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MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Markus N.

MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Markus N. » 5. März 2003, 10:27

Hallo zusammen,

habe gestern Memo-Street von Knizia gespielt und ich muß sagen:

Langsam wird es unverschämt.

Ich habe das Gefühl, manchmal gehen Herrn Knizia die Ideen aus. Das ist Kniffel in Vollendung. Nur dass man nicht würfelt, sondern Plättchen umdreht!

Nächstens bringt er wahrscheinlich Mensch ärgere Dich nicht raus, nur daß man vom Ziel zurück an den Start muß. Und das wird dann als neues Spiel mit "Knizia" auf dem Deckel vermarktet.

Den Namen "Reiner Knizia" habe ich immer mit Qualität in Verbindung gebracht, auch wenn mir nicht jedes Spiel gefallen hat, aber langsam aber sicher glaube ich, auch einen "Knizia" kann man nicht mehr blindlinks aus dem Regal heraus kaufen!

Und viele von uns haben wirklich tolle Ideen für NEUE Spiele, nur heißen wir nicht "Knizia" und finden scheinbar deshalb keinen Verleger.
Aber wehe, wir würden mal so einen Spielevorschlag einreichen. Dann käme wahrscheinlich umgehend die Antwort: Sehr geehrter Herr..., sehr geehrte Frau ..., ein Spiel dieser Art ist bereits unter dem Namen Kniffel im Handel erhältlich, deshalb nehmen wir leider Abstand von Ihrem Vorschlag....

Tja, das Leben ist hart und ungerecht
und Memostreet liegt bei mir auf einer Skala von 1-10 auf -17 !!!

Verärgerte Grüße
Markus
(der seinem Frust nur mal Platz schaffen wollte.)

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friedemann
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Beiträge: 517

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon friedemann » 5. März 2003, 12:06

Ja auch ich fand das Spiel grottenschlecht.

friedemann

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Markus Barnick

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Markus Barnick » 5. März 2003, 13:10

genau diese Erfahrungen hab ich auch schon länger gemacht. Deshalb bin ich auch bei Knizia-Spielen in letzter Zeit etwas vorsichtiger geworden. Erstmal die Beschreibung lesen...

Auch Wolfgang Kramer lässt langsam nach, was wahrscheinlich daran liegt, dass er hauptberuflich Spiele erfindet.

Besser ist es anscheinend immer, wenn ein Autor NICHT hauptberuflich Spiel macht. Da kommt Besseres 'bei raus. Stefan Dorra z.B.

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Helmut Lehr

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Helmut Lehr » 5. März 2003, 14:52

Markus Barnick schrieb:
>
> genau diese Erfahrungen hab ich auch schon länger gemacht.
> Deshalb bin ich auch bei Knizia-Spielen in letzter Zeit etwas
> vorsichtiger geworden. Erstmal die Beschreibung lesen...

Ich kenne MemoStreet nicht, aber habe es schon erlebt, dass man etwas Zeit brauchte, um den "Knizia-Pfiff" zu entdecken.
>
> Auch Wolfgang Kramer lässt langsam nach, was wahrscheinlich
> daran liegt, dass er hauptberuflich Spiele erfindet.

Kann ich so nicht sagen. Die letzten Kramer-Spiele "Goldland", "Pueblo" und "Wildlife" gefielen uns alle.

> Besser ist es anscheinend immer, wenn ein Autor NICHT
> hauptberuflich Spiel macht. Da kommt Besseres 'bei raus.
> Stefan Dorra z.B.

Möchte ich nicht behaupten.
MfG
Helmut

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Michael Schramm

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Michael Schramm » 5. März 2003, 15:15

Hallo Markus,

Deine Einschätzung, dass Spielautoren bessere Spiele erfinden, wenn sie damit quasi nur nebenbei ihr Geld verdienen, kann ich so nicht stehenlassen: Wolfgang Kramer ist nicht erst seit zwei oder drei Jahren hauptberuflicher Spielerfinder, sondern schon seit 1989 - und danach hat er bekanntlich mehrere ausgezeichnete und hochgeschätzte Spiele auf die Welt gebracht. Ähnliches gilt für Reiner Knizia und Klaus Teuber, die wirkliche Topspiele erfunden haben. Nur muss man einem Autor auch zugestehen, dass nicht jedes Spiel das absolute Highlight ist - und wenn ein Verlag es trotzdem herausbringen will, so what!

