Beitragvon Volker L. » 4. April 2003, 14:35
Gustav der Bär schrieb:
>
> S.S.van Dine: Der Mordfall Bischof (The Bishop Murder Case),
> DuMont´s Kriminal-Bibliothek 1987, ISBN 3-7701-1907-X
> Der "Bischof" im Titel ist eine alternative Bezeichnung für
> die "Dame" beim Schach.
Wie Rainer schon korrekt angemerkt hat, ist es der Laeufer,
nicht die Dame. Es ist auch keine "alternative" Bezeichnung,
sondern schlicht der englische Name fuer diese Figur. Der
Springer/das Pferd heisst im Englischen uebrigens "Knight"
(=Ritter).
(Vergleiche dazu auch die animierten Figuren im Computerspiel
"Battlechess" ;-) )
> Der Mordfall, den van Dines
> Serien-Detektiv Philo Vance hier zu lösen hat, spielt unter
> Schachspielern, die alle etwas behuscht und gaga sind. Das
> Mordopfer hatte angeblich eine unschlagbare Schach-Eröffnung
> entwickelt und die Zeugen und Verdächtigen sind alle viel
> mehr daran interessiert, heraus zu bekommen, ob die Eröffnung
> wirklich funktioniert wie erwartet, als an der Entlarvung des
> Täters. Ich fand die Geschichte recht langweilig.
Das liegt aber IMHO weniger an dem Thema, sondern daran, dass
Philo Vance einfach zu perfekt ist. Die anderen Romane sind
da nicht viel besser.
> Dann wäre noch zu erwähnen, dass Kapitän Horatio Hornblower,
> dessen Leben und Abenteuer zur Napoleonischen Zeit C. S.
> Forester in zehn Bänden erzählt, sich einige Zeit, in der er
> ohne Kommando und Einkommen ist, recht gut "über Wasser
> hält", in dem er in Clubs um Geld Whist spielt.
Hm, ja. Whist (eine alte Variante von Bridge) war in jener
Zeit eine weit verbreitete Freizeitbeschaeftigung in besseren
Kreisen (und im Gegensatz zu Matrosen gehoerten die Seeoffiziere
meistens dazu). Demzufolge wird in den Romanen (und auch in
der Verfilmung "des Koenigs Admiral") recht haeufig Whist
gespielt (so, wie in den meisten Wildwestfilmen Poker gespielt
wird, nur weiss ich da nicht, wie authentisch das ist).
Dass HH seinen Lebensunterhalt damit bestreiten muss, ist aber
nur eine kurze Randepisode.
> Und "Cincinnati Kid", der spannende Poker-Thriller von Norman
> Jewison, basiert auf einem Roman von Richard Jessup (den ich
> allerdings nicht gelesen habe).
Ein weiterer Film - wobei ich nicht weiss, ob der auf einer
Romanvorlage beruht -, bei dem ein Pokerspiel das zentrale
Element ist, ist "hoechster Einsatz in Laredo"
Gruss, Volker (erhoeht um 1, wer geht mit?)