Beitragvon Biberle » 8. Januar 2003, 16:17
Hallo,
ich versuch mal, mich nach deinen Maßstäben nicht allzu daneben zu benehmen. ;)
> Biberle startete vor ein paar Tagen diesen Thread, dessen Ton
> mir ziemlich schräg reinkam.
Damit musst du doch selbst zugeben, dass du eine seeehr niedrige Erregungsschwelle hast, oder? Aus den Antworten und deren Tonfall zum Ur-Thema ist für mich jedenfalls offensichtlich, dass sich niemand von der Wortwahl an sich angepisst fühlte. Es fühlten sich nur einige in der Sache schlechter gemacht als ich beabsichtigte, insofern war meine Wortwahl dennoch partiell falsch.
> Ich war versucht "negativ" zu
> reagieren, aber hab es dann gelassen. Umso glücklicher war
> ich, dass jemand anders reagiert hat und auf die SACHE
> eingegangen ist, anstatt eine Mässigung des Tons zu
> verlangen.
Die völlig unangebracht gewesen wäre. Es gibt natürlich verschiedene Ansichten, wann etwas noch "gepflegte Diskussion" ist oder nur noch Flamerei. Aber wenn du wirklich sowas schon als "schrägen Ton" ansiehst. Flamewars in Foren entstehen nicht nur durch den "offensiven" Part, sondern auch, weil der passive, empfangende Teil allzu schnell auf das anspringt. Dicke Haut ist da nie verkehrt. :)
> Es war eine interessante Diskussion, die sich da
> entwickelt hat mit vielen Neben-Threads.
Hat mich auch positiv überrascht. Kann das Ursprungsposting ja nicht sooo verkehrt gewesen sein. ;)
> Es erstaunt mich, dass Biberle seinen "aggressiven"
> Sprachgebrauch selber nicht bemerkt.
Weil ich ihn BEWUSST als nicht aggressiv empfinde. Du scheinst nicht allzuviele Foren zu kennen - ständige Beleidigungen sind selbst in seriösen an der Tagesordnung. Deshalb großes Lob an dieses hier, speziell wo´s doch um so eine legere Tätigkeit wie das Spielen geht, wo man auch mit entsprechend lockerer Zunge spricht.
> Gerade von ihm, der so
> auf saubere Sprache Wert legt, hätte ich mehr
> schriftstellerisches Feingefühl erwartet.
Sauber und aggressiv haben nichts miteinander zu tun, IMO. Hier schreibe ich völlig privat, da bediene ich mich gern alltäglicher Sprache. Meine "Anforderungen" (ist ja eher mein Geschmack) stelle ich nur an publizierte Texte.
> Okay, das klingt
> jetzt lehrerhaft
Jepp, tut es. :)
> (immerhin war ich einst Lehrer).
Dann seist du entschuldigt. ;)
> Die gewählten Formulierungen sind verletzend:
>
> "kennt sich dieser Mann mit relativ einfachen Fragen nicht aus"
> "lebt technisch hinter dem Mond?"
Klare Ausdrücke. Warum soll man bei allem um den heißen Brei herumreden bzw. ständig irgendwelche Formulierungen, noch dazu in einem schnell dahingeschriebenen Post, abwiegeln?
> Es folgt gleich eine äusserst billige Detail-Begründung.
Nö. Er beschwert sich explizit und ausführlich über die Unzulänglichkeiten des IE in punkto Schriftgrößenänderung. Die sehr einfache Möglichkeit im IE dann wegzulassen ist irgendwie tendenziös.
> Es sind keine echten Fragen, sondern rhetorische Fragen. Dass
> sie wirklich rhetorisch gemeint sind, belegt er mit seinem
> abschliessenden Beweissatz. Der "allwissenden Guru" sagt
> Marten, "überheblich" sollte man eher sagen. Denn dass
> Biberle nicht der allwissende Guru ist, beweist er mit seinen
> falschen Schlüssen gleich selber. Er weiss nicht, dass
> Nielsen ein "Techniker" der ersten Stunde ist, und es kümmert
> ihn nicht - er haut in auf Grund eines aufgeschnappten
> Details gleich in die Pfanne. Letztlich impliziert sein
> Vorwurf aber auch, dass jeder, der die Tasten-Kombination
> Strg+Mausrad nicht kennt, auch "hinter dem Mond lebt".
