unbalanciert ist, Mechanismen keinen Sinn machen, dann kann ich es besser nachvollziehen.
Emotionen und jahrelange Spielerfahrung hängen für mich eng zusammen, aber auch hier finde ich sollte man immer davon ausgehen das es jemand liest der Neu in dem Hobby ist und dem solche persönliche Einschätzungen nicht wirklich helfen.

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Marc Gallus
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Marc Gallus » 17. Juli 2015, 18:51

Interessanter Thread :-)

Ich möchte einfach mal eine positive Rezension und einen Verriss von Michael Knopf anführen. Meines Erachtens gab und gibt es keinen besseren Rezensenten, was seinen Schreibstil angeht!

Köstlicher Verriss:

Spiel: Dilemma

Freunde, wir setzen jetzt den Helm auf und ziehen die kugelsichere Weste an, denn Feindesland liegt vor uns, jene unwirtliche Region, in der die berühmte Müllbande haust und scharf mit Schrott schießt. Natürlich war nicht damit zu rechnen, dass wir dort auch Meister Alex Randolph antreffen würden, der sich ehemals in höheren Regionen aufhielt; es ist aber seine Schuld oder die des Verlags, wenn er nun in der Unterwelt herumwühlt, und Gnade gibt’s nicht, nein. Vorwärts also, schnell und hoffentlich gut geschützt: In der Mitte des Tisches liegt ein „Arena" genannter Napf, jeder hat zehn Karten; einer legt eine Karte in den Napf und heißt deshalb „Provokateur", die anderen können diese freche Provokation annehmen und eine Karte in den Napf werfen (!). Sollte jemand eine Karte mit derselben Zahl geworfen haben, in einem Anfall geistiger oder anderweitiger Umnachtung vielleicht, gilt das nicht, und es gilt auch nicht, wenn die Karte schräg im Napf liegt oder daneben, was selten vorkommt, weil die Wurfentfernung gar nicht vorgeschrieben ist. Liegt aber auf der provozierenden Karte eine, die gilt, kommt es zum finalen Duell der beiden Werfer: Sie nehmen einen Holzchip mit zwei Seiten in die Hand und legen ihn dann auf den Tisch – wenn beide „Frieden" gewählt haben, bekommen sie jeweils die Karte des anderen, wenn „Frieden" auf „Konflikt" stößt, kriegt der Krieger beide Karten und verliert einen Lebensstein, und im Falle des Doppel-Konflikts verlieren beide ein Leben und erhalten nichts dafür. So schwinden die Karten dahin, bis nur noch einer welche hat; am Ende zählen die Werte der gewonnenen Karten. Wunderbarerweise ist das aber völlig egal, denn wir lachen längst alle, wir lachen, lachen über diese aufgeblasene Kombination aus kleinkindkompatiblen Wurfübungen und museumsreifer Stein-Schere-Blatt-Methode. Nicht aus Freude allerdings lachen wir, sondern aus Verzweiflung: Ist nicht wahr, oder? Kostet das 30 Mark oder bekommt man sie, als großzügig bemessene Entsorgungsgebühr? Was soll’s, die Arena mag Rauchern als Aschenbecher dienen, und wer einen kleinen Hund hat, kann ihm im Napf sein kleines Fressen servieren.

Für 3 bis 5 von Alex Randolph und Paul Daviz (Grafik) bei FX für 30 Mark.

Im Gegenzug dazu:

Positive Rezension:

Serenissima

Zunächst ist das ein Bausatz, der uns Stunden der bastelnden Vorbereitung kostet. Viele winzige Masten vom Plastiksteg lösen und mit Fähnchen bekleben, ordnen und sortieren, einen Überblick gewinnen angesichts der außerordentlich umfangreichen „einmaligen Ausstattung"; dann die Anleitung studieren und zu begreifen versuchen, später feststellen, daß es ist wie oft: Das Spiel ist beim Spielen nicht annähernd so schwierig, wie es beim Lesen noch zu sein schien. Komplex aber ist es, vielschichtig, es wäre als Film ein stundenlanges Monumentalwerk – hinsetzen, hineinfallen lassen; eine Nation sein von zweien, dreien oder vieren, die ums Mittelmeer herum hausen und Handel treiben. Großer Spielplan, Galeeren, Seeleute, Festungen, Waren. Acht bis zehn Runden, je nach Spielerzahl, eine jede bestehend aus sechs Phasen, von der Ermittlung der jeweiligen Zugreihenfolge durch geheimes Bieten über Schiffsbau sowie Personalbeschaffung und Hafenübernahme bis zum Verkauf der Ware. Dazwischen Vorwärtsbewegung auf hoher See, Gefechte zwischen Schiffen, Gefechte in Häfen. Gefechte? Gemach, dies ist historisch korrekt: Die Welt war nicht nur friedlich beim Kampf um die Macht am Mittelmeer, und das bißchen Würfeln und sich anschließende Seeleute-Entfernen richtet durchaus keinen dauerhaften Schaden an. Freiwillig ist es obendrein, wenn auch sehr nützlich; in erster Linie aber geht es uns darum, Waren zu kaufen, auf Schiffe zu verladen, mit diesen Schiffen Häfen anzulaufen, diese Häfen nach Möglichkeit in Besitz zu nehmen und schließlich wieder Waren zu verkaufen. Natürlich ist das alles überhaupt nicht so einfach, denn wir sind derart Herr über unser Handelsgeschick, daß die Wahl der richtigen Strategie hinreichender Erfahrung bedarf: viele Seeleute aufs Schiff packen und weit fahren – oder Waren bevorzugen; viele Schiffe bauen und weithin ausschwärmen – oder die Häfen befestigen, die Hauptstadt sichern; die Lagerhallen vieler Häfen ein bißchen füllen – oder einige ganz? Alles hängt mit allem zusammen, Punkte gibt es am Ende für dies und das. Hinsetzen, hineinfallen lassen; an der Grenze zwischen Familienspiel und Freakspiel ist dies vor allem ein spannendes, ein forderndes, sagen wir einfach: ein gutes Spiel.

Von Dominique Ehrhard und Duccio Vitale bei Eurogames für 70 Mark.


Anhand dieser beiden Rezensionen wird deutlich, was gutes Schreiben ausmacht: Selbst einen Verriss lese ich dann gerne. Mag auch der Rezensent einen anderen Geschmack haben, so bietet sich hier ein wahrer Lesegenuss. Leider scheint es noch keine Stipendien für gutes Schreiben zu geben, was eigentlich eine Aufgabe der Spiel des Jahres Jury sein könnte. Die meisten Rezensionen sind einfach nur noch eine Bleiwüste...Das ist schade...


PS: Wen es interessiert: Michael Knopf seine alten Rezensionen sind hier zu finden:

http://web.archive.org/web/200109241638 ... gpunkt.de/

Spielerische Grüße
Marc

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HDScurox
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon HDScurox » 17. Juli 2015, 19:23

Ich schreibe ja selbst Rezension und drehe Video-Rezensionen. Daher hier vielleicht mal die Sicht eines Rezensenten.

Ich finde es immer wichtig und das ist auch mein Anspruch an mich. Das Spiel vollkommen darzustellen. Aspekte die ich unwichtig finde, können für einen anderen das Argument schlechthin sein. Also erkläre ich die Regeln des Spiels so umfassend wie möglich, ohne mich dabei in Sonder- und Detailregeln zu verlieren.

Besonders Texte werden da bei mir durchaus lange, besonders da ich auf jeden Aspekt eingehen möchte. Spielmaterial, Spielgefühl, Spielspaß, Spielregeln und natürlich das Fazit.

Gleiches eigentlich bei Videorezensionen. Die sind alle so zwischen 20 und 25 Minuten lang. Kürzer würde es, meiner Meinung nach, dem Spiel nicht gerecht werden.

Nun zu den Emotionen in einer Rezension: Wenn mich das Spiel total begeistert, kann ich das nicht verstecken. Das wäre unehrlich und ich würde mich verstellen. So wie ihr mich in meinen Videos seht, so würde ich auch reagieren, wenn ich euch gegenüber stehe.

Liebe Grüße,
Alex
Boardgamejunkies.de

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Sascha 36

Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Sascha 36 » 17. Juli 2015, 19:35

@ Marc

Danke für diese schönen Beispiele für eine etwas andere Rezension und den Link, da werd ich dann noch viel Spaß mit haben. Guter Mann der Herr Knopf.

@ hdscurox

Ich finde du machst das richtig gut, am Anfang fand ich das Sprechen an sich etwas langsam, aber das ist mittlerweile viel besser geworden und wer die Rezensionen von Alexander nicht kennt, dem empfehle ich einfach mal bei YouTube nach den boardgamejunkies zu schauen oder auf boardgamejunkies.de eine seiner Rezensionen zu lesen.
Zuletzt geändert von Sascha 36 am 17. Juli 2015, 20:09, insgesamt 1-mal geändert.

