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"NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

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"NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon zuspieler » 13. Mai 2017, 15:05

Es folgt eine Pressemitteilung der Spiele-Autoren-Zunft (SAZ).

Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) hat geschrieben:NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf
Im Herbst 2016 brachte Adlung-Spiele unter dem Autorennamen „Karsten Adlung“ (das ist der Verlagsinhaber selbst) das Spiel NEXTPRESS heraus, nachdem der Lizenzvertrag mit dem bekannten Spieleautor Dr. Reiner Knizia zu EXPRESS gekündigt worden war, das seit 2002 bei Adlung-Spiele im Programm war.

Adlung-Spiele bezeichnet NEXTPRESS ausdrücklich als Weiterentwicklung sowie als „Das neue EXPRESS“ – mit der Autorenangabe „Karsten Adlung“. Als Begründung wird das Auslaufen der Lizenz von EXPRESS angegeben. Der Titelwortlaut und dessen grafische Gestaltung unterstreichen die Nähe beider Spiele. Die Spielregel ist in weiten Teilen identisch.

Eine Abmahnung und Aufforderung durch den Anwalt von Dr. Reiner Knizia, eine entsprechende Unterlassungserklärung abzugeben, hat der Patentanwalt von Karsten Adlung unter Hinweis auf die angeblich mangelnde Schöpfungshöhe der Spielregel zurückgewiesen. In dem Verlagsvertrag zwischen Adlung-Spiele und Dr. Reiner Knizia wird aber dessen Urheberschaft klar definiert und die Rückgabe aller Rechte inklusive des Titels bei Vertragsende festgehalten.

Die juristische Bewertung des Sachverhalts ist noch nicht abgeschlossen. Das Ansehen von Adlung-Spiele wird aber – davon unabhängig – bei Spieleautoren schweren Schaden nehmen. Das Risiko, bei diesem Verlag ein Spiel zu verlegen, um dann bei Vertragsende mit einer überarbeiteten Version konfrontiert zu werden, für die der Verleger selbst als Autor zeichnet, ist unseres Erachtens – angesichts des vorliegenden Sachverhalts – nicht von der Hand zu weisen.

Der Vorstand der Spiele-Autoren-Zunft unterstützt sein Mitglied Dr. Reiner Knizia bei seinen Anstrengungen, zu seinem Recht zu kommen, und verurteilt das Vorgehen von Karsten Adlung auf das Schärfste.

Adlung-Spiele schreibt unter http://adlung-spiele.de/Article;jsessio ... tNr=161022

Adlung-Spiele hat geschrieben:Nachdem die Lizenz zu unserem bisherigen Spiel EXPRESS ausgelaufen ist, haben wir die Idee (aus Buchstaben Worte zu bilden) weiter entwickelt und entscheidend verbessert: Alle Spieler decken gleichzeitig Karten auf. Sobald ein Spieler ein Wort sieht, ruft er es und nimmt sich alle Buchstaben dazu auf seinen Gewinnstapel!
Doch Achtung: Sichtbare Buchstaben dürfen von allen mitverwendet werden und dadurch kommen bereits gewonnene Karten schnell wieder in Umlauf! Zusätzlich gibt es mehr Kombinationsmöglichkeiten durch schwarze und weiße Buchstaben auf den Karten.

Günter Cornett
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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon Günter Cornett » 14. Mai 2017, 18:35

Ich denke, bei einer Bewertung sollte man 3 Punkte getrennt beurteilen:

1. Urheberrechtlich: Ist 'Next Press' ein eigenständiges Spiel oder ein Plagiat von 'Express'?
Wie sähe es aus, wenn 'Next Press' bei einem anderen Verlag mit gleichen Regeln ohne Bezug zu 'Express' veröffentlicht worden wäre?

2. Markenrechtlich: So der Titel 'Express' nicht als Marke angemeldet ist, dürfte 'Next Press' keine Namensrechte von 'Express' verletzen. Adlung informiert auch klar über Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

3. Vertragsrechtlich: Ist der Ersatz eines Spieles im Verlagsprogramm durch eines, das ähnlich präsentiert, wird ok, weil die Lizenz des ersteren nicht mehr verlängert wird? Ist das ausschließlich eine Frage des Codex' oder auch rechtlich bedenklich?

