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Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Michael Andersch

Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Michael Andersch » 7. Mai 2003, 08:49

Hallo,

als Nautilus neu war, haben sich hier relativ bald Stimmen gemeldet, die das Missverhältniss zwischen Spieldauer und Glücksanteil angeprangert haben (Glücksanteil durch das Aufdecken der Plättchen).
Eine Meinung, die ich damals nicht geteilt habe, nicht zuletzt deshalb, weil man durch Echolot und Ausbau der Sonarstation einigermassen entgegenwirken kann.

Nun wird hier im Forum allenthalben Amun Re gelobt - ein Spiel, bei dem dieser Effekt m.E. viel krasser auftritt. Nicht dass mir Amun Re nicht gefiele, aber den euphorischen Stimmen möchte ich mich doch nicht so ganz anschliessen.
Was mich am Spiel stört ist folgendes: Der Gewinner steht und fällt mit der Anzahl der erfüllten Sondersiegpunktkärtchen. Bekommt man diese nicht (oder zu spät) hat man keinerlei Chance auf den Spielsieg.
Das ist zumindest meine Beobachtung und der Hauptgrund, weswegen ich das Spiel nur für einigermassen gut (ich find's auch irgendwie etwas "trocken" - obwohl mir Knizias Stil ansonsten liegt) halte, und bei weitem nicht für sehr gut.

Wie seht Ihr das?

Viele Grüße,
Micha

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peer

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon peer » 7. Mai 2003, 09:03

Hi,
Nautilus habe ich oft gespielt, Amun Re erst 2x, daher weiss ich nicht, wie statistisch variabel meine Meinung ist... :-)

Ich denke nicht, dass der Glücksfaktor bei AR so hoch ist und zwar aus folgendem Grund:
Alle Karten sind gut.
Es ist wichtig, Karten zu haben, keine Frage. Wer hier spart, ist wirklich auf sein Glück angewiesen - aber das kann man z.B. auch über Nautilus behaupten: Wer am Echolot spart, darf sich nicht beschweren, wenn er nur mist aufdeckt.
Und wer viele Karten kauft, hat die Chance, seine Taktik auf die Karten einzurichten. Das einzige, was wirklich schieflaufen kann ist, dass man mehr Karten von einer Sorte bekommt, als man ausgeben kann (ich hatte in meiner weiten Parte 4 Baumeisterkarten, aber da man nur 1 pro Runde spielen darf... :-( )

Ich würde die Glücksfaktoren in etwa gleich hoch einschätzen, AR vielleicht sogar etwas niedriger.

ciao
Peer

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Ernst Knauth

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Ernst Knauth » 7. Mai 2003, 09:09

Michael Andersch schrieb:
>
> Nun wird hier im Forum allenthalben Amun Re gelobt - ein
> Spiel, bei dem dieser Effekt m.E. viel krasser auftritt.
> Nicht dass mir Amun Re nicht gefiele, aber den euphorischen
> Stimmen möchte ich mich doch nicht so ganz anschliessen.
> Was mich am Spiel stört ist folgendes: Der Gewinner steht und
> fällt mit der Anzahl der erfüllten Sondersiegpunktkärtchen.
> Bekommt man diese nicht (oder zu spät) hat man keinerlei
> Chance auf den Spielsieg.
> Das ist zumindest meine Beobachtung und der Hauptgrund,
> weswegen ich das Spiel nur für einigermassen gut (ich find's
> auch irgendwie etwas "trocken" - obwohl mir Knizias Stil
> ansonsten liegt) halte, und bei weitem nicht für sehr gut.

Hallo Micha,

wir haben Amun Re bisher zweimal gespielt (Spieldauer jeweils ca. 2,5 Stunden). Meinen Mitspielern hat es einigermassen gefallen. Ich selbst bin einmal zweiter und einmal dritter geworden, habe mich aber weitgehend gelangweilt. Ich finde, die Spielidee kann kaum 1 Stunde Spieldauer abdecken. Das von Dir angesprochene Kärtchen-Problem trat bei uns genau so auf.

