Hallo miteinander,
wir haben gestern abend als Einstieg in einen Spieleabend EuropaTour getestet, mit sehr positivem Fazit. Das Spiel ist keine große Innovation, aber kurz, schnell und sehr stimmig.
Es besteht im wesentlichen aus 60 Karten:
40 Länderkarten, je eine für jedes Land Europas (wobei man, damit es paßt, Schottland und Nordirland zu selbständigen Staaten erklärt hat. Würde gerne mal wissen, wo Alan Moon genau herkommt...), dazu 10 Schiff- und 10 Flugzeug-Karten. Ansonsten: Eine Europa-Landkarte, die man in die Mitte legt; sie ist kein Spielplan im engeren Sinne, sondern zeigt einfach nur jedem Spieler, wo die Länder liegen. Und jeder Spieler hat einen Kartenhalter, auf dem er genau 10 Karten einzeln nebeneinander stecken kann.
Es kommt drauf an, auf seinem Kartenhalter eine lückenlose Europareise entstehen zu lassen - im Idealfall also immer aneinandergrenzende Länder nebeneinander. Da man das kaum schaffen wird, gibt es die Möglichkeit von Schiffsreisen (dann muß man eine Schiff-Karte zwischen die betreffenden zwei Länderkarten stecken; die Landkarte zeigt an, wo Schiffsreisen möglich sind) und von Flugreisen. Dazu muß natürlich eine Flugzeug-Karte zwischen den Länderkarten stecken. Diese Flugzeugkarten sind aber in fünf verschiedenen Farben gehalten (je 2 Stück), und man kann nur zwischen solchen Ländern fliegen, die auf der Europakarte in der gleichen Farbe gehalten sind; dazu braucht man dann eine Flugzeugkarte in genau dieser Farbe.
Am Anfang kriegt jeder 10 Karten, die man einzeln nacheinander anschauen und dann sofort auf einen bestimmten Platz des eigenen Halters stecken muß, ohne daß man die anderen schon kennt. Klar, daß man da zwangsläufig erstmal Chaos produziert. Und im Spielverlauf darf man die Kartenreihenfolge auf dem eigenen Halter nicht verändern; man darf immer nur eine von fünf offen ausliegenden Karten oder eine vom verdeckten Stapel nehmen und gegen eine der zehn eigenen Karten austauschen. Die abgegebene Karte legt man auf einen der offenen Kartenplätze. Jetzt kann man natürlich versuchen, eine eigene Karte abzulegen, die man gerne woandershin stecken würde, und sie sich im nächsten Zug wieder zu holen; die Chance ist aber groß, daß sie bis dahin ein anderer Spieler abgegriffen hat.
Irgendwann hat aber einer seine Reise komplett - in der Regel genau dann, wenn man mit dem eigenen nächsten Zug auch so weit gewesen wäre.
Der "Gleich nochmal!"-Effekt ist beträchtlich hoch. Der Glücksfaktor liegt bei geschätzten knapp 50 %, und für hartgesottene Strategen ist das Spiel herzlich ungeeignet. Trotzdem finde ich es ziemlich sehr gut.
Um mich einzuüben, habe ich eine Alleinspiel-Variante ausprobiert; das Ganze ist dann fast eine Art Patience. Man spielt wie üblich, mit der Variante, daß man alle Karten, die man vom eigenen Halter entfernt, sofort ganz aus dem Spiel nehmen muß. Das Spielergebnis entspricht der Zahl der noch übrigen Karten des verdeckten Stapels, sobald man seine Reise fertig hat; mein bisher bestes Ergebnis war 17. Man kann mit dieser Alleinspiel-Version verschiedene Spieltaktiken gut austesten.
Europäische Grüße
Benno