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HDScurox
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon HDScurox » 17. Juli 2015, 20:02

Vielen lieben Dank für das Lob!

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BGBandit
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon BGBandit » 18. Juli 2015, 00:14

Danke Marc Gallus, herrlich!

Genau solche Rezensionen liebe ich

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Florian-SpieLama
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Florian-SpieLama » 18. Juli 2015, 02:15

Vor Kurzem sah ich die beste Review die ich bisher je gesehen habe. Und ich glaube, das lag an den Emotionen.
Nur sind es nicht nur Emotionen, des Reviewers über das Spiel, sondern auch die Erklärungen, welche Emotionen das Spiel durch ein Ineinandergreifen von Mechanismen und Mechanik, beim Spieler auslöst oder auslösen kann/will.
Ich hatte noch nie so sehr das Gefühl, dass ein "Fachmann" mir das Spiel gerade erklärt. Es war kein Standard-Format und ich hatte noch nie so sehr das Gefühl etwas über ein Spiel gelernt zu haben, wie bei dieser Review, OBWOHL es gar kein richtigen "Ich erklär jetzt die Regeln-Teil" gibt. Zumindest kam es mir beim schauen nicht so vor.

Also zumindest in diesem speziellen Fall, fand ich haben Emotionen sehr geholfen. Sofern man mit Emotionen auch das Spielgefühl meint und wie sehr man emotionell ins Thema eintaucht.

Hier die Review: https://www.youtube.com/watch?v=HtswnZqjRZg

Ich hab mir die Frage auch nochmal anders gestellt. Hilft es einer Rezension, wenn der Rezensent vom Spiel positiv emotional berührt wurde. Also nicht die Darstellung von Emotionen bei der Rezension selbst, sondern wie wirken sich Emotionen bei der Rezension im Vorfeld aus? Was ich damit sagen will oder fragen will ist: Ich glaube, wenn ein Rezensent von einem Spiel absolut begeistert ist, wird die Rezension besser, ob er Emotionen einbindet oder nicht. Man ist so begeistert von dem Spiel, dass man es im besten Licht erscheinen lassen und viel detailreicher auf die Regeln eingeht oder sich z.B. viel mehr Zeit im Fazit nimmt, um zu erklären warum das ein gutes Spiel ist. Zumindest bei Tom Vasel merk ich oft schon bei der Regelerklärung, dass er ein Spiel schlecht findet, weil dort Wendungen fallen wie "whatever" oder "i don't know".
Daher die These, wenn ein Rezensent begeistert ist, also positive Emotionen hat, wird sich viel mehr Mühe mit der Rezension gegeben. Wieder das Beispiel von oben. Ich glaube nicht, dass man annähernd so ein Video machen kann, wenn man nicht auf "YEAH I LOVE THIS GAME" gebürstet ist.
Habt ihr auch solche Beobachtungen gemacht?

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Sascha 36

Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Sascha 36 » 18. Juli 2015, 02:36

Mir hat das Ding zu viel Magic und andere Superlativen, ist halt ein Fan Review, ganz nett aber nicht mehr.
Eins der besten Reviews ( eher ein How to Play) was ich je gesehen habe war das hier, ist übrigens auch ein ganz gutes Spiel. https://boardgamegeek.com/video/30441/p ... tablegamer

Ansonsten finde ich nicht das es wichtig ist für die Qualität eines Reviews ob ich Fan bin oder nicht, im Gegenteil man nimmt sich doch die Möglichkeit wirklich objektiv zu bleiben, was wahrscheinlich das schwierigste beim rezensieren ist.

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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Florian-SpieLama » 18. Juli 2015, 02:54

Ich meinte damit jetzt gar nicht die Qualität für den Zuschauer, der eventuell Informationen rausziehen möchte. Ich meine damit eher, dass sich der Rezensent mehr Mühe gibt. Für den Zuschauer ist das eher irreführend, aber ich glaube, wenn en Rezensent ein Spiel wirklich mag, achtet er mehr darauf, dass es richtig im Bild ist, es wird noch ne Artwork-Show von den Karten gemacht, die Regeln werden versucht besonders gründlich zu erklären und im Fazit wird besonders gut argumentiert, warum das Spiel so gut ist.

Klar kann man auch ein Spiel dann weniger mögen und trotzdem die Regeln vernünftig erklären und es am Ende richtig begründen, aber wenn man es sowieso doof findet, warum noch die paar Karten in die Kamera halten um die tollen Bilder zu zeigen? Das Spielertableau war oben etwas abgeschnitten im Bild? Ach egal. So Kleinigkeit die vielleicht nicht direkt auffallen und die nicht direkt eine schlechte Rezension ausmachen.
So meinte ich das.