Ich bin also völlig Deiner Meinung. Zudem empfinde ich die Startspieler-Figur als Fehlkonstruktion und die Spielplan-Grafik als viel zu primitiv und die Farbwahl absolut daneben. Aber da gibt es in diesem Spiele-Jahrgang ja noch wesentlich schlimmeres ... :-)

Gruss

Ernst

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Thomas Hittmeyer

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Thomas Hittmeyer » 7. Mai 2003, 09:43

Gewinnt nicht zu 80% der, der am Ende das meiste Geld hat oder gebunkert hat nach der letzten Ernte? Jeder hat seine 6-7 Pyramiden und zwei Sätze dabei, hier und da noch eine 5er Mehrheit und eine Sondersiegpunktkarte. Also wie von Micha beschrieben alles sehr berechenbar.

Gruß
Thomas

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Hanno Schwede
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Beiträge: 392

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Hanno Schwede » 7. Mai 2003, 09:48

Hy Micha

ich habe zwar noch nie Amun Re gespielt, aber zu Nautilus kann ich doch etwas sagen.

Wenn ich mich nicht täusche wurde damals die Meinung vertreten, daß der hohe Glücksanteil, nicht allein, sondern in Verbindung mit der Entwertung, das Problem darstellt.
Während der Entwertung wird durch die Multiplikation der Punkte aus dem Glücksanteil und derer aus dem Taktikteil (Stationsaufbau), der Taktikteil zu einem schmückenden Beiwerk. So lange die Punkte aus dem Taktikteil sich innerhalb vernünftiger Grenzen bewegen, die meines Wissens auch nicht über- bzw. unterschritten wurden. geben allein die Punkte aus dem Glücksteil Auschlag für die Wertung und damit füpr den abschliessenden Punktestand.

Dieses Gefühl hatte ich damals zwar auch, aber aufgrund von nur 5 gespielten Partien und 4 erklärten und beobachteten im Verlauf von Spieleabenden, ist es halt nur ein Gefühl.

Ciao

Hanno

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Michael Andersch

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Michael Andersch » 7. Mai 2003, 09:58

Hanno Schwede schrieb:
>
> Wenn ich mich nicht täusche wurde damals die Meinung
> vertreten, daß der hohe Glücksanteil, nicht allein, sondern
> in Verbindung mit der Entwertung, das Problem darstellt.

Ja natürlich, genau das meinte ich (zumindest fast: von einer "Entwertung" war allerdings nie die Rede ;-) )
Nur bin ich eben der Meinung, dass sich der "Glücksfaktor" (=die rechte Seite der Wertungstafel) doch einigermassen beeinflussen lässt.

Viele Grüße,
Micha

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Michael Andersch

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Michael Andersch » 7. Mai 2003, 10:05

Thomas Hittmeyer schrieb:
>
> Gewinnt nicht zu 80% der, der am Ende das meiste Geld hat
> oder gebunkert hat nach der letzten Ernte?

Ja, das gibt natürlich nochmal Punkte. Nur kann ich darauf aktiv hinarbeiten oder aber es lassen. Insofern finde ich das ok.

> Jeder hat seine 6-7 Pyramiden und zwei Sätze dabei

Nur??? War bei uns (teilweise deutlich) mehr.

> hier und da noch eine 5er Mehrheit

Höchstens 2. Und das ist schon schwer.

> und eine Sondersiegpunktkarte

Der Sieger hatte bei uns meist 3 oder 4 erfüllte Sondersiegpunktkarten. Die Spieler auf den hinteren Rängen (letztesmal ich) hatten - trotz teilweise heftigen Kartenkaufs nur 2 gezogen und die auch so spät, dass nur eine davon erfüllt werden konnte.

> Also wie von Micha beschrieben alles sehr berechenbar.

Fast alles. Ein entscheidender Punkt allerdings ist ziemlich unberechenbar und liefert auch noch eine große Ergebnisstreuung, die bei uns stets spielentscheidend war. Fand ich ärgerlich, auch wenn wir etwas weniger Zeit investiert haben als Ernst (erste Partie ca. 2h, danach ca. 90 Minuten).

Viele Grüße,
Micha

>
> Gruß
> Thomas

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Attila
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Beiträge: 4715

Glück in Spielen

Beitragvon Attila » 7. Mai 2003, 10:12

Hiho,

Ich kenne Amun Re noch nicht Nautilus habe ich schon gespielt und ich empfinde es als ein der schönes Spiel, wenn auch etwas zu lang. Zum Thema "Glück" habe ich einen netten Kommentar aus der AZA-Homepage gefunden:
http://www.aza-spiele.de/frameset.php3?mark=pressestimmen&sprache=d&ebene3=ps49&ebene2=pressestimmen&start=presse
Interessant zum Thema Glück ist weniger die Rezi der Fairplay, sondern der Kommentar dazu (mittendrinn, nicht zu übersehen) !

