Beitragvon Roman Pelek » 7. Mai 2003, 23:32
Hi Micha,
Michael Andersch schrieb:
> Was mich am Spiel stört ist folgendes: Der Gewinner steht und
> fällt mit der Anzahl der erfüllten Sondersiegpunktkärtchen.
> Bekommt man diese nicht (oder zu spät) hat man keinerlei
> Chance auf den Spielsieg.
Da mag ich gerne in Teilen widersprechen ;-) Gegen Ende nimmt der Glücksfaktor beim Nachziehen der Machtkarten natürlich deutlich zu, da man sie nicht mehr so langfristig in das eigene Handeln einplanen kann. Dennoch entschied sich bei uns in letzter Zeit keine Partie nur über erfüllte Sondersiegpunktkärtchen, in den ersten Runden war dies aber durchaus öfter der Fall, da lagen alle Beteiligten aber auch dicht beisammen. In den jüngsten Partien hatten wir teilweise Punktabstände von 20-25 zwischen den Führenden und Letzten, da richten dann meist die Siegpunkte durch Machtkarten nix mehr aus, maximal bei Zweien, die Kopf an Kopf liegen - mich persönlich stört sowas aber dann nicht.
Soweit meine Erfahrungen reichen, gibt es bei Amun Re doch einige verschiedene Siegstrategien, die zum Erfolg führen können. Dies kann die Konzentration auf viele Pyramiden/Sets und Mehrheiten sein, aber auch eher über die Tempelpunkte laufen, wenn man im richtigen Zeitpunkt viel opfert oder sich auf einer Schiene mit viel Geld über Bauern bewegen, bei der man flexibel ist. Oder eben im Vertrauen darauf, dass viele Machtkarten einem den nötigen Handlungsspielraum verleihen. .
Die Sondersiegpunkte durch erfüllte SP-Machtkarten sind da für mich aber eher ein Zubrot, auf das man je nach Strategie auch einmal bewusst verzichtet, weil etwas anderes mehr bringt (was nützen mir 3 Siegpunkte, wenn ich zur Erfüllung auf viel Geld verzichten muss oder eine 5-Punkte-Mehrheit auf einer Seite opfere?).
Kurzum kann ich sehr vieles nachvollziehen, was schon gesagt wurde, sehe aber da keine wirklich dominante Strategie darunter. Was sinnvoll ist, hängt in meinen Augen zu sehr vom Verhalten und den Absichten der Mitspieler ab sowie der Reihenfolge der aufgedeckten Gebiete. Aber ich denke, man kann sich, wie bei vielen Versteigerungsspielen, durchaus da reinfinden und es aus der Erfahrung abschätzen. Ich kenne dieses Jahr wenige Spiele, die - im Schnitt - bei uns so eindeutig zum Vorteil der Erfahrenen ausgingen wie Amun Re. Insofern halte ich den Glücksanteil für nicht so hoch. Aber es läuft halt immer anders - was in der einen Partie der Gewinner ist, mag in der anderen sich als Schuss in den Ofen erweisen. Das muss man halt immer im Spiel und abhängig von den Mitspielern feststellen - und das finde ich persönlich das reizvolle an Amun Re :-)
Ciao,
Roman