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Sascha 36

Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Sascha 36 » 18. Juli 2015, 03:01

Okay das kann ich dann ganz gut verstehen, klar gibt es Fans die das ein oder andere Video raushauen welches Qualitativ höchster Standard ist, da hängen sich die Leute dann auch stark rein.
Schau ich mir zB Watch it played von Rodney Smith an, hab ich danach immer wider das Gefühl ein guten Einblick in das Spiel und seine Abläufe bekommen zu haben. Dazu kommt noch ein hohes Maß an höher Qualität.

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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Kathrin Nos » 18. Juli 2015, 09:26

Kann es sein, dass ihr in den bisherigen Postings hier vor allem die Emotion Enthusiasmus in Rezis beschreibt? Und das Zeigen von Emotionen durch den Rezensenten in seiner Rolle als Schreiber oder Gefilmten?

Ich persönlich möchte in einer Rezension etwas über Emotionen erfahren. Nämlich solche, die das besprochene Spiel auslöst. Oder auslösen kann/könnte, und was dazu führt, dass das gelingt - oder auch nicht. Spielen hat doch super viel mit Emotionen zu tun, sie sind oft der Kern und die Seele eines Spiels. Selbst beim Strategiekracher. Da packt mich die Emotion, durch strategisches Spiel die anderen zu überflügeln, an Ende die Nase vorn zu haben. Eine Emotion, die ganz sicher schwer in Bild oder Text zu transportieren ist.

Aus meiner Sicht ist ein guter Rezensent einer, der weniger durch überschwängliche eigene Emotionen seine eigenen Gefühle auf den Leser, den Zuschauer übertragen will, sondern aus seinen Runden die vielfältigen und auch durchaus unterschiedlichen Emotionen von seinen Mitspielern und auch sich selbst schildert. Erst das gibt mir ein Bild, was das Spiel mit mir machen könnte, oder auch, ob es in meinen Runden mit ihren unterschiedlichen Spielertypen gut ankommen könnte.

Gerade in Videorezis habe ich leider oft nur den Eindruck, dass es dem Rezensenten auch oder schlimmer: vor allem um eine Selbstdarstellung geht.

Schaut mal in die Texte von Michael Knopf, die in diesem Thread zitiert wurden. Da gibt es kein "ich", sondern "wir". Die Emotionen fließen immer wieder ein und flechten sich in die Beschreibung, was im Spiel passiert.

Wenn ich mit Leuten spreche, die wenig Erfahrung mit Spielen haben, nennen sie oft als Grund fürs Spielen, "andere ärgern" zu können. Das ist für mich ein weiteres Zeichen, dass Emotion ganz eng mit dem Thema Spiel verankert ist.
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Morti » 18. Juli 2015, 10:49

Mir sind die Emotionen des Spieles und des Rezensenten egal, solange ich das Gefühl habe, daß der Rezensent das Spiel auch ausreichend getestet hat, um mir mehr als nur oberflächliches Blabla und Ersteindrücke zu bieten.

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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Sascha 36 » 18. Juli 2015, 11:19

@ Kathrin
Besser hätte ich es nicht schreiben können, was ich von einer guten Rezension erwarte.
Toller Beitrag und ja wahrscheinlich war es dann wohl hauptsächlich der Enthusiasmus den ich meinte.

@ Morti
Oh ja, bei dem Output den so manche Rezensenten haben bezweifle ich ob es ausgiebig getestet wurde, wär natürlich auch die Frage wann ist ein Spiel ausgiebig getestet worden, wo liegt da die Messlatte ?

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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Kathrin Nos » 18. Juli 2015, 11:39

Sascha 36 hat geschrieben:@ Kathrin
Besser hätte ich es nicht schreiben können, was ich von einer guten Rezension erwarte.
Toller Beitrag und ja wahrscheinlich war es dann wohl hauptsächlich der Enthusiasmus den ich meinte.

Hallo Sascha, vielen Dank für deine Rückmeldung zu meinem Beitrag, darüber freue ich mich sehr :-) Alles Gute von Kathrin.
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon Morti » 18. Juli 2015, 11:41

Eine Meßlatte läßt sich leider nicht generell festlegen, aber ein Regelanlesen mit kurzem "Drüberspielen" ist (mir) nicht genug.