Es ist eine traurige Entwicklung, das Spiele gerne zu "Glücksspielen" gestempelt werden (ich muss zugeben mich diesem Trend nicht ganz enthalten konnte).
Inzwischen habe ich einige Spielerfahrung in vielen vermeindlichen "Glücksspielen" und was mich da stutzig macht, ist das immer die gleichen Kandidaten gewinnen - sind das einfach nur Glückspilze - über Jahre hinweg ?
Ist Formula De ein Glücksspiel ? Wenn ja, wieso sind immer die selben Leute auf dem Treppchen ?! - Irgendwie kann ich nicht ganz glauben das der Glückfaktor so hoch ist, wie manch tun.

Glück hin, Glück her - ein Spiel muss Spass machen ! Und wenn es das nicht tut, liegt es seltem am "Glück" !

Atti

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Thomas

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Thomas » 7. Mai 2003, 10:24

Also bevor ich dir widerspreche muss ich zugeben, das mir Amun Re von den Nürnbergner Neuheiten am besten gefällt, weshalb es mir sicherlich schwer fällt objektiv zu sein, dennoch hat gerade mein zweites Spiel gezeigt (zu mehr kam ich leider noch nicht), dass deine Aussage nicht unbedingt zutreffen muss.

Hatte nämlich bewusst auf viele Karten gespielt, weil ich auch der Meinung war, dass das wichtig ist und habe doch tatsächlich trotzdem erst in der letzten Runde meine erste Sondersiegpunktkarte gezogen und dann eine, die ich nicht brauchen konnte ! Gewonnen hab ich trotzdem, wenn auch nur mit einem Punkt !

Schon nach ersten Spiel mit 5 Spielern hatte ich große Hoffnung in das Spiel, weil beide Runden total unterschiedlich gelaufen sind ( im ersten Durchgang wurden gleich in der ersten Runde alle drei Gebiete mit Kamel gezogen, was dem Durchgang einen wahrscheinlich extremen Verlauf gegeben hat ) und das hat sich jetzt mit 3 Spielern bestätigt, als auch wieder beide Runden unterschiedlich und interessant waren.
Von Freunden hab ich auch gehört, dass das Spiel mit vier Spielern auch abwechslungsreich und gut gelaufen sein soll.
Also ich finde es bietet viele Möglichkeiten.

Aber zurück zum Thema.
Grundsätzlich finde ich einen Glücksfaktor nicht störend, wenn das Verhältnis stimmt und da finde ich den Glücksfaktor von Nautilus zum einen doch etwas größer als bei Amun Re und zum zweiten deshalb krasser, weil ja auch das Spiel um einiges länger dauert. Dennoch fand ich auch Nautilus nicht schlecht.

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Thomas

Re: Glück in Spielen

Beitragvon Thomas » 7. Mai 2003, 10:28

Attila schrieb:
> Es ist eine traurige Entwicklung, das Spiele gerne zu
> "Glücksspielen" gestempelt werden (ich muss zugeben mich
> diesem Trend nicht ganz enthalten konnte).
> Inzwischen habe ich einige Spielerfahrung in vielen
> vermeindlichen "Glücksspielen" und was mich da stutzig macht,
> ist das immer die gleichen Kandidaten gewinnen - sind das
> einfach nur Glückspilze - über Jahre hinweg ?
> Ist Formula De ein Glücksspiel ? Wenn ja, wieso sind immer
> die selben Leute auf dem Treppchen ?! - Irgendwie kann ich
> nicht ganz glauben das der Glückfaktor so hoch ist, wie manch
> tun.
>
> Glück hin, Glück her - ein Spiel muss Spass machen ! Und wenn
> es das nicht tut, liegt es seltem am "Glück" !
>
> Atti

Ja, das ist mir auch schon aufgefallen. Es sind immer die gleichen gut und trotzdem soll es Glück sein. (Wobei das natürlich nicht auf die beiden genannten Spiele begrenzt ist )
Kann dem Kommentar nur 100%ig zustimmen !

