Beitragvon Arno C. Hofer » 10. Juni 2003, 09:51
Hallo Nevwethiel,
im Prinzip lassen sich (fast) alle Brett- und Kartenspiele dem eigenen Lebensumfeld anpassen. Ganz leicht geht das mit Quiz - Spielen (da mit ihnen oft der berühmte Nachhaltigkeitseffekt von vorher "Erarbeitetem" erzeilt werden kann), eine "Prüfung" quasi spielerisch gestaltet wird ... Sehr bewährt hat sich in diesem Zusammenhang, dass sich alle an der Erarbeitung der Fragen beteiligen und nicht die ganze Arbeit bei einer/m hängen bleibt (die ja nur bruchstückhaft bleiben kann).
Schön ist z.B. auch Kaleidos mit Fotos der eigenen Stadt ...
Oder "Vier zu mir" mit Fotodosen und Kleinigkeiten aus der Umgebung ...
"Lost Cities", das fünf Expeditionen-Spiel zu zweit mit Sehenswürdigkeiten aus den Nachbarstädten ...
Und wenn Du dir irgendein Spiel anschaust - wie z.B. Tikal - so kannst Du es auch auf einem Plan spielen, der zB.: Deine Heimatregion im Jahr 2550 zeigt. Die "Tempel" sind Archeologische Entdeckungen, die Chips zeigen Kunstwerke aus den Museen, die Vulkane sind Atomkraftwerke oder anderes Bedrohliches ...
Wir von Ludovico haben schon viel Diesbezügliches gemacht, immer dann wenn es thematisch wichtig war - und haben immer dazugeschrieben (!!!), woher bzw. von welchem Originalspiel das abgeleitet wurde. Der "Umbau" von Spielen ist nicht so die ganz "große Kunst", man braucht nur ein wenig Phantasie und die Perspektive, was man damit will. Okay, das ist auch nicht immer ganz leicht, wenn man sich an Vorgefertigtes gewöhnt hat. Und keine Zeit findet, die Spiele mit seiner eigenen Lebenssituation zu vergleichen ...
Die größere Kunst jedenfalls ist es, ein neues Spiel zu komponieren (!!!) und da sind im deutschsprachigen Raum einige Weltmeister-Autoren und einige Weltmeister-Redakteure, unzählige Weltmeister-Testrunden und schließlich Weltmeister-Grafiker am Werken - um aus Ideen nachvollziehbare, spielbare Geschichten zu machen. Und wenn die Grafik nicht zum Spiel passt: w.Z.: ehemals bei "Zum Kuckuck" von FX Schmid wird dasselbe Spiel alsbald zum "Land unter" beiden Berliner Spielkarten. Oder aus dem unveröffentlichten "Troja" von Kramer/Kissling wurde nach längerem Überarbeiten ein "El Grande" (das so zum "Spiel des Jahres" werden konnte). Ich habe große Hochachtung vor den Spiele-"Schöpfern" - aber manchmal ist es doch auch schön, manchmal auch notwendig, seine eigenen Ideen als Geschichte auf ein bestehendes Spielsystem setzen zu können.Quasi als "Tuning" für etwas, das man besonders mag.
Besonders "gut vermarktet" wird in diesem Zusammenhang etwa das "Monopoly" (bei uns in Österreich das "DKT") mit zahllosen Grafik-Varianten zur jeweiligen Stadt, zum jeweiligen Land. Aber das ist Kommerz - und nur mit Zustimmung des Verlags oder auch durch ihn machbar!
Viel Vergnügen, viel Phantasie - schaut genau!
Arno