Hier sind Beschreibungen beider Spiele:

Express: https://www.hall9000.de/html/spiel/express
Next Press: https://www.hall9000.de/html/spiel/nextpress


Ich habe beide Spiele noch nicht gespielt, enthalte mich daher einer urheberrechtlichen Bewertung, verweise aber schon mal auf den Begriff der Kleinen Münze (unterste Grenze der gerade noch urheberrechtlich schützbaren Werke): https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_M%C3%BCnze . Siehe hierzu auch: http://anwalt-im-netz.de/urheberrecht/k ... uenze.html

In folgendem Artikel nenne ich eigene Kriterien für eine numerische Abstufung von identischem Spiel bis zu völlig anderem Spiel, um sich leichter darüber klar zu werden, ob ein Plagiat vorliegen könnte:
https://www.reich-der-spiele.de/special ... iedsstelle
Ich habe das bewusst so konzipiert, das man sich nicht eindeutig für oder gegen entscheiden muss, sondern auch Zweifelsfälle einordnen kann.

Mich interessiert zum einen, ob ihr die Tabelle für brauchbar haltet (Kritik ist willkommen, gern mit Verbesserungsvorschlägen), zum andern, wie ihr 'Express' und 'Next Press' gemäß dieser Tabelle einordnen würdet.

Wer sich dazu äußert, bitte mit dem Hinweis, ob beide Spiele auch gespielt wurden. Denn mitunter erscheinen Spiele nach bloßem Lesen der Spielanleitung ähnlicher als beim tatsächlichen Spielen.
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-G-
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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon -G- » 14. Mai 2017, 20:01

Wow. Was passiert wenn Adlung recht erhält? Erhalten Autoren dann nur noch kurze Lizenzverträge und wenn Spiele erfolgreich sind, veröffentlichen alle Verlage ihr eigenes Topexpress, DeinExpress, Pipapopress... ? Im Grunde dürften Verlage dann auch während geltender Lizenzen derlei "Neuentwicklungen" publizieren. Hätte eine Niederlage von Knizia so weitreichende Folgen?

Günter Cornett
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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon Günter Cornett » 14. Mai 2017, 20:30

@-G-:
Es kommt immer sehr darauf an, wie man den Einzelfall bewertet. Insofern sehe ich da allenfalls eine geringe Wirkung als Präzedenzfall, zumal es wenig (insbesondere nachvollziehbare) Gerichtsentscheidungen zu Spielen gibt.

Gerade bei Spielen, deren Kern ein einzelner Mechanismus ist, könnte - rein theoretisch - auch ein gegensätzlicher negativer Effekt eintreten: Ein Autor macht ein Spiel, dessen wesentlicher Mechanismus darin besteht, Buchstabenkarten aufzudecken und kein anderer darf das dann als Kernmechanismus mehr verwenden, auch wenn das Gesamtspiel sich stark vom Vorläufer unterscheidet; das würde die weitere Entwicklung von Spielen blockieren und zu einer unsicheren juristischen Situation jeden Autors führen. Man kann nicht immer wissen, ob es einen Mechanismus irgendwo schon gibt und so unwissentlich "Urheberrechte" verletzen .

Urheberrecht besteht daher aus - wie ich finde - gutem Grund eben an dem Spiel, (eher) nicht an dem einzelnen Mechanismus. Und wenn ein Spiel im Wesentlichen aus einem einzelnen Mechanismus besteht, dann trifft hier wohl häufiger das erwähnte Prinzip der Kleinen Münze zu. Aber, wie gesagt, ist es immer eine Frage des Einzelfalls: Handelt es sich bei 'Next Press' um ein eigenständiges Spiel oder eine urheberrechtsverletzende Bearbeitung von 'Express'? Dazu muss man erstmal eine fundierte Meinung haben.

Eine andere Frage ist es, wie es im Anschluss an ein Vertragsverhältnis aussieht. Ist es Rechtsbruch, mangelndes Fingerspitzengefühl oder legitim und aus Verlagssicht einfach nur wirtschaftlich vernünftig, das verloren gegangene Spiel durch ein anderes zu ersetzen?
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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon widow_s_cruse » 14. Mai 2017, 20:54

Hallo Günther,

das riecht doch schon fast nach Parallelen mit Phase 10 und Level 8.
Piatnik wollte seiner Zeit auch einen Knüller wie Phase 10 im Programm haben und beauftragt Knizia, so ein Spiel zu "erfinden". Der nicht verlegen und schüttelt ein Level 8 aus dem Ärmel. :pirate:

Ravensburger verliert nun erst vor Kurzem die Rechte von Phase 10 an Mattel. Nun will Ravenburger seine eigene Lücke schließen und kauft die Rechte von Level 8 Piatnik ab. Knizia wird irgendwie zufrieden gestellt, so dass er bei Ravensburger nicht mehr als Autor erwähnt wird.
:P
Liebe Grüße
Nils
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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon zuspieler » 14. Mai 2017, 21:33

Siehe zu dem Thema auch die Beiträge "Titelstreit: Auf Einfach Genial (Ingenious) folgt Axio", viewtopic.php?f=7&t=389616, und "Dobble: Kunterbunt-Klon bei Asmodee?", viewtopic.php?f=5&t=289896.