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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon H8Man » 18. Juli 2015, 12:14

Florian-SpieLama hat geschrieben:Ich meinte damit jetzt gar nicht die Qualität für den Zuschauer, der eventuell Informationen rausziehen möchte. Ich meine damit eher, dass sich der Rezensent mehr Mühe gibt. Für den Zuschauer ist das eher irreführend, aber ich glaube, wenn en Rezensent ein Spiel wirklich mag, achtet er mehr darauf, dass es richtig im Bild ist, es wird noch ne Artwork-Show von den Karten gemacht, die Regeln werden versucht besonders gründlich zu erklären und im Fazit wird besonders gut argumentiert, warum das Spiel so gut ist.

Klar kann man auch ein Spiel dann weniger mögen und trotzdem die Regeln vernünftig erklären und es am Ende richtig begründen, aber wenn man es sowieso doof findet, warum noch die paar Karten in die Kamera halten um die tollen Bilder zu zeigen? Das Spielertableau war oben etwas abgeschnitten im Bild? Ach egal. So Kleinigkeit die vielleicht nicht direkt auffallen und die nicht direkt eine schlechte Rezension ausmachen.
So meinte ich das.


Das wäre für mich ein Beispiel dafür, dass der Rezensent nicht objektiv und somit uninteressant ist. Denn wenn er Spiele unterschiedlich angeht und rüberbringt, dann wird es zum Fan-Video und ist keine faire Beurteilung mehr.

Was Kathrin geschrieben hat, ist ungefähr das, was ich vorher auch schon angesprochen hatte, der Unterschied von Emotion und Enthusiasmus (leider von mir auch nicht so gut auf den Punkt gebracht ;) ).

Ansonsten tendiere eher in Richtung dessen was Morti geschrieben hat, denn was mit gefällt weiss ich am besten. Wenn jetzt noch _kurz_ jemand mehr dazu sagt, ist das aber auch ok.


@ Meßlatte für gespielte Partien
Ich würde das ehrlich gesagt nicht pauschal angehen. Es gibt Leute die können Spiele problemlos nach einem Spiel sehr gut beurteilen und wenn diese Leute dann auch noch objektiv arbeiten, wirst du keinen Unterschied zu jemanden bemerken, der es 10 mal gespielt hat. Klar, letzterer kann mehr aus dem Täschchen plaudern, weil in 10 Partien mehr passiert ist, aber Spiel- und Regelverständnis sind nahezu gleich.
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Re: Inwieweit helfen Emotionen in Rezensionen ??

Beitragvon HDScurox » 18. Juli 2015, 12:35

@Messlatte für gespielte Partien:

Ich versuche die Rezensionen dann zu machen, wenn ich das Gefühl habe, das Spiel lässt mich nichts neues mehr entdecken. Das bedeutet noch lange nicht, dass ich wirklich alles durchdrungen habe, aber das bedeutet, dass ICH nicht mehr weiter vordringen "kann". Denn es gibt nun einmal, gerade bei Spielen, Dinge die sieht der eine und der andere nun Mal nicht, egal wie oft er das spielt.

Ich habe - zum Glück - einen Spielpartner, dem fallen Dinge auf, die mir nach 10 Partien noch nicht aufgefallen sind. Das ist aber auch etwas, das kreide ich weder mir noch jemand anderem an, denn keiner kann alles sehen/durchleuchten. Das ist bei einem Spiel auch viel schwieriger als z.B. bei einem Technik-Review.

Somit gibt es Spiele (meist die kleinen, leichten, Einsteigerspiele) da bin ich mir nach 3 Partien (am besten in unterschiedlicher Besetzung) sicher, dass ich alles gesehen habe und andere, da bin ich nach 10 Partien noch nicht so weit.

Jetzt kommt aber noch ein Problem hinzu, welches jeder für sich selbst lösen muss: Reviews sollen aktuell sein. Einerseits bitten - und ich sage hier ausdrücklich bitten - die Verlage einen darum, andererseits interessiert ein Review die Menschen dann, wenn das Spiel erscheint. Ich bekomme die Spiele aber meist auch erst zum Erscheinungstermin. Also muss man "schnell" machen, denn in 6 Wochen interessiert es leider keinen mehr. Gerade als junge aufstrebende Seite wie Boardgamejunkies.de es ist, ist Aktualität das Aushängeschild schlechthin.

Ein Spiel nach einer Partie zu beurteilen? Nein, meiner Meinung nach keines. Denn es gibt Spielsituationen, Karten etc. die kommen in einer Partie einfach nicht unbedingt vor. Was wenn das aber genau die Spielsituation ist, die das Spiel broken macht?


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