Aus meiner langen Erfahrung mit Prototypen kann ich Dir eine Sache mit 100% Sicherheit sagen: Amateurautoren bleiben meistens nicht ohne Grund Amateure, ihre Spiele sind oft das Geld für ihre Materialien nicht wert ( damit will ich natürlich nicht Stefan Dorra als Amateur bezeichnen, er ist absoluter Profi!)!

nice dice

Michael

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Markus N.

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Markus N. » 5. März 2003, 15:29

Hallo Michael,

ich habe auch schon mehrere Prototypen testen dürfen und manches Mal waren echte Goldstücke darunter.

Also kann man sie nicht alle über einen Kamm scheren.

Trotzdem solltest du mal Memostreet spielen.

Sowas erfinde ich Dir während einem 15 minütigen Toilettengang mit verbundenen Augen. (O.K. - ich übertreibe zur Verdeutlichung des Problems natürlich masslos!) Und bei diesem Spiel wird der Pfiff auch nicht erst beim 2. oder 3. Mal rüber kommen!

Wenn ich ein "Memo-Mensch-ärgere-Dich-nicht" entwickle, interessiert sich da niemand für. Wenn Knizia (oder sein Personal) sowas macht, haben sie den Vertrag schneller auf dem Schreibtisch als man "Piep" sagen kann.

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Ralf Bielenberg

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Ralf Bielenberg » 5. März 2003, 15:37

Markus schrieb:

>Wenn ich ein "Memo-Mensch-ärgere-Dich-nicht" entwickle, interessiert sich da >niemand für. Wenn Knizia (oder sein Personal) sowas macht, haben sie den >Vertrag schneller auf dem Schreibtisch als man "Piep" sagen kann.

Mensch, sei doch froh. Es muss Dir doch erheblich lieber sein, wenn die ganze deutsche Spielewelt sagt: "Mann, hat der Knizia da einen Murks fabriziert" als wenn die Leute sagen: "dieser Markus, das erste Spiel und gleich so ein Sch..." Das wäre doch echt peinlich für Dich :smile:

Liebe Grüsse
Ralf (der Dir im Prinzip schon in einigen Punkten zustimmt)

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toasti

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon toasti » 5. März 2003, 15:38

hallo markus,

warum regst du dich über knizia+co. auf???
erfinden kann man viel (schlechteres)! (siehe kalle känguru und affenbande vom selben autor...). knizia hat rechtzeitig den sprung gewagt und geschafft, spiele bei verlagen unterzubringen, die in den augen von vielspielern anmaßend sind - aber der erfolg gibt ihm recht!!!
ärgerlicher finde ich es, dass REDAKTEURE diese spiele annehmen....

toasti

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Gregor Breckle
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Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Gregor Breckle » 5. März 2003, 16:25

Hierzu auch noch ein Kommentar von mir

toasti schrieb:

> warum regst du dich über knizia+co. auf???
> erfinden kann man viel (schlechteres)! (siehe kalle känguru
> und affenbande vom selben autor...).

Ich denke, man kann hier nicht unbedingt von schlecht sprechen, sondern sollte sich mal den Anspruch anschauen. Auf Kalle Kängu steht sehr deutlich von 4-8 Jahren und kann damit auch nicht sonderlich komplizierte Mechanismen bieten. Im Prinzip läßt sich nach dieser Argumentation jedes Kinder-Würfel-Laufspiel in die Kategorie gab es schon mal stecken.
Meine Freundin arbeitet im Lernbehindertenbereich (das sind Menschen, denen man in der 9.Klasse noch beibringt, wie die Möbel heissen, und bei denen im Zeugnis steht, rechnet im Zahlenraum bis 20) Es mag für "normalintelligente" Menschen auch durchaus als primitiv gelten, aber gerade für solche Kinder trifft z.B. Kalle Kängu genau den Schwierigkeitsgrad. Und man sollte es kaum glauben, auch solchen Kindern macht es Spaß, zu spielen.
Man könnte nun auch formulieren, daß es toll ist, daß sich Herr Knizia nicht nur um die Belange der Vielspieler kümmert, sondern in der Lage ist, seine spielgestalterischen Fähigkeiten soweit zu nutzen, auch für andere Zielgruppen Spiele zu erfinden.
Insofern, vielen Dank Herr Knizia und vielen Dank an die Verlage, daß sie trotz Widerspruchs aus dem Vielspielerlager solche Spiele im Programm haben.