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Sebastian Sartor

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Sebastian Sartor » 7. Mai 2003, 10:28

Hallo

Thomas Hittmeyer schrieb:
>
> Gewinnt nicht zu 80% der, der am Ende das meiste Geld hat
> oder gebunkert hat nach der letzten Ernte?

Das konnte ich bei meinen (bisher leider nur) 2 Partien nicht feststellen. Der mit dem meißten Geld wurde einmal zweiter und einmal dritter.

>Jeder hat seine
> 6-7 Pyramiden und zwei Sätze dabei, hier und da noch eine 5er
> Mehrheit und eine Sondersiegpunktkarte.

Das kommt sehr stark darauf an, wie viel Pyramiden vor der ersten Wertung schon gebaut wurden. bei uns war es teilweise so, dass in der letzten Wertung ein Spieler nur einen Satz + 6 Pyramide besaß, weil er auf die Pyramiden Mehrheit gespielt hat

Bei uns waren immer die Tempel das Ausschlaggebende für den Sieg. Aber ich denke, dass man dagegen recht leicht vorgehen kann, indem man diese Gebiete sehr teuer macht und damit automatisch etwas unter den Spielern verteilt.

Grüße Sebastian

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Braz
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Beiträge: 6431

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Braz » 7. Mai 2003, 11:28

Hallo,

nun gleich zu Beginn: Mir gefallen beide Spiele ausgesprochen gut!
Beide miteinander zu vergleichen hinkt meines Erachtens ein wenig, da sie von grundauf verschieden sind -> ebenso in dem angesprochenen "Glücksfaktor", denn -da muß ich Thomas recht geben- wurde bei Nautilus der Multiplikator gerügt, welcher einen beträchtlichen Glücksanteil besitzen soll. Wie auch andere bin ich im Falle Nautilus der Meinung, daß man seinem Glück mit hilfe von Sonar etc. (=Ausbauten am Schiff) auf die Sprünge helfen kann und sich damit der Glücksfaktor doch relativiert.
Bei Amun-Re (welches ich ebenfalls leider erst 2x gespielt habe) viel mir der angesprochenen Glücksfaktor nicht ganz so auf. Ebenso konnte ich nicht ganz die Meiung einiger hier betsätigen, daß die Gledmenge gewinnentscheidend sein soll, denn bei der letzten Partie besaß ich doch beträchtliche Mengen an Bauern und demzufolge auch Gleld, welches ich jedoch nicht mehr rechtzeitig in gewinnbringende Punkte umwandeln konnte (-> so`n Mist aber auch) und ich abgeschlagen als "J.R. Ewing" auf Platz 3 landete.

..aber ist es nicht bei fast allen Spielen so, daß Glück eine nicht ganz unerhebliche Rolle spielt ?! Nimm z.B. das unten angeführte E&T. Da kommt es ganz darauf an, welche Plättchen du nachziehst....ziehst du passende Plättchen nach, dann kannst du dein Reich entscheiden verstärken oder erweitern etc.
..oder nimm FFF: Wenn du kurz vor einem Händler stehst und einer tauscht ihn dir gerade vor der Nase weg...oder schnappt dir dein Boot weg oder stellt sich gerade an einen Kai, an den du gerade anlegen wolltest oder einen treibt plötzlich den Preis für deinen Fisch, welchen du gerade gwinnbringend verkaufen wolltest, unbewußt ( ! wichtig ! ) in den Keller....und und und....
..also ich denke, daß das mit dem vielzittierten "Glück" immer so eine Sache ist.

In Amun-Re sehe ich den Anteil an Glück jedoch eher relativ: Sicherlich ist eine beträchtliche Menge an Glück dabei (wie bei anderen Versteigerungsspielen ebenfalls) - die übermäßig starke Funktion der Sonderkarten konnte ich jedoch bislang nicht beobachten. Siehe nur z.B. die Sobderkarten bei PR oder FvF....wenn du einige spezielle Gebäude beistzt, dir die Karte aber von einem anderen für abgeluchst wird, dann sieht`s mit den Siegpunkten am Ende auch eher rar aus, oder ?!

na ja wie auch immer: Ich empfinde Amun-Re nicht als so glücksempfindlich, als daß es mich stören würde und meinen sehr guten Gesamteindruck über das Spiel trüben könnte.Ebenso empfinde ich die Spielegrafik als absolut gelungen und die Startspielerfigur stimmungsvoll (ich weiß: hast du auch nicht behauptet...nur es wurde hier im Thread von jemandem gepostet...von daher nehm ich`s mal gleich mit *hehe).
..aber wie ich immer sage: alles ist halt subjektiv - dem Einen gefällt mehr dem Anderen eher weniger.......