Günter Cornett
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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon Günter Cornett » 14. Mai 2017, 23:07

Was "Dobble: Kunterbunt-Klon bei Asmodee?" betrifft, ist die von Sebastian verlinkte Spielbox-Diskussion leider nicht sehr fundiert.

Die meiner Meinung nach interessanteren Diskussionen zu diesem Thema gibt es
http://zuspieler.de/plagiatsvorwuerfe-gegen-asmodee/
http://www.spielbar.com/wordpress/2010/11/27/1895


Bei der Diskussion im Spielbox-Forum wird nicht wirklich unterschieden zwischen Mechanismus und Werk. Menschlich verständlich aber nicht gründlich durchdacht beanspruchte der sich über Dobble beschwerende Autor von Kunterbunt einerseits Eigentum am Mechanismus, schrieb aber andererseits ausdrücklich, dass er von einer (zeitlich späteren aber von Kunterbunt unabhängig erfolgten) Doppelschöpfung ausgehe. Die Anerkennung einer Doppelschöpfung aber bedeutet rechtlich, dass auch die Dobble-Autoren volles Urheberrecht haben.

Das Problem bei der Diskussion solcher Fälle ist (wie auch bei dem aktuellen jetzt), dass sie mit viel Empörung, Solidarität, ... aber ohne inhaltliche Würdigung dessen geführt werden, was das Urheberrecht ausmacht und was man eigentlich konkret einfordern will. Ohne mir selbst allzu sehr auf die Schulter klopfen zu wollen, denke ich, dass es vor allem mein Part in der öffentlichen Diskussion ist, hier die Punkte allgemeinverständlich zu benennen, die von der Sache her relevant sind. Diese Konzentration auf die Sache bedingtdabei auch, dass ich weniger Rücksicht auf die Interessen der beteiligten Autoren, Verlage, ... nehme, nicht nach Sympathie oder Antipathie urteile, sondern überlege, was ist meiner Ansicht nach urheberrechtlich geschützt bzw. für mich schützenswert.

________________________________________________________

Im Spielbox-Forum hatte ich mich damals nicht äußern können, weil ich auf Betreiben des damaligen SAZ-Schatzmeisters gespert wurde, der die Spielbox u.a. mit dem Erwägen juristischer Schritte überzeugte ...

*) Details dieser Sperrung (internes SAZ-Forum, damals Beitrag Nr. 628, öffentlich bestätigt vom Schatzmeister in Kommentar Nr 20 auf http://www.spielbar.com/wordpress/2010/11/27/1895):
„Da im Verlauf der Diskussion sich unser Ex-Freund Günter Cornett mal wieder zu einer Reihe von ruf- und geschäftsschädigenden Äußerungen und Falschaussagen mir gegenüber verstieg, habe ich bei der Spielbox reklamiert, die daraufhin den Thread löschen ließ. Leider hat die Spielbox Günter Cornett bisher nicht gesperrt, so dass er diesen Thread als PDF dort weiterhin anbieten kann. Ich habe deshalb weitere Schritte angekündigt und eingeleitet. Es hängt vom weiteren Verlauf ab, ob ich auch juristisch vorgehe – für das es gute Gründe gäbe. Ein Austrocknen seiner Publikationswiesen und die allseitige Nichtbeachtung bzw. beantwortung seiner Beiträge ist langfristig aber sicher die bessere Lösung.

Nachtrag: Günter Cornett wurde inzwischen für die Spielbox-Foren gesperrt.
[Zuletzt bearbeitet Christian Beiersdorf, 11.08.2010 14:14]“
Was Christian in diesem Zusammenhang nicht erwähnenswert fand, ist der Umstand, dass seine Reklamation bei der Spielbox auch seine eigene Sperrung aus dem Spielbox-Forum bewirkte.