Wie gesagt, man sollte hier nicht Äpfel und Birnen vergleichen. Zwischen Mitbringspielen für Kinder und Spielen für Vielspieler ist für mich ein zu großer Unteschied, um von schlechten Spielen zu reden.

Viele Grüße

Gregor

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Klaus

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Klaus » 5. März 2003, 16:29

toasti schrieb:
>
> hallo markus,
>
> warum regst du dich über knizia+co. auf???
> erfinden kann man viel (schlechteres)! (siehe kalle känguru
> und affenbande vom selben autor...). knizia hat rechtzeitig
> den sprung gewagt und geschafft, spiele bei verlagen
> unterzubringen, die in den augen von vielspielern anmaßend
> sind - aber der erfolg gibt ihm recht!!!
> ärgerlicher finde ich es, dass REDAKTEURE diese spiele
> annehmen....

Wunderbar!! Besser hätt ich´s nicht ausdrücken können!! 170% Zustimmung!

Das Problem hier ist nicht Knizia (und andere), sondern die Redakteure, die solch geistigen Durchfall veröffentlichen, ohne rot zu werden ob ihrer Funktion!

Affenbande wie auch Kalle Kängu sind dafür sehr treffende Beispiele. Das "erfindet" man wirklich aufm Weg zur Toilette (oder meinetwegen auch aufm Rückweg). Aber die Frage ist, warum merkt das der Redakteur nicht? Haben die keine Toiletten in Ravensburg?

Klaus

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Klaus

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Klaus » 5. März 2003, 16:42

Gregor Breckle schrieb:
> Kinder trifft z.B. Kalle Kängu genau den Schwierigkeitsgrad.

Sorry, da muss ich widersprechen. Kalle Kängu macht meinem 4 jährigen definitv [i]keinen[/i] Spaß; er findet´s langweilig und beliebig. Über Affenbande schweigen wir uns hier besser aus!

Es gibt aber - zahlreiche! - sehr gute Ravensburger Mitbringspiele (z.B. Nanu, Schokohexe, Balance und und und...); originell, pfiffig und mindestens genauso spaßig für die Zielgruppe. Spiele, hinter denen man die kreative Leistung des Autors erkennen (und entsprechend auch anerkennen!) kann.
Und das ist glaube ich eine (wesentliche) Aufgaben eines Redakteurs, oder!? Die (reichliche) Spreu vom Weizen trennen.

> Insofern, vielen Dank Herr Knizia und vielen Dank an die
> Verlage, daß sie trotz Widerspruchs aus dem Vielspielerlager
> solche Spiele im Programm haben.

Auch von Knizia gibt es Beispiele (z.B. einige der Lizenzspiele, die bei Schmidt erschienen sind), die auf - freilich flacherem Niveau - trotzdem seine unbestrittene ! Kreativität belegen. Affenbande + Kalle gehören aber zweifelsohne und definitiv nicht dazu!!

> Wie gesagt, man sollte hier nicht Äpfel und Birnen
> vergleichen.

S.o. Wir (ich) vergleichen schon Birnen mit Birnen, also ein Nanu mit einer Affenbande - und da liegen Welten dazwischen! Auch für die Kinder.

Klaus

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Martin

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Martin » 5. März 2003, 16:55

Auch ich kann das nur bestätigen. Ich habe schon einige geniale Prototypen gesehen, die keinen Verlag gefunden haben!

Es wäre langsam an der Zeit, dass die Redakteure auch mal die guten Spiele der noch unbekannten Autoren aktzeptieren. Meistens wollen die Verlage aber auf Nummer sicher gehen oder meinen das zumindest. Der normal-sterbliche Spielekäufer kennt ja sowiso keinen Teuber, Knizia und Co. Und die haben leider definitiv etwas nachgelassen. Mitunter könnte auch der fehlende Gegenwind aus den Verlagen dazu geführt haben.