Gruß
Braz

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Michael Andersch

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Michael Andersch » 7. Mai 2003, 12:11

Braz schrieb:
>
> Beide miteinander zu vergleichen hinkt meines Erachtens ein
> wenig, da sie von grundauf verschieden sind

Stimmt. Ein Vergleich der Spiele als solche lag auch nicht in meiner Absicht. Von Spieldauer und Komplexität sind sie aber ähnlich, und nur deshalb habe ich den Vergleich gezogen: Bei Nautilus wurde kritisiert, bei Amun Re wird gelobt, und das kann ich halt nicht so ganz nachvollziehen.

> bin ich im Falle Nautilus der Meinung, daß man seinem
> Glück mit hilfe von Sonar etc. (=Ausbauten am Schiff) auf die
> Sprünge helfen kann und sich damit der Glücksfaktor doch
> relativiert.

Ich auch!

> ..aber ist es nicht bei fast allen Spielen so, daß Glück eine
> nicht ganz unerhebliche Rolle spielt ?! Nimm z.B. das unten
> angeführte E&T. Da kommt es ganz darauf an, welche Plättchen
> du nachziehst....ziehst du passende Plättchen nach, dann
> kannst du dein Reich entscheiden verstärken oder erweitern etc.

Stimmt. E&T würde ich da auch mit dazunehmen. M.E. hoher Glücksanteil, trotzdem allseits gelobt.

Versteht mich nicht falsch: Ich will weder sagen, dass Amun Re schlecht ist (ok, umgehauen hat's mich nicht, aber es gibt sicherlich jede Menge deutlich schlechterer Spiele) noch dass mich ein gewisser Glücksanteil in Spielen generell stört (in diese Richtung driftet die Diskussion gerade etwas). Ich wollte lediglich mein Unverständnis über Kritik einerseits und Lob andererseits bei - in meinen Augen - nahezu gleichem Sachverhalt ausdrücken.

Micha

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Stephan Valkyser

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Stephan Valkyser » 7. Mai 2003, 12:56

Michael Andersch schrieb:
> Was mich am Spiel stört ist folgendes: Der Gewinner steht und
> fällt mit der Anzahl der erfüllten Sondersiegpunktkärtchen.
> Bekommt man diese nicht (oder zu spät) hat man keinerlei
> Chance auf den Spielsieg.

Wir haben am letzten Samstag eine Partie zu fünft gespielt, in der ich nicht ein einziges Sonderkärtchen erfüllen konnte.
Trotzdem habe ich mit einigem Vorsprung gewonnen. Ich hatte mich komplett auf das Bauen von Pyramiden konzentriert.

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Braz
Kennerspieler
Beiträge: 6431

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Braz » 7. Mai 2003, 13:48

Michael Andersch schrieb:
> Versteht mich nicht falsch: Ich will weder sagen, dass Amun
> Re schlecht ist (ok, umgehauen hat's mich nicht, aber es gibt
> sicherlich jede Menge deutlich schlechterer Spiele)


*lol :) ok -welch`Relativierung, daß es eine Menge noch schlechterer Spiele gibt :) -> das wertet das Spiel natürlich ordentlich auf *hehe ;)



noch dass
> mich ein gewisser Glücksanteil in Spielen generell stört (in
> diese Richtung driftet die Diskussion gerade etwas). Ich
> wollte lediglich mein Unverständnis über Kritik einerseits
> und Lob andererseits bei - in meinen Augen - nahezu gleichem
> Sachverhalt ausdrücken.
>
> Micha