Nein, tue ich nicht. Dass er bei der Masse der Surfer unbekannt ist, ist mir neu. man darf aber einen Fachmann, der über sein Fachgebiet referiert, ja wohl noch auf einen Fehler hinweisen. Ob er ein Techniker der ersten Stunde ist, hat dabei nicht zu interessieren - er schreibt über ein falsches Thema falsch bzw. verschweigt einen wichtigen Fakt. Kann außerdem nach wie vor sein, dass ich was überlesen oder falsch verstanden habe, ich sehe meine ach so schlimmen Anschuldigungen nicht als bewiesen an.
> Was haben diese Schlüsse mit Empirik zu tun?
Natürlich wenig mit der wissenschaftlichen. Empirik eher im Sinn eines Fremdwortes/fachausrucks für "Beobachtung".
Welche
> empirische Feldstudie hat untersucht, wieviel Prozent der
> unter 18-jährigen Viel-Surfer diese Mauskombination kennen?
> "Für viele unter 18-jährige Viel-Surfer" klingt empirisch
> schon mal sehr fundiert, also doppeln wir nach "eine nicht
> unerbhebliche I-Net-Gruppe" und toppen das ganze mit einer
> frechen Behauptung: "gehört die Strg-Mausrad inzwischen zum
> Alltag". Woher weiss du das? Aber als Begründung genügt dir
> das - sorry, weder fundiert noch überzeugend, und auf Grund
> dieser BEHAUPTUNG kommst du zum Schluss, dass dieser Mann
> wohl kein Gott sein könne.
Oje, jetzt wird´s aber arg haarspalterisch. :(
> Hier also Links zu Seiten, die sich (empirisch) mit Fonts
> (Grösse, Serifen, etc.) befasst und zum Schluss kommen, dass
> Serifen keinerlei Einfluss auf die Rezipierfähigkeit von
> Texten haben:
> http://wsupsy.psy.twsu.edu/surl/usabilitynews/41/onlinetext.htm
> http://psychology.wichita.edu/optimalweb/text.htm
> http://wsupsy.psy.twsu.edu/surl/usabilitynews/3W/fontSR.htm
Hab jetzt nur letztere gelesen. Klingt alles schlüssig, aaaaber: Das Ergebnis ist so logisch, weil 14- und 12-Punkt inzwischen, geht man von der aktuellen Webpraxis aus (wichtige Einschränkung!) irrelevant sind. Der Trend geht zu 8- bis 10-Punkt, udn wie die Studie ja zeigt, gibt´s schon bei 12-Punkt deutliche Lesegeschwindigkeits-Vorteile für serifenlose Schriften. Ist doch erstaunlich genug und ein weiteres Indiz, dass überhaupt jemand 12-Punkt präferierte - und dann selbstverständlich ausschließlich Verdana und Arial, die serifenlos-Klassiker.
> Falls du ähnlich fundierte Studien zum Thema findest, die das
> Gegenteil behaupten, wäre ich sehr daran interessiert, da es
> für meine Tätigkeit von Interesse ist. Wie gesagt, ich
> tendiere auch zu serifenlosen Schriften aus genau den
> Gründen, die du erwähnst, aber ich muss anerkennen, das
> Internetbenutzer keinerlei Präferenzen in dieser Hinsicht
> haben, und die Wahl der Schrift weniger Einfluss auf die
> Lesegeschwindigkeit haben, als man denken würde.
Zumindest die letzte Studie erscheint mir nicht repräsentativ genug, um das so verallgemeinernd zu behaupten.
> Die Schrift
> von http://www.heise.de/newsticker/ gewinnt also jeden
> Usability-Award und sie haben eine vorbildliche Form von
> Usability und Design gefunden (nicht sexy, aber zweckmässig)
> und genau das erwarte ich als regelmässiger Leser von dieser
> Seite.
hat auch viel mit Gewöhnung zu tun. :)