Trotzdem möchte ich natürlich nicht (!) auf die Top-Autoren verzichten. Aber manchmal ist weniger mehr...

Lieben Gruss
Martin Z.

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Gabriel Zahn

RE: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Gabriel Zahn » 5. März 2003, 17:03

"Markus" hat am 05.03.2003 geschrieben:

> Wenn Knizia (oder sein
> Personal) sowas macht, haben sie den Vertrag schneller auf
> dem Schreibtisch als man "Piep" sagen kann.

Das sind die Früchte seines Erfolgs und die hat er sich verdient.
Wenn Du selbst mal den gleichen Erfolg erzielt hast, werde ich dirs auch nicht übel nehmen wenn Du ein paar leicht verdiente Euros nebenbei einsackst... ;)

Gruß, Gabs

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Gregor Breckle
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Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Gregor Breckle » 5. März 2003, 17:19

Klaus schrieb:
>
> Gregor Breckle schrieb:
> > Kinder trifft z.B. Kalle Kängu genau den Schwierigkeitsgrad.
>
> Sorry, da muss ich widersprechen. Kalle Kängu macht meinem 4
> jährigen definitv [i]keinen[/i] Spaß; er findet´s langweilig
> und beliebig. Über Affenbande schweigen wir uns hier besser
> aus!

(Vorneweg: dem Schweigen über Affenbande schließe ich mich an, aber nur, weil ich es nicht kenne)

Du scheintst nicht genau gelesen zu haben. Ich sprach von Lernbehinderten. In der Annahme, daß es sich bei Deinem 4-jährigen um ein normalbegabtes Kind handelt, sehe ich einen gewaltigen Unteschied zwischen einem normalbegabten 4-jährigen und einem lernbehinderten 10-jährigen. Zumindest wenn ich mit meiner Freundin im Spielwarenladen auf der Suche nach Mitbringspielen für ihre Klasse sind, höre ich z.B. gerade bei Spielen wie Schokohexe oft, das hört sich prima an, aber das kapieren sie nicht. Von daher kann ich von ihrem Standpunkt aus sagen, daß es gut ist, daß es auch Spiele auf noch niedrigerem Niveau gibt. Und sobald es irgendjemand gibt, der das behaupten kann, st es legitim für einen Redakteur, solche Spiele auf den Markt zu lassen.
Natürlich ist bei solchen Spielen keine großartige kreative oder intellektuelle Leistung des Autors nötig (außer natürlich der Fähigkeit, einfach zu denken), aber trotzdem ist es gut, daß sie auf dem Markt sind.

> Und das ist glaube ich eine (wesentliche) Aufgaben eines
> Redakteurs, oder!? Die (reichliche) Spreu vom Weizen trennen.

Ob es wohl gerade im Kinderspielbereich so viele Autoren gibt?

> Auch von Knizia gibt es Beispiele (z.B. einige der
> Lizenzspiele, die bei Schmidt erschienen sind), die auf -
> freilich flacherem Niveau - trotzdem seine unbestrittene !
> Kreativität belegen. Affenbande + Kalle gehören aber
> zweifelsohne und definitiv nicht dazu!!

Auch hier kann ich mich nur nochmal wiederholen. Ein Spiel, in dem der Autor Kreativität zeigt, heißt doch wohl, daß interessante Mechansimen geboten werden. Solange es aber Mitmenschen gibt, die auf sehr, sehr einfache Mechansimen angewiesen sind (z.B. sollte man bereits fürs Würfeln den Zahlenraum bis 6 beherrschen - ich kann Dir nun aber auf Anhieb 4 Kinder zwischen 7 und 9 Jahren nennen, die das nicht sicher tun), hat auch ein Spiel wie Kalle seine Daseinsberechtigung!!

Viele Grüße

Gregor

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Gregor Breckle
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Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Gregor Breckle » 5. März 2003, 17:24

Martin schrieb:

> Der normal-sterbliche Spielekäufer
> kennt ja sowiso keinen Teuber, Knizia und Co.

Damit lieferst Du ja das perfekte Gegenargument für diesen Thread.
Wenn die Leute Knizia eh nicht kennen, wieso sollte es dann verkaufsfördernd für ein Spiel (insbesondere in dieser Sparte) sein? ;-) Gerade dann kann ein Verlag ja nach Qualität oder Deckung mit den Sortimentswünschen entscheiden.