Zustimmung: Eine kontroverse Meinung, welche Spiele nicht nur in eine Richtung hebt sondern auch das Spiel wieder etwas mehr in die Mitte bewegt, indem es andere Spieleeigenschaften desselben Spiels duchleuchtet, finde ich auch überaus positiv -> wenngleich ich im Fall von Amun-Re es nicht ganz so arg sehe wie du.......aber vielleicht ist dein Posting auch nur als Antwort der überwiegend positiven Postings zu diesem Spiel zu sehen. (ähnlich bei mir mit "Siedler v Catan", fast jeder findet absolut klasse ...ich finde es eher Durchschnitt, weshalb meine Meinung zum Spiel -da es viele super finden- eher negativ ausfällt)


aber wie bereits gesagt: diesen hohen Glücksanteil bei Amun-Re konnte ich bislang noch nicht beobachten. Ich finde zudem Amun-Re so klasse, da es ein sehr anspruchsvolles Spiel mit hihem Grübelfaktor ist -> von denen es dieses Jahr noch nicht so arg viele gab (Mare Nostrum -obwohl spieltechnisch absolut verschieden- würde bei mir in einer ähnlichen Liga spielen...nämlich anspruchsvolle Spiele - an denen man sich festbeißen kann - für Vielspieler. Ich würe sogar noch weiter gehen: Für mich persönlich (!) spielt Amun-Re in der Liga zusammen mit PR, FvF, E&T, Mare Nostrum WOBEI die Spiele natürlich untereinander nicht zu vergleichen sind. Mein Vergleich bezieht sich lediglch auf den Spieleanspruch bzw -komplexität ...aber bitte ;) mit Vorbehalt (!), denn ich habe es erst 2x spielen dürfen ;) ).


Gruß
Braz

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peer

AR- Unterschiedliche Spielverläufe

Beitragvon peer » 7. Mai 2003, 14:14

Hi,
zwei Partien: Einmal gewann der mit dem meisten Geld (aber mit so viel Vorsprung, dass er auch hätte weniger haben können), einmal wurde der reichste letzter.

Was ich interessant finde, ist dass bei den hier beschriebenen Partien offensichtlich immer sehr viel Geld im Umlauf war - sollte das an meinem Peep gelegen haben?
Ich kann mir nämlich durchaus vorstellen, dass der Geldumlauf stark von den Versteigerungen und vor allem der Provinz-Reihenfolge bestimmt wird. Denn Spieler mit festen Einkommen und wenig Bauern sollten doch ein Interesse daran haben, dass die Spieler mit vielen Bauern möglichst wenig pro-Kopf-Einkommen haben und eher wenig bzw. -3 bieten.
Wird Amun Re ausschliesslich konstruktiv gespielt, ähneln sich die Spielverläufe natürlich und die Siegpunktkarten gewinnen an Bedeutung.

ciao
Peer

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Thomas

Re: Glücksanteil Nautilus vs. Amun Re

Beitragvon Thomas » 7. Mai 2003, 14:16

> Stimmt. Ein Vergleich der Spiele als solche lag auch nicht in
> meiner Absicht. Von Spieldauer und Komplexität sind sie aber
> ähnlich, und nur deshalb habe ich den Vergleich gezogen: Bei
> Nautilus wurde kritisiert, bei Amun Re wird gelobt, und das
> kann ich halt nicht so ganz nachvollziehen.
>
Ja, so ist das halt. Bei einem Spiel kommt ein Spielelement besser weg, beim anderen ein ähnliches schlechter.
Ich denke wir, und damit meine ich alle Spieler, werden stark vom ersten Eindruck geprägt und da gehört halt auch dazu, wie die Runde passt, ob ein Nörgler dabei ist, ob man vielleicht eine Regel falsch oder anders wie andere interpretiert, ob es einen an irgendein Spiel erinnert, mit dem man gute oder schlechte Erfahrungen gemacht hat und sicherlich noch vieles mehr.
Manche nehmen das glaube ich dann auch manchmal zu ernst, denn wichtig ist doch das es einem Spaß macht und dazu muss man probieren, ob man es dann nochmal anfasst bleibt einem doch selbst überlassen, denn es gibt ja genug, damit jeder seine Spiele findet. Heute noch was wirklich neues zu (er-)finden ist doch fast ausgeschlossen und warum einem dann was gefällt oder nicht, obwohl oder gerade weil es etwas bekanntem ähnelt, kann man gar nicht immer "vernünftig" erklären.
Aber ich glaube ich bin auch schon wieder abgedriftet ;-)

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Stephan Valkyser

Re: AR- Unterschiedliche Spielverläufe

Beitragvon Stephan Valkyser » 7. Mai 2003, 14:28

peer schrieb:
> Denn Spieler mit festen
> Einkommen und wenig Bauern sollten doch ein Interesse daran
> haben, dass die Spieler mit vielen Bauern möglichst wenig
> pro-Kopf-Einkommen haben und eher wenig bzw. -3 bieten.

