Beitragvon Marten Holst » 4. November 2002, 01:10
Moinle,
>> Du schreibst schon richtig "Spielweise" - mit einer dem Spiel
>> angepassten "Spielweise" bekommt man jedes Spiel kaputt ! -
>
> Nun, diese Aussage verstehe ich leider nicht. Wieso bekommt
> man mit einer angepassten Spielweise jedes Spiel kaputt?
> Soll ich etwa unangepasst spielen? Das heißt sinnlos
> irgenwelche Aktionen machen, die mir nichts bringen?
Ich hatte das so verstanden: "auf das Spiel angepasste Spielweise"="Mechanismen dieses konkreten Spiels nutzend". M.a.W.: Bei Vinci wäre es "angepasst" (im Sinne der Führendenverprügelung), einfach immer auf dessen Volk einzudreschen, bei Siedler von Catan, mit dem Führenden nicht zu handeln, dafür untereinander auch offenkundig "schief" zu agieren, u.s.w.
>>> Das "alle auf den stärksten" Syndrom ist aber doch nicht neu
>> und jeder der Spielt weiss, das wenn man zu weit vorne liegt,
>> man den unwillen der anderen Spieler (die ja auch noch
>> gewinnen wollen) auf sich zieht. Also sollte man frühzeitig
>> an sowas denken und nicht wie eine Rakete die ersten Runden
>> in fürhung gehen um dann am Schluss doch abgefangen zu werden.
>
> Völlig richtig. Man soll natürlich nicht blind mit allen
> auf den Führenden hauen ohne Sinn und Verstand. Bei jedem
> Bündnis gilt es abzuwägen, was für einen dabei rausspringt.
> Wenn zwei schwächere Spieler sich zusammen tun, um im Spiel
> wieder in eine gute Position zu kommen, ist das doch ok.
> Und wenn es dabei gegen den gerade Führenden geht, ist das
> doch völlig normal. Oder sollen die einen noch schwächere
> Spieler schwächen oder blocken? Der Führende muss damit
> rechnen, dass er schnell was abkriegt, das muss aber nicht
> passieren. Es steht ja jedem Spieler frei mit wem er sich
> zusammen tut.
Klar. Wenn die Schwächeren selber Vorteile von einer Kooperation haben, dann sollen sie es tun. Es ging hier, denke ich, aber mehr um "auf den ersten um jeden Preis". Im obigen Siedlerbeispiel: ich schenke Dir zwei Erz, damit Du Deine Stadt bauen kannst und nicht Roman gewinnt, oder Attila.
>> Diese "alle gegen einen" Päkte sind völlig sinnlos und helfen
>> meistens nur einem der Spieler - die anderen gucken in die
>> Röhre ! Deswegen sollte man sich ganz genau überlegen ob man
>> sowas macht.
>
> Aber was haben die anderen Spieler davon, wenn einer
> gnadenlos voranzieht und die anderen überhaupt keine Chance
> mehr haben das Spiel zu gewinnen. Dann gucken die Spieler
> auch in die Röhre. Wo ist denn nun der Unterschied?
> Natürlich machen solche Aktionen keinen Sinn, wenn man
> nachher schlechter dasteht als vorher. Das muss man sich
> schon genau überlegen. Aber ich denke, dass ist doch die
> Kunst beim Verhandeln von Bündnissen.
Und da ist auch der Unterschied. Natürlich ist der Führende, gerade bei "Punkteerreichspielen" (Vinci, Siedler, ...) ein "lohnendes" Ziel, wenn man z.B. dadurch Zeit gewinnt. Aber den ersten anzugehen, nur um ein Spiel zu verlängern, und dabei Position 3 zu verlieren - das wäre es eben nicht mehr, das schlaueste (Hilfe, keine fünf Whisky und schon kann ich keinen geraden Satz mehr schreiben...).
Kooperative Grüße
Marten (wer paktiert mit mir gegen die Führenden in der Posterwertung?)