Die Diskussion, die Anlass für die Beschwerde war, ist übrigens seit damals mit Wissen des damaligen Schatzmeisters auf meiner Spieleautorenseite einsehbar, ohne dass ich deswegen auch nur kontaktiert, geschweige denn juristisch irgendwie bedrängt wurde.
______________________
Die in meiner Signatur erwähnte Sperrung erfolgte ein Jahr später aus dem in der Signatur genannten Grund, dauert über mehrere Jahre, teilweise wohl ohne Kenntnis des späteren Admins, und hat einen eher komischen Background.
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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon zuspieler » 8. Juni 2017, 07:54

Im aktuellen spielbox-Editorial (Ausgabe 03/2017) schreibt Christwart Conrad über den Fall. Ihr findet es unter https://www.nostheide.de/downloads/spie ... Seiten.pdf. Christwart verweist auf den "Vater der Echtzeit-Wortfindungsspiele auf Buchstabenbasis", das alte Spear-Spie l 1000 Worte.

Christwart Conrad hat geschrieben:[...] Dessen darin enthaltenes Wörterbilden weicht von Express deutlich geringfügiger ab, als das aktuelle Streitobjekt von diesem. Ob es dennnoch als eigenständig zu gelten vermag, darüber lässt sich trefflich - auch juristisch – streiten. Aber ist das der richtige Weg? […] Vielmehr sollten sich Verlage, Redakteure und Autoren zusammenraufen, um spielebranchenintern verbindliche Regelungen zu treffen.[…]. Wünschenswert wäre die gemeinsame Betreibung eines Schiedsgerichts […]. Leider schlägt die Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) derzeit einen anderen Weg ein. Mit ihrer Pressemitteilung gießt sie erst einmal Öl ins Feuer […].

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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon Rei » 8. Juni 2017, 10:40

Laut Text hier geht es ja ums Urheberrecht und ob die Anleitung als solches urheberrechtlich (Schöpfungshöhe) geschützt ist. Wenn die Anleitung selbst neu geschrieben wäre, dann dürfte es wohl weniger Probleme geben.

Das Editorial hat finde ich das Thema verfehlt. Spielmechaniken können ja nicht geschützt werden. Ich verstehe auch nicht, wofür ein Schiedsgericht hier gut sein soll. Welche Fälle soll es entscheiden? Soll es weiter gehen als das Urheberrecht und damit auch Spielideen schützen?

Günter Cornett
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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon Günter Cornett » 8. Juni 2017, 12:17

Rei hat geschrieben:Laut Text hier geht es ja ums Urheberrecht und ob die Anleitung als solches urheberrechtlich (Schöpfungshöhe) geschützt ist. Wenn die Anleitung selbst neu geschrieben wäre, dann dürfte es wohl weniger Probleme geben.


Nein, es geht nicht um den konkreten Wortlaut, sondern um das Regelwerk, die Regeln und deren Zusammenwirken, unabhängig von der konkreten Formulierung.

Die konkrete Formulierung kann zusätzlich geschützt sein, ist es meist auch, jedoch bei einfachen Spielregeln oftmals nicht. Wenn ein bestimmter Sachverhalt in möglichst knapper Form beschrieben wird, so ergibt sich daraus oftmals die Wortwahl.

Rei hat geschrieben:Das Editorial hat finde ich das Thema verfehlt. Spielmechaniken können ja nicht geschützt werden. Ich verstehe auch nicht, wofür ein Schiedsgericht hier gut sein soll. Welche Fälle soll es entscheiden? Soll es weiter gehen als das Urheberrecht und damit auch Spielideen schützen?

Nein, das Editorial hat keinesfalls das Thema verfehlt.
Einzelne Spielmechaniken sind grundsätzlich nicht schützbar, wohl aber ein Regelwerk, das aus mehreren Spielmechaniken besteht. Ist das einmal (i.A. schriftlich) in einem Werkmaterialisiert, ist es auch unabhängig von der konkreten Formulierung geschützt.

Das Problem ist den Verwandtschaftsgrad zwischen zwei Spielen zu beurteilen:

Ist Spiel B
- eine Variante, Bearbeitung, Urheberrechtsverletzung von Spiel A oder
- ist Spiel B eigenständig, allenfalls von A inspiriert, möglicherweise aus einer Auseinandersetzung mit Spiel A entstanden, hat sich aber weit genug davon entfernt?

Da geht es nicht um die konkrete Formulierung, sondern im Wesentlichen um das (Material, Grafik und) Spielmechaniken bestehende Regelwerk.