Klaro. In der von mir am Samstag gewonnenen Partie habe ich in den 6 Runden fünfmal -3 geboten. Nur in der letzten Runde nicht, da hatte ich drei Tempel ;-)

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Kai Borschinsky

Re: AR - Unterschiedliche Spielverläufe

Beitragvon Kai Borschinsky » 7. Mai 2003, 14:44

peer schrieb:

> Was ich interessant finde, ist dass bei den hier
> beschriebenen Partien offensichtlich immer sehr viel Geld im
> Umlauf war - sollte das an meinem Peep gelegen haben?

Keine Ahnung, in meinen Partien war es nicht immer so. Aber auffällig ist das hier schon. Dabei funktioniert es auch mit sehr wenig umlaufendem Geld recht gut. Es gibt ja eigentlich auch genügend Provinzen, die zum Ernteverhindern anregen.

> Ich kann mir nämlich durchaus vorstellen, dass der Geldumlauf
> stark von den Versteigerungen und vor allem der
> Provinz-Reihenfolge bestimmt wird. Denn Spieler mit festen
> Einkommen und wenig Bauern sollten doch ein Interesse daran
> haben, dass die Spieler mit vielen Bauern möglichst wenig
> pro-Kopf-Einkommen haben und eher wenig bzw. -3 bieten.

Was sie nach meiner Erfahrung auch tun. Ich denke, es hängt sehr stark davon ab, welche Provinzen in der ersten Runde versteigert werden. Es geht ja eigentlich weniger darum, viel Geld zu generieren, sondern sein Einkommen gegenüber seinen Mitspielern zu optimieren. Wenn sich also die Provinzen mit den Fixeinkommen auf mehrere Spieler verteilen, sollten die normalerweise beim Spenden an den Tempel sehr zurückhaltend sein...

> Wird Amun Re ausschliesslich konstruktiv gespielt, ähneln
> sich die Spielverläufe natürlich und die Siegpunktkarten
> gewinnen an Bedeutung.

Stimmt, auffällig finde ich übrigens, dass hier in der Diskussion sehr unterschiedliche "hauptsächlich spielentscheidende" Faktoren genannt wurden. Scheint also doch verschiedene Wege zum Glück zu geben... (Insofern ist es natürlich sehr vom Glück abhängig, ob die gewählte Strategie zum Erfolg führt... ;-) )

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Michael Weber

Glück und Erfolg

Beitragvon Michael Weber » 7. Mai 2003, 17:29


> Ja, das ist mir auch schon aufgefallen. Es sind immer die
> gleichen gut und trotzdem soll es Glück sein. (Wobei das
> natürlich nicht auf die beiden genannten Spiele begrenzt ist )
> Kann dem Kommentar nur 100%ig zustimmen !

Vor allem ein Kommentar, den sich manch ein Spieler und nicht weniger Rezensenten mal zu Gemüte führen sollten.

Vielleicht liegt hier auch die Weisheit der relativ schwachen Verkaufszahlen für "anspruchsvolle" und der relativ guten für "Glücksspiele".

Will man spielen, um Spaß zu haben, oder um eine perfekte Simulation zu gewinnen? Ich verliere lieber mit viel Spaß als mit großer Anstrengung ...

Michael

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Peter Wenzel

Deutscher Spielepreis für Amun Re

Beitragvon Peter Wenzel » 7. Mai 2003, 17:53

Hallo,
ich habe Amun Re nun schon mehrmals (7-8) gespielt. Es ist meiner Meinung nach die beste Neuheit aus Nürnberg. Der Glücksanteil ist in meinen Augen recht gering. Die Siegpunkte für die Ereigniskarten sind zwar recht stark, aber die anderen Siegpunkte wie z.B. für die extra Pyramiden, die größten Pyramiden, etc. gleichen dies doch aus.
Ich habe auch schon ohne Siegpunkte für Ereigniskarten gewonnen.