Viele Grüße

Gregor

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Klaus

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Klaus » 5. März 2003, 19:01

Gregor Breckle schrieb:
> Du scheintst nicht genau gelesen zu haben. Ich sprach von
> Lernbehinderten.

Aber [i]keines[/i] der Rav. Mitbringspiele ist (primär) für Lernbehinderte gemacht! Sondern für "normale" Kinder zwischen x und y. Und da sind die vorgenannten Spiele schrottig, fad und ideenlos ggü. anderen Spielen.

Für einfachste Spiele etc. für Behinderte braucht es kein Autorenspiel; sowas kann jeder Erzieher und Pädagoge aus vorhandenen (Spiel)Materialien selbst zusammengruschteln. Bzw. hierfür gibt es zahlreiche didaktische Spiele (und man setzt in dem Fall einfach das Alter entsprechend dem Vermögen der Kiddies rauf).

> ... gibt, der das behaupten kann, st es legitim für einen
> Redakteur, solche Spiele auf den Markt zu lassen.

s.o. Die Mitbringspiele sind definitiv [i]nicht[/i] für die von dir angesprochene Zielgruppe!

> Ob es wohl gerade im Kinderspielbereich so viele Autoren gibt?

Keine Ahnung, aber sicher mehr als im Familien-/Erwachsenen-Bereich.

> Auch hier kann ich mich nur nochmal wiederholen. Ein Spiel,
> in dem der Autor Kreativität zeigt, heißt doch wohl, daß
> interessante Mechansimen geboten werden.

Genau - und der Mangel daran ist der Vorwurf bei den genannten Spielen. Nicht mehr, nicht weniger.

> Solange es aber Mitmenschen gibt, die auf sehr, sehr einfache Mechansimen
> angewiesen sind (z.B. sollte man bereits fürs Würfeln den
> Zahlenraum bis 6 beherrschen - ich kann Dir nun aber auf
> Anhieb 4 Kinder zwischen 7 und 9 Jahren nennen, die das nicht
> sicher tun), hat auch ein Spiel wie Kalle seine
> Daseinsberechtigung!!

s.o. Für sowas muss ich nicht 6 Euro ausgeben. Das habe ich in mannigfaltiger Weise schon zu Hause!

Klaus

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Roland G. Hülsmann
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Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 5. März 2003, 19:55

Markus schrieb:

> Ich habe das Gefühl, manchmal gehen Herrn Knizia die Ideen
> aus. Das ist Kniffel in Vollendung. Nur dass man nicht
> würfelt, sondern Plättchen umdreht!

Ich frage mnich, wieso Du Dich aufregst. Schließlich scheint ja genau das in der Packung drin zu sein, was hinten drauftsteht: Eine Kombination von Spielelementen aus Memory und Yatzee (= Kniffel).

Ich fände es hingegen unverschämt, wenn es hinten drauf steht, aber dann nicht wirklich auch drin ist. So wie Du das Spiel beschreibst, scheint es aber genau das zu sein, was der aufmerksame Leser der Beschreibung auf der Schachtel erwartet: Eine Kombination aus Memory und Kniffel.

Wenn nun jemand Kniffel nicht mag oder auch aufgrund seiner Merkfähigkeit Memoryvarianten eher abhold ist (letzteres würde ich von mir behaupten) und das Spiel trotzdem kauft, nur weil Knizia drauf steht, ist selber schuld.

Ich gestehe Knizia durchaus zu, daß sein Ideen- und Schaffens-Spektrum weiter gefaßt ist, als mein Spielegeschmack und er nicht nur für mich Spiele erfindet.

Gruß
Roland

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Roland G. Hülsmann
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Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 5. März 2003, 19:58

Hallo Klaus,nicht alles was Deinem Geschmack nicht entspricht, ist schlecht. Und wenn Dir z.B. ein Spiel für 4 - 8 jährige Kinder nicht gefällt, könnte es sein, daß Du nicht zur Zielgruppe gehörst, auch wenn Deine Ausdrucksweise es nahelegt. ;-)

Gruß
Roland

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Roland G. Hülsmann
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Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 5. März 2003, 20:11

Klaus schrieb:

> Affenbande + Kalle gehören aber zweifelsohne und definitiv nicht dazu!!

