Beitragvon erik » 19. Mai 2003, 00:01
Hallo Ulrich,
Käufer und Verkäufer agieren in einem freien Markt. Wenn sich Käufer und
Verkäufer einig werden, fragt sich, wo der Sinn von moralisierenden Fragen
nach potenziellen Wertgefällen liegen. Und das passiert auch durchaus in
anderer Richtung, also Verkäufer, die utopische Preise verlangen, die dann
vom Käufer auch ignoriert werden können; genau so wie der Verkäufer sich
ja auch nicht auf jedes Gebot einlassen muss: keiner ist gezwungen, auf
dem Flohmarkt ein McMulti (Dein Beispiel) für ein paar Euro zu verkaufen,
genau so wie keiner gezwungen ist, ein Halma für 100 Euro zu kaufen...
Aber jetzt mal ein ganz verworrenes Beispiel für die Preiswertbestimmung.
Einer der letzten Flohmärkte brachte ein Saimaa (aus dem Verlag
Bert Schlender). Die einzige Information, die ich dazu bisher gefunden
habe, ist auf folgender Webseite::
http://www.sammlerspiele.de/Schlender.htm
und besagt, die Spiele der dort genannten Serie, wozu Saimaa scheinbar
gehört, sei Zitat: "!!! sehr sehr selten und wertvoll !!!".
So, nun habe ich auf dem Flohmarkt kein Internet. Stehe ich also da. Will
der Verkäufer ein paar Euro. Was nun. Schweissperlen treten auf die Stirn.
Ist dieser Preis gerecht oder bringt er das Weltwirtschaftsgefüge aus dem
Tritt? Muss ich mit Barcelona telefonieren, um der Gerechtigkeit Genüge
zu tun :-)
Nö. Habe ich nicht getan, sah interessant aus. Nehme ich mit, auf das
Risiko hin, das es Murks ist (was es nicht zu sein scheint). Der Verkäufer
ist es los (und hat, statt Entsorgungskosten noch ein paar Taler dabei),
ich habe wieder etwas weniger Platz im sowieso schon überfüllten Regal
und alle sind glücklich.
Ähnliches gilt auch mit anderen Spielen. Wie auch im richtigen Leben.
Ich bezahle im Supermarkt um die Ecke auch 50 cent für eine Flasche
Bier, wohl wissend, dass im Spätverkauf dafür auch mal 2 Euro bezahlt
werden. Ehrlich, und da muss man kein schlechtes Gewissen bei haben.
Also locker bleiben,
Erik