Bei Nautilus empfinde ich den Glücksanteil als viel höher, da der Aufwand für das Echolot zu teuer und groß ist.

Mit spielerischen Grüßen
Peter

Amun Re ist mein Favorit für den Deutschen Spielepreis.

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Rolf Braun

Siegstrategien

Beitragvon Rolf Braun » 7. Mai 2003, 18:17

Hi all,

Gewinnstrategien:

Thomas Hittmeyer:
Gewinnt nicht zu 80% der, der am Ende das meiste Geld hat oder gebunkert hat nach der letzten Ernte?

Michael Andersch:
Der Gewinner steht und fällt mit der Anzahl der erfüllten Sondersiegpunktkärtchen.

Sebastian Sartor:
Bei uns waren immer die Tempel das Ausschlaggebende für den Sieg

Peer Sylvester:
Zwei Mitspielerinnen hatten allerdings das Pech einen Fehler zu machen, den dieses Spiel wirklich nicht verzeiht: Wenig bis gar kein Geld in die zweite Spielhälfte zu bringen.

Fazit: Es gibt wohl keine und das macht das Spiel eben so gut.

Gruß
Rolf, der glaubt das die beste Gewinnstrategie ist, flexibel zu sein und seine Strategie immer wieder neu auf die gezogenen Macht- und Provinzkarten abzustimmen.

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Rolf Braun

Glück

Beitragvon Rolf Braun » 7. Mai 2003, 18:32

Hi all,

es kommt eben auf die richtige Mischung an (Zitat: holger herrmann).

Stimmt die Mischung und paßt die Prise Glück zum Spiel empfindet man das Spiel eben als gut. Stimmt die Mischung nicht so gut gefällt das Spiel eben weniger oder gar nicht.

Vorschlag: Spielt mal Schach (Spiel ohne Glücksanteil) mit Würfel. Je nach Würfelzahl darf nur mit einer bestimmten Figur gezogen werden:
1 Bauer
2 Turm
3 Läufer
4 Springer
5 Dame
6 König
Es ist auch erlaubt auszusetzen.

Wenns euch nicht gefällt liegt es nicht am Glücksanteil sondern daran das dieser hohe Glücksanteil überhaupt nicht zum sonst außschließlich strategischen Spiel paßt.

Gruß
Rolf, der gerne und oft Glück hat und trotzdem Bosnuskarten frühersten in der 4 Runde zieht.

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Sebastian Sartor

Re: Siegstrategien

Beitragvon Sebastian Sartor » 7. Mai 2003, 19:52

Hallo

Rolf Braun schrieb:

> Gruß
> Rolf, der glaubt das die beste Gewinnstrategie ist, flexibel
> zu sein und seine Strategie immer wieder neu auf die
> gezogenen Macht- und Provinzkarten abzustimmen.

Ich persöhlich glaube, dass genau dieser Punkt ein Spiel zu einem richtig guten,und auch noch nach 30 Partien immer interessanten Spiel macht (wie z.B. auch bei PR).

Grüße Sebastian

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peer

Re: Siegstrategien

Beitragvon peer » 7. Mai 2003, 20:09

Hi,
Rolf Braun schrieb:
>
> Hi all,
>
> Gewinnstrategien:
(...)

> Peer Sylvester:
> Zwei Mitspielerinnen hatten allerdings das Pech einen Fehler
> zu machen, den dieses Spiel wirklich nicht verzeiht: Wenig
> bis gar kein Geld in die zweite Spielhälfte zu bringen.

Wohl eher eine Verlierstrategie :-) Das man es schwer hat, wenn man kein Geld in der zweiten Spielhälfte hat, heisst ja noch nicht, dass man auch gewinnt.


> Fazit: Es gibt wohl keine und das macht das Spiel eben so gut.

Da stimme ich dir zu!

>
> Gruß
> Rolf, der glaubt das die beste Gewinnstrategie ist, flexibel
> zu sein und seine Strategie immer wieder neu auf die
> gezogenen Macht- und Provinzkarten abzustimmen.

Ach was! Einfach bei beiden Wertungen mehr Siegpunkte bekommen, als die anderen, dürfte ausreichen !
ciao
Peer


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