Vermutlich hast Du vergessen, daß Spiele nun mal Geschmacksache sind. Und ob diese Spiele den Geschmack von Kunden treffen oder nicht, werden die Verkaufszahlen zeigen.

Roland (der sich gerade fragt, warum derartig undifferenziertes Gemosere fast immer von anonymen Postern ohne eMail-Adresse kommt)

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Niccolo
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Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Niccolo » 5. März 2003, 20:18

Ja Roland, also ohne jetzt alles gelesen zu haben, aber die Motivation:
* Ein Spiel kaufen, nur weil Knizia drauf steht
find ich geradezu erheiternd.

Andererseits - auch, ohne das Spiel nun zu kennen - find ich die Wiederverwertung bekannter Elemente nicht zwangsläufig verwerflich.

Da kugelt irgendwo bei mir "When Darkness Comes" herum. Verwurstet auch Kniffel als Kampf-/Geschicklichkeitstest-Element.
Find ich eine nette Variante zu w20/w100.

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heinrich glumpler

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon heinrich glumpler » 5. März 2003, 20:49

Hi,

ich habe das Spiel noch nicht in Händen gehalten - aber wenn es hinten drauf steht, dann halte ich diese Diskussion eigentlich für überflüssig.
Die Zielgruppe sind offensichtlich nicht die Freaks. Ich habe einmal den Fehler gemacht, Knizia für die "Hardcore"-Spieler zu vereinnahmen, aber inzwischen hab' ich keine Probleme mehr, ihn mit allen zu teilen ;-)

Gruesze
Heinrich

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peer

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon peer » 5. März 2003, 21:30

Hi,
Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> Markus schrieb:
>
> > Ich habe das Gefühl, manchmal gehen Herrn Knizia die Ideen
> > aus. Das ist Kniffel in Vollendung. Nur dass man nicht
> > würfelt, sondern Plättchen umdreht!
>
> Ich frage mnich, wieso Du Dich aufregst. Schließlich scheint
> ja genau das in der Packung drin zu sein, was hinten
> drauftsteht: Eine Kombination von Spielelementen aus Memory
> und Yatzee (= Kniffel).

Ja, und genau das stand auch in allen Beschreibungen über das Spiel, insofern nix überraschendes.

> Ich fände es hingegen unverschämt, wenn es hinten drauf
> steht, aber dann nicht wirklich auch drin ist. So wie Du das
> Spiel beschreibst, scheint es aber genau das zu sein, was der
> aufmerksame Leser der Beschreibung auf der Schachtel
> erwartet: Eine Kombination aus Memory und Kniffel.
> Wenn nun jemand Kniffel nicht mag oder auch aufgrund seiner
> Merkfähigkeit Memoryvarianten eher abhold ist (letzteres
> würde ich von mir behaupten) und das Spiel trotzdem kauft,
> nur weil Knizia drauf steht, ist selber schuld.

100% Akzeptanz.

Und wer weiss, ob nicht der Verlag an Herrn Knizia rangetreten ist und gebeten hat, etwas einfaches, basierend auf Kniffel (oder Memory) zu machen. Das kommt nämlich auch vor. Besonders an die professionellen gehen oft Auftragsarbeiten (wie ja auch das HdR-Projekt) - und da wird natürlich ein namhafter Spieleautor gefragt und keine Neuling...

ciao
Peer (der auch nicht alles von Knizia gutfindet geschweige denn im Regal hat)

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peer

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon peer » 5. März 2003, 21:34

Hi,
Markus schrieb:
> habe gestern Memo-Street von Knizia gespielt und ich muß sagen:
>
> Langsam wird es unverschämt.
>
> Ich habe das Gefühl, manchmal gehen Herrn Knizia die Ideen
> aus. Das ist Kniffel in Vollendung. Nur dass man nicht
> würfelt, sondern Plättchen umdreht!

