Beitragvon Marten Holst » 30. Mai 2003, 00:19
Moin,
> Ich glaube, dass die "normale" Familie da vielfach
> unterschätzt wird.
Das mag sein, schön wär's...
Aber wie oft trifft man sich mit durchaus spieleinteressierten Menschen, und hört nur "anstrengender Arbeitstag", "Bloß nix neues", "Ok, dann aber was flottes", "was einfaches ist sowieso am Besten, kann man nebenher besser quatschen" u.s.w.
> Es ist ein großer Fehler zu denken, dass die Spiele
> einfacher werden müssen, damit mehr Leute Spass am Spielen
> finden. Im Gegenteil, wenn Puerto Rico letztes Jahr SDJ
> geworden wäre, dann hätte das sicher einen neuen Spieleboom
> ausgelöst.
Das zweifle ich an. Puerto Rico, so schön es auch sein mag, ist meines Erachtens kein "Boomproduzent". Aber das ist mittlerweile eh ein Wenn-meine-Großmutter-Räder-hätte.
Ich denke schon, dass auch "anspruchsvolle" Spiele ihren Markt finden (huhu, hier bin ich), aber ein Spiel, das sich weit verbreiten soll und direkt auch Leute ansprechen, das darf nichts abschreckendes haben. Das heißt, eine gewisse Einfachheit (sowohl was Regeln, als auch was erste Strategieideen betrifft) gehört m.E. dazu.
Die Liste der Ausnahmen bisher ist lang (Focus hätte ich nie eine Chance gegeben, da abstrakte Spiele so wenig antörnend sind, trotz Mühle, trotz Halma, trotz...), aber ich denke schon, dass eine gewisse Einfachheit hilft.
> Denn auch die vielfach genannten
> "Gelegenheitsspieler" und sogar Menschen, die seit Jahren
> nicht gespielt haben, kommen wunderbar damit zurecht und
> fangen dann oft sogar Feuer und wollen öfter spielen.
> Ich glaube also eher an eine Unterforderung als Ursache für
> Spielemüdigkeit.
Das ist sicherlich eine Gefahr, die auch besteht, das 30. Leiterspiel schreckt ab. Ebenso laaaaaaaaaange dauernde Spiele. Aber die eierlegende Wollmilchsau, die gibt es nicht, und auch Puerto Rico hätte daran nichts geändert, denke ich.
Grüße
Marten