Die Übergänge sind oftmals fließend. Die mit der Beurteilung betrauten Juristen kennen oftmals das Werk Spiel nicht, während die Spieler meist nicht wissen, worin das Urheberrecht besteht.
Daher kommt von verschiedenen Seiten (imho auch aus der SAZ) der Vorschlag einer Schiedstelle. Wobei wirklich klare Entscheidungen mitunter schwer zu fällen sind. Mein Vorschlag berücktsichtigt diese Problematik: https://www.reich-der-spiele.de/special ... iedsstelle

In der SAZ gibt es zwar auch einiges an juristischem Sachverstand; angesichts ihrer diversen widersprüchlichen Veröffentlichungen stellt sich wirklich die Frage, warum dieser nicht nach außen dringen kann oder will.
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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon Thygra » 8. Juni 2017, 18:34

Lieber Günter,

du kannst, wenn du willst, wirklich gute und sachliche Beiträge schreiben. Hättest du den letzten Absatz ...
Günter Cornett hat geschrieben:In der SAZ gibt es zwar auch einiges an juristischem Sachverstand; angesichts ihrer diversen widersprüchlichen Veröffentlichungen stellt sich wirklich die Frage, warum dieser nicht nach außen dringen kann oder will.

... nicht einfach weglassen können? Muss denn immer wieder ein Seitenhieb auf die SAZ sein? Ohne diesen letzten Absatz wäre dein Beitrag wirklich richtig toll gewesen - aus meiner bescheidenen Sicht heraus betrachtet zumindest ...

Gruß,
André
André Bronswijk
Thygra Spiele
(u. a. für Pegasus Spiele tätig)

Günter Cornett
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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon Günter Cornett » 8. Juni 2017, 18:59

Thygra hat geschrieben:Lieber Günter,

du kannst, wenn du willst, wirklich gute und sachliche Beiträge schreiben. Hättest du den letzten Absatz ...
Günter Cornett hat geschrieben:In der SAZ gibt es zwar auch einiges an juristischem Sachverstand; angesichts ihrer diversen widersprüchlichen Veröffentlichungen stellt sich wirklich die Frage, warum dieser nicht nach außen dringen kann oder will.

... nicht einfach weglassen können? Muss denn immer wieder ein Seitenhieb auf die SAZ sein? Ohne diesen letzten Absatz wäre dein Beitrag wirklich richtig toll gewesen - aus meiner bescheidenen Sicht heraus betrachtet zumindest ...

Gruß,
André


Ach André,
es geht in diesem Thread um eine Pressemitteilung der SAZ, die auch von anderer Seite kritisiert wird (Christwart: "Die SAZ gießt Öl ins Feuer").
Warum sollte ich in einem ausführlichen Beitrag (der an anderer Stelle die SAZ auch etwas positiv erwähnt) nicht auch die Veröffentlichungspraxis der SAZ kritisieren? Immerhin bin ich in diesem Thread der einzige, der mitteilt, dass der Vorschlag der Schiedsstelle auch in der SAZ positiv beurteilt wird.

Und wenn meine Kritik an der Veröffentlichungspraxis der SAZ der einzige Punkt ist, der dich stört, warum blähst du ihn dann auf, indem du das (nicht den Inhalt, sondern dass es sie gibt) zum einzigen Thema deines Beitrages machst, anstatt beim Thema zu bleiben?

Sorry, aber diese Kritik fällt auf dich zurück.
Und wir wissen: Auch du bist in der Lage, sachliche konstruktive Beiträge zu schreiben. ;)
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Rei
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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon Rei » 8. Juni 2017, 20:47

Ein Spiel besteht ja auch aus Variablen. Nur weil 2 Spiele das gleiche Regelwerk nutzen, könnten sie sich durch die Variablen wie oft zum Beispiel eine Karte vorkommt (oder überhaupt nicht) oder welche Punkte oder Auswirkungen sie hat, ganz unterschiedlich spielen.

In der Mitteilung oben wird im Detail nur die Spielregel und dessen Schöpfungshöhe erwähnt.

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Re: "NEXTPRESS von Karsten Adlung unter Plagiatsvorwurf"

Beitragvon Thygra » 8. Juni 2017, 22:18

Günter, ich habe doch deutlich geschrieben, dass alles andere in deinem Beitrag toll war. Auch das war Thema meines Beitrags. ;)
André Bronswijk
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(u. a. für Pegasus Spiele tätig)


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