Mmmh, ein schwaches Spiel (und zwei Kinderspiele offensichtzlich, wobei ich die nicht kenne und ich auch nicht weiss ob es ein Qualitätsurteil ist, wenn ein Vierjähriger sie nicht mag) und schon gehen ihm die Ideen aus? Finde ich angesichts eines Amun Ras z.B. etwas komisch. Auch HdR-2 Türme oder Express finde ich durchaus gelungen (auch oder gerade weil sie alte Mechanismen verwenden und neu einsetzen).

ciao
Peer

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Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon peer » 5. März 2003, 21:50

Hi,
Martin schrieb:


> Auch ich kann das nur bestätigen. Ich habe schon einige
> geniale Prototypen gesehen, die keinen Verlag gefunden haben!

Tja, dass kommt vor... Aber ich denke dass es mehr unveröfentlichen Schrott gibt, als unveröffentliche Goldstücke. Und ist ja immer so eine Sache - nicht nur bei Spielen - Alice Cooper brauchte 13 Jahre bis ins Musikgeschäft, so manches Filmprojekt lag Jahrelang auf Eis, weil es niemand wollte und wurde dann weltberühmt und bei Büchern siehts ähnlich aus. Die Entscheidung was gut und erfolgreich sein wird ist nicht einfach.
Und leider kommen neben Qualitätsmerkmalen auch Dinge wie Thema (zu kriegerisch?) oder Material (zu aufwendig in der Herstellung - z.B. Rumis) in die Erwägung. Und das die Verlage darauf achten und vorsichtig sind, ist denen nicht vorzuwerfen - das Geschäft ist hart und Gewinne schwierig

> Es wäre langsam an der Zeit, dass die Redakteure auch mal die
> guten Spiele der noch unbekannten Autoren aktzeptieren.

Oh, das tun sie doch auch immer noch. (Goldsieber: Boelinger, Schwäberl Eurogames: Laget, Kosmos: Glenn, Petersen, Ravensburger Löhlein und das nur ein paar der Autoren die ich gar nicht kenne; Henn, Schacht, Haferkamp, Schoeps, Meister, Delonge... sind alles auch keine professionellen Spieleautoren - auch wenn mans gerne vergisst, die machen das auch nur als Hobby!)

Ausserdem ists ja auch komisch. Da kommt ein Autor wie (willkürlich) Schacht, der gewinnt im Spieleautorenwettbewerb, ist begabt und bringt ein paar Ideen unter - ist ja ein Neuling unter den Spieleautoren. Aber da er gut ist und ein paar Ideen hat, wird er schon unter die grossen gezählt. Guck mal wie viele Spiele NICHT von Knizia, Teuber, Kramer sind (rechne meinethalben noch Baars und Moon dazu)...

> Meistens wollen die Verlage aber auf Nummer sicher gehen oder
> meinen das zumindest. Der normal-sterbliche Spielekäufer
> kennt ja sowiso keinen Teuber, Knizia und Co.

Die beiden Sätze wiedersprechen sich. Oder glaubst du die Verlage sind zu doof, um zu wissen, dass die Autoren von den wenigsten gekannt werden?

> fehlende Gegenwind aus den Verlagen dazu geführt haben.

Weiss ich nicht. Glaube ich nicht.

> Trotzdem möchte ich natürlich nicht (!) auf die Top-Autoren
> verzichten. Aber manchmal ist weniger mehr...
Das Problem war bei Knizia ja früher schon immer, dass er viele Varianten als eigenständig verkauft. Aber so viel neues von Teuber ist ja nicht erschienen und auch von Kramer fällt mir adhoc nicht so wahnsinnig viel neues ein.
In der Tat glaube ich, dass wir jetzt gerade wieder eine relativ hohe Autorenvielfalt haben. Ist aber rein subjektiv...

ciao
Peer

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Michael Andersch

Re: MemoStreet- Langsam wird es unverschämt!

Beitragvon Michael Andersch » 5. März 2003, 23:13

peer schrieb:
>

> Tja, dass kommt vor... Aber ich denke dass es mehr
> unveröfentlichen Schrott gibt, als unveröffentliche
> Goldstücke.

Da stimme ich Dir zu. Ist aber auch kein Wunder bzw. so auch zu erwarten, da es ja absolut gesehen auch mehr Schrott als Goldstücke gibt.
Ich wage einfach mal zu behaupten, dass Dein Satz immer noch stimmen würde, selbst wenn alle jemals veröffentlichten "Goldstücke" unveröffentlicht geblieben wären...

Veröffentlichte Grüße,
Micha


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